In deinem Berufsleben gibt es einen unsichtbaren Erfolgsfaktor. Ein Faktor, der mehr über deine Zukunftschancen verrät, als dein Studienabschluss, dein Arbeitseinsatz oder deine bisherigen Erfolge.
Viele Ingenieure treten Jahrzehnte lang auf der Stelle, weil sie diesen Faktor nicht sehen. Sie geben jeden Tag ihr Bestes, ohne zu verstehen, dass ihnen ein wichtiges Element fehlt.
Ich möchte diesen blinden Fleck beseitigen.
Wie?
Mit einer Nobelpreis-würdigen Geschichte über Zitronen:
Stell dir vor, die Wirtschaft ist ein großer Marktplatz, auf dem Menschen miteinander handeln, um Güter und Dienstleistungen auszutauschen. Auf diesem Marktplatz gibt es 2 (unsichtbaren) Fäden, die die Händler und Kunden verbinden:
Vertrauen und Transaktionen.
Vertrauen gibt den Menschen die Sicherheit, miteinander Geschäfte zu machen. Wenn Menschen einander vertrauen, sind sie eher bereit, miteinander zu handeln.
Transaktionen sind die Tauschgeschäfte auf dem Marktplatz. Ein Händler gibt dem Kunden zum Beispiel ein Brot und der Kunde gibt dem Händler dafür Geld. Dieser Tausch ist eine Transaktion, von der beide Seiten profitieren: Der Kunde erhält das Brot, das er zum Essen benötigt, und der Händler bekommt das Geld, das er für seinen Lebensunterhalt braucht.
Transaktionen sind gut und wichtig für eine florierende Wirtschaft. Je mehr Vertrauen auf dem Marktplatz herrscht, desto mehr Transaktionen finden statt.
Genau für diese These hat George A. Akerlof einen Nobelpreis erhalten. Sein Aufsatz “The Market For Lemons” (Der Markt für Zitronen) ist ein Klassiker der Wirtschaftswissenschaften. Im Fokus des Artikels ist der Gebrauchtwagenmarkt und das dortige Vertrauensproblem.
Akerlof beschreibt die Dynamik auf dem Markt für Gebrauchtwagen wie folgt:
- Auto-Verkäufer haben grundsätzlich mehr Informationen über die Qualität eines Autos als Käufer.
- Es gibt unmoralische Verkäufer, die versuchen minderwertige Gebrauchtwagen (im Artikel „Zitronen“ genannt) an ahnungslose Käufer weiterzugeben.
- Die Folge: Käufer werden misstrauisch, weil sie nicht sicher sein können, ob sie ein gutes Auto oder eine „Zitrone“ kaufen.
- Und das führt unweigerlich zu weniger Transaktionen. Im worst-case sogar zum Versagen des gesamten Marktes.
Diese Dynamik gilt für die gesamte Wirtschaft, jede Branche, jeden Markt und lässt sich mit folgender Formel zusammenfassen:
Mehr Vertrauen = mehr Transaktionen.
Wenig Vertrauen = wenig Transaktionen.
Anders ausgedrückt:
Vertrauen ist das Lebenselixier der Wirtschaft.
Für deine berufliche Entwicklung gilt das Gleiche.
Das Zusammenspielt aus Vertrauen und Transaktionen ist in deinem Berufsleben in mehrfacher Hinsicht genauso relevant:
- Vertrauenswürdige Beziehungen: Wenn dein Umfeld dir vertraut, verbesserst du deine Chancen auf Beförderungen. Kollegen und Vorgesetzte werden eher bereit sein, dich für Führungsrollen zu empfehlen, wenn sie dir vertrauen.
- Reputation: Mit einer starken Reputation als vertrauenswürdige Person eröffnen sich leichter neue berufliche Chancen. Eine erstklassige Reputation führt zu höheren Gehältern und attraktiveren Jobangeboten.
- Netzwerken: Ein Netzwerk, das dir vertraut, ist ein wertvolles Asset – du profitierst von Empfehlungen, Ratschlägen und Support bei der Suche nach neuen Möglichkeiten. Ein starkes Netzwerk hilft dir dabei, von Mentoren und Experten zu lernen und dein Skillset stetig auszubauen.
Vertrauenswürdige Beziehungen, eine erstklassige Reputation und ein starkes Netzwerk führen zu mehr „Karriere-Transaktionen“ und dadurch zu besseren Entwicklungschancen.
Ohne Beziehungen, Reputation oder Netzwerk wirst du stagnieren.
Wenig Vertrauen = langsame Entwicklung.
Mehr Vertrauen = schnelle Entwicklung.
Vertrauen ist der unsichtbare Erfolgsfaktor.
Wenn du gezielt Vertrauen mit deinem Umfeld aufbaust, wird es zum Motor deiner beruflichen Entwicklung.
Podcast zum Artikel:
#157: Das unsichtbare Element | Der Vorteil emotional intelligenter Ingenieure
