In meiner gesamten beruflichen Laufbahn war ich praktisch nie krank. Als Angestellter knapp sechs Jahre keine Krankheitstage. Als Selbstständiger ebenfalls kaum ein Tag im Bett. Die Frage, die mich dabei umtreibt: Warum sind manche Menschen ständig krank und andere fast nie?
Gesundheit ist kein Zufall. Vieles davon kannst du beeinflussen. Und wer einen klaren Kopf hat, kann an seinen Zielen arbeiten. Diese Folge zeigt dir elf Hebel, mit denen du dein Immunsystem stärkst und deine geistige Leistungsfähigkeit steigern kannst.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Performance setzt Gesundheit voraus. Nur wer gesund ist, kann mit klarem Kopf seine Ziele erreichen.
- Es gibt einen Graubereich zwischen gesund und krank. Deine Einstellung dazu ist erlernt und entscheidet, wie schnell du dich krank fühlst.
- Das Immunsystem lässt sich trainieren. Über Gewohnheiten, nicht über einmalige Aktionen.
- Die drei Säulen sind Ernährung, Bewegung und Erholung. Wer hier große Defizite hat, sollte sich über häufige Krankheit nicht wundern.
- Prävention schlägt Symptombekämpfung. Kümmere dich um Ursachen, nicht um schnelle Medikamente.
- Atmung, Optimismus, Bildung und Umfeld sind unterschätzte Hebel mit großer Wirkung.
Die 11 Hebel im Detail
Vorab ein Hinweis: Ich bin kein Arzt und kein Fachmann. Ich interessiere mich nur sehr für dieses Thema. Genetische Faktoren rund ums Immunsystem gibt es, und nicht jeder ist davon ausgenommen. Deshalb liegt der Fokus dieser Folge bewusst auf dem, was du selbst beeinflussen kannst. Proaktiv statt Opferhaltung.
Hebel 1: Deine Einstellung zum Kranksein. Zwischen gesund und krank liegt ein Graubereich. In einigen Fällen ist Krankheit offensichtlich. Aber es gibt Momente, in denen du dich krank fühlst, ohne wirklich krank zu sein. Sich krank zu fühlen ist etwas anderes, als krank zu sein. Wo dieser Graubereich beginnt, ist von Person zu Person verschieden. Bei mir liegt die Grenze weit. Eine kurz laufende Nase oder leichte Kopfschmerzen sind für mich kein Krankheitsfall, sondern Teil von Anstrengung und Phasen, die eine Pause verlangen. Diese Einschätzung ist antrainiert. Sie kommt aus Erziehung und Umfeld. Reflektiere für dich: Was bedeutet es für dich, krank zu sein?
Hebel 2: Ein starkes Immunsystem. Das ist der Dreh- und Angelpunkt. Wir sind jeden Tag zahlreichen Angriffen durch Viren, Bakterien, Pilze und körperfremde Stoffe ausgesetzt. Menschen mit starkem Immunsystem werden seltener krank. Es gibt einen angeborenen Teil. Und es gibt einen erworbenen Teil, den du über deine Lebensweise trainieren kannst. Das ist kein einmaliges Ding, sondern ein langwieriger Prozess, der über Gewohnheiten läuft. Frag dich bei jedem der folgenden Punkte: Wo liegen meine Engpässe? Woran müsste ich arbeiten?
Hebel 3: Ernährung. Ein No-Brainer, aber der wichtigste Hebel. Bei mir steht ein sehr ausgewogenes Frühstück, gesunde Snacks und viel Salat und Gemüse. Eine ballaststoffreiche Ernährung stärkt die Darmgesundheit, und der Darm ist für ein starkes Immunsystem zentral. Fast Food und Süßigkeiten suchst du bei mir vergeblich. Dazu Mikronährstoffe: Vitamin D als Nahrungsergänzung, gerade in den nördlichen Breiten, sowie Zink. Viel trinken gehört dazu, im Herbst zum Beispiel viel Ingwertee. Vor acht Jahren sah meine Ernährung komplett anders aus. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis.
