Wer meine Schulzeit gesehen hätte, hätte es nie gedacht: Ich war überhaupt kein Leser. Die Begeisterung kam erst später – ausgelöst durch Rich Dad Poor Dad, das bei mir die Leidenschaft für finanzielle Intelligenz und schließlich fürs Lesen geweckt hat. Heute lese ich rund 30–40 Sachbücher pro Jahr.
In dieser Folge klären wir drei Fragen: Warum überhaupt Sachbücher lesen? Was solltest du lesen? Und wie liest du ein Buch so, dass du das Meiste mitnimmst?
Der Lese-Kurs:
Teil 1 – Warum Lesen deine Superpower ist
Teil 2 – Mehr lesen: die Lesegewohnheit
Teil 3 – Wie ich Sachbücher lese (diese Folge)
Teil 4 – Effektiver lesen & Bücher finden
Teil 5 – Schneller & tiefer lesen
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Warum: Es gibt zwei Wege zu lernen – eigene Erfahrung (mit Reflexion) und die Erfahrung anderer. Bücher sind extrem fundiert und beschleunigen dein Lernen.
- „The leaders are readers“: Kaum eine große Führungspersönlichkeit, die nicht liest.
- Was: Das Thema entscheidet über den Spaß. Jim Collins‘ Regel: von 10 Büchern max. 1 zu Führung/Management – der Rest fördert Querdenken.
- Wie (ein Buch lesen): Autor recherchieren, Struktur verstehen, Notizen machen, vertiefen, regelmäßig lesen.
- Regelmäßigkeit schlägt Menge: lieber täglich 30 Minuten als einmal einen ganzen Samstag.
Warum Sachbücher lesen?
Es gibt zwei Wege zu lernen: aus eigener Erfahrung (kombiniert mit Selbstreflexion) und aus der Erfahrung anderer. Für Letzteres sind Bücher unschlagbar: Jemand hat seine Erfahrungen über Monate oder Jahre strukturiert aufgeschrieben und prüfen lassen – sehr fundiert, nicht oberflächlich. So zapfst du den Erfahrungsschatz vieler Menschen an und beschleunigst deine Entwicklung. Gerade wenn es Richtung Führung und Verantwortung geht, ist lebenslanges Lernen das A und O – nicht umsonst heißt es „the leaders are readers“. Und falls du denkst „ich bin kein Leser“: Meist hattest du nur noch nicht das richtige Buch zur Hand. Gute Sachbücher sind oft spannend, manche sogar in Story-Form geschrieben.
Was solltest du lesen?
Das Thema entscheidet über den Spaß – wähle, was dich betrifft: Biografien, Psychologie, persönliche Finanzen, Gesundheit, Evolution, Geschichte, Philosophie. Jim Collins empfiehlt: Wenn du zehn Bücher liest, sollte maximal eines zu Führung/Management sein – der Rest aus ganz verschiedenen Quellen, das fördert Querdenken und öffnet neue Blickwinkel. Drei Grundlagenwerke:
- Unternehmenserfolg: Jim Collins, Der Weg zu den Besten (Good to Great).
- Persönliche Finanzen: Robert Kiyosaki, Rich Dad Poor Dad – die Basics zum Umgang mit Geld.
- Umgang mit Menschen: Dale Carnegie, Wie man Freunde gewinnt – ein zeitloser Klassiker.
Wie liest du ein Buch richtig?
Ein Sachbuch musst du nicht linear von A bis Z lesen (Spoiler sind kein Problem). So ziehst du mehr heraus:
- Der Autor: Wer hat das Buch geschrieben? Recherchiere den Namen, schau Interviews und Vorträge – das gibt dir ein Gefühl für Werte und Kernaussagen.
- Die Struktur verstehen: Worum geht es, was ist die Kernaussage? Du darfst das Buch entdecken und herumblättern.
- Notizen machen: Immer mit Bleistift und Post-its lesen. Wichtige Stellen anstreichen, zentrale Passagen markieren, das Buch am Ende kurz zusammenfassen. Wir vergessen extrem schnell – ein Notizbuch für Zitate und Erkenntnisse ist Gold wert.
- Vertiefen: Andere Quellen nutzen – YouTube, Buchzusammenfassungen, andere Theorien zum selben Thema – um den Blick zu weiten.
- Regelmäßig lesen: Nicht der ganze Samstag, sondern die Regelmäßigkeit zählt (wie beim Sport). Bei mir sind es mindestens 30 Minuten jeden Morgen – über das Jahr ergibt das exponentielles Wachstum.
Bonus – Tools: Hörbücher (z. B. Audible) eignen sich gut für Biografien und story-lastige Bücher, weniger für abbildungslastige; Goodreads für deine Leseliste; Blinkist für Zusammenfassungen (ersetzt aber nicht das Lesen, weil das Reifen der Gedanken fehlt).
