„Wie möchtest du führen?“
Egal, ob du heute schon führst, Führung ein festes Ziel von dir ist oder du erst mit dem Gedanken spielst – diese Frage ist entscheidend. Die Antwort darauf bestimmt deine Führungsphilosophie.
Wenn ich ambitionierten Ingenieuren diese Frage stelle, bekomme ich meist folgende Antworten:
„Ich möchte …
- Vorbild sein,
- meine Mitarbeiter motivieren und unterstützen sich zu verbessern,
- das Teamgefühl stärken – ein Wir-Gefühl entwickeln,
- mit meinem Team etwas bewegen und die Unternehmensentwicklung aktiv mit gestalten.“
Diese Führungsphilosophie hat einen Namen:
Servant Leadership.
Servant Leadership bedeutet menschenzentriert zu führen.
Personen mit dieser Philosophie wissen, dass Menschen die Grundlage für den Erfolg eines jeden Unternehmens sind. Sie sehen ihre Kernaufgabe darin, Mitarbeitern zu helfen, effektiver zu werden, zu wachsen und sich zu entwickeln.
Servant Leader wollen das Beste aus den Möglichkeiten des Teams herausholen, um herausragende Erfolge zu erzielen.
Mein persönliches Servant Leadership-Vorbild ist Bill Campbell.
Er war eine außergewöhnliche Führungskraft und gilt als der beste Coach, den das Silicon Valley je hatte. Er verkörpert für mich all das, was sich hinter diesem Führungsansatz verbirgt.
Warum?
Hier eine bemerkenswerte Geschichte über ihn:
In den 90er Jahren arbeitete Bill für Claris International Inc. – einem Unternehmen von Apple.
Nach einem Konflikt mit John Sculley (dem damaligen CEO von Apple) entschied er sich, gemeinsam mit einigen weiteren Führungskräften, Claris zu verlassen.
Wie reagierten die Claris-Mitarbeiter?
Als sie davon hörten, schlossen sie sich zusammen und veröffentlichten diese außergewöhnliche Anzeige in der San Jose Mercury News – der örtlichen Zeitung.

Im Laufe unserer Karriere haben wir wahrscheinlich alle schon mit guten und nicht-so-guten Chefs gearbeitet.
Meist sind es die schlechten Chefs, die unsere Gedanken und Gespräche dominieren. Nur selten sprechen wir den guten Chefs unseren Dank aus.
Die Claris-Mitarbeiter hätten sich einfach per E-Mail bedanken und ihm die Hand schütteln können (wie es die meisten von uns getan hätten). Stattdessen entschieden sie sich, einen Schritt weiterzugehen.
Bemerkenswert, welche Worte sie gewählt haben:
Bill, we’ll miss your leadership, your vision, your wisdom, your friendship and your spirit.
[…]
You taught us how to stand on our own.
You built us to last.
And even though you’re no longer coaching our team, we’re going to do our best to keep making you proud.
Wenn ich das lese, bekomme ich Gänsehaut.
So etwas erreicht man nur mit Servant Leadership.
