Viele wollen mehr lesen – aber der Alltag kommt dazwischen, die Zeit fehlt, manchmal auch die Motivation. Genau das höre ich immer wieder. Die gute Nachricht: Mehr zu lesen ist vor allem eine Frage der Gewohnheit, nicht des Willens.
In dieser Folge bekommst du acht einfache Tipps, mit denen du eine Lesegewohnheit aufbaust. Gerade am Anfang zählt nicht die Qualität, sondern die Quantität – erst einmal die Liebe zum Lesen entwickeln.
Der Lese-Kurs:
Teil 1 – Warum Lesen deine Superpower ist
Teil 2 – Mehr lesen: die Lesegewohnheit (diese Folge)
Teil 3 – Wie ich Sachbücher lese
Teil 4 – Effektiver lesen & Bücher finden
Teil 5 – Schneller & tiefer lesen
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Am Anfang zählt Quantität, nicht Qualität. Erst die Lesegewohnheit aufbauen – „Read what you love until you love to read“.
- 1. Lies nur Bücher, die dich begeistern. Quäl dich durch nichts; das falsche Buch zerstört die Motivation.
- 2. Nutze auch Hörbücher – aber bleib mental dabei.
- 3. Hab immer ein Buch dabei und nutze die vielen kleinen Wartezeiten im Alltag.
- 4. Schalte beim Lesen den Flugmodus ein. Ablenkung raus – Motivation kommt vom Anfangen (lies erst mal eine Seite).
- 5. Sprich über deine Lieblingsbücher und frag andere nach ihren – das motiviert und inspiriert.
- 6. Lies täglich und mach es zur Gewohnheit (festes Tagesziel, kleines Ritual). 7. Wechsle zwischen Sachbüchern und Geschichten. 8. Geh in eine Buchhandlung.
Mehr lesen: die 8 Tipps
Vorab: Gerade am Anfang ist Quantität entscheidend. Als ich in die Welt der Sachbücher eingetaucht bin, war es enorm hilfreich, viel zu lesen und viele neue Felder zu entdecken. Es geht zuerst darum, überhaupt eine Lesegewohnheit zu entwickeln.
1. Lies nur Bücher, die dich begeistern. Das ist der wichtigste Punkt für die Motivation. „Read what you love until you love to read.“ Am Anfang ist nicht wichtig, was du liest, sondern dass du eine Liebe zum Lesen entwickelst – es müssen nicht gleich Sachbücher sein. Wenn ein Buch dich langweilt oder du es nur aus Pflichtgefühl liest, leg es weg: Sonst schiebst du es vor dir her und sammelst nur ein schlechtes Gewissen. Du musst kein Buch zu Ende lesen.
2. Stelle teilweise auf Hörbücher um. Hörbücher zählen genauso – du definierst selbst, was „ein Buch“ ist. Wichtig: Sei mental wirklich dabei (beim Hören schweift man leichter ab als beim Lesen). Ideal für unterwegs oder bei Routine-Tätigkeiten im Haushalt.
3. Hab immer ein Buch dabei. Über den Tag gibt es viele kleine Gelegenheiten (Wartezeiten), die wir gar nicht bemerken. Wer immer ein Buch (oder Hörbuch) dabei hat, liest automatisch mehr.
4. Schalte beim Lesen den Flugmodus ein. Handy in den Flugmodus, Ablenkungen reduzieren, dich bewusst fokussieren. Und ein Trick gegen den inneren Widerstand: Die Motivation kommt vom Anfangen. Nimm dir vor, nur eine Seite zu lesen – bist du erst im Fluss, liest du fast immer weiter.
5. Sprich über deine Lieblingsbücher – und frag andere nach ihren. Seit ich aktiv über Bücher spreche, andere nach ihren Lieblingsbüchern frage und Bücher weitergebe, bekomme ich ganz andere Inspiration und Gesprächsstoff. Über Bücher zu reden motiviert, selbst mehr zu lesen.
6. Lies täglich und mach es zur Gewohnheit. Das ist der wichtigste Punkt. Setz dir ein klares, kleines Tagesziel (z. B. 10 Seiten oder 20 Minuten – bei mir morgens als Teil der Morgenroutine; andere finden ihre Zeit abends). Mach ein kleines Ritual daraus (etwa mit dem Morgenkaffee). Und kein Stress: In manchen Lebensphasen (Prüfung, Kind, intensives Projekt) bleibt das Lesen liegen – völlig okay, solange du im Reinen damit bist.
7. Wechsle zwischen Sachbüchern und anderen Geschichten. Für Abwechslung. Sachbücher können (mit den falschen Titeln) trocken wirken; dann hilft der Wechsel zu Biografien oder Geschichten. Es gibt auch Sachbücher in Romanform – etwa Das Ziel von Eliyahu Goldratt (Pflichtlektüre für alle in Produktion/Prozessoptimierung).
