Selbstmanagement: der Erfolgsfaktor Nr. 1 für deine Karriere

„Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit in das Selbstmanagement investieren, um seine Ziele, Prinzipien, Motive und sein Verhalten besser zu verstehen.“ Dieses Zitat von Dee Hock, dem Gründer von Visa, bringt den Erfolgsfaktor Nr. 1 für die Karriere auf den Punkt.

Selbstmanagement (auch: Selbstführung) gilt als wichtigste Führungskompetenz – „Führung beginnt mit Selbstführung“. In dieser Folge bekommst du die drei Bausteine nach Stephen Covey und fünf konkrete Praxistipps, mit denen du sofort anfangen kannst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Selbstmanagement = die Kompetenz, die eigene Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten (mehr als Zeitmanagement).
  • Führung beginnt mit Selbstführung – die Basis jeder Führungsverantwortung.
  • 3 Bausteine (Covey): Proaktivität, persönliches Leitbild (langfristiges Denken), Umsetzung (Prioritäten & Disziplin).
  • Nimm dir bewusst Zeit dafür (z. B. ein festes Zeitfenster) – und bring Geduld mit, es ist eine neue Gewohnheit.
  • Praxis: Persönlichkeitstest, Ziele aufschreiben, Journaling, Biografien lesen, Feedback einfordern.
  • Leitfrage: Wie viel Zeit investierst du heute in dich selbst – und wie kannst du das vergrößern?

Worum es geht

Was Selbstmanagement bedeutet. Es wird oft mit Zeitmanagement gleichgesetzt, geht aber weit darüber hinaus. Die Definition: die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Gerade in Schule und Studium wird man stark von außen gelenkt – mit den Jahren im Beruf wird diese Eigenständigkeit immer wichtiger. Selbstführung gilt zudem als wichtigste Führungskompetenz: Bevor du andere führst, musst du dich selbst führen können.

Die 3 Bausteine nach Stephen Covey. Der erste Teil von „Die 7 Wege zur Effektivität“ dreht sich genau darum. Erstens Proaktivität: Dinge eigeninitiativ angehen, statt sich von den Umständen treiben zu lassen – aktiv am nächsten Meilenstein arbeiten. Zweitens das persönliche Leitbild (langfristiges Denken): die Frage „Wofür stehe ich, was sind meine Werte?“ Coveys radikale Übung dazu ist, sich die eigene Beerdigung vorzustellen und zu fragen, was andere über einen sagen sollen. Drittens die Umsetzung: klassisches Zeitmanagement, Prioritäten, Disziplin und Selbstmotivation.

Die Voraussetzung: dir Zeit nehmen. Wer nach Feierabend keine Energie mehr hat, schiebt das Thema auf. Hilfreich ist ein festes Zeitfenster – für mich war das die Morgenroutine. Und: Bring Geduld mit. Wenn du dich bisher kaum aktiv mit deiner Entwicklung beschäftigt hast, ist das Neuland – am Anfang fühlt sich Fortschritt zäh an.

5 Praxistipps

  1. Persönlichkeitstest machen (z. B. 16Personalities, basierend auf dem Myers-Briggs-Indikator): ein einfacher Einstieg in die Selbstreflexion. Kein Test bildet dich zu 100 % ab – es geht um Material für deine Reflexion.
  2. Ziele aufschreiben: dir eine halbe Stunde nehmen, die Gedanken schweifen lassen und überlegen, was dir in 3 oder 5 Jahren wichtig ist – ohne Perfektionismus, ohne Zwang.
  3. Journaling: Reflexion systematisieren. Ray Dalios Formel: „Pain + Reflection = Progress“. Ein einfacher Einstieg ist das 6-Minuten-Tagebuch mit geführten Fragen.
  4. Biografien & Sachbücher lesen: den eigenen Blick erweitern. Es gibt mehr als Steve Jobs – etwa Robert Iger (Disney, „The Ride of a Lifetime“), der sich selbst als eher zurückhaltend beschreibt. Führung ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst: Entwickle sie auf Basis deiner eigenen Stärken.
  5. Feedback einfordern & Austausch mit Gleichgesinnten: „Gute Freunde dulden untereinander keine Mittelmäßigkeit.“ Konstruktive, wertschätzende Kritik bringt dich voran.

