Kleine Entscheidungen werden unterschätzt. Was du jeden Morgen tust, entscheidet über deinen Tag – und über die nächsten Jahre.
In dieser Folge teile ich vier echte Morgenroutinen aus der Mentorwerk-Community. Danach bekommst du mein persönliches Update, vier Jahre nach der ersten Morgenroutine-Folge.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Morgenroutinen sind individuell. Es gibt nicht die eine richtige Routine – jeder Mensch findet seine eigene Kombination.
- Routinen sind dynamisch. Sie wandeln sich mit der Zeit. Gerade am Anfang testest du viel, manches bleibt, manches nicht.
- Der Kern bleibt. Bei Tim sind seit 2015 grüner Tee und 20–30 Minuten lesen geblieben, dazu kamen Micro-Workout und kaltes Duschen.
- No Zero Days. Wichtiger als die perfekte Routine ist, jeden Tag eine kleine positive Aktivität zu machen.
- Der Zinseszinseffekt zählt. Kleine Aktivitäten, jeden Tag wiederholt, compounden über die Zeit zum Erfolg.
Morgenroutinen von Ingenieuren im Detail
Lukas – der Sportliche. Lukas steht um 5:30 Uhr auf und frühstückt zuerst: Müsli und Tee. Um 6:00 Uhr geht es mit dem Rad ins Fitnessstudio, von 6:15 bis 7:15 Uhr eine Stunde Kraft- und Ausdauertraining plus Dehnen. Um 7:30 Uhr ist er im Büro, gönnt sich den ersten Kaffee, liest Mails und plant den Arbeitstag. Ein sehr vitaler, sportlicher Start in den Tag.
Matthias – kurz und knapp. Bei Matthias reichen zwei Rituale. Das Wichtigste ist für ihn lesen, mindestens 10 Minuten jeden Tag. Danach kalt duschen. Durch die kalte Dusche ist er komplett wach und fühlt sich lebendig – ganz ohne Kaffee.
Nick – die volle Routine. Nick startet um 5:00 Uhr, trinkt ein Glas Wasser und setzt sich zwei Minuten auf die Yogamatte für erste Meditationsversuche. Es folgen 10 bis 15 Minuten Yoga und Stretching, dann der erste Kaffee und Journaling – aktuell eher als To-do-Liste, um Prioritäten zu sortieren. Zum Schluss liest er 20 bis 25 Minuten. Gestartet ist er erst wenige Monate zuvor, inspiriert durch ein Buch – und kann sich seinen Morgen ohne diese Routine nicht mehr vorstellen.
Jonathan – der Meditative. Jonathan steht jeden Morgen um 5:00 Uhr auf und meditiert 20 Minuten. Danach wird gelesen, bevor er frühstückt. Eine ruhige, sehr meditationslastige Routine.
Bei allen vier erkennst du dasselbe Muster: Eine Morgenroutine ist dynamisch und wandelt sich mit der Zeit. Gerade beim Einstieg willst du vieles ausprobieren – Sport, kaltes Duschen, Kaffee oder Tee, Journaling, lesen, meditieren.
Tims Update. Auch bei mir hat sich in den Jahren viel verändert. Ich stehe gegen 6:00 Uhr auf. Zuerst Zähneputzen und Wasser trinken, um wach zu werden und der Dehydration entgegenzuwirken. Dann grüner Tee und 20 bis 30 Minuten lesen – diese beiden Dinge mache ich seit 2015, sie bilden den Kern. Ich starte bewusst nicht mit Kaffee in den Tag. Vor dem Duschen mache ich ein kleines Micro-Workout: rund 30 Liegestütze, 20 Kniebeugen und ein paar Minuten dehnen. Und seit knapp einem Monat dusche ich täglich kalt – das gibt mir einen echten Push. Andere Bausteine wie Meditieren, Journaling, laufen oder mein Leitbild ansehen mache ich nur phasenweise. So sah heute mein Morgen aus: 6:00 Uhr aufstehen, Zähneputzen, Wasser, Tee, eine Stunde Deep Work am Buch in zwei Blöcken, dann 20 Minuten laufen, Micro-Workout, kalt duschen – und als erste richtige Tätigkeit diese Folge geschrieben. Meine Routine ist super dynamisch, aber ich mache jeden Tag etwas. Mein Motto: No Zero Days.
