Früher war mein Morgen von Hektik und Stress geprägt – Kaffee war überlebenswichtig, der Tag startete im Rückwärts-Modus: aufstehen auf die letzte Minute, getrieben von der Arbeit. Eine Morgenroutine ist das genaue Gegenteil: Du nimmst dir bewusst Zeit und Ruhe am Morgen und startest aktiv und positiv in den Tag, statt getrieben zu werden.
In dieser Folge klären wir, was eine Morgenroutine ist, warum sie so wertvoll sein kann, was sich bei mir über Jahre bewährt hat (und was wieder rausgeflogen ist) – und wie du deine eigene Routine findest.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Morgenroutine = bewusst gestalteter Start: selbst gewählt, auf deine Bedürfnisse abgestimmt, täglich umgesetzt – nicht getrieben von der Arbeit.
- Es gibt nicht die eine perfekte Routine (und auch nicht die eine perfekte Uhrzeit). Finde deinen eigenen Weg.
- Der einfachste Einstieg: den Wecker 30 Minuten früher stellen – und vorher überlegen, was du mit der gewonnenen Zeit machst.
- Aufwachen ist eine Skala von 0 bis 10: Jede kleine Handlung (Wasser, Lüften, Bett machen, Zähneputzen) bringt dich eine Stufe höher.
- Mein Kern heute: 30–45 Minuten Lesen, Glas Wasser zuerst, grüner Tee statt Kaffee, 3× pro Woche Sport am Morgen.
- Tabu am Morgen: kein Handy, kein Social Media, keine Nachrichten – die ersten Stunden gehören dir.
Morgenroutine: die Kernidee
Was eine Morgenroutine ist – und warum sie wirkt
Eine Morgenroutine ist selbst gewählt und gezielt gestaltet: Du stimmst sie auf deine eigenen Bedürfnisse ab und setzt sie täglich um. Wichtig: Es gibt nicht die eine Routine, die für jeden perfekt ist, und auch nicht die eine perfekte Uhrzeit – das „5-AM-Club“-Konzept ist kein Pflichtprogramm, finde deine eigene Zeit. Der Gewinn ist konkret: Du startest gut gelaunt und mit Ruhe in den Tag statt mit Hektik, und du kümmerst dich am Morgen um dich selbst und deine eigenen Interessen. Bei mir war genau das der Auslöser: Nach Feierabend war ich oft zu ausgelaugt für eigene Themen – der Morgen bot die perfekte, ungestörte Gelegenheit.
Wie ich zum Thema kam
2015, damals noch angestellt, stieß ich auf das Buch „The Miracle Morning“ von Hal Elrod – das hat mir die Augen geöffnet. Der erste, simple Impuls: den Wecker einfach 30 Minuten früher stellen. Plötzlich musste ich nicht mehr zurückrechnen, wann ich auf der Arbeit sein muss, sondern konnte den Morgen selbst gestalten. Die entscheidende Anschlussfrage war: Was mache ich mit der gewonnenen Zeit?
Was ich getestet habe (und was wieder rausflog)
Über die Jahre habe ich vieles ausprobiert. Journaling – fast ein Jahr lang täglich; im Rückblick spannend, aktuell aber nicht mehr Teil meiner Routine. Meditation – kein Esoterik-Thema, sondern wissenschaftlich gut belegt für Konzentration und Wachheit; mein Einstieg gelang mit der App Headspace (geführte Meditationen). In dieselbe Richtung geht Power-Napping – das ist bei mir geblieben, aber nachmittags (gegen 14 Uhr, ~20 Minuten), nicht morgens. Und der Power Walk (ursprünglich von Tony Robbins): direkt nach dem Aufstehen raus an die frische Luft – energetisierend, im Sommer stark, im Winter bei mir rausgeflogen.
Meine Morgenroutine heute
Im Zentrum steht das Lesen: 30–45 Minuten, weil ich tagsüber und abends kaum dazu komme – aber nicht direkt nach dem Aufstehen. Aufwachen ist wie eine Skala von 0 bis 10, und jede kleine Handlung bringt dich höher: Zuerst ein Glas Wasser (morgendliche Müdigkeit kommt oft von Dehydrierung), dann lüften, Bett machen (eine erste erledigte Aufgabe), Zähneputzen. Statt Kaffee trinke ich grünen Tee – angenehm beim Lesen. Dreimal pro Woche gehe ich um 7 Uhr mit einem Freund zum Sport (ich bin klar der Morgen-Typ). Dann Frühstück (selbstgemachtes Müsli), und auf der Fahrt zur Arbeit läuft die „volle Betankung“ mit Hörbüchern statt Radio und Nachrichten. Ein klares Tabu am Morgen: kein Handy, kein Social Media, keine Nachrichten – das kommt erst später am Tag.