Hebel 4: Bewegung. Auch hier geht es nicht um Hochleistungssport, der ist teils sogar kontraproduktiv. Es geht um Regelmäßigkeit. Spaziergänge, an der frischen Luft sein, die Treppe statt des Fahrstuhls. Gerade bei sitzender Arbeit ist das wichtig. Schaffe dir Anlässe, um aufzustehen. Ich trinke viel, also muss ich oft aufstehen. Andere stört das, ich nutze es. Stell dir einen Timer, damit du nicht den ganzen Tag verharrst.
Hebel 5: Erholung und Pausen. Echte, aktive Pausen sind entscheidend, am besten mit Bewegung verbunden. Dazu ausreichend Schlaf. Schlafmangel und schlechter Schlaf schwächen das Immunsystem extrem. Ernährung, Bewegung und Erholung sind die drei Säulen. Wer regelmäßig krank ist und hier große Defizite hat, sollte sich nicht wundern.
Hebel 6: Richtig atmen. Ich habe vor Kurzem das Buch „Breath“ gelesen, und mir wurde bewusst, wie essenziell richtiges Atmen ist. In einem Experiment wurde zehn Tage reine Mundatmung und zehn Tage reine Nasenatmung getestet. Die klare Erkenntnis: Mundatmung macht krank. Schnarchen und Schlafstörungen sind keinesfalls normal. Gerade bei viel Sitzen am PC verfällt man oft unbemerkt in Mundatmung. Der Mund ist nur ein Schutzmechanismus für den Notfall, etwa wenn die Nase verstopft ist. Solange die Nase frei ist, sollten wir durch die Nase atmen. Spannend war auch der Nasenzyklus: Schwellkörper in der Nase sorgen für eine wechselseitige Anschwellung. Dass also morgens die eine und später die andere Nasenseite zu ist, ist völlig normal. So regeneriert sich die Nasenschleimhaut. Das ist kein Zeichen von Erkältung.
Hebel 7: Ursache statt Symptom. Meine Einstellung gegenüber Medikamenten ist kritisch. Medikamente bekämpfen meist Symptome. Mir geht es darum, das Immunsystem zu stärken und Ursachen zu beheben. Bei Kopfschmerzen werfe ich nicht einfach eine Tablette ein, sondern frage: Bin ich überarbeitet? Zu viel Koffein? Ein zu langer Abend mit Alkohol? Medikamente haben Nebenwirkungen, die wir oft nicht auf dem Schirm haben. Antibiotika bekämpfen nicht nur schädliche, sondern auch die guten Bakterien, die unser Darm braucht. Es geht um Prävention statt Symptombekämpfung, über gesunde Ernährung statt schneller Medikamente.
Hebel 8: Optimismus und positive Lebenseinstellung. Das betrifft die psychische Gesundheit. Ich bin überzeugt, dass positives Denken auch gesund hält. Dazu kommen Gelassenheit, Ruhe und Resilienz, und die kann man trainieren. Der erste Schritt ist Bewusstsein. Bei mir stresst kaum noch etwas, und wenn doch, reagiere ich gelassen. Gerade auf der unternehmerischen Reise ist man gezwungen, das zu lernen.
Hebel 9: Bildung. Dass meine Ernährung sich über die Jahre so verändert hat, hat einen Grund: Ich habe Bücher über gesunde Ernährung gelesen und mich mit wissenschaftlichen Studien auseinandergesetzt. Ungebildete Menschen sind häufiger krank, weil sie unbewusst vieles falsch machen. Wenn ich einen blinden Fleck spüre, suche ich zuerst nach Büchern. Warum Bücher? In Foren ist viel Halbwissen unterwegs. Wer ein Buch schreibt, hat eine andere Eintrittshürde als jemand, der einen Forenkommentar verfasst. Bücher mit wissenschaftlicher Herangehensweise sind klar zu bevorzugen.