Warum Lesen so zentral für deine Entwicklung ist, vertieft Warum Lesen wichtig ist. Wie du effektiver liest und lernst, hörst du in Schneller lernen, und den Zinseszinseffekt dahinter in Lebenslanges Lernen.
Häufige Fragen
Warum sollte man Sachbücher lesen? Weil du über sie den fundierten Erfahrungsschatz anderer anzapfst und so dein Lernen und deine persönliche Entwicklung stark beschleunigst – schneller als nur über eigene Erfahrung.
Wie liest man ein Sachbuch richtig? Nicht stur linear: Recherchiere den Autor, verstehe die Struktur und Kernaussage, mach dir Notizen (Bleistift, Post-its, Zusammenfassung), vertiefe über andere Quellen und lies vor allem regelmäßig.
Wie viele Sachbücher sollte ich lesen? Wichtiger als die Menge ist die Regelmäßigkeit. Mit täglich 30 Minuten kommst du über das Jahr auf erstaunlich viele Bücher – ganz ohne Druck.
Welche Bücher eignen sich für den Einstieg? Drei Grundlagenwerke: Der Weg zu den Besten (Collins), Rich Dad Poor Dad (Kiyosaki) und Wie man Freunde gewinnt (Carnegie).
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Jim Collins – Der Weg zu den Besten (Good to Great): Unternehmenserfolg verstehen.
- Robert Kiyosaki – Rich Dad Poor Dad: Einstieg in finanzielle Intelligenz.
- Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt: Grundlagen im Umgang mit Menschen.
- Weitere Buchempfehlungen.
Diese Folge ist Teil 3 des Lese-Kurses. Welche Bücher konkret lesenswert sind, findest du in den Buchempfehlungen.
Transkript
In dieser Folge geht es darum, warum und wie ich Sachbücher lese. Ich kläre drei Fragen: Warum überhaupt Sachbücher lesen, was am besten lesen und wie lesen – und gebe dir am Ende ein paar Tipps und Tools an die Hand. Zuerst: Wie bin ich zum Lesen gekommen? Das ist interessant, denn in meiner Schulzeit und zu Beginn des Studiums hätte das niemand gedacht. Ich war kein Leser, hatte nie ein Buch in der Hand, mir fehlte die Geduld, mir kamen beim Lesen tausend Gedanken in den Kopf, und mir fehlte die Inspiration – mein Fokus lag höchstens auf Romanen zur Unterhaltung, und das war mir zu wenig.
Richtig in Berührung kam ich gegen Ende meines Bachelorstudiums: In meiner ersten Führungsrolle hat mir mein damaliger Chef Bücher rund um Lean Management und Toyota empfohlen – aber das war sehr fachlich. Richtig gepackt hat es mich um 2014/2015 mit dem Buch „Rich Dad Poor Dad“. Das habe ich verschlungen, es hat unglaublich viel verändert und das Thema finanzielle Intelligenz eröffnet – gerade wenn man in der ersten Rolle etwas mehr verdient, ist der Umgang mit Geld und das Investieren wichtig. Das hat eine Leidenschaft geweckt; ich habe damals sogar einen Finanzblog gestartet. Seitdem lese ich über den Daumen 30 bis 40 Sachbücher pro Jahr und habe mir eine eigene kleine Bibliothek aufgebaut. Sachbücher haben mir blinde Flecken gezeigt, neue Themenbereiche und Horizonte eröffnet und meinen Werdegang stark beeinflusst.
Warum überhaupt lesen? Dazu müssen wir kurz übers Lernen sprechen. Es gibt zwei Wege zu lernen. Erstens die eigene Erfahrung – das, was du täglich tust, deine positiven und negativen Erfahrungen, kombiniert mit Selbstreflexion. Zweitens die Erfahrung anderer. Das Internet bietet hier viele Möglichkeiten, aber Bücher sind besonders wertvoll, weil sie sehr fundiert sind: Jemand hat seine Erfahrungen über Monate oder Jahre strukturiert aufgeschrieben und von anderen korrekturlesen lassen. So lernst du aus den Erfahrungen vieler Menschen, statt nur aus deiner eigenen Nase – und beschleunigst deinen Lernprozess. Ich weiß, Lesen kann ein Krampf sein; ich war selbst lange kein Leser. Aber es gibt unglaublich gute, spannend geschriebene Sachbücher – für jeden ist etwas dabei. Wer sagt „ich bin kein Leser“, hatte meist nur noch nicht das richtige Buch oder den richtigen Moment. Gerade wenn es Richtung Führung und Verantwortung geht, sind Lernen und persönliche Entwicklung das A und O – „the leaders are readers“: Große Führungspersönlichkeiten haben fast alle eine Bibliothek voller wertvoller Bücher.
