Mitten in meiner Präsentation vibrierte es. Das Handy meines Chefs lag – wie in jedem Meeting – mit dem Display nach unten vor ihm auf dem Tisch. Er nahm es in die Hand.
„Einen Moment … Ich bin gleich wieder da.“
Er stand auf und ging aus dem Raum.
Dieser Ablauf war nichts Ungewöhnliches. Meinem Chef war es wichtig, für die Außenwelt immer abrufbereit zu sein – egal, mit wem er gerade sprach.
Doch dieses Mal war etwas anders.
Mein Coach war mit im Meeting.
In den ersten 3 Jahren meines Berufslebens hatte ich einen Business-Coach. Er war eine Ikone der Automobilindustrie. Sein souveränes Auftreten gekoppelt mit tiefer Menschenkenntnis und Empathie hat mich immer beeindruckt.
Als mein Chef den Raum verließ, sah er mich an.
„Tue das niemals.“
Stille.
„Wenn du im Berufsleben erfolgreich sein willst, musst du proaktiv sein – nicht reaktiv.
Wer an sein Handy geht, ist reaktiv und fremdbestimmt.“
Wieder, Stille.
„Und es ist respektlos.
Leg dein Handy niemals auf den Tisch. Es signalisiert: Ihr seid mir nicht so wichtig.
Es schadet der Beziehung.
Es schadet dem Vertrauen.Und Vertrauen ist dein wertvollstes Gut als Führungskraft.“
Seit diesem Moment sehe ich mein Handy mit anderen Augen. Es beeinflusst nicht nur meine Fähigkeit, selbstbestimmt zu sein, sondern hat auch Einfluss auf die Qualität meiner Beziehungen.
Mein Handy vibriert oder klingelt nicht – ich habe es ausgestellt.
Es liegt niemals auf dem Tisch.
Ich bin präsent.
Voll und ganz bei meiner Aufgabe oder meinem Gegenüber.
