Lebensweisheiten: 11 Aussagen, die alles verändert haben

Über die Jahre sammle ich in meinem Second Brain Sätze, die hängen bleiben. Kleine Aussagen mit großer Wirkung. Manche sind Zitate, manche eigene Learnings.

Elf davon haben mein Denken besonders stark geprägt. In dieser Folge teile ich sie mit dir – von Leverage über Bold Moves bis zu der Frage, wen dein Partner eigentlich heiratet.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Baue Hebel auf. „Earn with your mind, not your time“ – wer Vermögen aufbauen will, braucht Leverage: Tools, Product-of-Mind, People, Money.
  • Produziere, statt nur zu konsumieren. Der einfachste Weg zu einem unbedeutenden Leben ist, die Welt nur zu konsumieren, statt etwas beizutragen.
  • Denk groß. Ein großes Ziel zu erreichen ist genauso schwer wie ein kleines – und dauert genauso lange. Also lohnt sich das große.
  • Schärfe Ideen im Markt, nicht im Kopf. Erfolg hängt an der Anzahl deiner Iterationen. Testen schlägt Grübeln.
  • Dein Umfeld ist ansteckend. „Performance is contagious.“ Umgib dich mit Menschen, die dich mehr an deine Zukunft erinnern als an deine Vergangenheit.

Die 11 Lebensweisheiten im Detail

1. „Earn with your mind, not with your time.“ Wer Freiheit und Vermögen will, muss aufhören, nur seine Zeit zu verkaufen. Der Schlüssel heißt Leverage – Hebel. Es gibt vier Arten. Tool-Leverage: die Axt gegen die Motorsäge; die richtigen Werkzeuge machen dich um ein Vielfaches produktiver (KI gehört heute genau hierher). Product-of-Mind-Leverage: die unterschätzteste Form – du erschaffst Klone deines Wissens, etwa als Onboarding-Prozess, Video oder aufgezeichnete Schulung. „Don’t repeat yourself, record yourself.“ People-Leverage: ein großes, vertrauensvolles Netzwerk löst Probleme, die du allein nicht lösen könntest. Money-Leverage: lass dein Geld für dich arbeiten – der einfachste Einstieg. Vertiefen kannst du das in „The Almanack of Naval Ravikant“.

2. „The easiest way to live a short and unimportant life is to consume the world around you rather than contributing to it.“ Der einfachste Weg zu einem unbedeutenden Leben ist reines Konsumieren. Werde vom Konsumenten zum Produzenten. Erst wurde ich zu einem besseren Konsumenten – weg von Serien, hin zu hochwertigen Quellen. Dann wuchs der Drang, selbst etwas beizutragen und mein Wissen zu teilen.

3. „It’s just as hard to accomplish a big goal as a small goal – and it takes just as long.“ Teamleiter zu werden oder Geschäftsführer im Mittelstand sind zwei völlig verschiedene Wege – aber der große ist nicht ungleich schwerer, er ist nur anders. Das lädt ein, groß und langfristig zu denken. „It takes twenty years to make an overnight success.“ Groß zu denken ist selten – die wenigsten Menschen und Unternehmen haben eine Vision, die sie wirklich begeistert.

4. „Sharpen ideas in the market, not in your mind.“ Marketing ist nur ein schickes Wort fürs Testen. Jede Idee musst du testen, statt am Schreibtisch über sie zu grübeln. Erfolg hängt direkt an der Anzahl deiner Iterationen und Lernschleifen. Wer fünfmal so viele Schleifen dreht, kommt schneller voran. „Draft No. 4″ bringt es auf den Punkt: Der vierte Entwurf ist das Buch – die Versionen davor sind die Iterationen dorthin. Frag dich bei jeder Idee: Was ist der kleinstmögliche nächste Test?

5. „Don’t apply the right advice from smart people at the wrong time.“ Ratschläge können goldwert sein und trotzdem scheitern – am fehlenden Kontext. Wenn dir jemand rät, der keinen Kontext zu deinem Leben hat, spricht er nicht mit dir, sondern mit sich selbst. Selbst ein exzellenter Rat kann heute falsch sein und in zwei Jahren richtig. Timing entscheidet. Und wer selbst rät, sollte erst zuhören und den Kontext verstehen.

6. „Adventures happen to the adventurous.“ Wer sich ein spannendes Berufsleben wünscht, muss Bold Moves machen – Schritte, bei denen andere große Augen machen. Ein guter Test: Wann hast du zuletzt etwas getan, von dem andere dich abhalten wollten? Ein ehemaliger Mentee sagte mir einmal: „Das sind ihre Grenzen, nicht deine.“ Bold Moves erfordern Mut und die Fähigkeit, sozialem Druck zu widerstehen.

7. „It’s a battle of will, not intellect.“ Intelligenz wird maßlos überschätzt. Die meisten versuchen, ihre Probleme mit der einen cleveren Idee zu lösen. Der goldene Weg ist aber nicht die perfekte Idee, sondern Durchhaltevermögen und Biss – Grit. Ein starkes Gedankenspiel: Was, wenn du zwei Jahre lang jeden Tag an deinem Ziel arbeitest – glaubst du wirklich, du kommst nicht an? Dranbleiben, sich von Rückschlägen nicht beirren lassen.

8. „Performance is contagious.“ Bau dir ein Umfeld aus beeindruckenden, inspirierenden Menschen. „Surround yourself with people who remind you more of your future than your past.“ Dein Umfeld ist vermutlich der wichtigste Faktor für deine Entwicklung – in jedem Lebensbereich. Wenn du nur eine Sache umsetzt: Sorge für ein Umfeld, das dich beflügelt, und löse dich von einem, das dich zurückhält. Das heißt nicht, sofort alle Brücken abzubrechen – aber dein Umfeld ist gestaltbar.

9. „Find three hobbies: one that makes you money, one that keeps you fit, and one that makes you smart.“ Bei mir ist Mentorwerk das Hobby, das zum Vollzeit-Projekt geworden ist. Fürs Fitbleiben steht das Laufen, fürs Wissen das Lesen. Drei Hobbys, die mein Leben tragen – mit vielen Überschneidungen zu den ersten Punkten dieser Folge.

10. „Wir tauschen die ersten 40 Jahre Gesundheit gegen Wohlstand – und die folgenden 40 Wohlstand gegen Gesundheit.“ Aller Ehrgeiz ist schön, aber niemals auf Kosten der Gesundheit. Die Basics sind heilig: gut schlafen, gesund essen, Sport, Sonnenlicht, frische Luft, Pausen. Wenn du nicht gesund bist, wird alles andere irrelevant. Deine Gesundheit ist eine Glaskugel – lass sie niemals fallen.

