Idealer Teamplayer: bist du demütig, hungrig und teamintelligent genug?

Erfolg ist heute fast immer Teamsache. Wer wirklich vorankommen will, muss nicht nur in einem guten Team arbeiten – er muss selbst ein gutes Mitglied dieses Teams sein. Diese Fähigkeit spielt sich nicht nur im Beruf ab, sondern im ganzen Leben.

In dieser Folge geht es um die Frage, was einen idealen Teamplayer ausmacht. Die Grundlage liefert Patrick Lencioni, einer der bekanntesten Experten für Teamarbeit. Seine Kernaussage: Ein idealer Teamplayer vereint genau drei Eigenschaften – er ist demütig, hungrig und teamintelligent. Am Ende bekommst du außerdem einen kompakten Selbsttest, mit dem du dich in allen drei Bereichen einordnen kannst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Drei Eigenschaften, nicht eine: Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und teamintelligent – und braucht alle drei gleichzeitig. Eine oder zwei reichen nicht.
  • Demütig: Nicht arrogant, nicht egoistisch, das Eigeninteresse nicht auf Kosten anderer durchsetzen. Den Team-Erfolg über den eigenen stellen.
  • Demut ist kein Nullsummenspiel: Es geht nicht darum, sich selbst zu vergessen. Geben und Zurückstecken zahlt langfristig auf den eigenen Erfolg ein.
  • Hungrig: Eine starke Arbeitsmoral, ein hoher eigener Standard, die Bereitschaft, über das Erwartete hinauszugehen – ohne sich die ganze Identität aus der Arbeit zu ziehen.
  • Teamintelligent: Nicht Intelligenz im klassischen Sinn, sondern emotionale Intelligenz – ein Gefühl für Team-Dynamik und für die Wirkung der eigenen Worte und Taten.
  • Selbsttest: Ordne dich in allen drei Bereichen ein, finde deine Reihenfolge und arbeite am schwächsten Punkt – idealerweise gemeinsam im Team.

Idealer Teamplayer im Detail

Warum diese Frage über den Job hinausgeht. Lencioni sagt es gleich zu Beginn: „Life is about teams.“ Erfolg ist heute fast nie das Werk eines Einzelnen. Gerade moderne, agile Organisationen bauen stark auf Teams – ein Gedanke, der längst aus der Softwarewelt in andere Branchen übergeschwappt ist. Ein erfolgreiches Team braucht erfolgreiche Mitglieder. Deshalb lohnt die Frage: Wie wirst du selbst zu einem idealen Teamplayer? Lencionis Antwort sind drei Eigenschaften, die man gemeinsam beherrschen muss.

Demütig – die wichtigste Eigenschaft. Demütig zu sein bedeutet nicht, klein oder unterwürfig aufzutreten. Es bedeutet, nicht arrogant und nicht egoistisch zu sein – das eigene Interesse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Ein Egoist, der nur an sich denkt, macht die Teamarbeit für alle anstrengend und schadet dem gemeinsamen Erfolg. Eine demütige Person dagegen kümmert sich mehr um den Erfolg des Teams als um den eigenen und stellt sich im Zweifel selbst hinten an.

Hier liegt ein verbreitetes Missverständnis. Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu ignorieren. Es geht darum, zu verstehen, dass das Berufsleben kein Nullsummenspiel ist. Wenn du für die anderen bist, bist du nicht automatisch gegen dich. Wer zurücksteckt, verliert dadurch nicht – im Gegenteil. Adam Grant beschreibt in „Geben und Nehmen“, warum Demut und Geben so mächtig sind und langfristig zu außergewöhnlichem Erfolg führen können. Wichtig bleibt: keine eigenen Ziele opfern, sondern einfach kein Egoist sein.

Auch Jim Collins passt hier. Was für ihn eine „Level-5-Führungskraft“ auszeichnet, ist die Kombination aus Demut und professionellem Willen. Eines seiner Bilder: Läuft es gut, schaut eine starke Führungskraft aus dem Fenster und sucht die Erfolge bei ihrem Team. Läuft es schlecht, schaut sie in den Spiegel und sucht die Fehler bei sich selbst. Das ist der Inbegriff von Demut – Sachlichkeit, bei der das Ego nicht im Weg steht. Wer das Thema vertiefen will, findet bei Ryan Holiday in „Dein Ego ist dein Feind“ den passenden Gedanken: Der eigene Kampf gegen das eigene Ego ist real, und Demut ist die Antwort darauf.

Hungrig – der innere Antrieb. Hungrig zu sein heißt, eine starke Arbeitsmoral zu haben und bereit zu sein, hart zu arbeiten, um dem Team zum Ziel zu verhelfen. Das ist nicht mit Workaholismus zu verwechseln. Es geht nicht um Menschen, die ihre ganze Identität aus der Arbeit ziehen. Hungrige Menschen wollen einfach über das hinausgehen, was von ihnen erwartet wird. Sie würden nie nur das Minimum tun. Sie haben einen extrem hohen Standard an sich selbst und an ihre Ergebnisse und sind bereit, dafür den Preis zu zahlen und die volle Energie einzubringen.

Teamintelligent – das Gespür für Menschen. Mit „smart“ meint Lencioni ausdrücklich nicht klassische Intelligenz, sondern emotionale Intelligenz. Es geht um die zwischenmenschliche Komponente: ein gutes Gefühl für Team-Dynamik zu entwickeln, den Umgang mit anderen zu beherrschen und das Team-Gefüge zu verstehen. Teamintelligente Menschen wissen, dass sie die Dynamik im Team durch ihre eigenen Worte und Handlungen beeinflussen – im Positiven wie im Negativen. Genau dieses Bewusstsein meint Lencioni mit „smart“.