Ein festes Zeitfenster gelingt am besten als feste Gewohnheit – siehe Morgenroutine. Für Baustein „Leitbild & Ziele“ hilft Ziele schneller erreichen, und die Reflexion vertieft Journaling.

Häufige Fragen

Was ist Selbstmanagement? Die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Es umfasst mehr als Zeitmanagement – nämlich Proaktivität, klare Werte/Ziele und konsequente Umsetzung.

Warum ist Selbstmanagement der wichtigste Erfolgsfaktor? Weil beruflicher Erfolg maßgeblich davon abhängt, wie gut du dich selbst führst. Selbstführung gilt als Basis jeder Führungskompetenz – „Führung beginnt mit Selbstführung“.

Was ist der Unterschied zu Zeitmanagement? Zeitmanagement ist nur ein Baustein (die Umsetzung). Selbstmanagement umfasst zusätzlich Proaktivität und ein persönliches Leitbild – also das Was und Warum, nicht nur das Wann.

Wie fange ich mit Selbstmanagement an? Nimm dir bewusst ein festes Zeitfenster, mach einen Persönlichkeitstest, schreibe deine Ziele auf, starte mit Journaling, lies Biografien und fordere aktiv Feedback ein.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Weitere Buchempfehlungen findest du in meiner Bibliothek für Ingenieure.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit und Produktivität.

Transkript

In dieser Folge geht es um den Erfolgsfaktor Nr. 1 für deine berufliche Laufbahn – und wie du deine Karriere beschleunigen kannst. Gestoßen bin ich darauf über ein Zitat von Dee Hock, dem Gründer und langjährigen CEO von Visa: „Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit in das Selbstmanagement investieren, um seine Ziele, Prinzipien, Motive und sein Verhalten besser zu verstehen und zu verfolgen.“

Selbstmanagement ist ein Begriff, den man kurz definieren sollte. Viele setzen ihn mit Zeitmanagement gleich; ein häufiges Synonym ist Selbstführung. Wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, wirst du merken: Selbstführung wird von vielen als die wichtigste Führungskompetenz bezeichnet – nicht ohne Grund sagt man „Führung beginnt mit Selbstführung“. Bevor du in die Mitarbeiterführung einsteigst, musst du die Selbstführung beherrschen. Götz Werner, der Gründer von dm, sagte sinngemäß, Führung sei heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat. Selbstführung ist also ein zentrales Thema – egal ob es um deinen eigenen beruflichen Erfolg geht oder um Führung.

Schlägt man „Selbstmanagement“ bei Wikipedia nach, lautet der erste Satz: Der Begriff Selbstmanagement bezeichnet die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Da steckt unglaublich viel drin, und es hat nicht nur mit Zeitmanagement zu tun – das ist nur eine Komponente. Gerade in der Schulzeit und im Studium wird man von vielen äußeren Einflüssen gelenkt; schon die Wahl des Studiums und des Arbeitgebers trifft man mit begrenztem Erfahrungsschatz. Mit den Jahren im Beruf wird die Kompetenz, die eigene Entwicklung unabhängig zu gestalten, immer wichtiger.

Ein Schlüsselmoment war für mich das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Stephen Covey. Es ist in zwei Teile geteilt: Der erste dreht sich um einen selbst – das Selbstmanagement –, der zweite um den öffentlichen Erfolg, also den Umgang mit anderen, Führung, Team, Kommunikation. Im ersten Teil gibt es drei Komponenten, die ich als zentrale Bausteine für Selbstmanagement erachte. Erstens: Proaktivität. Egal was du gerade tust, wie du deine Zeit planst oder ins Gespräch gehst – proaktiv statt reaktiv. Viele sagen „ich muss erst Erfahrung sammeln“ und lassen sich von den Umständen treiben, obwohl viel mehr möglich wäre, wenn sie überlegen, was sie aktiv tun können. Proaktivität heißt, Dinge eigeninitiativ anzugehen, den nächsten Meilenstein selbst zu erarbeiten.