Hebel 10: Freundeskreis und Umfeld. In meinem Freundeskreis ist Krankheit kaum präsent. Wir teilen eine positive Lebenseinstellung und ein starkes Immunsystem. Birds of a feather flock together. Wichtig ist dabei, Nein sagen zu lernen, gerade beim Thema Alkohol. Man kann eine tolle Zeit mit Freunden verbringen, ohne jedes Wochenende in den Party-Modus zu verfallen.
Hebel 11: Freude am gesunden Lebensstil. Rauchen und Alkohol sind für mich tabu. Es geht darum, gesunde Gewohnheiten im Alltag zu verankern. Für viele wirken diese Gewohnheiten wie Verzicht. Aus meiner Erfahrung ist es das Gegenteil. Es ist zur persönlichen Challenge geworden, nicht krank zu sein, weil Gesundsein einfach Freude macht. Niemand hat Freude daran, krank zu sein. Also warum nicht alles dafür tun, gesund zu sein?
Der Titel „Brain Power“ ist bewusst gewählt. Nur wer gesund ist, bringt Leistung und kann seine persönlichen und beruflichen Ziele erreichen. Wer zwei oder drei Wochen im Jahr krank ist, verliert genau diese Zeit. Es geht nicht darum, dem Arbeitgeber noch mehr abzuliefern. Es geht um ein gutes Leben mit klarem Kopf.
Geistige Leistungsfähigkeit hängt eng mit deinem Energielevel zusammen. Wenn du tiefer einsteigen willst, lohnt sich die Folge zu mehr Energie im Alltag und der genauere Blick darauf, wie Ernährung dein Energielevel prägt. Weil Schlaf eine der wichtigsten Säulen ist, hilft auch die Folge dazu, wie du besser schlafen kannst. Und für den klaren Kopf im Arbeitsalltag passt der Blick darauf, wie du mehr Fokus findest und Stress abbauen kannst.
Häufige Fragen zur geistigen Leistungsfähigkeit
Wie kann ich meine geistige Leistungsfähigkeit steigern? Geistige Leistungsfähigkeit setzt körperliche Gesundheit voraus. Die wirksamsten Hebel sind eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und echte Erholungspausen. Wer diese drei Säulen pflegt und sein Immunsystem über Gewohnheiten stärkt, hält den Kopf klar und ist seltener krank.
Kann man sein Immunsystem trainieren? Ja. Das Immunsystem hat einen angeborenen und einen erworbenen Teil. Den erworbenen Teil beeinflusst du über deine Lebensweise: Ernährung, Bewegung, Schlaf, Atmung und Stresslevel. Es geht dabei nicht um einmalige Aktionen, sondern um Gewohnheiten, die über Monate und Jahre wirken.
Warum ist Nasenatmung wichtiger als Mundatmung? Studien zeigen, dass dauerhafte Mundatmung krank machen kann und mit Schnarchen und Schlafstörungen zusammenhängt. Der Mund ist nur ein Schutzmechanismus für den Notfall. Solange die Nase frei ist, solltest du durch die Nase atmen, weil sie die Luft filtert und aufbereitet.
Sollte ich bei Beschwerden lieber Medikamente nehmen oder die Ursache suchen? Medikamente bekämpfen meist nur Symptome und können Nebenwirkungen haben. Sinnvoller ist es, die Ursache zu suchen: Überarbeitung, zu viel Koffein, schlechter Schlaf oder Alkohol. Prävention über einen gesunden Lebensstil ist nachhaltiger als die kurzfristige Symptombekämpfung.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- James Nestor – Breath: Untersucht, wie wir atmen und warum Nasenatmung der Mundatmung überlegen ist. Story-lastig und teils langatmig, aber als Anstoß für das Thema lesenswert, auch als Hörbuch.
- Giulia Enders – Darm mit Charme: Erklärt verständlich, wie zentral der Darm und seine Bakterienkultur für Gesundheit und Immunsystem sind.
Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Produktivität.
