„War es ein Fehler, Maschinenbau zu studieren?“
Dieser Gedanke hat mich gequält. In den ersten 2 Jahren meines Studiums war ich fleißig, gewissenhaft und gewillt gute Noten zu schreiben. Aber ich habe nicht gebrannt für die Themen. Es gab kein Leuchten in den Augen – nicht bei Konstruktion, nicht bei Strömungslehre, nicht bei Elektrotechnik.
Das änderte sich im 5. Semester, mit einer Vorlesung:
Prozessmanagement.
Von einem auf den anderen Moment öffnete sich eine faszinierende, neue Welt für mich. Plötzlich gab es dutzende Themen, die Begeisterung in mir auslösten:
Lean Management. Kaizen. 5S. KVP. Muda. Toyota Produktionssystem. Organisationsentwicklung. QM. Six Sigma.
Doch nicht nur die Themen begeisterten mich – auch der Dozent.
Es war kein Professor, sondern ein Geschäftsführer. 90 % der Zeit erzählte er Geschichten von Fehlern, gescheiterten Projekten und Erfolgen in seinem Unternehmen. Geschichten aus der Praxis, keine Theorie.
Ich habe es geliebt.
Dieser Dozent hat meine Liebe für Sachbücher geweckt. Er hat „Das Ziel“ von Eliyahu Goldratt empfohlen – ein Buch, das mich auch heute noch stark prägt.
Für die letzte Vorlesung entwickelte ich einen mutigen Plan: Ich wollte eine ganz bestimmte Frage stellen. Eine Frage, die mich Tage vorher nicht schlafen ließ. Fragen, von diesem Kaliber, verändern Berufsleben.
So auch meins.
Rückblickend war dieser Tag im Juni ein Wendepunkt für mich, ein Museumstag. Es war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Geschäftsführer von morgen.