11. „Your spouse marries two people: the person you are and the person you want to be. Make sure they love both.“ Nimm deinen Partner mit auf deine Reise. Es wird zum Problem, wenn dein Gegenüber nur die Person liebt, die du heute bist – nicht die, zu der du wirst. Persönlichkeitsentwicklung passiert ohnehin: Niemand ist die gleiche Person wie vor einem Jahr. Eure langfristigen Ziele und Werte sollten zusammenpassen, sonst sind Konflikte vorprogrammiert. Wie Jim Collins sagt: Ohne die meiste Zeit mit Menschen zu verbringen, die wir lieben und respektieren, ist ein großartiges Leben kaum möglich.

Viele dieser Sätze tauchen auch in anderen Folgen auf. Eine ähnliche Sammlung findest du in Ideen, die dein Leben verändern. Wie aus solchen Aussagen ein persönliches Leitbild wird, zeige ich in Lebensprinzipien. Und warum es sich lohnt, groß und in Jahrzehnten zu denken, vertiefe ich in langfristig denken.

Häufige Fragen zu Lebensweisheiten

Was bedeutet „Earn with your mind, not your time“? Statt nur deine Zeit gegen Geld zu tauschen, baust du Hebel auf, die unabhängig von deiner Arbeitszeit wirken. Wer Vermögen aufbauen will, braucht Leverage – Werkzeuge, Wissen, Netzwerk und Kapital, die für dich arbeiten.

Was sind die vier Arten von Leverage? Tool-Leverage (die richtigen Werkzeuge, heute etwa KI), Product-of-Mind-Leverage (skalierbare Klone deines Wissens wie Prozesse oder Videos), People-Leverage (ein starkes Netzwerk) und Money-Leverage (investiertes Kapital).

Was heißt „a battle of will, not intellect“? Ziele werden selten durch die cleverste Idee erreicht, sondern durch Durchhaltevermögen und Biss (Grit). Wer lange genug dranbleibt und Iterationen sammelt, kommt fast immer ans Ziel.

Warum ist das Umfeld so wichtig? Weil Leistung ansteckend ist. Dein Umfeld ist einer der stärksten Faktoren für deine Entwicklung – umgib dich mit Menschen, die dich an deine Zukunft erinnern, nicht an deine Vergangenheit.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Robert Kiyosaki – Rich Dad Poor Dad: der Einstieg 2014 in Geld verdienen, sparen und investieren.
  • Robert Kiyosaki – Cashflow Quadrant: ein guter Einstieg in den Gedanken, das Geld für dich arbeiten zu lassen.
  • Michael Bungay Stanier – The Advice Trap: warum wir zu schnell Ratschläge geben, statt erst den Kontext zu verstehen.

Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zum Thema Mindset.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

Herzlich willkommen zu Folge 153: 11 Aussagen, die mein Leben verändert haben. Diese elf Aussagen sind eine Mischung aus Zitaten und eigenen Learnings, die ich über die letzten Jahre gesammelt habe. Manchmal steckt hinter einem Punkt sogar mehr als nur eine Aussage, die ich dann gebündelt habe.

In meinem Second Brain, meinem Notizbuch-System, sammle ich genau solche Dinge. Über die Jahre hat sich einiges angesammelt. Ich schaue regelmäßig in mein persönliches Leitbild und habe für diese Folge die elf Aussagen herausgepickt, bei denen ich das Gefühl habe: Das waren wirklich schwergewichtige, wichtige Learnings. Vieles davon ist auf Englisch – ich bin über die Ländergrenzen hinaus von vielen Quellen inspiriert. Das sollte kein Problem sein. Starten wir ganz vorne.

Die erste Aussage lautet: „Earn with your mind, not with your time.“ Ich bin mir nicht sicher, wo ich sie zum ersten Mal gehört habe. Der Ursprung geht wohl auf 2014 zurück, als ich zum ersten Mal „Rich Dad Poor Dad“ gelesen habe und in die Investmentwelt eingetaucht bin. Da kommen Begriffe hoch wie finanzielle Unabhängigkeit und Vermögensaufbau. Für mich waren damals drei Kompetenzen wichtig: Geld verdienen, Geld sparen und Geld investieren.

Dabei war mir wichtig: Es geht nicht um Reichtum oder darum, in Saus und Braus zu leben. Es geht um die Freiheit, alles machen zu können, was man möchte, ohne dass Geld ein begrenzender Faktor ist. Ein sehr ambitioniertes und reizvolles Ziel. Man muss mit dem Begriff vorsichtig sein – es gibt viele, die den schnellen Reichtum verkaufen, darum geht es überhaupt nicht. Aber es ist eine wertvolle Kompetenz, in dieses Thema einzutauchen.

„Earn with your mind, not with your time“ bedeutet: Lass dein Geld für dich arbeiten, statt nur deine Zeit zu verkaufen. Das sind absolute Basisgedanken. „Cashflow Quadrant“, ein zweites Buch von Robert Kiyosaki, kann ich als guten Einstieg empfehlen. Richtig viel verändert hat sich bei mir, als ich 2020 auf „The Almanack of Naval Ravikant“ gestoßen bin und erstmals mit dem Thema Leverage – also Hebel – so richtig in Berührung kam.

Eines der wichtigsten Learnings für mich: Wer Vermögen aufbauen möchte, egal in welcher Form, muss Leverage aufbauen. Das ist ein riesiges Thema und eine eigene Folge wert – ich gebe dir hier nur einen Auszug. Es gibt vier Arten von Leverage.

Die erste ist Tool-Leverage: die Axt gegen die Motorsäge. Wenn du einen Baum fällen musst, kannst du eine Axt nehmen oder eine Motorsäge. Mit den richtigen Werkzeugen fällt dir die Arbeit deutlich leichter, du bist produktiver – ein echter Hebel. Ein brandaktuelles Beispiel ist KI. Wer es schafft, dieses Tool in kurzer Zeit zu meistern, hat einen gigantischen Hebel und schafft fünf- oder zehnmal so viel wie andere.

Die zweite Form ist aus meiner Sicht die spannendste und am meisten unterschätzte: Product-of-Mind-Leverage. Im Grunde geht es darum, Klone deines Wissens zu erschaffen. Ein Beispiel: Wenn du Teamleiter bist und jedes Jahr neue Leute einstellst, durchlaufen sie einen Onboarding-Prozess. Die Definition dieses Prozesses ist ein Produkt deines Verstandes – schon der Prozess selbst ist ein Hebel. Und wenn du Onboarding-Videos aufnimmst, in denen du die Werte und die Philosophie des Teams vermittelst, ist das eine weitere Form dieses Hebels.

Mit den neuen Medien ist das einfach möglich. Manche Unternehmen haben einen internen Podcast, in dem alle Mitarbeiter interviewt werden, damit man sie besser kennenlernt – auch das ist ein Hebel. Es gibt den Satz: „Don’t repeat yourself, record yourself.“ Wenn du als Teamleiter Schulungen hältst oder Wissen weitergeben willst, kann es wertvoll sein, kurze Videos aufzunehmen, die andere immer wieder anschauen können. Ein wertvolles Thema rund um Wissensmanagement.