Diese Folge ist Teil des Hubs Produktivität, wo es darum geht, mit klarem Kopf und voller Energie das Wichtige zu schaffen.
Transkript
Moin aus Hamburg und herzlich willkommen. Heute geht es um Brain Power und elf Tipps für Höchstleistung und Dauergesundheit. Ein spannendes Thema, wie ich finde.
Zu Beginn kurz zu meiner persönlichen Geschichte. In meiner gesamten beruflichen Laufbahn war ich noch nie krank. Als Angestellter knapp fünf bis sechs Jahre null Krankheitstage. Und auch als Selbstständiger beziehungsweise jetzt im Unternehmertum kein Krankheitsfall. Und da stellt sich die Frage: Warum war ich noch nie krank? Warum gibt es in meinem Umfeld sehr viele Leute, die so gut wie nie krank sind, und damals im beruflichen Umfeld Leute, die ständig krank waren?
Diesem Thema möchte ich heute auf den Grund gehen. Denn Gesundheit beziehungsweise das Fehlen von Krankheit hat etwas mit Brain Power und Höchstleistung zu tun. Kleiner Disclaimer vorab: Ich bin kein Fachmann oder Arzt. Ich interessiere mich nur unglaublich für dieses Thema. Es ist aber ein essenzieller Faktor, um die berufliche Entwicklung voranzutreiben. Zum Thema Höchstleistung und Performance gehört Gesundheit einfach dazu.
Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es genetische Faktoren rund ums Immunsystem gibt, und einige sind davon leider nicht ausgenommen. Darum soll es in dieser Folge aber nicht gehen. Der Fokus liegt klar auf all dem, was wir beeinflussen können. Du kennst das aus dem Podcast: ein proaktiver Fokus. Was kann ich tun? Nicht in die Opferhaltung verfallen. Ich kenne viele, die sagen: Ich habe halt ein schlechtes Immunsystem. Um diese Passivität soll es nicht gehen.
Diese Folge ist für all diejenigen, die keine Lust haben, sich in die Opferhaltung zu begeben, sondern aktiv werden wollen und herausfinden wollen, was sie tun können, um Krankheit zu vermeiden. Krankheit meint dabei alles, was dazu führt, dass deine Performance geschwächt wird. Wenn du keinen klaren Kopf hast oder verschnupft bist, hindert dich das daran, an deinen Dingen zu arbeiten. Niemand hat Lust, krank zu sein. Darum soll es gehen. Einige Dinge wirst du schon gehört haben, andere sind vielleicht neu für dich.
Wir starten mit einem ersten und aus meiner Sicht spannenden Punkt: Was heißt es eigentlich, krank zu sein? Aus meiner Sicht gibt es einen Graubereich. Es gibt nicht nur gesund oder krank. Wenn du dich gesund fühlst, bist du gesund. Beim Thema Krankheit ist es anders. In einigen Fällen ist offensichtlich, dass jemand krank ist, mit ganz klaren Symptomen. Aber es gibt diesen Graubereich. Es gibt Situationen, in denen du dich krank fühlst, aber nicht wirklich krank bist. Sich krank zu fühlen ist etwas anderes, als krank zu sein. Es kann sein, dass du dich krank fühlst und eine andere Person sich im gleichen Zustand gesund fühlt.
Dieser Graubereich unterscheidet sich von Person zu Person. Bei mir liegt der Graubereich vielleicht weiter, sodass ich vieles noch als gesund ansehe. Wenn einmal kurz die Nase läuft oder ich leichte Kopfschmerzen habe, bin ich nicht krank. Das gehört zu Anstrengung und Phasen, die eine Pause brauchen. Ich bin überzeugt, dass diese subjektive Sichtweise im Rahmen von Erziehung und Umfeld übernommen wird, von Eltern oder vom Umfeld. In meinem Freundeskreis ist zum Beispiel so gut wie niemand krank, und das hängt damit zusammen, dass wir alle einen ähnlichen Graubereich haben.
