Die meisten Präsentationen sind erschreckend schlecht – Folienschlachten, winzige Schrift, ein Vortragender, der seine Slides vorliest. Dabei reicht eine einfache Faustregel, um sofort über dem Standard zu liegen.
In dieser Folge bekommst du die 10-20-30-Regel von Guy Kawasaki: drei simple Vorgaben, mit denen du die Aufmerksamkeit deines Publikums hältst – auf der großen Bühne genauso wie im Meeting.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die 10-20-30-Regel stammt von Guy Kawasaki (Ex-Apple, Investor), der unzählige schlechte Pitches gesehen hat: 10 Folien, 20 Minuten, Schriftgröße 30.
- 10 Folien: Mehr als zehn Konzepte kann ein Mensch in einer Präsentation kaum aufnehmen. Keine Folienschlacht.
- 20 Minuten: Die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums ist begrenzt (wie bei TED-Talks). Hast du mehr Zeit, nutze den Rest für Fragen und Diskussion.
- Schriftgröße 30: Zwingt dich, das Wesentliche in wenige Worte zu fassen – statt Text vorzulesen. Vorbild: Steve Jobs mit Bildern statt Textwüsten.
- Inhalt zuerst: Die Regel rettet keinen schlechten Inhalt – sie hilft, eine gute Botschaft wirksam zu verkaufen.
- Besser wirst du nur durch Übung: Melde dich freiwillig, spring ins kalte Wasser, hol dir Feedback.
Die 10-20-30-Regel im Detail
Woher die Regel kommt. Guy Kawasaki, früher bei Apple, heute Investor, sieht ständig Pitches von Gründern, die Kapital suchen – und stellt fest, wie niedrig der Standard ist. Daraus entstand seine simple Faustregel für jede Präsentation. Wichtig vorab: Es geht um die Form. Ist dein Inhalt schwach, rettet auch die beste Präsentation wenig. Setzt du aber eine gute Botschaft voraus, hilft dir die Regel, sie zu verkaufen, ohne die Aufmerksamkeit zu verlieren.
10 – zehn Folien. Zehn ist die optimale Folienzahl für eine Präsentation. Ein normaler Mensch tut sich schwer, mehr als zehn Konzepte auf einmal zu verstehen. Folienschlachten sind nie gut – zehn Folien sind die Grundvoraussetzung dafür, dass du nicht mit einer Materialschlacht startest.
20 – maximal zwanzig Minuten. Du kannst nicht erwarten, dass die Aufmerksamkeitsspanne deines Publikums länger als rund zwanzig Minuten trägt – nicht ohne Grund dauern TED-Talks maximal zwanzig Minuten. Hast du eine Stunde Zeit, präsentiere trotzdem nur zwanzig Minuten und gestalte den Rest aktiv mit dem Publikum: Fragen, Diskussion, Hypothesen in den Raum werfen.
30 – Schriftgröße 30. Der Graus jeder Präsentation ist Schriftgröße 10: winziger Text, viel zu viel auf einer Folie, dazu ein Vortragender, der vorliest. Eine große Schrift erzwingt das Gegenteil – du musst das Wesentliche in wenigen Worten zusammenfassen. Das zwingt dich, die Kernpunkte vorher wirklich zu durchdenken und herunterzubrechen, statt Text hineinzukopieren und abzulesen. Allein das verbessert die Qualität enorm. Das Paradebeispiel ist Steve Jobs: oft nur ein großes Bild, eine Überschrift – manchmal gar kein Text.
Auch im Meeting. Die Regel gilt nicht nur für die große Bühne. Wenn du im Meeting einen Zwischenstand reportest oder Ergebnisse präsentierst, gelten dieselben Prinzipien: keine Folienschlacht, kurz und bündig, das Wesentliche, maximal zwanzig Minuten. Und Auftreten, Stimme und Selbstbewusstsein verbesserst du nur durch Übung – also melde dich proaktiv, auch wenn dich niemand gefragt hat, und bitte hinterher um Feedback.
Wie du im Job dieselbe Bühne nutzt, um deine Ergebnisse überzeugend zu verkaufen, hörst du in Überzeugend präsentieren. Wie du komplexe Dinge auf den Punkt bringst, vertiefe ich in Verständlich erklären. Und warum „ins kalte Wasser springen“ der schnellste Weg zu Souveränität ist, zeigt Komfortzone verlassen.
Häufige Fragen zum Präsentieren
Was ist die 10-20-30-Regel? Eine Faustregel von Guy Kawasaki für gute Präsentationen: maximal 10 Folien, maximal 20 Minuten Vortrag und mindestens Schriftgröße 30. Sie sorgt dafür, dass du dich aufs Wesentliche konzentrierst und die Aufmerksamkeit des Publikums hältst.
Wie viele Folien sollte eine Präsentation haben? Höchstens zehn. Mehr als zehn Konzepte kann ein Publikum in einer Präsentation kaum aufnehmen. Weniger ist fast immer besser als eine Folienschlacht.
Wie lange sollte ein Vortrag dauern? Maximal rund zwanzig Minuten – so lange trägt die Aufmerksamkeitsspanne zuverlässig (daher auch die Länge von TED-Talks). Steht mehr Zeit zur Verfügung, nutze sie für Fragen und Diskussion statt für mehr Folien.