Die dritte Art ist People-Leverage. Das offensichtliche Beispiel ist das Netzwerk. Wenn du ein großes, florierendes Netzwerk hast, in dem du viel Vertrauen aufgebaut hast, kannst du Probleme lösen, indem du auf die richtigen Personen zugehst. Wer Geschäftsführer werden möchte und ein breites Netzwerk aus Menschen mit ähnlichen Zielen hat, kommt leichter an eine ambitionierte Stelle. Deshalb ist das Netzwerk so wichtig und wird oft unterschätzt.

Die vierte Form habe ich schon genannt: Money-Leverage – investieren, das Geld für dich arbeiten lassen. Das ist der einfachste Einstieg, dort bin ich damals gestartet. Es gibt verschiedene Formen, etwa auch über Fremdkapital. Empfehlen kann ich dir dazu eine Podcast-Folge von Naval Ravikant, die dreieinhalb Stunden geht und definitiv hörenswert ist: „How to Get Rich Without Getting Lucky“.

Das war viel Stoff für den ersten Punkt. Für mich ist das ein absolutes Fundament: finanzielle Unabhängigkeit, Vermögensaufbau, Geld verdienen, sparen und investieren – und darüber hinaus das Thema Leverage. Höre unbedingt in Navals Folge rein und schau in „The Almanack of Naval Ravikant“.

Kommen wir zur zweiten Aussage: „The easiest way to live a short and unimportant life is to consume the world around you rather than contributing to it.“ Also: Der einfachste Weg, ein unbedeutendes Leben zu führen, ist, die Welt nur zu konsumieren, statt etwas beizutragen. Ich hatte lange einen großen Drang, etwas zu produzieren. Zuerst kam der Sachbuch-Gedanke: Ich habe viel konsumiert, Vorbilder und Inspirationsquellen gesammelt. Ich bin zu einem besseren Konsumenten geworden – weg von Netflix-Serien, hin zu hochwertigen Quellen und fundiertem Wissen.

Mit der Zeit wurde der Drang größer, selbst zum Produzenten zu werden. Nicht nur abends YouTube-Videos zu konsumieren oder Bücher zu lesen, sondern selbst etwas beizutragen und mein Wissen zu teilen. Darauf komme ich bei Punkt neun noch einmal zurück.

Der dritte Punkt: „It’s just as hard to accomplish a big goal as a small goal – and it takes just as long.“ Es ist genauso schwer, ein großes Ziel zu erreichen wie ein kleines, und es dauert genauso lange. Teamleiter bei Porsche zu werden, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer im Mittelstand – das sind unterschiedliche Ziele, die komplett unterschiedliche Wege erfordern. Die Aussage lädt dazu ein, langfristig und groß zu denken. „It takes twenty years to make an overnight success.“

Groß und langfristig zu denken ist sehr selten. Lange dachte ich, es sei selbstverständlich. Heute weiß ich, wie selten es ist. Die wenigsten Menschen haben ernsthaft große Ambitionen, die sie begeistern – die meisten haben eher Respekt davor. Das Gleiche gilt für Unternehmen und Teams: Die wenigsten haben eine langfristige Vision, die sie wirklich begeistert. Reflektiere für dich: Wie groß und ambitioniert sind deine Ziele – und die deines Teams?

Punkt vier: „Sharpen ideas in the market, not in your mind.“ Marketing ist nur ein schickes Wort fürs Testen. Ich meine hier nicht die Marketingabteilung, sondern das Testen deiner Ideen. Jede Idee im Kopf musst du quasi vermarkten, also testen – egal ob es ein Projekt im Unternehmen ist, der Weg zu einem spannenden Job oder eine Geschäftsidee. Du kommst nicht drumherum, diese Ideen zu testen.

Oft warten wir mit dem Handeln, weil wir glauben, wir müssten erst mehr lernen. Aber der beste Weg zu lernen ist oft das Handeln. Ich habe mir das zu Herzen genommen und heute eine andere Einstellung: so schnell wie möglich ins Handeln kommen und Fakten sammeln. Erfolg hängt direkt an der Anzahl deiner Iterationen und Lernschleifen. Wer fünfmal so viele Schleifen dreht wie du, kommt schneller voran.

Es gibt ein schönes Buch namens „Draft No. 4″. Lange habe ich den Titel nicht verstanden. Es geht darum, wie man ein Buch schreibt, und der Autor sagt: Du brauchst vier Entwürfe – der vierte ist das Buch, die Versionen eins bis drei sind die Iterationen auf dem Weg dorthin. Das Gleiche lässt sich auf deinen Job oder eine Unternehmensgründung übertragen. Fehler zu machen ist so wertvoll, weil du dadurch eine schnellere Iterationsschleife durchläufst.

Iterieren kannst du nicht, wenn du am Schreibtisch sitzt und dir den Kopf zerbrichst, ob die Idee gut ist. Ideen sind nichts wert, nur die Umsetzung zählt. Frag dich bei jeder Idee sofort: Wie kann ich sie so schnell wie möglich testen? Testen kann heißen, mit einem Vorgesetzten zu sprechen und zu fragen, was er davon hält. Du brauchst keine volle Pitch-Präsentation. Was ist der kleinstmögliche nächste Test für deine Idee?

Punkt fünf: „Don’t apply the right advice from smart people at the wrong time.“ Ratschläge können goldwert sein, das wissen wir alle. Oft scheitern sie aber an einem Thema: Kontext. Ich habe mal auf LinkedIn geschrieben: Wenn dir jemand Ratschläge gibt, der keinen Kontext zu deinem Leben hat, spricht er nicht mit dir, sondern mit sich selbst.

Ratschläge können richtig wertvoll sein, von erfahrenen Personen. Aber ohne Kontext stimmt oft das Timing nicht. Dann wunderst du dich, warum die Umsetzung nicht funktioniert. Egal wie erfahren jemand ist: Es bleibt die Frage, ob jetzt der richtige Moment ist, diesen Rat anzuwenden. Es gibt ein schönes Buch dazu: „The Advice Trap“. Wichtig ist, nicht sofort in den Modus zu verfallen, Ratschläge zu geben – das ist übrigens auch eine Führungskompetenz. Erst zuhören, den Kontext verstehen. Die meisten geben sehr schnell Ratschläge, ohne den Kontext verstanden zu haben.

Punkt sechs: „Adventures happen to the adventurous.“ Abenteuer passieren den Abenteuern. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mir regelmäßig eine Frage zu stellen: Was ist mein nächster Bold Move? Wer sich ein spannendes und aufregendes Berufsleben wünscht, muss Bold Moves machen – Schritte wagen, bei denen andere große Augen machen und Respekt haben. Ein guter Test: Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, von dem andere dich abhalten wollten?