Diese Einschätzung ist antrainiert. Reflektiere für dich: Was bedeutet es für dich, krank zu sein? Es gibt Leute, die beim kleinsten Anflug von Kopfschmerzen das Gefühl haben, ausgelaugt und krank zu sein. Und andere stehen so fest mit beiden Beinen auf dem Boden, dass ihnen kaum etwas anhaben kann. Dabei geht es nicht darum, mich krank zur Arbeit zu schleppen, um keinen schlechten Eindruck zu machen. Wer krank ist, ist krank. Aber es gibt diesen Graubereich, und die subjektive Erfahrung spielt eine große Rolle. Das ist der erste Punkt: die Einstellung zum Thema Krankheit.
Der Dreh- und Angelpunkt ist Punkt Nummer zwei: dein Immunsystem. Wie stark ist dein Abwehrsystem? Wir sind jeden Tag zahlreichen Angriffen durch Viren, Bakterien, Pilze oder andere körperfremde Stoffe ausgesetzt. Menschen mit einem starken Immunsystem werden seltener krank. Es ist ein sehr komplexes System. Es gibt angeborene Bestandteile, und das Immunsystem kann man beeinflussen und trainieren, über die Lebensweise und über viele Faktoren, die ich gleich nenne.
Das ist ein langwieriger Prozess. Es geht um Gewohnheiten. Über Gewohnheiten habe ich im Podcast schon oft gesprochen, das ist der Schlüssel für langfristige Veränderung. Wenn du dein Immunsystem stärken möchtest, hat das nichts mit einmaligen Änderungen zu tun, sondern mit langwierigen Prozessen. Eine langfristige Denkweise ist angebracht. Überlege bei den folgenden Punkten, wo deine Engpässe liegen, woran du arbeiten müsstest, wo noch ein Gap ist.
Ich bin überzeugt, dass ich über die Jahre ein starkes Immunsystem aufgebaut habe. Es mag sein, dass der angeborene Teil meines Immunsystems stark ist. Aber auch der erworbene Teil, bei dem ich das Heft in die Hand genommen habe. Jetzt zu einigen No-Brainer-Themen.
Das erste Thema: Ernährung. Davon hat jeder schon gehört, trotzdem ist es wichtig. Bei mir ist es ein sehr ausgewogenes Frühstück, gesunde Snacks. Ich liebe meinen Apfel. An apple a day keeps the doctor away. Meine Ernährung ist stark geprägt von viel Salat und Gemüse. Wer „Darm mit Charme“ gelesen oder gehört hat, weiß, wie wichtig der Darmtrakt und die Darmgesundheit sind und wie wichtig es ist, das Mikrobiom zu stärken. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Müsli, viel Gemüse und Salat. Fast Food oder Süßigkeiten suchst du bei mir vergeblich.
Mikronährstoffe habe ich auch schon genannt. Sonnenlicht ist wichtig, aber gerade in den nördlichen Breiten ist Vitamin D als Supplement wichtig, ebenso Zink, das ich tatsächlich jeden Tag nehme. Diese Mikronährstoffe können dafür sorgen, dass man sich nicht so schnell erkältet. Viel trinken ist ein No-Brainer. Gerade wenn der Herbst losgeht, findest du bei mir viel Ingwertee, dazu Wasser. Softdrinks und Säfte siehst du bei mir vergeblich, außer beim Frühstück, wo ein paar kleine Shots dazugehören, zum Beispiel Karottensaft und Traubensaft.
Vor acht Jahren sah meine Ernährung komplett anders aus. Ich habe mich auch durchweg vegetarisch ernährt, darüber habe ich am Anfang dieses Podcasts gesprochen. Das ist ein kleiner Einblick in meine Ernährung. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis. All das sind Dinge, die wirklich Bestandteil meines Alltags sind und den Großteil meiner Ernährung ausmachen. Das ist einer der wichtigsten Gründe für ein starkes Immunsystem. Solche Ernährungsgewohnheiten sind ein großer Punkt, der dazu führt, dass ich kaum Erkältungen bekomme.