Zweitens: langfristiges Denken über ein persönliches Leitbild. Stell dir die Frage: Wofür stehst du, was sind deine Werte, wer bist du als Person, was ist langfristig wichtig? Covey bringt am Anfang dieses Kapitels ein radikales Beispiel: eine Rede auf deiner eigenen Beerdigung. Was sollen andere über dich sagen, was soll von dir bleiben? Eine Frage, die man sich im Alltag viel zu selten stellt – aber es lohnt sich, sich immer wieder bewusst zu machen, wofür man steht.

Drittens: die Umsetzung – das klassische Zeitmanagement. Wie setzt du Prioritäten, wie organisierst du deinen Tag, wie bleibst du produktiv? Dazu gehören Disziplin und Selbstmotivation. All das läuft unter der Überschrift Selbstmanagement.

Nun ein paar praktische Tipps. Die Voraussetzung für alles ist, dir die Zeit dafür zu nehmen. Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückblicke: Ich durfte schnell viel Verantwortung übernehmen, hatte aber abends oft keine Energie mehr, um proaktiv an mir zu arbeiten. Geholfen hat mir, ein tägliches Zeitfenster zu schaffen – bei mir die Morgenroutine. Das muss nicht der Morgen sein, aber ein festes Fenster, in dem du dich mit dir selbst beschäftigst. Und bring Geduld mit: Wenn du dich bisher kaum aktiv mit deiner Entwicklung auseinandergesetzt hast, ist das Neuland, und Fortschritte fühlen sich am Anfang zäh an.

Ein paar konkrete Tipps. Erstens ein Persönlichkeitstest, etwa 16Personalities, basierend auf dem Myers-Briggs-Typindikator – in 20 Minuten gemacht und ein guter Einstieg in die Selbstreflexion. Wichtig: Kein Test bildet deine Persönlichkeit zu 100 % ab, es geht um Material für deine Reflexion, nicht um einen Stempel. Zweitens Ziele aufschreiben – dir eine halbe Stunde nehmen, die Gedanken schweifen lassen, überlegen, was dir in drei oder fünf Jahren wichtig ist. Kein Perfektionismus, kein Zwang, sondern den Reflexionsprozess starten und es aufschreiben – das schafft Bewusstsein. Drittens Journaling: Es gibt den Spruch „Pain plus Reflection equals Progress“ – Herausforderungen kombiniert mit Reflexion ergeben Fortschritt. Ein einfacher Einstieg ist das 6-Minuten-Tagebuch mit geführten Fragen. Viertens Biografien und Sachbücher lesen, um den Blick zu erweitern. Viele haben nur den eigenen Chef oder Steve Jobs vor Augen und denken, sie müssten wie Steve Jobs werden – das stimmt nicht. Ich lese gerade „The Ride of a Lifetime“ von Robert Iger, dem langjährigen CEO von Disney, der sich selbst als eher zurückhaltend beschreibt. Es gibt unzählige erfolgreiche, ganz unterschiedliche Führungspersönlichkeiten – Führung ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst, die du auf Basis deiner eigenen Stärken entwickelst. Fünftens der Austausch mit Gleichgesinnten und aktives Feedback einfordern. In meiner damaligen Firma fehlte mir das; heute bin ich in einer Bürogemeinschaft mit Gleichgesinnten. „Gute Freunde dulden untereinander keine Mittelmäßigkeit“ – konstruktive, wertschätzende Kritik ist enorm wertvoll.

Um den Bogen zu spannen, noch einmal das Zitat: Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit ins Selbstmanagement investieren. Die Frage an dich: Wie viel Zeit investierst du heute? Wenn es nicht 50 % sind, ist das kein Problem – das ist der gängige Status. Aber: Wie kannst du das vergrößern, wie nimmst du dir mehr Zeit? Zeit ist eine Frage von Prioritäten. Nimm dir die Zeit, setz dich – notfalls direkt im Anschluss – hin, mach einen Persönlichkeitstest, schreib deine Ziele auf, fordere Feedback ein, such dir eine spannende Biografie. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Selbstmanagement: der Erfolgsfaktor Nr. 1 für deine Karriere

„Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit in das Selbstmanagement investieren, um seine Ziele, Prinzipien, Motive und sein Verhalten besser zu verstehen.“ Dieses Zitat von Dee Hock, dem Gründer von Visa, bringt den Erfolgsfaktor Nr. 1 für die Karriere auf den Punkt.

