Geschäftsführer zu werden ist kein Zufall und kein Glücksfall – es ist ein Entwicklungsweg, den du gezielt gehen kannst. „Geschäftsführer der Zukunft“ meint dabei nicht nur den zeitlichen Aspekt, sondern eine moderne, menschenzentrierte Auslegung von Führung: der Chef werden, den du dir selbst wünschen würdest.
In dieser Folge zeige ich dir die fünf Phasen auf dem Weg in die Gesamtverantwortung – von der ersten Eigeninitiative bis zur Geschäftsführer-Persönlichkeit, die ein Unternehmen ganzheitlich zum Erfolg führt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Warum dieses Ziel? Aktiv gestalten, strategische und vielseitige Aufgaben, mehr positiver Einfluss, maximales persönliches Wachstum (kein Stillstand) – und ein attraktives Einkommen.
- Phase 1 – Proaktivität: Gestalte deine Entwicklung unabhängig von äußeren Einflüssen (Circle of Influence, Stephen Covey). Das Fundament des ganzen Weges.
- Phase 2 – Souveränes Auftreten: Akzeptanz und Respekt gewinnen – über Erscheinungsbild, Einstellung und Rhetorik (auch gegenüber älteren Kollegen).
- Phase 3 – Eigener Führungsstil: authentisch führen. „Führung ist eine Kunst, keine Wissenschaft“ – plus Ziele, Prioritäten und eine Kommunikationsroutine.
- Phase 4 – Strategisch arbeiten: raus aus dem Hamsterrad, delegieren lernen und vor allem den Denkhorizont erweitern (Jeff Bezos denkt in 7-Jahres-Zyklen).
- Phase 5 – Geschäftsführung: Unternehmenskultur prägen (top-down), Systeme für Profitabilität und ein A-Team im Führungskreis aufbauen.
Geschäftsführer werden: die Kernidee
Warum Geschäftsführer werden ein attraktives Ziel ist
Die Motivation ist bei vielen ähnlich: aktiv mitgestalten und ganzheitlich an der Entwicklung eines Unternehmens mitwirken, strategische und abwechslungsreiche Aufgaben, Selbstbestimmung und Flexibilität, mehr positiver Einfluss und Vorbildwirkung – und nicht zuletzt maximales persönliches Wachstum. Wer dieses Ziel ernsthaft verfolgt, wird vieles erleben, aber eines nicht: Stillstand. Dazu kommen ein attraktives Einkommen sowie Anerkennung und Wertschätzung. „Geschäftsführer der Zukunft“ heißt vor allem: die Art von Chef werden, die du dir selbst wünschen würdest.
Phase 1: Proaktivität
Der Ausgangspunkt ist und bleibt Proaktivität. Wer auf Eigeninitiative verzichtet, kann diesen Weg gar nicht erst starten. Weg vom reaktiven Denken (andere geben dir Aufgaben, das Umfeld bestimmt deine Situation) hin dazu, deine Entwicklung unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Ein gutes Modell dahinter ist Stephen Coveys Circle of Influence vs. Circle of Concern: Fokus auf das, was du wirklich beeinflussen kannst. Konkret heißt das: einen Karriere-Aktionsplan erstellen und die ersten Schritte gehen, statt auf das nächste Mitarbeitergespräch zu warten; Projekte aus Eigeninitiative starten, Ideen einbringen und sichtbar sein. Das ist die Basis – denn als Geschäftsführer sagt dir niemand mehr, wie du das Unternehmen steuern sollst.
Phase 2: Souveränes Auftreten
Sobald du mehr Verantwortung übernimmst – gerade in jungen Jahren –, wird souveränes Auftreten wichtiger. Die häufige Frage: Wie werde ich mit meiner Verantwortung respektiert, auch von älteren Mitarbeitern? Es beginnt beim Erscheinungsbild (Kleidung, Körperhaltung) – ein gutes Beispiel ist die sichtbare Transformation von Jeff Bezos über die Jahre –, geht über die innere Einstellung und reicht bis zu überzeugender Rhetorik und wirksamer Kommunikation. Fehlt das, hast du das Gefühl, dass dir ständig Steine in den Weg gelegt werden.
Phase 3: Den eigenen Führungsstil entwickeln
Mit mehr Verantwortung (Projekt- oder Teamleitung) kommt die Frage nach dem eigenen Führungsstil. Führung ist eine Kunst, keine Wissenschaft – es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern es geht darum, einen authentischen Stil zu entwickeln. Dazu gehören die Grundlagen erfolgreicher Teamführung: klare Ziele und Prioritäten, ein gemeinsames Bild im Team, eine durchdachte Team-Organisation (Meetings, Strukturen, Absprachen) – und, oft vergessen, eine feste Kommunikationsroutine (Mitarbeitergespräche, alle abholen).