Was solltest du lesen? Das Thema entscheidet über den Spaß. Würdest du Schiller lesen, hättest du wahrscheinlich weniger Freude, weil es dich nicht betrifft. Es gibt aber unglaublich viele Bücher, die dich betreffen: Biografien spannender Persönlichkeiten, Psychologie, persönliche Finanzen, Ernährung, Gesundheit, Evolution, Geschichte, Philosophie. Jim Collins, ein Management-Vordenker, sagt klar: Lies nicht nur Menschen- und Führungsbücher. Wenn du zehn Bücher liest, sollte maximal eines zum Thema Management und Führung sein, alles andere aus ganz verschiedenen Quellen – das fördert den Querdenker und öffnet neue Blickwinkel. Drei Buchempfehlungen zu drei Bereichen: Wenn du Unternehmenserfolg verstehen möchtest, „Der Weg zu den Besten“ („Good to Great“) von Jim Collins – eines der besten Managementbücher, die ich je gelesen habe, ein Muss für jede Führungskraft und jeden ambitionierten Ingenieur. Für persönliche Finanzen „Rich Dad Poor Dad“: absolute Basics zum Umgang mit Geld, Investieren und Marktwirtschaft – essenziell für jeden, der beruflich vorankommen möchte. Und für den Umgang mit Menschen „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie, knapp hundert Jahre alt, ein absoluter Klassiker und sehr praktisch – ruhig mehrmals lesen, geht auch gut als Hörbuch.
Wie lesen? Die Fragestellung lautet eigentlich: Wie liest man ein Buch? Denn wenn du das Meiste herausziehen willst, liest du nicht stur linear von A bis Z, sondern gehst etwas anders heran. Punkt eins: der Autor. Wer hat das Buch geschrieben? Heute google ich zuerst den Namen, halte nach Interviews und Vorträgen Ausschau und gewinne ein Bild davon, wer diese Person ist, welche Werte sie hat und was die Kernaussage des Buches ist. Punkt zwei: die Struktur verstehen. Ein Sachbuch ist keine spannende Serie – du darfst auch auf die letzten Seiten blättern, in der Regel wenig Spoiler-Alarm. Verstehe die Kernaussagen und die Struktur und entdecke das Buch. Punkt drei, ganz wichtig: Notizen. Ich habe beim Lesen immer einen Bleistift und Post-its in der Hand. Sobald ich eine wichtige Stelle finde, streiche ich sie mit einem vertikalen Strich an oder klebe ein Post-it an die Seite; für ganz zentrale Passagen ein Post-it nach oben. Arbeite mit dem Buch. Fasse es danach kurz zusammen, etwa mit Stichpunkten auf der ersten Seite – denn man vergisst unheimlich schnell. Ich habe zusätzlich ein Notizbuch, in das ich Zitate und wichtige Passagen abschreibe. Punkt vier: vertiefen. Nutze andere Quellen – YouTube, Google, Buchzusammenfassungen –, denn andere sprechen über andere Aspekte; bei einem Thema wie Gewohnheiten lohnt es sich, auch andere Theorien zu lesen. Punkt fünf: Regelmäßigkeit. Du musst dir nicht einen ganzen Samstag Zeit nehmen – das habe ich anfangs falsch gemacht. Wie beim Sport zählt das regelmäßige Training. Für mich ist die richtige Zeit der Morgen: mindestens 30 Minuten täglich, manchmal abends oder am Wochenende. Dadurch liest man über das Jahr Hunderte Seiten und viele Bücher – einfach, weil man es regelmäßig tut.
Ein Tipp noch: Ich nutze seit Jahren Hörbücher (Audible). Nicht jedes Buch eignet sich – sehr story-lastige Bücher und Biografien sind super, abbildungslastige weniger. Der Weg zur Arbeit ist perfekt, um diese Zeit zu nutzen. Und zum Abschluss zwei Tools: Goodreads, eine App und Plattform, mit der du dir eine Leseliste erstellst, dich inspirieren lässt, gelesene Bücher speicherst und Notizen machst – perfekt, weil es gute Bücher wie Sand am Meer gibt und man nicht alles gleichzeitig lesen kann. Und Blinkist mit Buchzusammenfassungen – das hat seine Berechtigung, kann das Lesen eines ganzen Buches aber nicht ersetzen, weil das intensive Befassen und Reifen der Gedanken fehlt. Ich hoffe, ich konnte bei dir die Begeisterung wecken, auf die Suche nach einem Buch zu gehen, das zu dir passt. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.