Nächstes Thema, Punkt Nummer vier: Bewegung. Auch da, unabhängig vom Sport. Hochleistungssport ist teils sogar kontraproduktiv. Es geht um Regelmäßigkeit. Aber es ist nicht nur Sport gemeint, auch Spaziergänge, generell an der frischen Luft sein, die Treppe statt des Fahrstuhls. Das sind Gewohnheiten, die viel ausmachen, wenn man sie im Alltag immer wieder praktiziert. Wichtig ist auch das Arbeiten. Ich sitze den ganzen Tag, wie wahrscheinlich die meisten Zuhörer. Deswegen: Schaffe dir Anlässe, um aufzustehen. Bei mir ist es so, dass ich viel trinke und deshalb oft zur Toilette muss. Viele stört das, ich nutze es, um häufig aufzustehen, Pausen zu machen oder einen Timer zu stellen, damit ich nicht die ganze Zeit verharre. Überlege, wie du das für dich implementierst und dranbleibst.
Punkt Nummer fünf: Erholung und Pausen. Darüber habe ich schon viel gesprochen, gerade auch im Zusammenhang mit Freizeit. Es geht um echte, aktive Pausen, verbunden mit Bewegung. Dazu ausreichend Schlaf, einer der wichtigsten Punkte. Schlafmangel und schlechter Schlaf schwächen das Immunsystem extrem. Das sind die No-Brainer: Ernährung, Bewegung, Erholung. Das sind die absoluten Säulen, um dein Immunsystem zu stärken. Wenn du regelmäßig krank bist und große Defizite bei diesen drei Punkten hast, solltest du dich nicht wundern. In der Regel liegt es daran, dass du noch an deinen Gewohnheiten arbeiten solltest.
Jetzt kommen wir zu fünf weiteren Punkten, die nicht sofort auf der Hand liegen. Thema sechs: Atmung. Davon hat jeder schon gehört, aber noch nicht in der Tiefe. Ich habe vor Kurzem das Buch „Breath“, also „Atmen“, gelesen. Mir wurde bewusst, wie essenziell es ist, richtig zu atmen. In der Wissenschaft ist der Gedanke vertreten: Atmen gehört zum Leben dazu. Wer nicht atmet, lebt nicht. Im Buch wird ein Experiment beschrieben: zehn Tage reine Mundatmung, zehn Tage reine Nasenatmung. Eine klare Erkenntnis nach Stand der Wissenschaft: Mundatmung macht krank. Schlafstörungen und Schnarchen sind keinesfalls normal.
In der modernen Gesellschaft praktizieren viele Menschen Mundatmung. Das hängt auch mit dem zusammen, was ich gerade genannt habe: Wer einen beruflichen Alltag hat, der vom Sitzen am PC geprägt ist, verfällt oft in einen Modus, in dem man unbemerkt viel durch den Mund atmet. Ein einfacher Tipp ist, den Mund zu schließen. Das Buch beschreibt viele Atemübungen, das lasse ich hier außen vor. Achte mal darauf, wie viel du durch den Mund und wie viel durch die Nase atmest. Der Mund ist nur ein Abwehrmechanismus, ein Schutzmechanismus. Sollte die Nase verstopft sein, kommt der Mund zum Einsatz. Solange die Nase frei ist, sollten wir durch die Nase atmen.
Das Buch ist sehr story-lastig und langatmig, ob es uneingeschränkt empfehlenswert ist, weiß ich nicht. Aber man kann es lesen, um das Thema zu priorisieren. Es geht auch als Hörbuch. Ein spannender Aspekt, den ich mitgenommen habe, ist der Nasenzyklus. Davon hatte ich vorher nie gehört. Wir haben Schwellkörper in der Nase, und der Körper sorgt automatisch für eine wechselseitige Anschwellung. Es ist völlig normal, dass eine Nasenseite regelmäßig verstopft ist, immer im Wechsel. Wenn morgens die linke Nasenseite zu ist und im Laufe des Tages plötzlich die rechte, ist das normal. So sorgt der Körper dafür, dass sich die Nasenschleimhaut regeneriert. Du musst nicht denken, du seist erkältet. Punkt Nummer sechs: Versuche, durch die Nase zu atmen und den Mund zu schließen.