Selbstmanagement (auch: Selbstführung) gilt als wichtigste Führungskompetenz – „Führung beginnt mit Selbstführung“. In dieser Folge bekommst du die drei Bausteine nach Stephen Covey und fünf konkrete Praxistipps, mit denen du sofort anfangen kannst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Selbstmanagement = die Kompetenz, die eigene Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten (mehr als Zeitmanagement).
  • Führung beginnt mit Selbstführung – die Basis jeder Führungsverantwortung.
  • 3 Bausteine (Covey): Proaktivität, persönliches Leitbild (langfristiges Denken), Umsetzung (Prioritäten & Disziplin).
  • Nimm dir bewusst Zeit dafür (z. B. ein festes Zeitfenster) – und bring Geduld mit, es ist eine neue Gewohnheit.
  • Praxis: Persönlichkeitstest, Ziele aufschreiben, Journaling, Biografien lesen, Feedback einfordern.
  • Leitfrage: Wie viel Zeit investierst du heute in dich selbst – und wie kannst du das vergrößern?

Worum es geht

Was Selbstmanagement bedeutet. Es wird oft mit Zeitmanagement gleichgesetzt, geht aber weit darüber hinaus. Die Definition: die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Gerade in Schule und Studium wird man stark von außen gelenkt – mit den Jahren im Beruf wird diese Eigenständigkeit immer wichtiger. Selbstführung gilt zudem als wichtigste Führungskompetenz: Bevor du andere führst, musst du dich selbst führen können.

Die 3 Bausteine nach Stephen Covey. Der erste Teil von „Die 7 Wege zur Effektivität“ dreht sich genau darum. Erstens Proaktivität: Dinge eigeninitiativ angehen, statt sich von den Umständen treiben zu lassen – aktiv am nächsten Meilenstein arbeiten. Zweitens das persönliche Leitbild (langfristiges Denken): die Frage „Wofür stehe ich, was sind meine Werte?“ Coveys radikale Übung dazu ist, sich die eigene Beerdigung vorzustellen und zu fragen, was andere über einen sagen sollen. Drittens die Umsetzung: klassisches Zeitmanagement, Prioritäten, Disziplin und Selbstmotivation.

Die Voraussetzung: dir Zeit nehmen. Wer nach Feierabend keine Energie mehr hat, schiebt das Thema auf. Hilfreich ist ein festes Zeitfenster – für mich war das die Morgenroutine. Und: Bring Geduld mit. Wenn du dich bisher kaum aktiv mit deiner Entwicklung beschäftigt hast, ist das Neuland – am Anfang fühlt sich Fortschritt zäh an.

5 Praxistipps

  1. Persönlichkeitstest machen (z. B. 16Personalities, basierend auf dem Myers-Briggs-Indikator): ein einfacher Einstieg in die Selbstreflexion. Kein Test bildet dich zu 100 % ab – es geht um Material für deine Reflexion.
  2. Ziele aufschreiben: dir eine halbe Stunde nehmen, die Gedanken schweifen lassen und überlegen, was dir in 3 oder 5 Jahren wichtig ist – ohne Perfektionismus, ohne Zwang.
  3. Journaling: Reflexion systematisieren. Ray Dalios Formel: „Pain + Reflection = Progress“. Ein einfacher Einstieg ist das 6-Minuten-Tagebuch mit geführten Fragen.
  4. Biografien & Sachbücher lesen: den eigenen Blick erweitern. Es gibt mehr als Steve Jobs – etwa Robert Iger (Disney, „The Ride of a Lifetime“), der sich selbst als eher zurückhaltend beschreibt. Führung ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst: Entwickle sie auf Basis deiner eigenen Stärken.
  5. Feedback einfordern & Austausch mit Gleichgesinnten: „Gute Freunde dulden untereinander keine Mittelmäßigkeit.“ Konstruktive, wertschätzende Kritik bringt dich voran.