Wenn du tiefer einsteigen willst, hör dir die Grundlagen in der Folge zur Morgenroutine an. Wer seinen Tag danach strukturieren möchte, findet in der Folge zu Timeboxing eine passende Methode. Und wenn du insgesamt produktiver werden willst, baut das direkt auf einem guten Morgen auf.
Häufige Fragen zu Morgenroutinen
Was ist eine gute Morgenroutine? Eine gute Morgenroutine besteht aus wenigen kleinen Aktivitäten, die du jeden Tag durchhältst. Typische Bausteine sind Wasser trinken, lesen, Sport oder ein Micro-Workout, kaltes Duschen, Meditieren und Journaling. Entscheidend ist nicht die perfekte Routine, sondern dass du sie täglich wiederholst.
Wie sehen konkrete Morgenroutine-Beispiele aus? In dieser Folge teilen vier Ingenieure ihre Routine: Lukas steht früh auf, geht ins Gym und plant den Tag. Matthias liest und duscht kalt. Nick trinkt Wasser, macht Yoga, journalt und liest. Jonathan meditiert und liest. Sie zeigen: Jede Routine ist individuell.
Wie fange ich mit einer Morgenroutine an? Starte klein mit ein oder zwei Ritualen, die du wirklich durchhältst – zum Beispiel 10 Minuten lesen und ein Glas Wasser. Probiere über einige Wochen aus, was zu dir passt, und behalte, was bleibt. Wichtiger als Umfang ist die tägliche Wiederholung.
Warum ist eine Morgenroutine wichtig? Weil kleine positive Aktivitäten, jeden Tag wiederholt, über den Zinseszinseffekt zum Erfolg führen. Du bewegst Wissen, Gesundheit und Fokus täglich ein kleines Stück in die richtige Richtung und profitierst langfristig davon.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Hal Elrod – Miracle Morning: der Klassiker, der Tims Einstieg in bewusste Morgenroutinen ausgelöst hat.
- Chade-Meng Tan – Search Inside Yourself: hat für Tim beim Thema Meditieren sehr viel geöffnet.
- Tim Schmaddebeck – No Zero Days: das Prinzip hinter der Routine – jeden Tag eine kleine positive Aktivität.
- Robin Sharma – The 5 AM Club: der Klassiker zur frühen Morgenroutine und zum bewussten Start in den Tag.
Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zur Produktivität.
Diese Folge gehört zum Thema Produktivität.
Transkript
Kleine Entscheidungen werden unterschätzt. Was du heute tust, ist wichtig. Was du jeden Tag tust, ist wichtig. Erfolgreiche Menschen legen großen Wert auf die kleinen, unscheinbaren Dinge und tun sie immer und immer wieder, so lange, bis der Zinseszinseffekt einsetzt. Kleine positive Aktivitäten, jeden Tag wiederholt, führen unweigerlich zum Erfolg. Und genau das ist der Kern einer Morgenroutine.
Am 11. Dezember 2019, vor fast genau vier Jahren, habe ich die Folge Nummer 5 veröffentlicht: „Warum du eine Morgenroutine brauchst“. In dieser Folge gibt es ein wichtiges Update.
Vor knapp zwei Wochen habe ich am Freitag einen Newsletter geteilt zum Thema Morgenroutinen erfolgreicher Personen. Da habe ich einige spannende Persönlichkeiten und ihre Morgenroutinen vorgestellt und weiterführende Links geteilt. Denn Morgenroutinen sind unglaublich unterschiedlich, und es ist immer spannend, sich aus verschiedenen Quellen zu inspirieren.