Entscheidend ist das Zusammenspiel: Du brauchst alle drei Eigenschaften. Bist du demütig und hungrig, aber es fehlt die teamintelligente Komponente, entsteht eine Lücke. Deshalb folgt zum Schluss ein Selbsttest.

Der Selbsttest: wo stehst du? Die Übung funktioniert wie eine ehrliche Selbstreflexion und entfaltet ihre volle Wirkung im Team. Wenn du Führungskraft bist, ist es ideal, sie gemeinsam durchzuführen: das Konzept erklären, eventuell gemeinsam den Vortrag anschauen, dann ordnet sich jeder selbst ein. Bringe deine drei Eigenschaften in eine Reihenfolge – in welcher bist du am stärksten, in welcher am zweitstärksten, in welcher am schwächsten? Selbst wer in allen drei Bereichen gut aufgestellt ist, findet so seinen schwächsten Punkt. Über genau diesen dritten Platz tauschst du dich anschließend im Team aus: woran jeder arbeiten kann und wo ihr euch gegenseitig unterstützt.

Zur Einordnung helfen konkrete Fragen. Für Demut: Fällt es dir leicht, eigene Fehler zuzugeben? Übernimmst du auch einfache Aufgaben, bei denen du dich vielleicht überqualifiziert fühlst, wenn das Team sie braucht? Gibst du deine Schwächen offen zu? Teilst du die Anerkennung gern mit dem ganzen Team? Für Hunger: Tust du mehr, als deine Aufgabe verlangt? Denkst du auch außerhalb der Arbeitszeit über das Team nach? Übernimmst du mühsame, herausfordernde Aufgaben, wenn es nötig ist? Fühlst du dich wirklich verantwortlich für den Erfolg des Teams? Für Teamintelligenz: Verstehst du, was andere in einem Meeting empfinden? Bist du ein aufmerksamer Zuhörer – oder drängt es dich, selbst zu reden? Zeigst du echtes Interesse am Leben deiner Kollegen? Bist du dir bewusst, wie deine Worte und Taten auf andere wirken?

Vertrauen und ein ehrlicher Umgang im Team sind die Basis, auf der dieser Selbsttest überhaupt erst funktioniert. Wer dieses Fundament vertiefen will, findet in Vertrauen aufbauen den passenden Hebel. Eng verwandt ist die emotionale, zwischenmenschliche Seite, die Lencioni „smart“ nennt – mehr dazu in Sozialkompetenz. Wenn du wissen willst, woran Teams als Ganzes scheitern und wie man sie führt, hör in Teamleistung steigern hinein. Und weil ein idealer Teamplayer offen für Feedback bleiben muss, ergänzt Coachability das Bild.

Häufige Fragen zum idealen Teamplayer

Was macht laut Patrick Lencioni einen idealen Teamplayer aus? Ein idealer Teamplayer vereint drei Eigenschaften: Er ist demütig (humble), hungrig (hungry) und teamintelligent (smart). Demütig heißt, das eigene Ego zurückzustellen; hungrig heißt, eine starke Arbeitsmoral und hohe eigene Standards zu haben; teamintelligent heißt, emotionale Intelligenz und ein Gefühl für Team-Dynamik. Entscheidend ist, dass alle drei zusammenkommen – eine oder zwei reichen nicht.

Bedeutet demütig sein, sich selbst zu vernachlässigen? Nein. Demut heißt nicht, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu ignorieren. Es heißt, kein Egoist zu sein und das Eigeninteresse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Das Berufsleben ist kein Nullsummenspiel: Wer gibt und im Zweifel zurücksteckt, verliert dadurch nicht, sondern baut langfristig sogar mehr Erfolg auf.

Was meint Lencioni mit „smart“ beziehungsweise teamintelligent? Nicht klassische Intelligenz, sondern emotionale Intelligenz. Teamintelligente Menschen haben ein gutes Gespür für Team-Dynamik, sind aufmerksame Zuhörer, zeigen echtes Interesse an anderen und sind sich bewusst, wie ihre Worte und Taten im Team wirken – im Positiven wie im Negativen.

Wie finde ich heraus, wo ich selbst stehe? Ordne dich in allen drei Eigenschaften ein und bring sie in eine Reihenfolge: Wo bist du am stärksten, wo am schwächsten? Selbst wer überall gut ist, hat einen relativ schwächsten Punkt. Genau daran arbeitest du gezielt – idealerweise im Team, in dem ihr euch über eure schwächsten Bereiche austauscht und gegenseitig unterstützt.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Weitere Buchempfehlungen findest du in meiner Bibliothek für Ingenieure.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

In dieser Folge geht es um die Frage: Bist du ein idealer Teamplayer? Den Begriff habe ich im Kontext dieses Podcasts schon erwähnt. Er stammt von Patrick Lencioni. Ich habe einen spannenden Vortrag von ihm gesehen und Artikel zu diesem Thema gelesen. Falls du Patrick Lencioni nicht kennst: Er hat unter anderem „Die 5 Dysfunktionen eines Teams“ geschrieben und ist als Experte für Teamarbeit und Team-Organisation sehr bekannt.

Was er ganz am Anfang sagt, ist: „Life is about teams.“ Erfolgreich im Team zu sein und auch ein gutes Mitglied zu sein – ein idealer Teamplayer zu sein – spielt sich im gesamten Leben ab. Das ist nicht nur im beruflichen Kontext unglaublich wichtig. Gerade moderne, agile Organisationen aus der Softwarewelt prägen heute viele andere Branchen: Der agile Gedanke schwappt immer stärker in die übrige Industrie über. Das zeigt, wie wichtig es ist, wirklich erfolgreiche Team-Strukturen zu schaffen. Und ein zentraler Bestandteil davon ist die Frage: Wie kannst du dich selbst zu einem idealen Teamplayer entwickeln?