Ein festes Zeitfenster gelingt am besten als feste Gewohnheit – siehe Morgenroutine. Für Baustein „Leitbild & Ziele“ hilft Ziele schneller erreichen, und die Reflexion vertieft Journaling.

Häufige Fragen

Was ist Selbstmanagement? Die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Es umfasst mehr als Zeitmanagement – nämlich Proaktivität, klare Werte/Ziele und konsequente Umsetzung.

Warum ist Selbstmanagement der wichtigste Erfolgsfaktor? Weil beruflicher Erfolg maßgeblich davon abhängt, wie gut du dich selbst führst. Selbstführung gilt als Basis jeder Führungskompetenz – „Führung beginnt mit Selbstführung“.

Was ist der Unterschied zu Zeitmanagement? Zeitmanagement ist nur ein Baustein (die Umsetzung). Selbstmanagement umfasst zusätzlich Proaktivität und ein persönliches Leitbild – also das Was und Warum, nicht nur das Wann.

Wie fange ich mit Selbstmanagement an? Nimm dir bewusst ein festes Zeitfenster, mach einen Persönlichkeitstest, schreibe deine Ziele auf, starte mit Journaling, lies Biografien und fordere aktiv Feedback ein.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Weitere Buchempfehlungen findest du in meiner Bibliothek für Ingenieure.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit und Produktivität.

Transkript

In dieser Folge geht es um den Erfolgsfaktor Nr. 1 für deine berufliche Laufbahn – und wie du deine Karriere beschleunigen kannst. Gestoßen bin ich darauf über ein Zitat von Dee Hock, dem Gründer und langjährigen CEO von Visa: „Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit in das Selbstmanagement investieren, um seine Ziele, Prinzipien, Motive und sein Verhalten besser zu verstehen und zu verfolgen.“

Selbstmanagement ist ein Begriff, den man kurz definieren sollte. Viele setzen ihn mit Zeitmanagement gleich; ein häufiges Synonym ist Selbstführung. Wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, wirst du merken: Selbstführung wird von vielen als die wichtigste Führungskompetenz bezeichnet – nicht ohne Grund sagt man „Führung beginnt mit Selbstführung“. Bevor du in die Mitarbeiterführung einsteigst, musst du die Selbstführung beherrschen. Götz Werner, der Gründer von dm, sagte sinngemäß, Führung sei heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat. Selbstführung ist also ein zentrales Thema – egal ob es um deinen eigenen beruflichen Erfolg geht oder um Führung.

Schlägt man „Selbstmanagement“ bei Wikipedia nach, lautet der erste Satz: Der Begriff Selbstmanagement bezeichnet die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Da steckt unglaublich viel drin, und es hat nicht nur mit Zeitmanagement zu tun – das ist nur eine Komponente. Gerade in der Schulzeit und im Studium wird man von vielen äußeren Einflüssen gelenkt; schon die Wahl des Studiums und des Arbeitgebers trifft man mit begrenztem Erfahrungsschatz. Mit den Jahren im Beruf wird die Kompetenz, die eigene Entwicklung unabhängig zu gestalten, immer wichtiger.

Ein Schlüsselmoment war für mich das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Stephen Covey. Es ist in zwei Teile geteilt: Der erste dreht sich um einen selbst – das Selbstmanagement –, der zweite um den öffentlichen Erfolg, also den Umgang mit anderen, Führung, Team, Kommunikation. Im ersten Teil gibt es drei Komponenten, die ich als zentrale Bausteine für Selbstmanagement erachte. Erstens: Proaktivität. Egal was du gerade tust, wie du deine Zeit planst oder ins Gespräch gehst – proaktiv statt reaktiv. Viele sagen „ich muss erst Erfahrung sammeln“ und lassen sich von den Umständen treiben, obwohl viel mehr möglich wäre, wenn sie überlegen, was sie aktiv tun können. Proaktivität heißt, Dinge eigeninitiativ anzugehen, den nächsten Meilenstein selbst zu erarbeiten.

