Inkompetenz ist das Markenzeichen der Mittelmäßigkeit. Herausragende Fähigkeiten sind Voraussetzung, um ambitionierte Ziele zu erreichen – egal, ob du Geschäftsführer werden möchtest oder deine erste Führungsrolle anstrebst.
Das Problem: Menschen neigen dazu, sich zu überschätzen.
(Die Unfähigsten sind oft die, die sich am fähigsten halten – das Paradox der Inkompetenz.)
Um die eigene Kompetenz ehrlich und objektiv einzuschätzen, entwickelte Martin Broadwell im Jahr 1969 ein Modell:
Die 4 Stufen der Kompetenz.
Auf dem Weg zum Experten durchschreitet man 4 Stufen:
Stufe 1: Unbewusste Inkompetenz
Du bist ein totaler Anfänger und weißt nicht einmal, was du nicht weißt. Dir fehlt Kompetenz und du hast kein Verständnis für deine eigene Inkompetenz.
Stufe 2: Bewusste Inkompetenz
Du bist dir deiner eigenen Inkompetenz bewusst, hast sie aber noch nicht behoben. Du weißt, dass es ein Gap gibt, das geschlossen werden muss.
Stufe 3: Bewusste Kompetenz
Du hast ein gewisses Maß an Kompetenz entwickelt, aber es erfordert bewusste Anstrengung und Konzentration. Du kannst es, aber es ist aufwendig.
Stufe 4: Unbewusste Kompetenz
Dies ist der Gipfel der Expertise. Du hast hohe Kompetenz und kannst deine Expertise ohne bewusste Anstrengung anwenden. Nur wenige Menschen erreichen jemals diese Stufe.

Dieses Modell kann dir helfen, dein Wachstum und deinen Fortschritt zu reflektieren.
Hier sind Fragen, die du dir stellen kannst, um zu bestimmen, ob du von einer Stufe zur nächsten aufgestiegen bist:
Stufe 1 zu Stufe 2:
- Bin ich mir bewusst, wie schlecht ich bei [X] bin?
- Bin ich mir bewusst, was erforderlich ist, um bei [X] zu lernen und mich weiterzuentwickeln?
Stufe 2 zu Stufe 3:
- Kann ich [X] auf einem durchschnittlichen Niveau konsequent ausführen?
- Habe ich die letzten 10 Male, wenn ich [X] gemacht habe, „Anfängerfehler“ vermieden?
Stufe 3 zu Stufe 4:
- Kann ich [X] auf einem Top-1%-Niveau mit geschlossenen Augen machen?
- Sagen mir die Leute, dass es mühelos aussieht, wenn ich [X] mache?
Die meisten Ingenieure verbringen ihr Berufsleben auf Stufe 3. Stufe 4 erfordert oft jahrelanges konzentriertes Üben.
Jeder ist irgendwann auf Stufe 1 gestartet. Inkompetenz ist keine Schwäche, sondern eine Möglichkeit zu lernen und zu wachsen.
Die höchste Form der Kompetenz besteht darin, die eigene Inkompetenz zu erkennen und aktiv daran zu arbeiten.
Nur so kannst du ein herausragendes Skillset entwickelt.
Langfristig wird dir das die meisten Türen öffnen.