Lencionis Kernaussage: Ein idealer Teamplayer hat drei Eigenschaften inne – drei Dinge, die er beherrschen muss, und zwar alle gemeinsam. Reicht eine davon nicht aus oder fehlen zwei, ist es nicht genug. Darauf möchte ich tiefer eingehen. Am Ende gibt es außerdem eine Übung, mit der du selbst einordnen kannst, wo du stehst, und das Ganze in einer Selbstreflexion betrachten kannst.

Kommen wir zu den drei wichtigen Eigenschaften. Der erste Punkt – den ich in diesem Podcast schon erwähnt habe: Ein Teamplayer ist demütig. Lencioni nennt das sogar die wichtigste Eigenschaft. Weil es dazu so viele Missverständnisse gibt, möchte ich es noch etwas mehr beleuchten. Demütig zu sein bedeutet nicht unterwürfig zu sein. Es bedeutet, nicht arrogant und nicht egoistisch zu sein – das eigene Interesse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Es spricht für sich, dass es im Team ganz wichtig ist, keinen Egoisten dabei zu haben, der nur an sich selbst denkt. Wer das schon erlebt hat, weiß: Auf der einen Seite macht das die Teamarbeit wenig erfreulich, auf der anderen Seite leidet der Team-Erfolg. Eine demütige Person kümmert sich also mehr um den Erfolg des Teams als um den eigenen. Sie hat den Team-Erfolg im Fokus und stellt sich im Zweifel selbst hinten an.

Damit komme ich zu einem wichtigen Missverständnis. Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse nur zu vernachlässigen und überhaupt nicht an sich selbst zu denken. Es geht vielmehr darum, zu verstehen, dass das Leben – auch im beruflichen Kontext – kein Nullsummenspiel ist. Es gibt nicht nur Verlierer und Gewinner. Es ist nicht so, dass ich gegen mich bin, wenn ich für die anderen bin, oder dass ich verliere, wenn ich zurückstecke. Darum geht es überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich habe schon mein absolutes Lieblingsbuch erwähnt, „Geben und Nehmen“ von Adam Grant. Es spricht genau diesen Punkt an: warum Demut und das Geben so unglaublich mächtig sind und warum sie wirklich auch im beruflichen Kontext zu außergewöhnlichem Erfolg führen können. Ganz wichtig: Es geht nicht darum, deine eigenen Interessen und persönlichen Ziele zu ignorieren. Es geht wirklich darum, kein Egoist zu sein, nicht arrogant zu sein und nicht um jeden Preis den eigenen Stil durchzudrücken. „Geben und Nehmen“ ist für mich eines der wichtigsten Bücher und schreibt viele meiner Werte aus.

Ich habe auch schon mehrmals im Podcast Jim Collins erwähnt. Was aus seiner Sicht eine „Level-5-Führungskraft“ auszeichnet – also eine wirklich ideale Führungskraft –, ist Demut, gekoppelt mit professionellem Willen. Eines seiner Zitate, das ich gern betone: Wenn alles gut läuft, schaut eine Führungskraft aus dem Fenster und sucht die Erfolge bei ihrem Team, bei den Teammitgliedern. Wenn es schlecht läuft, schaut sie in den Spiegel und sucht die Fehler bei sich selbst. Das ist der Inbegriff von Demut – von einer demütigen Führungskraft, die auf Sachlichkeit beruht und bei der das Ego nicht im Weg steht. Übrigens habe ich gerade das Buch „Dein Ego ist dein Feind“ von Ryan Holiday gelesen. Schon der Titel sagt es im Kern: Es geht um den eigenen Kampf gegen das eigene Ego. Unterm Strich ist Demut eine ganz wichtige Eigenschaft. Festzuhalten: Ein idealer Teamplayer ist in erster Linie demütig. Leute, denen das Ego im Weg steht, die arrogant und egoistisch sind und auf Kosten anderer handeln, stehen dem Team-Erfolg definitiv im Weg.

Nummer zwei: Ein idealer Teamplayer ist hungrig. Das bedeutet, er hat eine wirklich starke Arbeitsmoral. Er brennt dafür, hart zu arbeiten und alles zu tun, was nötig ist, um dem Team zum Ziel zu verhelfen. Das ist nicht mit Workaholismus zu verwechseln – nicht mit Menschen, die ihre ganze Identität aus der Arbeit beziehen. Menschen, die hungrig sind, wollen generell über das hinausgehen, was von ihnen erwartet wird. Du kennst das selbst, wenn du das Gefühl hast, dass jemand das Minimum reicht. Hungrige Menschen würden niemals nur das Minimum tun. Sie haben einen extrem hohen Standard an sich selbst und an ihre Arbeitsergebnisse und sind bereit, den Preis zu zahlen, den Weg zu gehen und die volle Energie einzubringen. Auch hier die Frage: Brennst du wirklich für deine Dinge? Weiter unten gebe ich dir ein paar Fragen, mit denen du das konkreter herausfinden kannst.

Punkt drei: Ein idealer Teamplayer ist „smart“. Damit ist ausdrücklich nicht Intelligenz gemeint. „Smart“ bedeutet aus Lencionis Sicht nicht intelligent, sondern vielmehr emotional intelligent – also die zwischenmenschliche Komponente zu meistern. Es geht darum, ein wirklich gutes Gefühl für Team-Dynamik zu entwickeln, den Umgang mit anderen Menschen zu beherrschen und das Team-Gefüge zu verstehen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass man die Team-Dynamik durch die eigenen Worte und Handlungen beeinflusst – im Positiven wie im Negativen. Das zu verstehen und ein Gefühl dafür zu haben, meint er mit „smart“.