Ich habe aber auch die Community aus ambitionierten Ingenieuren nach ihrer persönlichen Morgenroutine gefragt. Ich habe Dutzende Antworten erhalten und möchte in dieser Folge vier Morgenroutinen in kurzer, knapper Form teilen. Und zu guter Letzt gebe ich mein persönliches Update, denn bei mir hat sich in den letzten vier Jahren einiges getan. Lass dich gerne inspirieren – die Beispiele sehen ähnlich und doch unterschiedlich aus, und du wirst einige Muster erkennen.
Kandidat Nummer 1 ist Lukas. Lukas schreibt: Meine Morgenroutine startet um 5:30 Uhr mit Aufstehen, und zuallererst wird gefrühstückt – relativ simpel, Müsli und Tee. Dann geht es um 6:00 Uhr mit dem Rad ins Gym, ins Fitnessstudio, und von 6:15 bis 7:15 Uhr eine Stunde Training: Kraft und Ausdauer plus Dehnen, das ist ihm wichtig. Um 7:30 Uhr geht es ins Büro, da gibt es den ersten Kaffee, Mails lesen und den Arbeitstag planen.
Das erinnert mich ein bisschen an meine eigene Morgenroutine vor einigen Jahren. Da habe ich mich morgens früh mit einem Kumpel getroffen, und wir sind eine Stunde ins Fitnessstudio – Kraft, Ausdauer, Dehnen. Das war damals an drei, vielleicht sogar vier Tagen die Woche. Mittlerweile sieht es ganz anders aus. Aber auf jeden Fall ein sehr vitaler, sportlicher Start in den Morgen.
Kandidat Nummer 2 ist Matthias. Seine Routine ist kurz und knapp, aber anders. Er schreibt: Das Wichtigste ist für mich lesen, mindestens 10 Minuten jeden Tag. Und dann das Wichtigste überhaupt: kalt duschen. Durch die kalte Dusche bin ich total wach und fühle mich lebendig, da brauche ich keinen Kaffee. Man sieht: Manchmal reichen zwei Rituale – kalt duschen und lesen, um wach und lebendig in den Tag zu starten.
Kandidat Nummer 3 ist Nick. Nick schreibt: Ich starte meinen Tag um 5:00 Uhr, trinke ein Glas Wasser und setze mich zwei Minuten auf die Yogamatte. Das sind seine ersten Gehversuche im Meditieren, er scheint gerade damit anzufangen. Anschließend 10 bis 15 Minuten Yoga und Stretching, dann der erste Kaffee und Journaling – aktuell eher eine Art To-do-Liste, also weniger Selbstreflexion, mehr die Frage: Was steht heute an, was gehe ich zuerst an, wie sortiere ich meine Prioritäten. Danach 20 bis 25 Minuten lesen. Wir haben jetzt November, und erst im März ist er damit gestartet, inspiriert durch das Buch „The 5 AM Club“. Das Buch habe ich selbst nicht gelesen, aber viel Positives darüber gehört. Für mich war damals der Startschuss das Buch „Miracle Morning“ – die beiden sind sich sehr ähnlich. Nick kann sich seinen Morgen ohne diese Routine nicht mehr vorstellen. Meine Morgenroutine sah vor einigen Jahren, so um 2015, 2016, in ähnlicher Form aus.
Und dann kommen wir zu Jonathan. Jonathan schreibt kurz und knapp: Ich stehe jeden Morgen um 5:00 Uhr auf und meditiere 20 Minuten lang, danach wird gelesen, bevor ich frühstücke. Sehr meditationslastig. Auch bei mir war das damals so – ich habe verschiedene Apps durchprobiert und geführte Meditationen gemacht. Das Buch „Search Inside Yourself“ hat für mich beim Thema Meditieren sehr viel geöffnet. Eine spannende Phase, in der ich stark ins Meditieren eingestiegen bin.
Man erkennt bei allen vier Kandidaten: Eine Morgenroutine ist dynamisch und wandelt sich mit der Zeit. Gerade beim Einstieg willst du vieles testen und ausprobieren. Sport, kaltes Duschen, Kaffee oder Tee, Journaling, lesen, meditieren – all das sind Dinge, die man ausprobieren sollte.