Ein ehemaliger Mentee sagte mir mal: „Das sind ihre Grenzen, nicht deine.“ Daran solltest du immer denken. Setz große Ziele und lass dich auf das Abenteuer ein. Ich lerne selten Menschen kennen, die unzufrieden im Job sind und sich trotzdem einen Bold Move trauen. Es gibt welche, die sagen: Ich lege mir drei Monate Rücklagen zurück und kündige dann – auch ohne zu wissen, was kommt. Vor solchen Aktionen habe ich großen Respekt, denn sie erfordern Mut und die Fähigkeit, sozialem Druck zu widerstehen. Man muss so etwas oft auch vor anderen argumentieren.

Punkt sieben – hier bündele ich drei Aussagen: „It’s a battle of will, not intellect“, „It’s hard to be the man who never gives up“ und „What did you do every day for two years that didn’t work?“ Intelligenz wird maßlos überschätzt. Eigentlich wissen wir das, und trotzdem versuchen die meisten, ihre Probleme mit cleveren Ideen zu lösen – beim nächsten Karriereschritt, der richtigen Geschäftsidee oder der Verhandlungsstrategie fürs Gehaltsgespräch.

Smarte Herangehensweisen sind wichtig, aber der goldene Weg besteht nicht darin, die eine richtige Idee zu finden, sondern Durchhaltevermögen und Biss aufzubringen – Grit. Ein starkes Gedankenspiel: Egal welches Ziel du hast – wenn du zwei Jahre lang jeden Tag daran arbeitest, glaubst du wirklich, du kommst nicht ans Ziel? In den meisten Fällen kommst du an. Es ist eine Frage des Durchhaltevermögens: dranbleiben, sich von Rückschlägen nicht beirren lassen.

Punkt acht: „Performance is contagious.“ Entwickle ein Arbeitsumfeld, das ausschließlich aus inspirierenden, beeindruckenden Kollegen besteht. Dazu passt: „Surround yourself with people who remind you more of your future than your past.“ Umgib dich mit Menschen, die dich mehr an deine Zukunft und deine Ambitionen erinnern als an deine Vergangenheit.

Dein Umfeld ist vermutlich der wichtigste Faktor für deine gesamte Entwicklung – nicht nur im Beruf, in jedem Lebensbereich. Wenn du nur eine einzige Sache umsetzt, dann diese: Sorge für ein Umfeld, das dich begeistert und beflügelt, und löse dich von einem, das dich zurückhält oder deine Werte nicht teilt. Oft haben wir Bekanntschaften, die wir nicht selbst gewählt haben, sondern die aus unserem früheren Umfeld entstanden sind. Das heißt nicht, dass du sofort alle Kontakte abbrichst und Brücken verbrennst – auf keinen Fall. Aber dein Umfeld ist der wichtigste Faktor, und du kannst es aktiv beeinflussen. Darüber habe ich schon eine eigene Folge gemacht.

Punkt neun: „Find three hobbies: one that makes you money, one that keeps you fit, and one that makes you smart.“ Diese Aussage habe ich mir vor einigen Jahren notiert. Sie greift die ersten beiden Punkte dieser Folge auf. Das Hobby, das Geld bringt, ist bei mir Mentorwerk – heute mein Vollzeit-Hobby. Fürs Fitbleiben steht das Laufen: In den ersten drei Monaten dieses Jahres bin ich bei über 50 Läufen und mehr als 300 Kilometern. Fürs Wissen steht das Lesen; auch wenn ich in diesem Jahr etwas weniger aktiv bin, stehe ich bei mehreren Büchern. Drei Hobbys, die mein Leben bestimmen – mit vielen Überschneidungen.

Punkt zehn: Wir verbringen die ersten 40 Jahre unseres Lebens damit, Gesundheit gegen Wohlstand zu tauschen, und die folgenden 40 Jahre, Wohlstand gegen Gesundheit. Aller Ehrgeiz, alle Ambitionen und Ziele sind schön, aber niemals auf Kosten der Gesundheit. Für mich sind die Basics heilig: gut schlafen, gesund essen, sportlich sein, viel Sonnenlicht, frische Luft, Pausen und Erholung – und Spaß an der ganzen Sache. Wenn du nicht gesund bist, wird alles andere irrelevant. Ein ehemaliger Mentor sagte mir: Deine Gesundheit ist eine Glaskugel – lass sie niemals fallen.

Der letzte Punkt, Nummer elf: „Your spouse marries two people – the person you are and the person you want to be. Make sure they love both.“ Dein Partner heiratet zwei Menschen: die Person, die du bist, und die, die du werden willst. Sorge dafür, dass dein Partner beide liebt. Nimm deinen Partner mit auf deine Reise. Es ist ein Problem, wenn dein Gegenüber nur dich liebt und nicht die Person, zu der du werden möchtest. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

Zu häufig scheitern Beziehungen daran, dass sich Menschen auseinanderleben – genau an diesem Punkt. Wenn du hohe Ambitionen hast und zu Hause jemand sitzt, der möchte, dass du genauso bleibst, wie du bist, sind Konflikte vorprogrammiert. Persönlichkeitsentwicklung passiert automatisch: Man ist nie die gleiche Person wie gestern oder vor einem Jahr. Man lernt neue Dinge und Menschen kennen und entwickelt sich weiter. Persönlichkeitsentwicklung ist letztlich zielorientierte Entwicklung. Deine langfristigen Ziele und Werte und die deines Partners sollten übereinstimmen. Ihr solltet die Ziele des anderen lieben – sonst sind Konflikte vorprogrammiert.

Gerade wenn dein Partner sich heute nicht so für diese Themen begeistert, ist es deine Aufgabe, ihn oder sie mit auf die Reise zu nehmen. Wenn du ständig Sätze hörst wie „Du hast dich verändert, du bist so anders geworden“, liegt es oft genau daran, dass jemand nur die Person liebt, die du warst, und nicht die, zu der du wirst. Jim Collins sagte einmal: Egal was wir erreichen – wenn wir nicht die meiste Zeit mit Menschen verbringen, die wir lieben und respektieren, können wir kein großartiges Leben führen. Da ist viel dran, und es ist ein gutes Schlusswort für diese Folge.

Das waren elf Aussagen, die mich in den letzten Jahren stark geprägt haben. Ich kann dir nur empfehlen, selbst einen Second Brain anzulegen, in dem du solche Dinge festhältst. Es ist sehr wertvoll, sich immer wieder auf seine Werte und Learnings zu besinnen, sie zu rekapitulieren und mit anderen darüber zu sprechen. Das fördert nachhaltiges Lernen. Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Lebensweisheiten: 11 Aussagen, die alles verändert haben

Über die Jahre sammle ich in meinem Second Brain Sätze, die hängen bleiben. Kleine Aussagen mit großer Wirkung. Manche sind Zitate, manche eigene Learnings.