Zusammengefasst: Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und smart. Und ganz wichtig: Du brauchst alle drei Eigenschaften. Es reicht nicht, wenn du hungrig und demütig bist, aber die smarte Komponente fehlt – dann bleibt immer eine Lücke.

Jetzt zum letzten Schritt. Ich gebe dir ein paar Dinge an die Hand – Fragen zur Selbstreflexion, mit denen du schauen kannst, wo du Lücken hast und wo deine Teammitglieder Lücken haben. Die erste Übung ist im Grunde ein Self-Assessment, eine echte Selbstreflexion. Du kannst sie allein machen, solltest sie aber idealerweise im Team durchführen. Wenn du Führungskraft bist, ist es eine perfekte Übung, das gemeinsam im Team zu machen. Im ersten Schritt erklärst du das Konzept, schaut euch vielleicht gemeinsam den Vortrag an, gebt den Link von Patrick Lencioni weiter, um ein Verständnis zu bekommen. Dann ordnet sich jeder in jedem dieser drei Bereiche selbst ein: In welcher der drei Eigenschaften bist du am stärksten, in welcher am zweitstärksten, in welcher am schwächsten? Bilde eine Reihenfolge. Auch wenn du in allen drei Bereichen schon gut aufgestellt bist – und ich kenne viele Menschen, die unglaublich demütig sind, einen hohen Hunger haben und smart sind, also die Team-Dynamik gut verstehen –, wird es immer bessere und schlechtere Bereiche geben. Vielleicht ist es kein großes Loch, aber es gibt Verbesserungspotenzial. Darum geht es: dir bewusst zu werden, wo du am besten, am zweitbesten und am drittbesten bist. Der nächste Schritt wäre, dich im Team über diesen dritten Platz auszutauschen: Woran kannst du arbeiten, woran können die anderen arbeiten? Tauscht euch gegenseitig aus, gebt euch Tipps und Sichtweisen.

Dazu möchte ich dir noch ein paar Fragen an die Hand geben, mit denen du besser bewerten kannst, wie demütig, wie hungrig und wie smart du bist. Im Kontext der Demut: Wer demütig ist, gibt seine Fehler leicht zu. Fällt es dir leicht, deine Fehler offen zuzugeben? Bist du bereit, auch einfachere Aufgaben zu übernehmen – Dinge, bei denen du vielleicht das Gefühl hast, du seist überqualifiziert, die aber für den Team-Erfolg wichtig sind? Bist du dir für die ganz einfachen Dinge zu schade, oder steht dir da dein Ego im Weg? Dritter Punkt: Gibst du deine Schwächen bereitwillig zu? Bist du offen im Team, kommunizierst deine Schwächen und schaffst Bewusstsein, um gemeinsam besser zu werden? Und letzte Frage: Teilst du die Anerkennung gern mit dem gesamten Team, oder nimmst du sie lieber für dich? Das sind vier Fragen, die dir helfen, dich im Bereich Demut einzuordnen.

Zweiter Punkt – wie hungrig bist du? Tust du mehr, als deine eigene Arbeit erfordert? Bist du bereit, dich auch außerhalb der Arbeitszeiten zu beteiligen und über deine Arbeit nachzudenken? Machst du eine strikte Trennung nach Feierabend, oder bist du für den Team-Erfolg auch bereit, nach der Arbeit noch einen Anruf zu tätigen oder noch einmal darüber nachzudenken? Bist du bereit, auch mühsame und herausfordernde Aufgaben zu übernehmen, wann immer es für den Team-Erfolg nötig ist? Und fühlst du dich wirklich verantwortlich für den Erfolg des Teams – spürst du, dass du eine wichtige Verantwortung trägst, zum Team-Erfolg beizutragen?

Zum Punkt „smart“ ebenfalls vier Impulse, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie gut du aufgestellt bist. Erstens: Ich verstehe, was andere während eines Meetings empfinden. Zweitens: Ich bin ein aufmerksamer Zuhörer. Beobachte dich selbst – bist du ein aufmerksamer Zuhörer, oder hast du eher das Verlangen, selbst zu reden? Drittens: Ich zeige Interesse am Leben meiner Teamkollegen. Inwiefern zeigst du Interesse? Weißt du überhaupt, welche Interessen die anderen außerhalb des beruflichen Kontexts haben – und interessierst du dich dafür? Vierter Punkt: Ich bin mir bewusst, wie sich meine Worte und Taten auf andere im Team auswirken. Dieses Bewusstsein ist ein ganz wichtiger Punkt für das, was Lencioni mit „smart“, also emotionaler Intelligenz, meint.

Ich hoffe, dieses Fragenpaket hilft dir, dich einzuordnen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo du besonders stark bist und wo du vielleicht Nachholbedarf oder Lücken hast. Führe das Ganze idealerweise im Team durch, damit ihr euch austauscht und gemeinsam verbessert – das ist der ideale Zustand für diese Übung. Ansonsten fasse ich es noch einmal kurz zusammen: Schau dir gern den Vortrag von Patrick Lencioni an, googel „ideal team player“. „Life is about teams“ – Teams sind unglaublich wichtig, und in der heutigen Zeit wird Team-Organisation immer wichtiger. Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und smart. Mach das Self-Assessment idealerweise in der Gruppe, im Zweifel aber auch allein: Ordne dich in diesen drei Bereichen ein, schau, wo du gut bist und wo nicht, und tausche dich darüber aus, wo du noch Verbesserungspotenzial hast.

Ich hoffe, du konntest wieder einiges für dich mitnehmen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Idealer Teamplayer: bist du demütig, hungrig und teamintelligent genug?