Nummer sieben: Symptome versus Ursache. Meine persönliche Einstellung gegenüber Medikamenten ist kritisch. Medikamente bekämpfen in der Regel Symptome. Mir geht es darum, das Immunsystem zu stärken, einen gesunden Lebensstil zu haben und Ursachen langfristig zu beheben. Wenn ich Kopfschmerzen habe, sollte ich nicht einfach eine Aspirin oder Paracetamol einwerfen, sondern mich fragen: Warum habe ich Kopfschmerzen? Bin ich überarbeitet? Brauche ich eine Pause? Habe ich zu viel Kaffee und damit zu viel Koffein zu mir genommen? Oder hatte ich gestern einen zu langen Abend mit Freunden und Alkohol? Dann brauche ich mich über Kopfschmerzen nicht zu wundern.
Medikamente können Nebenwirkungen haben, die wir nicht auf dem Zettel haben. Wer „Darm mit Charme“ gelesen hat, weiß: Antibiotika bekämpfen nicht nur bösartige, sondern auch die gutartigen Bakterien. Unser Magen-Darm-Trakt ist mit guten Bakterien besiedelt, die wir brauchen. Es geht um Prävention statt Symptombekämpfung, und das machen wir über gesunde Ernährung und nicht mit Medikamenten. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Medikamente genommen habe. Das sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel. Bei einer Erkältung kann man zur Apotheke laufen oder auf Ingwertee, Vitamin D, Zink, Vitamin C und Äpfel zurückgreifen. Das ist effektiver, um das Immunsystem zu stärken.
Punkt Nummer acht, das trifft auch mich: Optimismus und eine positive Lebenseinstellung. Das hat mit Mental Health zu tun, deiner psychischen Gesundheit. Auch hier bin ich kein Experte. Wenn du das Gefühl hast, dass da ein Engpass ist, greif das auf. Ich bin definitiv Optimist und überzeugt, dass positives Denken und Optimismus auch gesund halten. Dazu gibt es diverse Studien, die du gerne recherchieren kannst. Unabhängig davon: Gelassenheit, Ruhe und Resilienz kann man trainieren. Ein erster Schritt ist, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und es zu üben. Bei mir ist das fest verankert. Es gibt kaum Dinge, die mich stressen, und selbst dann reagiere ich gelassen. Gerade in der unternehmerischen Reise muss man das lernen. Eine positive Einstellung, Optimismus, Gelassenheit und Ruhe kann man beeinflussen, das ist nicht rein genetisch.
Punkt Nummer neun, indirekt, aber unfassbar wichtig: Bildung. Ich habe gesagt, dass meine Ernährung vor acht Jahren komplett anders aussah. Das hat mit diesem Bildungsaspekt zu tun. Ich habe diverse Bücher über gesunde Ernährung gelesen und mich mit wissenschaftlichen Studien auseinandergesetzt. Ungebildete Menschen sind häufiger krank, weil sie unbewusst vieles falsch machen. Um die richtigen Gewohnheiten zu bilden, gehört dazu, wissbegierig zu bleiben. Wenn ich einen blinden Fleck habe, ist meine erste Suche die nach Büchern. Warum Bücher und nicht nur die Online-Recherche? In vielen Foren ist jeder Amateur unterwegs und gibt seinen Senf dazu, da ist viel Halbwissen. Gerade Ernährung ist fast ein religiöses Thema, da muss man aufpassen. Bücher haben eine Eintrittshürde. Wer ein Buch schreibt, hat eine andere Hürde als jemand, der einen Forenkommentar schreibt. Und wenn die Bücher eine wissenschaftliche Herangehensweise haben, sind sie zu bevorzugen. Aber auch andere gute Quellen helfen.