Elf davon haben mein Denken besonders stark geprägt. In dieser Folge teile ich sie mit dir – von Leverage über Bold Moves bis zu der Frage, wen dein Partner eigentlich heiratet.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Baue Hebel auf. „Earn with your mind, not your time“ – wer Vermögen aufbauen will, braucht Leverage: Tools, Product-of-Mind, People, Money.
  • Produziere, statt nur zu konsumieren. Der einfachste Weg zu einem unbedeutenden Leben ist, die Welt nur zu konsumieren, statt etwas beizutragen.
  • Denk groß. Ein großes Ziel zu erreichen ist genauso schwer wie ein kleines – und dauert genauso lange. Also lohnt sich das große.
  • Schärfe Ideen im Markt, nicht im Kopf. Erfolg hängt an der Anzahl deiner Iterationen. Testen schlägt Grübeln.
  • Dein Umfeld ist ansteckend. „Performance is contagious.“ Umgib dich mit Menschen, die dich mehr an deine Zukunft erinnern als an deine Vergangenheit.

Die 11 Lebensweisheiten im Detail

1. „Earn with your mind, not with your time.“ Wer Freiheit und Vermögen will, muss aufhören, nur seine Zeit zu verkaufen. Der Schlüssel heißt Leverage – Hebel. Es gibt vier Arten. Tool-Leverage: die Axt gegen die Motorsäge; die richtigen Werkzeuge machen dich um ein Vielfaches produktiver (KI gehört heute genau hierher). Product-of-Mind-Leverage: die unterschätzteste Form – du erschaffst Klone deines Wissens, etwa als Onboarding-Prozess, Video oder aufgezeichnete Schulung. „Don’t repeat yourself, record yourself.“ People-Leverage: ein großes, vertrauensvolles Netzwerk löst Probleme, die du allein nicht lösen könntest. Money-Leverage: lass dein Geld für dich arbeiten – der einfachste Einstieg. Vertiefen kannst du das in „The Almanack of Naval Ravikant“.

2. „The easiest way to live a short and unimportant life is to consume the world around you rather than contributing to it.“ Der einfachste Weg zu einem unbedeutenden Leben ist reines Konsumieren. Werde vom Konsumenten zum Produzenten. Erst wurde ich zu einem besseren Konsumenten – weg von Serien, hin zu hochwertigen Quellen. Dann wuchs der Drang, selbst etwas beizutragen und mein Wissen zu teilen.

3. „It’s just as hard to accomplish a big goal as a small goal – and it takes just as long.“ Teamleiter zu werden oder Geschäftsführer im Mittelstand sind zwei völlig verschiedene Wege – aber der große ist nicht ungleich schwerer, er ist nur anders. Das lädt ein, groß und langfristig zu denken. „It takes twenty years to make an overnight success.“ Groß zu denken ist selten – die wenigsten Menschen und Unternehmen haben eine Vision, die sie wirklich begeistert.

4. „Sharpen ideas in the market, not in your mind.“ Marketing ist nur ein schickes Wort fürs Testen. Jede Idee musst du testen, statt am Schreibtisch über sie zu grübeln. Erfolg hängt direkt an der Anzahl deiner Iterationen und Lernschleifen. Wer fünfmal so viele Schleifen dreht, kommt schneller voran. „Draft No. 4″ bringt es auf den Punkt: Der vierte Entwurf ist das Buch – die Versionen davor sind die Iterationen dorthin. Frag dich bei jeder Idee: Was ist der kleinstmögliche nächste Test?

5. „Don’t apply the right advice from smart people at the wrong time.“ Ratschläge können goldwert sein und trotzdem scheitern – am fehlenden Kontext. Wenn dir jemand rät, der keinen Kontext zu deinem Leben hat, spricht er nicht mit dir, sondern mit sich selbst. Selbst ein exzellenter Rat kann heute falsch sein und in zwei Jahren richtig. Timing entscheidet. Und wer selbst rät, sollte erst zuhören und den Kontext verstehen.

6. „Adventures happen to the adventurous.“ Wer sich ein spannendes Berufsleben wünscht, muss Bold Moves machen – Schritte, bei denen andere große Augen machen. Ein guter Test: Wann hast du zuletzt etwas getan, von dem andere dich abhalten wollten? Ein ehemaliger Mentee sagte mir einmal: „Das sind ihre Grenzen, nicht deine.“ Bold Moves erfordern Mut und die Fähigkeit, sozialem Druck zu widerstehen.

7. „It’s a battle of will, not intellect.“ Intelligenz wird maßlos überschätzt. Die meisten versuchen, ihre Probleme mit der einen cleveren Idee zu lösen. Der goldene Weg ist aber nicht die perfekte Idee, sondern Durchhaltevermögen und Biss – Grit. Ein starkes Gedankenspiel: Was, wenn du zwei Jahre lang jeden Tag an deinem Ziel arbeitest – glaubst du wirklich, du kommst nicht an? Dranbleiben, sich von Rückschlägen nicht beirren lassen.

8. „Performance is contagious.“ Bau dir ein Umfeld aus beeindruckenden, inspirierenden Menschen. „Surround yourself with people who remind you more of your future than your past.“ Dein Umfeld ist vermutlich der wichtigste Faktor für deine Entwicklung – in jedem Lebensbereich. Wenn du nur eine Sache umsetzt: Sorge für ein Umfeld, das dich beflügelt, und löse dich von einem, das dich zurückhält. Das heißt nicht, sofort alle Brücken abzubrechen – aber dein Umfeld ist gestaltbar.

9. „Find three hobbies: one that makes you money, one that keeps you fit, and one that makes you smart.“ Bei mir ist Mentorwerk das Hobby, das zum Vollzeit-Projekt geworden ist. Fürs Fitbleiben steht das Laufen, fürs Wissen das Lesen. Drei Hobbys, die mein Leben tragen – mit vielen Überschneidungen zu den ersten Punkten dieser Folge.

10. „Wir tauschen die ersten 40 Jahre Gesundheit gegen Wohlstand – und die folgenden 40 Wohlstand gegen Gesundheit.“ Aller Ehrgeiz ist schön, aber niemals auf Kosten der Gesundheit. Die Basics sind heilig: gut schlafen, gesund essen, Sport, Sonnenlicht, frische Luft, Pausen. Wenn du nicht gesund bist, wird alles andere irrelevant. Deine Gesundheit ist eine Glaskugel – lass sie niemals fallen.