Erfolg ist heute fast immer Teamsache. Wer wirklich vorankommen will, muss nicht nur in einem guten Team arbeiten – er muss selbst ein gutes Mitglied dieses Teams sein. Diese Fähigkeit spielt sich nicht nur im Beruf ab, sondern im ganzen Leben.

In dieser Folge geht es um die Frage, was einen idealen Teamplayer ausmacht. Die Grundlage liefert Patrick Lencioni, einer der bekanntesten Experten für Teamarbeit. Seine Kernaussage: Ein idealer Teamplayer vereint genau drei Eigenschaften – er ist demütig, hungrig und teamintelligent. Am Ende bekommst du außerdem einen kompakten Selbsttest, mit dem du dich in allen drei Bereichen einordnen kannst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Drei Eigenschaften, nicht eine: Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und teamintelligent – und braucht alle drei gleichzeitig. Eine oder zwei reichen nicht.
  • Demütig: Nicht arrogant, nicht egoistisch, das Eigeninteresse nicht auf Kosten anderer durchsetzen. Den Team-Erfolg über den eigenen stellen.
  • Demut ist kein Nullsummenspiel: Es geht nicht darum, sich selbst zu vergessen. Geben und Zurückstecken zahlt langfristig auf den eigenen Erfolg ein.
  • Hungrig: Eine starke Arbeitsmoral, ein hoher eigener Standard, die Bereitschaft, über das Erwartete hinauszugehen – ohne sich die ganze Identität aus der Arbeit zu ziehen.
  • Teamintelligent: Nicht Intelligenz im klassischen Sinn, sondern emotionale Intelligenz – ein Gefühl für Team-Dynamik und für die Wirkung der eigenen Worte und Taten.
  • Selbsttest: Ordne dich in allen drei Bereichen ein, finde deine Reihenfolge und arbeite am schwächsten Punkt – idealerweise gemeinsam im Team.

Idealer Teamplayer im Detail

Warum diese Frage über den Job hinausgeht. Lencioni sagt es gleich zu Beginn: „Life is about teams.“ Erfolg ist heute fast nie das Werk eines Einzelnen. Gerade moderne, agile Organisationen bauen stark auf Teams – ein Gedanke, der längst aus der Softwarewelt in andere Branchen übergeschwappt ist. Ein erfolgreiches Team braucht erfolgreiche Mitglieder. Deshalb lohnt die Frage: Wie wirst du selbst zu einem idealen Teamplayer? Lencionis Antwort sind drei Eigenschaften, die man gemeinsam beherrschen muss.

Demütig – die wichtigste Eigenschaft. Demütig zu sein bedeutet nicht, klein oder unterwürfig aufzutreten. Es bedeutet, nicht arrogant und nicht egoistisch zu sein – das eigene Interesse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Ein Egoist, der nur an sich denkt, macht die Teamarbeit für alle anstrengend und schadet dem gemeinsamen Erfolg. Eine demütige Person dagegen kümmert sich mehr um den Erfolg des Teams als um den eigenen und stellt sich im Zweifel selbst hinten an.

Hier liegt ein verbreitetes Missverständnis. Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu ignorieren. Es geht darum, zu verstehen, dass das Berufsleben kein Nullsummenspiel ist. Wenn du für die anderen bist, bist du nicht automatisch gegen dich. Wer zurücksteckt, verliert dadurch nicht – im Gegenteil. Adam Grant beschreibt in „Geben und Nehmen“, warum Demut und Geben so mächtig sind und langfristig zu außergewöhnlichem Erfolg führen können. Wichtig bleibt: keine eigenen Ziele opfern, sondern einfach kein Egoist sein.

Auch Jim Collins passt hier. Was für ihn eine „Level-5-Führungskraft“ auszeichnet, ist die Kombination aus Demut und professionellem Willen. Eines seiner Bilder: Läuft es gut, schaut eine starke Führungskraft aus dem Fenster und sucht die Erfolge bei ihrem Team. Läuft es schlecht, schaut sie in den Spiegel und sucht die Fehler bei sich selbst. Das ist der Inbegriff von Demut – Sachlichkeit, bei der das Ego nicht im Weg steht. Wer das Thema vertiefen will, findet bei Ryan Holiday in „Dein Ego ist dein Feind“ den passenden Gedanken: Der eigene Kampf gegen das eigene Ego ist real, und Demut ist die Antwort darauf.

Hungrig – der innere Antrieb. Hungrig zu sein heißt, eine starke Arbeitsmoral zu haben und bereit zu sein, hart zu arbeiten, um dem Team zum Ziel zu verhelfen. Das ist nicht mit Workaholismus zu verwechseln. Es geht nicht um Menschen, die ihre ganze Identität aus der Arbeit ziehen. Hungrige Menschen wollen einfach über das hinausgehen, was von ihnen erwartet wird. Sie würden nie nur das Minimum tun. Sie haben einen extrem hohen Standard an sich selbst und an ihre Ergebnisse und sind bereit, dafür den Preis zu zahlen und die volle Energie einzubringen.

Teamintelligent – das Gespür für Menschen. Mit „smart“ meint Lencioni ausdrücklich nicht klassische Intelligenz, sondern emotionale Intelligenz. Es geht um die zwischenmenschliche Komponente: ein gutes Gefühl für Team-Dynamik zu entwickeln, den Umgang mit anderen zu beherrschen und das Team-Gefüge zu verstehen. Teamintelligente Menschen wissen, dass sie die Dynamik im Team durch ihre eigenen Worte und Handlungen beeinflussen – im Positiven wie im Negativen. Genau dieses Bewusstsein meint Lencioni mit „smart“.

