Der größte Fehler kluger Ingenieure ist etwas zu optimieren, das gar nicht existieren sollte. Optimierung ist verführerisch. Sie fühlt sich produktiv an. Sie ist messbar. Sie wirkt intelligent.
Doch jede Optimierung setzt voraus, dass etwas existieren sollte. Und genau das wird selten hinterfragt.
Mehr Prozesse bedeuten mehr Schnittstellen.
Mehr Schnittstellen bedeuten mehr Abstimmung.
Mehr Abstimmung bedeutet weniger Tempo.
Komplexität macht Systeme nicht leistungsfähiger. Sie macht sie langsamer.
Komplex ist langsam.
Simpel ist schnell.
Bevor du etwas optimierst, stell dir eine einfache Frage:
Warum existiert das überhaupt?
Welches Problem sollte das ursprünglich lösen?
Ist dieses Problem noch real?
Oder verwalten wir nur die Spuren einer alten Entscheidung?
Etwas hinzuzufügen ist normal.
Etwas zu entfernen erfordert Mut.
Fortschritt durch Eliminieren wird unterschätzt. Doch oft entsteht der größte Durchbruch nicht durch eine neue Idee – sondern durch das Wegnehmen dessen, was im Weg steht.
Wer Wachstum will, muss streichen.
Wer Tempo will, muss vereinfachen.
Wer Fokus will, muss Nein sagen.
Eliminieren ist der erste Schritt strategischer Gestaltung.
Erst eliminieren. Dann optimieren.