11. „Your spouse marries two people: the person you are and the person you want to be. Make sure they love both.“ Nimm deinen Partner mit auf deine Reise. Es wird zum Problem, wenn dein Gegenüber nur die Person liebt, die du heute bist – nicht die, zu der du wirst. Persönlichkeitsentwicklung passiert ohnehin: Niemand ist die gleiche Person wie vor einem Jahr. Eure langfristigen Ziele und Werte sollten zusammenpassen, sonst sind Konflikte vorprogrammiert. Wie Jim Collins sagt: Ohne die meiste Zeit mit Menschen zu verbringen, die wir lieben und respektieren, ist ein großartiges Leben kaum möglich.

Viele dieser Sätze tauchen auch in anderen Folgen auf. Eine ähnliche Sammlung findest du in Ideen, die dein Leben verändern. Wie aus solchen Aussagen ein persönliches Leitbild wird, zeige ich in Lebensprinzipien. Und warum es sich lohnt, groß und in Jahrzehnten zu denken, vertiefe ich in langfristig denken.

Häufige Fragen zu Lebensweisheiten

Was bedeutet „Earn with your mind, not your time“? Statt nur deine Zeit gegen Geld zu tauschen, baust du Hebel auf, die unabhängig von deiner Arbeitszeit wirken. Wer Vermögen aufbauen will, braucht Leverage – Werkzeuge, Wissen, Netzwerk und Kapital, die für dich arbeiten.

Was sind die vier Arten von Leverage? Tool-Leverage (die richtigen Werkzeuge, heute etwa KI), Product-of-Mind-Leverage (skalierbare Klone deines Wissens wie Prozesse oder Videos), People-Leverage (ein starkes Netzwerk) und Money-Leverage (investiertes Kapital).

Was heißt „a battle of will, not intellect“? Ziele werden selten durch die cleverste Idee erreicht, sondern durch Durchhaltevermögen und Biss (Grit). Wer lange genug dranbleibt und Iterationen sammelt, kommt fast immer ans Ziel.

Warum ist das Umfeld so wichtig? Weil Leistung ansteckend ist. Dein Umfeld ist einer der stärksten Faktoren für deine Entwicklung – umgib dich mit Menschen, die dich an deine Zukunft erinnern, nicht an deine Vergangenheit.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Robert Kiyosaki – Rich Dad Poor Dad: der Einstieg 2014 in Geld verdienen, sparen und investieren.
  • Robert Kiyosaki – Cashflow Quadrant: ein guter Einstieg in den Gedanken, das Geld für dich arbeiten zu lassen.
  • Michael Bungay Stanier – The Advice Trap: warum wir zu schnell Ratschläge geben, statt erst den Kontext zu verstehen.

Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zum Thema Mindset.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

Herzlich willkommen zu Folge 153: 11 Aussagen, die mein Leben verändert haben. Diese elf Aussagen sind eine Mischung aus Zitaten und eigenen Learnings, die ich über die letzten Jahre gesammelt habe. Manchmal steckt hinter einem Punkt sogar mehr als nur eine Aussage, die ich dann gebündelt habe.

In meinem Second Brain, meinem Notizbuch-System, sammle ich genau solche Dinge. Über die Jahre hat sich einiges angesammelt. Ich schaue regelmäßig in mein persönliches Leitbild und habe für diese Folge die elf Aussagen herausgepickt, bei denen ich das Gefühl habe: Das waren wirklich schwergewichtige, wichtige Learnings. Vieles davon ist auf Englisch – ich bin über die Ländergrenzen hinaus von vielen Quellen inspiriert. Das sollte kein Problem sein. Starten wir ganz vorne.

Die erste Aussage lautet: „Earn with your mind, not with your time.“ Ich bin mir nicht sicher, wo ich sie zum ersten Mal gehört habe. Der Ursprung geht wohl auf 2014 zurück, als ich zum ersten Mal „Rich Dad Poor Dad“ gelesen habe und in die Investmentwelt eingetaucht bin. Da kommen Begriffe hoch wie finanzielle Unabhängigkeit und Vermögensaufbau. Für mich waren damals drei Kompetenzen wichtig: Geld verdienen, Geld sparen und Geld investieren.

Dabei war mir wichtig: Es geht nicht um Reichtum oder darum, in Saus und Braus zu leben. Es geht um die Freiheit, alles machen zu können, was man möchte, ohne dass Geld ein begrenzender Faktor ist. Ein sehr ambitioniertes und reizvolles Ziel. Man muss mit dem Begriff vorsichtig sein – es gibt viele, die den schnellen Reichtum verkaufen, darum geht es überhaupt nicht. Aber es ist eine wertvolle Kompetenz, in dieses Thema einzutauchen.

„Earn with your mind, not with your time“ bedeutet: Lass dein Geld für dich arbeiten, statt nur deine Zeit zu verkaufen. Das sind absolute Basisgedanken. „Cashflow Quadrant“, ein zweites Buch von Robert Kiyosaki, kann ich als guten Einstieg empfehlen. Richtig viel verändert hat sich bei mir, als ich 2020 auf „The Almanack of Naval Ravikant“ gestoßen bin und erstmals mit dem Thema Leverage – also Hebel – so richtig in Berührung kam.

Eines der wichtigsten Learnings für mich: Wer Vermögen aufbauen möchte, egal in welcher Form, muss Leverage aufbauen. Das ist ein riesiges Thema und eine eigene Folge wert – ich gebe dir hier nur einen Auszug. Es gibt vier Arten von Leverage.

Die erste ist Tool-Leverage: die Axt gegen die Motorsäge. Wenn du einen Baum fällen musst, kannst du eine Axt nehmen oder eine Motorsäge. Mit den richtigen Werkzeugen fällt dir die Arbeit deutlich leichter, du bist produktiver – ein echter Hebel. Ein brandaktuelles Beispiel ist KI. Wer es schafft, dieses Tool in kurzer Zeit zu meistern, hat einen gigantischen Hebel und schafft fünf- oder zehnmal so viel wie andere.

Die zweite Form ist aus meiner Sicht die spannendste und am meisten unterschätzte: Product-of-Mind-Leverage. Im Grunde geht es darum, Klone deines Wissens zu erschaffen. Ein Beispiel: Wenn du Teamleiter bist und jedes Jahr neue Leute einstellst, durchlaufen sie einen Onboarding-Prozess. Die Definition dieses Prozesses ist ein Produkt deines Verstandes – schon der Prozess selbst ist ein Hebel. Und wenn du Onboarding-Videos aufnimmst, in denen du die Werte und die Philosophie des Teams vermittelst, ist das eine weitere Form dieses Hebels.

Mit den neuen Medien ist das einfach möglich. Manche Unternehmen haben einen internen Podcast, in dem alle Mitarbeiter interviewt werden, damit man sie besser kennenlernt – auch das ist ein Hebel. Es gibt den Satz: „Don’t repeat yourself, record yourself.“ Wenn du als Teamleiter Schulungen hältst oder Wissen weitergeben willst, kann es wertvoll sein, kurze Videos aufzunehmen, die andere immer wieder anschauen können. Ein wertvolles Thema rund um Wissensmanagement.