Entscheidend ist das Zusammenspiel: Du brauchst alle drei Eigenschaften. Bist du demütig und hungrig, aber es fehlt die teamintelligente Komponente, entsteht eine Lücke. Deshalb folgt zum Schluss ein Selbsttest.

Der Selbsttest: wo stehst du? Die Übung funktioniert wie eine ehrliche Selbstreflexion und entfaltet ihre volle Wirkung im Team. Wenn du Führungskraft bist, ist es ideal, sie gemeinsam durchzuführen: das Konzept erklären, eventuell gemeinsam den Vortrag anschauen, dann ordnet sich jeder selbst ein. Bringe deine drei Eigenschaften in eine Reihenfolge – in welcher bist du am stärksten, in welcher am zweitstärksten, in welcher am schwächsten? Selbst wer in allen drei Bereichen gut aufgestellt ist, findet so seinen schwächsten Punkt. Über genau diesen dritten Platz tauschst du dich anschließend im Team aus: woran jeder arbeiten kann und wo ihr euch gegenseitig unterstützt.

Zur Einordnung helfen konkrete Fragen. Für Demut: Fällt es dir leicht, eigene Fehler zuzugeben? Übernimmst du auch einfache Aufgaben, bei denen du dich vielleicht überqualifiziert fühlst, wenn das Team sie braucht? Gibst du deine Schwächen offen zu? Teilst du die Anerkennung gern mit dem ganzen Team? Für Hunger: Tust du mehr, als deine Aufgabe verlangt? Denkst du auch außerhalb der Arbeitszeit über das Team nach? Übernimmst du mühsame, herausfordernde Aufgaben, wenn es nötig ist? Fühlst du dich wirklich verantwortlich für den Erfolg des Teams? Für Teamintelligenz: Verstehst du, was andere in einem Meeting empfinden? Bist du ein aufmerksamer Zuhörer – oder drängt es dich, selbst zu reden? Zeigst du echtes Interesse am Leben deiner Kollegen? Bist du dir bewusst, wie deine Worte und Taten auf andere wirken?

Vertrauen und ein ehrlicher Umgang im Team sind die Basis, auf der dieser Selbsttest überhaupt erst funktioniert. Wer dieses Fundament vertiefen will, findet in Vertrauen aufbauen den passenden Hebel. Eng verwandt ist die emotionale, zwischenmenschliche Seite, die Lencioni „smart“ nennt – mehr dazu in Sozialkompetenz. Wenn du wissen willst, woran Teams als Ganzes scheitern und wie man sie führt, hör in Teamleistung steigern hinein. Und weil ein idealer Teamplayer offen für Feedback bleiben muss, ergänzt Coachability das Bild.

Häufige Fragen zum idealen Teamplayer

Was macht laut Patrick Lencioni einen idealen Teamplayer aus? Ein idealer Teamplayer vereint drei Eigenschaften: Er ist demütig (humble), hungrig (hungry) und teamintelligent (smart). Demütig heißt, das eigene Ego zurückzustellen; hungrig heißt, eine starke Arbeitsmoral und hohe eigene Standards zu haben; teamintelligent heißt, emotionale Intelligenz und ein Gefühl für Team-Dynamik. Entscheidend ist, dass alle drei zusammenkommen – eine oder zwei reichen nicht.

Bedeutet demütig sein, sich selbst zu vernachlässigen? Nein. Demut heißt nicht, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu ignorieren. Es heißt, kein Egoist zu sein und das Eigeninteresse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Das Berufsleben ist kein Nullsummenspiel: Wer gibt und im Zweifel zurücksteckt, verliert dadurch nicht, sondern baut langfristig sogar mehr Erfolg auf.

Was meint Lencioni mit „smart“ beziehungsweise teamintelligent? Nicht klassische Intelligenz, sondern emotionale Intelligenz. Teamintelligente Menschen haben ein gutes Gespür für Team-Dynamik, sind aufmerksame Zuhörer, zeigen echtes Interesse an anderen und sind sich bewusst, wie ihre Worte und Taten im Team wirken – im Positiven wie im Negativen.

Wie finde ich heraus, wo ich selbst stehe? Ordne dich in allen drei Eigenschaften ein und bring sie in eine Reihenfolge: Wo bist du am stärksten, wo am schwächsten? Selbst wer überall gut ist, hat einen relativ schwächsten Punkt. Genau daran arbeitest du gezielt – idealerweise im Team, in dem ihr euch über eure schwächsten Bereiche austauscht und gegenseitig unterstützt.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

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Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

In dieser Folge geht es um die Frage: Bist du ein idealer Teamplayer? Den Begriff habe ich im Kontext dieses Podcasts schon erwähnt. Er stammt von Patrick Lencioni. Ich habe einen spannenden Vortrag von ihm gesehen und Artikel zu diesem Thema gelesen. Falls du Patrick Lencioni nicht kennst: Er hat unter anderem „Die 5 Dysfunktionen eines Teams“ geschrieben und ist als Experte für Teamarbeit und Team-Organisation sehr bekannt.

Was er ganz am Anfang sagt, ist: „Life is about teams.“ Erfolgreich im Team zu sein und auch ein gutes Mitglied zu sein – ein idealer Teamplayer zu sein – spielt sich im gesamten Leben ab. Das ist nicht nur im beruflichen Kontext unglaublich wichtig. Gerade moderne, agile Organisationen aus der Softwarewelt prägen heute viele andere Branchen: Der agile Gedanke schwappt immer stärker in die übrige Industrie über. Das zeigt, wie wichtig es ist, wirklich erfolgreiche Team-Strukturen zu schaffen. Und ein zentraler Bestandteil davon ist die Frage: Wie kannst du dich selbst zu einem idealen Teamplayer entwickeln?