Wie werde ich besser im Präsentieren? Vor allem durch Übung. Melde dich freiwillig, wenn sich die Gelegenheit ergibt, spring ins kalte Wasser und bitte danach gezielt um Feedback. Die 10-20-30-Regel gibt dir die Struktur, ab der ersten Minute über dem Standard zu liegen.
Diese Folge gehört zum Thema Kommunikation.
Transkript
In dieser Folge geht es ums Präsentieren – ein Thema, das in diesem Podcast bisher etwas unterrepräsentiert war: Vorträge halten, besser präsentieren. Ich gebe dir eine einfache Faustregel mit an die Hand, die 10-20-30-Regel. Wenn ich auf meine Zeit an der Uni und im Berufsleben zurückblicke, habe ich dutzende schreckliche Präsentationen erlebt. Mich erschreckt immer wieder, wie niedrig der Standard ist – egal, ob man die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnt oder nicht. Ich muss selbst viel präsentieren und habe viel ausprobiert. Natürlich gehört Übung dazu, einfach mal ins kalte Wasser zu springen und vor vielen Menschen vorzutragen. Aber diese eine simple Faustregel hat mir immer wieder geholfen.
Wichtig: Ich teile das gedanklich in zwei Teile. Wenn dein Inhalt schlecht ist, rettet ihn auch die beste Präsentation nicht. Ich setze also voraus, dass du etwas Inhaltliches, eine Botschaft hast – und jetzt geht es darum, diese Botschaft zu verkaufen, ohne die Aufmerksamkeit des Publikums zu verlieren. Die 10-20-30-Regel stammt nicht von mir, sondern von Guy Kawasaki, einem früheren Apple-Mitarbeiter, der heute als Investor aktiv ist. Er stellt immer wieder fest, wie erschreckend niedrig der Standard bei Pitches ist – wenn Gründer ihren Business Case vor Investoren vorstellen. Daraus entstand diese simple Regel.
Die 10 steht für zehn Folien. Du hörst richtig: zehn Folien sind die optimale Anzahl für deine Präsentation. Ein normaler Mensch tut sich schwer, mehr als zehn Konzepte zu verstehen. Folienschlachten sind nie gut. Das ist die erste Voraussetzung, damit du nicht mit einer Materialschlacht startest.
Das geht einher mit Punkt zwei, der 20: zwanzig Minuten. Vielleicht hast du schon TED-Talks gesehen – super spannende, inspirierende Kurzvorträge. Ein TED-Talk dauert nicht ohne Grund maximal zwanzig Minuten: Man kann einfach nicht erwarten, dass die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums länger trägt. Wenn du meinst, das ausreizen und eine halbe oder ganze Stunde vortragen zu wollen, tust du das auf eigene Gefahr. Hast du zum Beispiel eine Stunde Zeit, dann verwende trotzdem nur zwanzig Minuten für die eigentliche Präsentation und gestalte den Rest aktiv mit dem Publikum – über Fragen, über Diskussion.
Der dritte Punkt ist die Schriftgröße 30. Jeder kennt den Graus: Schriftgröße 10, super kleiner Text, unglaublich viel auf einer Folie – und dann liest der Vortragende die Folien auch noch vor. Eine große Schriftart sorgt nicht nur dafür, dass man den Text lesen kann, sie erzwingt vor allem, das Wesentliche in wenigen Worten zusammenzufassen. Das zwingt dich, die Schlüsselpunkte vorher zu durchdenken und herunterzubrechen – statt Text hineinzukopieren und abzulesen. Dadurch verbesserst du zwangsweise die Qualität deiner Präsentation. Das Paradebeispiel ist Steve Jobs: oft nur ein großes Bild, vielleicht in Kombination mit einer Überschrift oder einem Wort – manchmal ganz ohne Text.
Diese drei Punkte – zehn Folien, zwanzig Minuten, Schriftgröße 30 – sind super simpel. Wenn du sie einhältst, kann ich dir garantieren, dass du die Aufmerksamkeitsspanne deines Publikums aufrechterhältst. Dazu gehören natürlich auch dein Auftreten, deine Stimme und dein Selbstbewusstsein – das verbesserst du nur durch Übung. Aber den Foliensatz kannst du von Anfang an genial gestalten.
Schreib dir diese Regel irgendwo hin, wenn du eine Präsentation oder einen Vortrag halten musst. Das kann auch etwas Simples sein – eine Besprechung, ein Meeting, in dem du deinem Chef einen Zwischenstand reportest. Auch da gilt: keine Papier- und Folienschlacht, kurz und bündig, maximal zwanzig Minuten, das Wesentliche, Schriftgröße 30. Wo dir die Bühne geboten wird und du als Redner fungierst, solltest du diese Regel beachten.
Ich würde dir in jedem Fall empfehlen: Wenn sich irgendwo die Möglichkeit ergibt, die Hand zu heben und eine Präsentation zu machen, mach es. Selbst wenn gerade keine ansteht, gibt es immer Möglichkeiten, dich proaktiv und freiwillig zu melden – damit du selbstsicherer wirst und souveräner auftrittst. Bitte im Nachgang auch um Feedback, etwa vom Chef oder von Kollegen im Raum, um dich zu verbessern. Spring ins kalte Wasser, auch wenn es außerhalb deiner Komfortzone ist. Und schau dir online die Vorträge von Steve Jobs an, etwa die Vorstellung des ersten iPhones – diese Präsentationen waren nicht ohne Grund so stark, sie haben unter anderem genau diese Regel eingehalten. Ich hoffe, du konntest einiges mitnehmen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.
