2018 steckte ich als Ingenieur tief in der Stagnation. Monatelang war mein Alltag monoton – tagein, tagaus das Gleiche. Keine Aussicht auf ein spannendes Projekt oder eine aufregende Entwicklungsperspektive.
Mein nächster Schritt war unklar. Es gab mehrere Optionen:
- Wechsel in einen größeren Mittelstand?
- Wechsel in einen Konzern?
- Selbst gründen?
Es fiel mir schwer, eine Entscheidung zu treffen. Ich wollte über jedes kleinste Detail nachdenken und jede Option prüfen, bevor ich eine Entscheidung treffen konnte.
Das ist nicht ungewöhnlich. Beim Umgang mit schweren Entscheidungen gibt es 2 Typen von Menschen:
Maximizer und Satisficer.
Maximizer streben nach der optimalen Entscheidung. Sie versuchen, alle Möglichkeiten zu vergleichen und die beste auszuwählen.
Satisficer sind pragmatischer. Sie treffen lieber eine schnelle, nicht perfekte Entscheidung.
Das Problem: Maximizer treffen keine besseren Entscheidungen – und sind durch ihr ewiges Grübeln unzufriedener mit ihrer Entscheidung als Satisficer.
Bei Amazon gibt es für dieses Problem seit langem eine Lösung – die 70% Regel. Jeff Bezos beschreibt sie im Letter to Shareholder (2017) wie folgt:
„Die meisten Entscheidungen sollten mit ca. 70% der gewünschten Informationen getroffen werden.
Wer auf 90% wartet, ist in den meisten Fällen ziemlich langsam.“
Das gab mir zu denken.
Aber es war ein zweiter Satz, der mich bekräftigt hat, eine schnelle und mutige Entscheidung zu treffen. Heute ist es ein Lebensmotto:
Triff eine Entscheidung und sorge dafür, dass es die Richtige war.