Lencionis Kernaussage: Ein idealer Teamplayer hat drei Eigenschaften inne – drei Dinge, die er beherrschen muss, und zwar alle gemeinsam. Reicht eine davon nicht aus oder fehlen zwei, ist es nicht genug. Darauf möchte ich tiefer eingehen. Am Ende gibt es außerdem eine Übung, mit der du selbst einordnen kannst, wo du stehst, und das Ganze in einer Selbstreflexion betrachten kannst.

Kommen wir zu den drei wichtigen Eigenschaften. Der erste Punkt – den ich in diesem Podcast schon erwähnt habe: Ein Teamplayer ist demütig. Lencioni nennt das sogar die wichtigste Eigenschaft. Weil es dazu so viele Missverständnisse gibt, möchte ich es noch etwas mehr beleuchten. Demütig zu sein bedeutet nicht unterwürfig zu sein. Es bedeutet, nicht arrogant und nicht egoistisch zu sein – das eigene Interesse nicht auf Kosten anderer durchzusetzen. Es spricht für sich, dass es im Team ganz wichtig ist, keinen Egoisten dabei zu haben, der nur an sich selbst denkt. Wer das schon erlebt hat, weiß: Auf der einen Seite macht das die Teamarbeit wenig erfreulich, auf der anderen Seite leidet der Team-Erfolg. Eine demütige Person kümmert sich also mehr um den Erfolg des Teams als um den eigenen. Sie hat den Team-Erfolg im Fokus und stellt sich im Zweifel selbst hinten an.

Damit komme ich zu einem wichtigen Missverständnis. Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse nur zu vernachlässigen und überhaupt nicht an sich selbst zu denken. Es geht vielmehr darum, zu verstehen, dass das Leben – auch im beruflichen Kontext – kein Nullsummenspiel ist. Es gibt nicht nur Verlierer und Gewinner. Es ist nicht so, dass ich gegen mich bin, wenn ich für die anderen bin, oder dass ich verliere, wenn ich zurückstecke. Darum geht es überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich habe schon mein absolutes Lieblingsbuch erwähnt, „Geben und Nehmen“ von Adam Grant. Es spricht genau diesen Punkt an: warum Demut und das Geben so unglaublich mächtig sind und warum sie wirklich auch im beruflichen Kontext zu außergewöhnlichem Erfolg führen können. Ganz wichtig: Es geht nicht darum, deine eigenen Interessen und persönlichen Ziele zu ignorieren. Es geht wirklich darum, kein Egoist zu sein, nicht arrogant zu sein und nicht um jeden Preis den eigenen Stil durchzudrücken. „Geben und Nehmen“ ist für mich eines der wichtigsten Bücher und schreibt viele meiner Werte aus.

Ich habe auch schon mehrmals im Podcast Jim Collins erwähnt. Was aus seiner Sicht eine „Level-5-Führungskraft“ auszeichnet – also eine wirklich ideale Führungskraft –, ist Demut, gekoppelt mit professionellem Willen. Eines seiner Zitate, das ich gern betone: Wenn alles gut läuft, schaut eine Führungskraft aus dem Fenster und sucht die Erfolge bei ihrem Team, bei den Teammitgliedern. Wenn es schlecht läuft, schaut sie in den Spiegel und sucht die Fehler bei sich selbst. Das ist der Inbegriff von Demut – von einer demütigen Führungskraft, die auf Sachlichkeit beruht und bei der das Ego nicht im Weg steht. Übrigens habe ich gerade das Buch „Dein Ego ist dein Feind“ von Ryan Holiday gelesen. Schon der Titel sagt es im Kern: Es geht um den eigenen Kampf gegen das eigene Ego. Unterm Strich ist Demut eine ganz wichtige Eigenschaft. Festzuhalten: Ein idealer Teamplayer ist in erster Linie demütig. Leute, denen das Ego im Weg steht, die arrogant und egoistisch sind und auf Kosten anderer handeln, stehen dem Team-Erfolg definitiv im Weg.

Nummer zwei: Ein idealer Teamplayer ist hungrig. Das bedeutet, er hat eine wirklich starke Arbeitsmoral. Er brennt dafür, hart zu arbeiten und alles zu tun, was nötig ist, um dem Team zum Ziel zu verhelfen. Das ist nicht mit Workaholismus zu verwechseln – nicht mit Menschen, die ihre ganze Identität aus der Arbeit beziehen. Menschen, die hungrig sind, wollen generell über das hinausgehen, was von ihnen erwartet wird. Du kennst das selbst, wenn du das Gefühl hast, dass jemand das Minimum reicht. Hungrige Menschen würden niemals nur das Minimum tun. Sie haben einen extrem hohen Standard an sich selbst und an ihre Arbeitsergebnisse und sind bereit, den Preis zu zahlen, den Weg zu gehen und die volle Energie einzubringen. Auch hier die Frage: Brennst du wirklich für deine Dinge? Weiter unten gebe ich dir ein paar Fragen, mit denen du das konkreter herausfinden kannst.

Punkt drei: Ein idealer Teamplayer ist „smart“. Damit ist ausdrücklich nicht Intelligenz gemeint. „Smart“ bedeutet aus Lencionis Sicht nicht intelligent, sondern vielmehr emotional intelligent – also die zwischenmenschliche Komponente zu meistern. Es geht darum, ein wirklich gutes Gefühl für Team-Dynamik zu entwickeln, den Umgang mit anderen Menschen zu beherrschen und das Team-Gefüge zu verstehen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass man die Team-Dynamik durch die eigenen Worte und Handlungen beeinflusst – im Positiven wie im Negativen. Das zu verstehen und ein Gefühl dafür zu haben, meint er mit „smart“.