Das Herzstück meiner Routine ist Lesen – warum es der wichtigste Meta-Skill ist, hörst du in Warum Lesen so wichtig ist. Wie du Selbstreflexion mit Journaling trainierst, vertieft die passende Folge. Und das Abend-Pendant zum bewussten Start – der saubere Tagesabschluss – ist die Shutdown-Routine aus dem Zeigarnik-Effekt.
Häufige Fragen zur Morgenroutine
Warum brauche ich eine Morgenroutine? Damit du mit Ruhe statt Hektik in den Tag startest und dich am Morgen um dich selbst und deine eigenen Interessen kümmerst – bevor die Arbeit dich treibt. Ein bewusster Start färbt auf den ganzen Tag ab: bessere Laune, mehr Fokus, weniger Stress.
Wie fange ich mit einer Morgenroutine an? Stell den Wecker 30 Minuten früher und überlege vorher, was du mit der Zeit machst (z. B. lesen, grüner Tee statt Kaffee). Starte klein und baue nach und nach aus – wichtiger als die perfekte Routine ist, dass sie zu dir passt.
Wann sollte ich aufstehen? Es gibt nicht die eine perfekte Uhrzeit. Manche schwören auf 5 Uhr, für andere passt 7 oder 8 Uhr besser. Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern dass du dir bewusst Zeit für einen guten Start nimmst und es täglich durchziehst.
Was gehört in eine gute Morgenroutine? Was zu dir passt – das ist individuell. Bewährt haben sich: ein Glas Wasser, lüften, Bett machen, Bewegung/Sport, Lesen, Meditation und der Verzicht auf Handy und Nachrichten. Teste verschiedene Bausteine und behalte, was dir Energie gibt.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Hal Elrod – The Miracle Morning: der Klassiker zum Thema und mein erster Impuls.
- Tony Robbins – Hour of Power / Power Walk: energiegeladen in den Tag starten.
- Headspace: App für geführte Meditation als Einstieg.
- „Make Your Bed“ (Admiral William McRaven): warum das Bett-Machen als erste erledigte Aufgabe zählt.
Diese Folge gehört zum Thema persönliche Entwicklung und Produktivität für Ingenieure.
Transkript
In dieser Folge geht es um das Thema Morgenroutine: Was ist überhaupt eine Morgenroutine, warum kann sie sinnvoll sein – auch für dich –, und wie sieht meine eigene Routine aus? Ich erzähle auch, wie ich auf das Thema gestoßen bin und welche Erfahrungen ich über die Jahre gemacht habe.
Ich weiß nicht, wie dein Morgen heute aussieht. Meiner war früher von Hektik und Stress geprägt – Kaffee war damals überlebenswichtig. Eine Morgenroutine ist das Gegenteil: Du nimmst dir bewusst Zeit und Ruhe am Morgen, um positiv und stark in den Tag zu starten, und planst die ersten Stunden bewusst. Auf dieses Thema bin ich 2015 gestoßen, durch das Buch „The Miracle Morning“ von Hal Elrod – das hat mir die Augen geöffnet. Seitdem begleitet mich das Thema ununterbrochen, mit einigen Variationen.
Was heißt Morgenroutine? Sie ist selbst gewählt und gezielt gestaltet – abgestimmt auf deine eigenen Bedürfnisse. Es gibt nicht die eine Routine, die für jeden perfekt ist, und auch nicht die eine perfekte Uhrzeit. Es gibt zwar den „5 AM Club“, aber das ist kein Pflichtprogramm; du musst deine eigene Zeit finden. Wichtig ist, dass eine Routine täglich umgesetzt wird und langfristig orientiert ist – nichts, was du einmal machst. Und der Gewinn ist real: Du startest mit Ruhe statt Hektik in den Tag und kümmerst dich um dich selbst. Bei mir war das damals sehr wichtig: Ich bin morgens auf die letzte Minute aufgestanden, kam abends ausgelaugt nach Hause und hatte keine Energie mehr für eigene Themen. Der Morgen bot die perfekte, ruhige Gelegenheit, an meinen eigenen Themen zu arbeiten und voranzukommen.