8. Geh in eine Buchhandlung. Nimm dir Zeit, lass dich inspirieren und entdecke Neues. Du musst nicht alles online bestellen – im Laden stößt du auf Bücher, die dir sonst nie begegnet wären.
Kurz gefasst: Mehr lesen ist eine Frage der Gewohnheit. Lies, was dich begeistert, nutze Hörbücher und Wartezeiten, schalte Ablenkungen aus, sprich über Bücher, lies täglich ein kleines Pensum, wechsle die Genres und lass dich in Buchhandlungen inspirieren. So wird Lesen leicht – und irgendwann selbstverständlich.
Häufige Fragen zum Thema mehr lesen
Wie schaffe ich es, regelmäßig zu lesen? Mach Lesen zur täglichen Gewohnheit mit einem kleinen, klaren Tagesziel (z. B. 10 Seiten oder 20 Minuten) und einem festen Ritual. Hab immer ein Buch dabei, nutze Wartezeiten und schalte beim Lesen Ablenkungen aus. Die Motivation kommt vom Anfangen – nimm dir erst mal nur eine Seite vor.
Muss ich jedes Buch zu Ende lesen? Nein. Lies nur Bücher, die dich begeistern, und leg ein Buch ohne schlechtes Gewissen weg, wenn es dich langweilt. Sich durch ein Buch zu quälen, zerstört die Motivation – gerade am Anfang ist das der häufigste Fehler.
Zählen Hörbücher als Lesen? Ja, du definierst selbst, was „ein Buch“ ist. Hörbücher sind ideal für unterwegs und Routine-Tätigkeiten – wichtig ist nur, mental wirklich dabei zu sein, sonst bleibt wenig hängen.
Wie viel sollte ich am Anfang lesen? Am Anfang zählt Quantität: einfach viel lesen und die Gewohnheit aufbauen, noch nicht perfektionistisch optimieren. Wie du später effektiver liest, zeigt Effektiver lesen.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Eliyahu Goldratt – Das Ziel: ein Sachbuch in Romanform (Prozessoptimierung) – perfektes Beispiel für die Mischung aus Sachbuch und Geschichte.
- Goodreads: App, um deine gelesenen und geplanten Bücher zu pflegen (Want-to-read-Liste).
Diese Folge ist Teil 2 des Lese-Kurses. Welche Bücher konkret lesenswert sind, findest du in den Buchempfehlungen.
Transkript
Herzlich willkommen zu Podcast-Episode Nummer 57: acht simple Tipps, um mehr zu lesen. Ein einfaches, aber wichtiges Thema. Ich habe meine Gedanken dazu kürzlich auf LinkedIn geteilt und viele Rückmeldungen eingesammelt – die habe ich hier mit eingebaut. Immer wieder höre ich: Da ist das Bedürfnis und das Ziel, mehr zu lesen, aber der Alltag kommt dazwischen, andere Themen drängen sich rein, man hat das Gefühl, kaum Zeit zu haben, und manchmal fehlt auch die Motivation.
Vorab: Quantität ist – gerade am Anfang – entscheidend. Als ich in die Welt der Sachbücher eingetaucht bin, war es enorm wichtig, viel zu lesen, viel aufzusaugen und neue Felder zu entdecken. Um das zu verfolgen, empfehle ich Goodreads: Da pflegst du die Bücher, die du gelesen hast und noch lesen möchtest. Ich stehe dieses Jahr bei 25 Büchern und hänge meinem Ziel etwas hinterher – aber es geht nicht nur um Quantität. In der Anfangszeit habe ich 30, 40, 50 Bücher im Jahr gelesen; so viel Inspiration aufzusaugen war unglaublich hilfreich.
Tipp eins: Lies nur Bücher, die dich begeistern. Eines der wichtigsten Zitate gerade für Beginner: „Read what you love until you love to read.“ Am Anfang ist nicht wichtig, was du liest, sondern dass du eine Liebe zum Lesen entwickelst. Viele sagen mir am Anfang: „Lesen ist nichts für mich, das langweilt mich, das schläfert mich ein.“ Deshalb ist es wichtig, Dinge zu lesen, die du spannend findest – es müssen nicht gleich Sachbücher sein. Wir alle lesen heute viel (online, am Handy), aber verbinde das Lesen mit einem Buch als Medium und lies es von vorne bis hinten. Wenn ein Buch, das dich gereizt hat, anfängt, dich zu langweilen, oder wenn du das Gefühl hast „das muss ich lesen, da ist viel Mehrwert drin“, es aber zäh und schlecht geschrieben ist – dann leg es zur Seite. Sonst stagnierst du, schiebst es vor dir her und sammelst ein schlechtes Gewissen. Du musst nicht jedes Buch zu Ende lesen.