Deswegen möchte ich mein persönliches Update geben. Meine Morgenroutine von 2015 ist mittlerweile achteinhalb Jahre her. Es gibt nicht die eine Routine, die ich seitdem mache – ich habe mich in tausenden Dingen ausprobiert. Einige sind geblieben, andere nicht. Meine Morgenroutine ist sehr dynamisch, aber im Kern gibt es Dinge, die seit Jahren bleiben.
Ich stehe gegen 6:00 Uhr auf, auch das kann variieren. Wasser trinken ist morgens für mich wichtig, um der Dehydration entgegenzuwirken. Zähneputzen, um wach zu werden – gutes Mundgefühl ist mir wichtig. Dann mache ich mir einen grünen Tee und lese 20 bis 30 Minuten. Das hat sich bewährt, das mache ich seit 2015. Diese beiden Dinge – grünen Tee trinken und 20 bis 30 Minuten lesen. Ich starte nicht mit Kaffee in den Tag, das ist für mich nicht das richtige Ritual.
Dann geht es unter die Dusche, in Verbindung mit einem Micro-Workout. Vor jedem Duschen mache ich ein kleines Workout: meistens 30 Liegestütze, 20 Kniebeugen und ein paar Minuten dehnen. Und mittlerweile dusche ich kalt. Das habe ich lange nicht gemacht, aber seit knapp einem Monat wirklich täglich. Kaltes Duschen gibt mir einen echten Push und hat viele positive Effekte. Jahrelang hatte ich es auf dem Schirm, aber nicht umgesetzt – das hat sich seit einem Monat geändert.
Das sind die Dinge, die ich seit Jahren mache und die den Kern meiner Morgenroutine bilden. Andere Dinge mache ich nur ab und zu: Meditieren, Journaling, laufen oder spazieren gehen, ein Spaziergang in der Sonne, mein Leitbild ansehen oder direkt frühstücken. Und es gibt Phasen, in denen ich mir einen grünen Tee mache und direkt in den Deep-Work-Modus gehe.
Ganz konkret: Wie sah heute meine Morgenroutine aus? Ich bin um 6:00 Uhr aufgestanden. Das Erste war Zähneputzen, dann Wasser trinken, dann grünen Tee. Danach eine Stunde Deep Work am Buch, in zwei Zyklen à 30 Minuten. In den ersten 30 Minuten grünen Tee, dann eine kurze Pause von zwei, drei Minuten, in der ich einen Kaffee gemacht habe, und noch mal 30 Minuten Deep Work. Danach umgezogen, 20 Minuten laufen gegangen, direkt im Anschluss ein kleines Micro-Workout vor dem Duschen und dann ganz kalt geduscht. Anschließend habe ich mich frisch gemacht und – noch bevor ich mein Handy überhaupt in der Hand hatte – mich an den Rechner gesetzt und diese Podcastfolge geschriftet. Das war die erste richtige Tätigkeit des Tages, etwa von 8:30 Uhr bis jetzt, kurz nach 9, wo ich diese Folge aufnehme.
Man sieht: Meine Morgenroutine ist super dynamisch. So wie heute läuft es auf keinen Fall jeden Tag ab. Manchmal mache ich mir nur einen Tee und lese 10 Minuten. Es ist immer sehr dynamisch. Und egal, wie deine Morgenroutine gerade aussieht oder langfristig aussehen wird – mein Motto ist: No Zero Days. Ich habe mir seit 2015 auf die Fahne geschrieben, jeden Tag etwas zu machen. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht diese kleine positive Aktivität meiner Morgenroutine vorantreibe. Denn kleine positive Aktivitäten, jeden Tag wiederholt, führen unweigerlich zum Erfolg. Das ist für mich der Kern einer Morgenroutine.
Damit bewege ich mein Wissen, meine Gesundheit und andere Dinge jeden Tag ein kleines Stück in die richtige Richtung und profitiere langfristig vom Zinseszinseffekt. Tim Ferriss hat es auf den Punkt gebracht, und das ist mein Motto für die Morgenroutine: Win the Morning, Win the Day.
Das war es für diese Folge. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.