Der erste Impuls aus dem Buch war, den Wecker einfach 30 Minuten früher zu stellen – statt 6:45 Uhr dann 6:15 Uhr. Plötzlich musste ich nicht mehr zurückrechnen, wann ich auf der Arbeit sein muss, sondern konnte den Morgen selbst gestalten. Früher hatte ich von jemandem gehört, der morgens in Ruhe eine Kanne Tee trinkt und sich Zeit nimmt – das kam mir damals absurd vor. Mit dem Buch machte es klick. Dann stellte sich die Frage: Was mache ich mit der gewonnenen Zeit? Hal Elrod gibt viele Möglichkeiten an die Hand.
Einiges habe ich getestet. Erstens Journaling: ein Tagebuch führen, in dem du morgens ein paar Fragen beantwortest oder einfach drauflosschreibst – was beschäftigt dich, was willst du erreichen, was sind die Ziele des Tages. Es gibt freie Notizbücher und solche mit vorgefertigten Fragen. Das habe ich fast ein Jahr lang gemacht; im Rückblick ist es spannend, alte Einträge zu lesen, aktuell mache ich es aber nicht mehr. Zweitens Meditation: kein Esoterik-Thema, sondern aus wissenschaftlicher Sicht sehr fundiert – gut fürs Gehirn, für Konzentration und Wachsamkeit. Meine ersten Schritte habe ich mit der App Headspace gemacht (geführte Meditationen, wahlweise zehn Minuten, eine Viertelstunde oder länger). In dieselbe Richtung geht Power-Napping: Das ist fester Bestandteil meines Tages geworden – allerdings nachmittags gegen 14 Uhr für etwa 20 Minuten, nicht morgens. In manchen Schulen, vor allem in den USA, gibt es solche kurzen Erholungsphasen, um die Konzentration wieder aufzubauen. Drittens der Power Walk, ursprünglich von Tony Robbins: Du ziehst dir direkt nach dem Aufstehen die Schuhe an und gehst eine Runde an die frische Luft, mit ein paar Atemübungen. Danach bist du wirklich energetisiert. Aktuell ist das bei mir rausgeflogen, im Sommer mache ich es aber gerne. Generell lege ich Wert auf frische Luft nach dem Aufstehen – einmal lüften, um wach zu werden.
Wie sieht meine Morgenroutine heute aus? Im Zentrum steht das Lesen, denn abends und tagsüber komme ich kaum dazu. Die Bücher lese ich morgens 30 bis 45 Minuten – aber nicht direkt nach dem Aufstehen. Im Buch wird der Aufwachprozess als Skala beschrieben: Beim Aufstehen bist du bei Stufe eins, und jede kleine Maßnahme bringt dich Richtung Stufe zehn. Das Erste, was ich mache, ist ein Glas Wasser trinken – morgendliche Müdigkeit kommt meist von Dehydrierung. Dann lüften, das Bett machen (ich hatte mal einen Vortrag aus dem militärischen Kontext gehört, dass man morgens als Erstes das Bett machen sollte, weil man damit gleich eine Aufgabe erledigt hat) und Zähneputzen. Kaffee trinke ich morgens nicht mehr, sondern grünen Tee – das stammt aus meiner intensiven Beschäftigung mit Ernährung und Gesundheit und passt gut zum Lesen. Dreimal die Woche treffe ich mich mit einem Kumpel zum Sport: um sieben Uhr im Fitnessstudio. Für mich ist der Morgen klar die beste Sportzeit, auch wenn viele sagen, das sei nicht ihr Zeitraum. Beim Frühstück gibt es selbstgemachtes Müsli, und auf der Fahrt zur Arbeit kommt die volle Betankung mit Hörbüchern statt Radio und Nachrichten – Ideen und Inspiration holen, über den Tellerrand schauen, offen bleiben für neue Gedanken. Ein weiterer wichtiger Punkt: kein Handy, kein Social Media, kein Laptop am Morgen. Viele öffnen als erste Aktion des Tages WhatsApp und Co. – bei mir ist das tabu, das kommt erst später.
Wenn ich dir etwas mitgeben kann: Falls du dich noch nie mit dem Thema befasst hast, lohnt sich das Buch „The Miracle Morning“, oder schau dir Videos dazu an; auch Tony Robbins‘ „Hour of Power“ geht in dieselbe Richtung. Mein Tipp zum Start: Stell den Wecker 30 Minuten früher und überlege vorher, was du machen willst – etwa Tee kochen und ein Buch lesen, das du schon lange lesen wolltest. Und denk daran: Es gibt nicht die eine richtige Morgenroutine. Der eine führt morgens ein Tagebuch, der andere meditiert, für mich ist es das Lesen, für dich vielleicht Sport. Finde deinen eigenen Weg und teste, was für dich am besten funktioniert. Liebe Grüße, dein Tim.