Die dritte Art ist People-Leverage. Das offensichtliche Beispiel ist das Netzwerk. Wenn du ein großes, florierendes Netzwerk hast, in dem du viel Vertrauen aufgebaut hast, kannst du Probleme lösen, indem du auf die richtigen Personen zugehst. Wer Geschäftsführer werden möchte und ein breites Netzwerk aus Menschen mit ähnlichen Zielen hat, kommt leichter an eine ambitionierte Stelle. Deshalb ist das Netzwerk so wichtig und wird oft unterschätzt.

Die vierte Form habe ich schon genannt: Money-Leverage – investieren, das Geld für dich arbeiten lassen. Das ist der einfachste Einstieg, dort bin ich damals gestartet. Es gibt verschiedene Formen, etwa auch über Fremdkapital. Empfehlen kann ich dir dazu eine Podcast-Folge von Naval Ravikant, die dreieinhalb Stunden geht und definitiv hörenswert ist: „How to Get Rich Without Getting Lucky“.

Das war viel Stoff für den ersten Punkt. Für mich ist das ein absolutes Fundament: finanzielle Unabhängigkeit, Vermögensaufbau, Geld verdienen, sparen und investieren – und darüber hinaus das Thema Leverage. Höre unbedingt in Navals Folge rein und schau in „The Almanack of Naval Ravikant“.

Kommen wir zur zweiten Aussage: „The easiest way to live a short and unimportant life is to consume the world around you rather than contributing to it.“ Also: Der einfachste Weg, ein unbedeutendes Leben zu führen, ist, die Welt nur zu konsumieren, statt etwas beizutragen. Ich hatte lange einen großen Drang, etwas zu produzieren. Zuerst kam der Sachbuch-Gedanke: Ich habe viel konsumiert, Vorbilder und Inspirationsquellen gesammelt. Ich bin zu einem besseren Konsumenten geworden – weg von Netflix-Serien, hin zu hochwertigen Quellen und fundiertem Wissen.

Mit der Zeit wurde der Drang größer, selbst zum Produzenten zu werden. Nicht nur abends YouTube-Videos zu konsumieren oder Bücher zu lesen, sondern selbst etwas beizutragen und mein Wissen zu teilen. Darauf komme ich bei Punkt neun noch einmal zurück.

Der dritte Punkt: „It’s just as hard to accomplish a big goal as a small goal – and it takes just as long.“ Es ist genauso schwer, ein großes Ziel zu erreichen wie ein kleines, und es dauert genauso lange. Teamleiter bei Porsche zu werden, Abteilungsleiter oder Geschäftsführer im Mittelstand – das sind unterschiedliche Ziele, die komplett unterschiedliche Wege erfordern. Die Aussage lädt dazu ein, langfristig und groß zu denken. „It takes twenty years to make an overnight success.“

Groß und langfristig zu denken ist sehr selten. Lange dachte ich, es sei selbstverständlich. Heute weiß ich, wie selten es ist. Die wenigsten Menschen haben ernsthaft große Ambitionen, die sie begeistern – die meisten haben eher Respekt davor. Das Gleiche gilt für Unternehmen und Teams: Die wenigsten haben eine langfristige Vision, die sie wirklich begeistert. Reflektiere für dich: Wie groß und ambitioniert sind deine Ziele – und die deines Teams?

Punkt vier: „Sharpen ideas in the market, not in your mind.“ Marketing ist nur ein schickes Wort fürs Testen. Ich meine hier nicht die Marketingabteilung, sondern das Testen deiner Ideen. Jede Idee im Kopf musst du quasi vermarkten, also testen – egal ob es ein Projekt im Unternehmen ist, der Weg zu einem spannenden Job oder eine Geschäftsidee. Du kommst nicht drumherum, diese Ideen zu testen.

Oft warten wir mit dem Handeln, weil wir glauben, wir müssten erst mehr lernen. Aber der beste Weg zu lernen ist oft das Handeln. Ich habe mir das zu Herzen genommen und heute eine andere Einstellung: so schnell wie möglich ins Handeln kommen und Fakten sammeln. Erfolg hängt direkt an der Anzahl deiner Iterationen und Lernschleifen. Wer fünfmal so viele Schleifen dreht wie du, kommt schneller voran.

Es gibt ein schönes Buch namens „Draft No. 4″. Lange habe ich den Titel nicht verstanden. Es geht darum, wie man ein Buch schreibt, und der Autor sagt: Du brauchst vier Entwürfe – der vierte ist das Buch, die Versionen eins bis drei sind die Iterationen auf dem Weg dorthin. Das Gleiche lässt sich auf deinen Job oder eine Unternehmensgründung übertragen. Fehler zu machen ist so wertvoll, weil du dadurch eine schnellere Iterationsschleife durchläufst.

Iterieren kannst du nicht, wenn du am Schreibtisch sitzt und dir den Kopf zerbrichst, ob die Idee gut ist. Ideen sind nichts wert, nur die Umsetzung zählt. Frag dich bei jeder Idee sofort: Wie kann ich sie so schnell wie möglich testen? Testen kann heißen, mit einem Vorgesetzten zu sprechen und zu fragen, was er davon hält. Du brauchst keine volle Pitch-Präsentation. Was ist der kleinstmögliche nächste Test für deine Idee?

Punkt fünf: „Don’t apply the right advice from smart people at the wrong time.“ Ratschläge können goldwert sein, das wissen wir alle. Oft scheitern sie aber an einem Thema: Kontext. Ich habe mal auf LinkedIn geschrieben: Wenn dir jemand Ratschläge gibt, der keinen Kontext zu deinem Leben hat, spricht er nicht mit dir, sondern mit sich selbst.

Ratschläge können richtig wertvoll sein, von erfahrenen Personen. Aber ohne Kontext stimmt oft das Timing nicht. Dann wunderst du dich, warum die Umsetzung nicht funktioniert. Egal wie erfahren jemand ist: Es bleibt die Frage, ob jetzt der richtige Moment ist, diesen Rat anzuwenden. Es gibt ein schönes Buch dazu: „The Advice Trap“. Wichtig ist, nicht sofort in den Modus zu verfallen, Ratschläge zu geben – das ist übrigens auch eine Führungskompetenz. Erst zuhören, den Kontext verstehen. Die meisten geben sehr schnell Ratschläge, ohne den Kontext verstanden zu haben.

Punkt sechs: „Adventures happen to the adventurous.“ Abenteuer passieren den Abenteuern. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mir regelmäßig eine Frage zu stellen: Was ist mein nächster Bold Move? Wer sich ein spannendes und aufregendes Berufsleben wünscht, muss Bold Moves machen – Schritte wagen, bei denen andere große Augen machen und Respekt haben. Ein guter Test: Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, von dem andere dich abhalten wollten?