Zusammengefasst: Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und smart. Und ganz wichtig: Du brauchst alle drei Eigenschaften. Es reicht nicht, wenn du hungrig und demütig bist, aber die smarte Komponente fehlt – dann bleibt immer eine Lücke.

Jetzt zum letzten Schritt. Ich gebe dir ein paar Dinge an die Hand – Fragen zur Selbstreflexion, mit denen du schauen kannst, wo du Lücken hast und wo deine Teammitglieder Lücken haben. Die erste Übung ist im Grunde ein Self-Assessment, eine echte Selbstreflexion. Du kannst sie allein machen, solltest sie aber idealerweise im Team durchführen. Wenn du Führungskraft bist, ist es eine perfekte Übung, das gemeinsam im Team zu machen. Im ersten Schritt erklärst du das Konzept, schaut euch vielleicht gemeinsam den Vortrag an, gebt den Link von Patrick Lencioni weiter, um ein Verständnis zu bekommen. Dann ordnet sich jeder in jedem dieser drei Bereiche selbst ein: In welcher der drei Eigenschaften bist du am stärksten, in welcher am zweitstärksten, in welcher am schwächsten? Bilde eine Reihenfolge. Auch wenn du in allen drei Bereichen schon gut aufgestellt bist – und ich kenne viele Menschen, die unglaublich demütig sind, einen hohen Hunger haben und smart sind, also die Team-Dynamik gut verstehen –, wird es immer bessere und schlechtere Bereiche geben. Vielleicht ist es kein großes Loch, aber es gibt Verbesserungspotenzial. Darum geht es: dir bewusst zu werden, wo du am besten, am zweitbesten und am drittbesten bist. Der nächste Schritt wäre, dich im Team über diesen dritten Platz auszutauschen: Woran kannst du arbeiten, woran können die anderen arbeiten? Tauscht euch gegenseitig aus, gebt euch Tipps und Sichtweisen.

Dazu möchte ich dir noch ein paar Fragen an die Hand geben, mit denen du besser bewerten kannst, wie demütig, wie hungrig und wie smart du bist. Im Kontext der Demut: Wer demütig ist, gibt seine Fehler leicht zu. Fällt es dir leicht, deine Fehler offen zuzugeben? Bist du bereit, auch einfachere Aufgaben zu übernehmen – Dinge, bei denen du vielleicht das Gefühl hast, du seist überqualifiziert, die aber für den Team-Erfolg wichtig sind? Bist du dir für die ganz einfachen Dinge zu schade, oder steht dir da dein Ego im Weg? Dritter Punkt: Gibst du deine Schwächen bereitwillig zu? Bist du offen im Team, kommunizierst deine Schwächen und schaffst Bewusstsein, um gemeinsam besser zu werden? Und letzte Frage: Teilst du die Anerkennung gern mit dem gesamten Team, oder nimmst du sie lieber für dich? Das sind vier Fragen, die dir helfen, dich im Bereich Demut einzuordnen.

Zweiter Punkt – wie hungrig bist du? Tust du mehr, als deine eigene Arbeit erfordert? Bist du bereit, dich auch außerhalb der Arbeitszeiten zu beteiligen und über deine Arbeit nachzudenken? Machst du eine strikte Trennung nach Feierabend, oder bist du für den Team-Erfolg auch bereit, nach der Arbeit noch einen Anruf zu tätigen oder noch einmal darüber nachzudenken? Bist du bereit, auch mühsame und herausfordernde Aufgaben zu übernehmen, wann immer es für den Team-Erfolg nötig ist? Und fühlst du dich wirklich verantwortlich für den Erfolg des Teams – spürst du, dass du eine wichtige Verantwortung trägst, zum Team-Erfolg beizutragen?

Zum Punkt „smart“ ebenfalls vier Impulse, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie gut du aufgestellt bist. Erstens: Ich verstehe, was andere während eines Meetings empfinden. Zweitens: Ich bin ein aufmerksamer Zuhörer. Beobachte dich selbst – bist du ein aufmerksamer Zuhörer, oder hast du eher das Verlangen, selbst zu reden? Drittens: Ich zeige Interesse am Leben meiner Teamkollegen. Inwiefern zeigst du Interesse? Weißt du überhaupt, welche Interessen die anderen außerhalb des beruflichen Kontexts haben – und interessierst du dich dafür? Vierter Punkt: Ich bin mir bewusst, wie sich meine Worte und Taten auf andere im Team auswirken. Dieses Bewusstsein ist ein ganz wichtiger Punkt für das, was Lencioni mit „smart“, also emotionaler Intelligenz, meint.

Ich hoffe, dieses Fragenpaket hilft dir, dich einzuordnen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo du besonders stark bist und wo du vielleicht Nachholbedarf oder Lücken hast. Führe das Ganze idealerweise im Team durch, damit ihr euch austauscht und gemeinsam verbessert – das ist der ideale Zustand für diese Übung. Ansonsten fasse ich es noch einmal kurz zusammen: Schau dir gern den Vortrag von Patrick Lencioni an, googel „ideal team player“. „Life is about teams“ – Teams sind unglaublich wichtig, und in der heutigen Zeit wird Team-Organisation immer wichtiger. Ein idealer Teamplayer ist demütig, hungrig und smart. Mach das Self-Assessment idealerweise in der Gruppe, im Zweifel aber auch allein: Ordne dich in diesen drei Bereichen ein, schau, wo du gut bist und wo nicht, und tausche dich darüber aus, wo du noch Verbesserungspotenzial hast.

Ich hoffe, du konntest wieder einiges für dich mitnehmen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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