Punkt Nummer zehn habe ich eingangs erwähnt: Freundeskreis und Umfeld. In meinem Freundeskreis ist Krankheit kaum präsent, auch Erkältung kaum. Wir teilen eine positive Lebenseinstellung und ein starkes Immunsystem. Birds of a feather flock together. Es kommen Situationen, in denen man Nein sagen muss, gerade beim Thema Alkohol. Ich bin kein Party-Mensch und habe andere Werte. Tolle Freunde und eine tolle Zeit sind mir wichtig, aber das muss nicht mit Alkohol verbunden sein. Nein sagen zu lernen ist super wichtig. Man kann glücklich sein und eine gute Zeit verbringen, ohne jedes Wochenende in den Party-Modus zu verfallen.
Damit komme ich zum elften Punkt: Freude am gesunden Lebensstil entwickeln. Rauchen und Alkohol sind für mich absolute No-Brainer, mittlerweile uninteressant. Ich habe Freude daran entwickelt, an allen Punkten, die ich genannt habe. Für viele, für die das neu ist, können diese Ernährungsgewohnheiten wie unfassbarer Verzicht wirken. Aus meiner Erfahrung ist das definitiv nicht so. Es ist zur persönlichen Challenge geworden, nicht krank zu sein, weil es Freude macht, gesund zu sein. Ich habe niemanden kennengelernt, der Freude daran hat, krank zu sein. Also warum nicht alles dafür tun, gesund zu sein? Es macht Spaß, sich gesund zu ernähren, positiv durch den Alltag zu gehen und sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen.
Vielleicht werde ich hundert Jahre alt, ich weiß, dass genetische Faktoren mit reinspielen. Meine Oma hat die hundert geknackt, von daher ist alles möglich. Warum der Titel? Es hat nicht nur mit Gesundheit zu tun. Nur wer gesund ist, kann Performance bringen und seine persönlichen und beruflichen Ziele erreichen. Wenn du zwei oder drei Wochen im Jahr krank bist, fehlt dir diese Zeit. Andere sind gesund und können an ihren Zielen arbeiten und ein gutes Leben führen. Das ist der Hintergrund, warum mir diese Dinge so wichtig sind. Es geht nicht darum, dem Arbeitgeber noch mehr Performance abzuliefern und die Extrameile zu gehen. Das Thema Krankheit macht keinem Spaß, und man kann Spaß haben und diese Dinge umsetzen.
Fassen wir zusammen. Der Ursprung war meine persönliche Geschichte: Als Angestellter knapp sechs Jahre keine Krankheitstage, und als Selbstständiger kann ich mich kaum erinnern, wann ich krank im Bett lag. Es gibt individuelle und genetische Faktoren, aber hier ging es darum, die Opferhaltung zu verlassen und zu schauen, was man tun kann, um das Immunsystem zu stärken. Es beginnt damit, den Graubereich für sich zu definieren: Was heißt es, sich krank zu fühlen? Das ist deine subjektive Erfahrung. Ein starkes Immunsystem ist der Dreh- und Angelpunkt. Wie kannst du es beeinflussen? Über Ernährung, Bewegung, Erholung und Pausen, Schlaf, Atmung mit Mund- versus Nasenatmung, Symptome versus Ursache, mehr Optimismus, Bildung sowie Freundeskreis und Umfeld. Lerne Nein zu sagen und entwickle Freude an einem gesunden Lebensstil.
Vielleicht nimmst du diese Folge zum Anlass, ein Buch zum Thema Gesundheit zu lesen. Für mich ist es eine persönliche Challenge, nicht krank zu werden, weil ich beweisen will, dass man das beeinflussen kann. Ich werde auch in Zukunft alles dafür tun, mein Immunsystem stark zu halten. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim. Es freut mich, dass du dabei warst, und ich hoffe, du konntest wieder einige Impulse mitnehmen. Bis zum nächsten Mal.