Ein ehemaliger Mentee sagte mir mal: „Das sind ihre Grenzen, nicht deine.“ Daran solltest du immer denken. Setz große Ziele und lass dich auf das Abenteuer ein. Ich lerne selten Menschen kennen, die unzufrieden im Job sind und sich trotzdem einen Bold Move trauen. Es gibt welche, die sagen: Ich lege mir drei Monate Rücklagen zurück und kündige dann – auch ohne zu wissen, was kommt. Vor solchen Aktionen habe ich großen Respekt, denn sie erfordern Mut und die Fähigkeit, sozialem Druck zu widerstehen. Man muss so etwas oft auch vor anderen argumentieren.

Punkt sieben – hier bündele ich drei Aussagen: „It’s a battle of will, not intellect“, „It’s hard to be the man who never gives up“ und „What did you do every day for two years that didn’t work?“ Intelligenz wird maßlos überschätzt. Eigentlich wissen wir das, und trotzdem versuchen die meisten, ihre Probleme mit cleveren Ideen zu lösen – beim nächsten Karriereschritt, der richtigen Geschäftsidee oder der Verhandlungsstrategie fürs Gehaltsgespräch.

Smarte Herangehensweisen sind wichtig, aber der goldene Weg besteht nicht darin, die eine richtige Idee zu finden, sondern Durchhaltevermögen und Biss aufzubringen – Grit. Ein starkes Gedankenspiel: Egal welches Ziel du hast – wenn du zwei Jahre lang jeden Tag daran arbeitest, glaubst du wirklich, du kommst nicht ans Ziel? In den meisten Fällen kommst du an. Es ist eine Frage des Durchhaltevermögens: dranbleiben, sich von Rückschlägen nicht beirren lassen.

Punkt acht: „Performance is contagious.“ Entwickle ein Arbeitsumfeld, das ausschließlich aus inspirierenden, beeindruckenden Kollegen besteht. Dazu passt: „Surround yourself with people who remind you more of your future than your past.“ Umgib dich mit Menschen, die dich mehr an deine Zukunft und deine Ambitionen erinnern als an deine Vergangenheit.

Dein Umfeld ist vermutlich der wichtigste Faktor für deine gesamte Entwicklung – nicht nur im Beruf, in jedem Lebensbereich. Wenn du nur eine einzige Sache umsetzt, dann diese: Sorge für ein Umfeld, das dich begeistert und beflügelt, und löse dich von einem, das dich zurückhält oder deine Werte nicht teilt. Oft haben wir Bekanntschaften, die wir nicht selbst gewählt haben, sondern die aus unserem früheren Umfeld entstanden sind. Das heißt nicht, dass du sofort alle Kontakte abbrichst und Brücken verbrennst – auf keinen Fall. Aber dein Umfeld ist der wichtigste Faktor, und du kannst es aktiv beeinflussen. Darüber habe ich schon eine eigene Folge gemacht.

Punkt neun: „Find three hobbies: one that makes you money, one that keeps you fit, and one that makes you smart.“ Diese Aussage habe ich mir vor einigen Jahren notiert. Sie greift die ersten beiden Punkte dieser Folge auf. Das Hobby, das Geld bringt, ist bei mir Mentorwerk – heute mein Vollzeit-Hobby. Fürs Fitbleiben steht das Laufen: In den ersten drei Monaten dieses Jahres bin ich bei über 50 Läufen und mehr als 300 Kilometern. Fürs Wissen steht das Lesen; auch wenn ich in diesem Jahr etwas weniger aktiv bin, stehe ich bei mehreren Büchern. Drei Hobbys, die mein Leben bestimmen – mit vielen Überschneidungen.

Punkt zehn: Wir verbringen die ersten 40 Jahre unseres Lebens damit, Gesundheit gegen Wohlstand zu tauschen, und die folgenden 40 Jahre, Wohlstand gegen Gesundheit. Aller Ehrgeiz, alle Ambitionen und Ziele sind schön, aber niemals auf Kosten der Gesundheit. Für mich sind die Basics heilig: gut schlafen, gesund essen, sportlich sein, viel Sonnenlicht, frische Luft, Pausen und Erholung – und Spaß an der ganzen Sache. Wenn du nicht gesund bist, wird alles andere irrelevant. Ein ehemaliger Mentor sagte mir: Deine Gesundheit ist eine Glaskugel – lass sie niemals fallen.

Der letzte Punkt, Nummer elf: „Your spouse marries two people – the person you are and the person you want to be. Make sure they love both.“ Dein Partner heiratet zwei Menschen: die Person, die du bist, und die, die du werden willst. Sorge dafür, dass dein Partner beide liebt. Nimm deinen Partner mit auf deine Reise. Es ist ein Problem, wenn dein Gegenüber nur dich liebt und nicht die Person, zu der du werden möchtest. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

Zu häufig scheitern Beziehungen daran, dass sich Menschen auseinanderleben – genau an diesem Punkt. Wenn du hohe Ambitionen hast und zu Hause jemand sitzt, der möchte, dass du genauso bleibst, wie du bist, sind Konflikte vorprogrammiert. Persönlichkeitsentwicklung passiert automatisch: Man ist nie die gleiche Person wie gestern oder vor einem Jahr. Man lernt neue Dinge und Menschen kennen und entwickelt sich weiter. Persönlichkeitsentwicklung ist letztlich zielorientierte Entwicklung. Deine langfristigen Ziele und Werte und die deines Partners sollten übereinstimmen. Ihr solltet die Ziele des anderen lieben – sonst sind Konflikte vorprogrammiert.

Gerade wenn dein Partner sich heute nicht so für diese Themen begeistert, ist es deine Aufgabe, ihn oder sie mit auf die Reise zu nehmen. Wenn du ständig Sätze hörst wie „Du hast dich verändert, du bist so anders geworden“, liegt es oft genau daran, dass jemand nur die Person liebt, die du warst, und nicht die, zu der du wirst. Jim Collins sagte einmal: Egal was wir erreichen – wenn wir nicht die meiste Zeit mit Menschen verbringen, die wir lieben und respektieren, können wir kein großartiges Leben führen. Da ist viel dran, und es ist ein gutes Schlusswort für diese Folge.

Das waren elf Aussagen, die mich in den letzten Jahren stark geprägt haben. Ich kann dir nur empfehlen, selbst einen Second Brain anzulegen, in dem du solche Dinge festhältst. Es ist sehr wertvoll, sich immer wieder auf seine Werte und Learnings zu besinnen, sie zu rekapitulieren und mit anderen darüber zu sprechen. Das fördert nachhaltiges Lernen. Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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