Tipp zwei: Stelle teilweise auf Hörbücher um. Hörbücher sind für mich ein großer Aspekt. Du definierst selbst, was „ein Buch“ bedeutet – ob du 25 Bücher mit je 1.000 Seiten liest oder mehr mit weniger Seiten, die Zahl ist nicht das Entscheidende. Wichtig beim Hörbuch: Sei mental wirklich dabei. Beim Hören (wie auch bei Podcasts) ist man oft flüchtiger, und es ist schwerer, sich Dinge zu merken oder aufzuschreiben. Ich höre gern, wenn ich Haushaltsthemen erledige oder unterwegs bin.
Tipp drei: Hab immer ein Buch dabei – gilt auch fürs Hörbuch, das ist ohnehin meist dabei. Über den Tag gibt es sehr viele Gelegenheiten und Wartezeiten, die wir gar nicht bemerken. Wenn du immer ein Buch dabei hast und dir das zur Gewohnheit machst, wirst du merken, dass du deutlich mehr liest.
Tipp vier: Schalte beim Lesen den Flugmodus ein. Handy in den Flugmodus, Computer aus, alles, was ablenken kann, reduzieren – und dich bewusst fokussieren. Die Motivation kommt meist vom Anfangen: Nimm dir kleinschrittig vor, nur eine Seite zu lesen. Bist du erst im Fluss und im Fokus, liest du fast immer weiter.
Tipp fünf: Sprich über deine Lieblingsbücher und frag andere nach ihren. Das ist einer der größten Hebel. Seit ich aktiv über Bücher spreche, andere nach ihren Lieblingsbüchern frage und Bücher weitergebe oder verschenke, bekomme ich ganz andere Inspiration und Gesprächsstoff. Ein Bekannter hat sich sogar ein Tipi-Zelt mit der Aufschrift „I love books“ zugelegt – das hat für tolle Gespräche gesorgt, weil Menschen, die Bücher mögen, sich angesprochen fühlen. Über Lieblingsbücher zu sprechen motiviert, mehr zu lesen. Übrigens: Keine Sorge, wenn sich die Bücher zu Hause stapeln – es gibt weltweit Millionen Bücher, du musst nicht alle lesen, die du besitzt. Ich habe selbst 20, 30 ungelesene Bücher zu Hause. Nimm dir den Druck raus, solange du regelmäßig liest.
Tipp sechs: Lies täglich und mach es zur Gewohnheit. Das wurde von vielen genannt und ist der wichtigste Punkt. Beispiele aus den Rückmeldungen: „Lies täglich zehn Seiten in einem Buch, das deine Entwicklung fördert.“ „Setz dir ein festes Tagesziel.“ „Abends mindestens eine Seite.“ „Bau es in deine Morgenroutine ein, 20 Minuten lesen.“ Setz dir ein klares, kleines Ziel (Seitenzahl oder Minuten). Für mich war die Morgenroutine der Schlüssel – 20, 30 Minuten morgens; andere finden ihre Zeit abends. Allein das hat dazu geführt, dass ich 30, 40, 50 Bücher im Jahr gelesen habe. Mach ein kleines Ritual daraus (etwa mit dem Morgenkaffee). Und es gibt immer Phasen – Masterarbeit, ein neugeborenes Kind, ein intensives Projekt –, in denen das Lesen liegen bleibt. Völlig okay, solange du im Reinen damit bist.
Tipp sieben: Wechsle zwischen Sachbüchern und anderen Geschichten – für Abwechslung. Sachbücher können (mit den falschen Titeln) trocken sein; dann hilft der Wechsel zu einer Geschichte. Ich lese heute kaum noch reine Unterhaltung; wenn Geschichten, dann eher Biografien und inspirierende Unternehmer-Storys. Es gibt auch Sachbücher in Romanform – etwa Das Ziel von Eliyahu Goldratt, ein Muss für alle in Produktion und Prozessoptimierung, geschrieben wie ein Roman.
Tipp acht: Geh in eine Buchhandlung. Ich mache das sehr gern (und verliere mich auch mal darin). Nimm dir die Zeit, lass dich inspirieren und entdecke Neues – du musst nicht alles online bestellen. Im Laden findest du Bücher, auf die du sonst nie gestoßen wärst. Ähnlich wie bei Gesprächen über Lieblingsbücher entstehen so immer wieder tolle Ideen.
Das waren die acht simplen Tipps. Wenn du das Gefühl hast, du möchtest mehr lesen, dir aber Zeit und manchmal die Motivation fehlen, dann beherzige sie: Lies nur Bücher, die dich begeistern; stelle teilweise auf Hörbücher um; hab immer ein Buch dabei; schalte beim Lesen den Flugmodus ein; sprich über deine Lieblingsbücher und frag andere nach ihren; lies täglich und mach es zur Gewohnheit; wechsle zwischen Sachbüchern und anderen Geschichten; und geh in eine Buchhandlung. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.