Zweitens: langfristiges Denken über ein persönliches Leitbild. Stell dir die Frage: Wofür stehst du, was sind deine Werte, wer bist du als Person, was ist langfristig wichtig? Covey bringt am Anfang dieses Kapitels ein radikales Beispiel: eine Rede auf deiner eigenen Beerdigung. Was sollen andere über dich sagen, was soll von dir bleiben? Eine Frage, die man sich im Alltag viel zu selten stellt – aber es lohnt sich, sich immer wieder bewusst zu machen, wofür man steht.

Drittens: die Umsetzung – das klassische Zeitmanagement. Wie setzt du Prioritäten, wie organisierst du deinen Tag, wie bleibst du produktiv? Dazu gehören Disziplin und Selbstmotivation. All das läuft unter der Überschrift Selbstmanagement.

Nun ein paar praktische Tipps. Die Voraussetzung für alles ist, dir die Zeit dafür zu nehmen. Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückblicke: Ich durfte schnell viel Verantwortung übernehmen, hatte aber abends oft keine Energie mehr, um proaktiv an mir zu arbeiten. Geholfen hat mir, ein tägliches Zeitfenster zu schaffen – bei mir die Morgenroutine. Das muss nicht der Morgen sein, aber ein festes Fenster, in dem du dich mit dir selbst beschäftigst. Und bring Geduld mit: Wenn du dich bisher kaum aktiv mit deiner Entwicklung auseinandergesetzt hast, ist das Neuland, und Fortschritte fühlen sich am Anfang zäh an.

Ein paar konkrete Tipps. Erstens ein Persönlichkeitstest, etwa 16Personalities, basierend auf dem Myers-Briggs-Typindikator – in 20 Minuten gemacht und ein guter Einstieg in die Selbstreflexion. Wichtig: Kein Test bildet deine Persönlichkeit zu 100 % ab, es geht um Material für deine Reflexion, nicht um einen Stempel. Zweitens Ziele aufschreiben – dir eine halbe Stunde nehmen, die Gedanken schweifen lassen, überlegen, was dir in drei oder fünf Jahren wichtig ist. Kein Perfektionismus, kein Zwang, sondern den Reflexionsprozess starten und es aufschreiben – das schafft Bewusstsein. Drittens Journaling: Es gibt den Spruch „Pain plus Reflection equals Progress“ – Herausforderungen kombiniert mit Reflexion ergeben Fortschritt. Ein einfacher Einstieg ist das 6-Minuten-Tagebuch mit geführten Fragen. Viertens Biografien und Sachbücher lesen, um den Blick zu erweitern. Viele haben nur den eigenen Chef oder Steve Jobs vor Augen und denken, sie müssten wie Steve Jobs werden – das stimmt nicht. Ich lese gerade „The Ride of a Lifetime“ von Robert Iger, dem langjährigen CEO von Disney, der sich selbst als eher zurückhaltend beschreibt. Es gibt unzählige erfolgreiche, ganz unterschiedliche Führungspersönlichkeiten – Führung ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst, die du auf Basis deiner eigenen Stärken entwickelst. Fünftens der Austausch mit Gleichgesinnten und aktives Feedback einfordern. In meiner damaligen Firma fehlte mir das; heute bin ich in einer Bürogemeinschaft mit Gleichgesinnten. „Gute Freunde dulden untereinander keine Mittelmäßigkeit“ – konstruktive, wertschätzende Kritik ist enorm wertvoll.

Um den Bogen zu spannen, noch einmal das Zitat: Wer beruflichen Erfolg sucht, sollte mindestens 50 % seiner Zeit ins Selbstmanagement investieren. Die Frage an dich: Wie viel Zeit investierst du heute? Wenn es nicht 50 % sind, ist das kein Problem – das ist der gängige Status. Aber: Wie kannst du das vergrößern, wie nimmst du dir mehr Zeit? Zeit ist eine Frage von Prioritäten. Nimm dir die Zeit, setz dich – notfalls direkt im Anschluss – hin, mach einen Persönlichkeitstest, schreib deine Ziele auf, fordere Feedback ein, such dir eine spannende Biografie. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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