Phase 4: Strategisch arbeiten
Wenn du in Projekten und in der Teamleitung Erfolge erzielst, kommt die Frage: Wie trage ich aktiver zur strategischen Entwicklung bei – und wie verlasse ich das Hamsterrad des Tagesgeschäfts? Dazu musst du delegieren lernen und Systeme aufsetzen. Das Wichtigste ist, den eigenen Denkhorizont zu erweitern. Steve Jobs wählte bei NeXT seine Führungskräfte vor allem nach ihrem Denkhorizont aus. Die meisten Menschen denken im Wochen- oder sogar Tagesrhythmus; ein Monats-Horizont ist selten, ein Jahres-Horizont sehr selten. Jeff Bezos denkt in 7-Jahres-Zyklen. Wer als Führungskraft nur einen Monat weit denkt, begrenzt automatisch sein Team. Hinzu kommt das Verständnis für Unternehmensentwicklung und Change-Management.
Phase 5: Die Geschäftsführung
In der Gesamtverantwortung vereinst du alles Vorherige – und zwei Aufgaben rücken in den Vordergrund. Erstens die Unternehmenskultur: Sie ändert sich immer zuletzt und entsteht top-down – als Geschäftsführer prägst du sie. Zweitens Systeme und Strukturen für Management, Kontrolle und Profitabilität. Dazu gehört, den Führungskreis und ein A-Team aufzubauen und den ganzheitlichen Blick zu behalten.
Wie lange dauert das?
Wie beim Medizinstudium (fünf bis zehn Jahre, bevor man praktiziert) braucht auch dieser Weg Zeit – aber er kann schnell gehen. Nicht 30 Jahre: Mit dem richtigen Umfeld und konsequenter Proaktivität von Anfang an sind auch deutlich kürzere Wege möglich.
Der Weg dorthin baut auf zwei früheren Schritten auf: Wie du überhaupt in die erste Führungsrolle kommst, zeigt Führungskraft werden; die Akzeptanz aus Phase 2 vertieft Souverän auftreten. Für Phase 4 hilft Richtig delegieren, und wie eine Geschäftsführer-Persönlichkeit am Ende denkt, zeigt CEO Mindset.
Häufige Fragen zum Thema Geschäftsführer werden
Wie wird man Geschäftsführer? Über einen Entwicklungsweg in fünf Phasen: Proaktivität, souveränes Auftreten, einen eigenen Führungsstil, strategisches Arbeiten und schließlich die ganzheitliche Geschäftsführung. Jede Phase baut auf der vorherigen auf – der Einstieg ist immer die Proaktivität.
Welche Fähigkeiten braucht ein Geschäftsführer? Eigeninitiative, souveränes Auftreten und Kommunikation, einen authentischen Führungsstil, strategisches Denken mit langem Denkhorizont sowie die Fähigkeit, Unternehmenskultur, Systeme und ein Führungsteam aufzubauen. Fachliche Tiefe ist dabei nicht der entscheidende Hebel.
Wie lange dauert es, Geschäftsführer zu werden? Es gibt keinen festen Zeitrahmen – wie ein Medizinstudium braucht es Jahre, kann aber deutlich schneller gehen als die oft angenommenen Jahrzehnte. Entscheidend sind das richtige Umfeld und konsequente Proaktivität von Anfang an.
Was bedeutet „Geschäftsführer der Zukunft“? Nicht nur den zeitlichen Aspekt, sondern eine moderne, menschenzentrierte Auffassung von Führung: der Chef zu werden, den man sich selbst wünschen würde, und so Vorbild für andere zu sein.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
Stephen Covey – Die 7 Wege zur Effektivität: Circle of Influence vs. Circle of Concern als Fundament der Proaktivität.
Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Unternehmensführung.
Diese Folge gehört zum Thema unternehmerisch denken & gründen, Führung & Leadership und Karriere als Ingenieur.
Ob sich ein MBA für Ingenieure lohnt, erfährst du im Leitfaden.
Transkript
Herzlich willkommen zur Episode 43. In dieser Folge geht es um das Thema Geschäftsführer werden – genauer: wie du Geschäftsführer beziehungsweise „Geschäftsführer der Zukunft“ werden kannst. In meinem LinkedIn-Profil steht „Ich entwickle die Geschäftsführer der Zukunft“, und ich werde oft gefragt, was dahintersteckt. Ich gebe dir heute Einblick in die Eckpfeiler – in fünf Phasen, die wir gemeinsam durchgehen. Doch zuerst: Warum ist „Geschäftsführer der Zukunft werden“ überhaupt ein attraktives Ziel?
Bei mir war es so: Ich hatte von vornherein den Drang, aktiv mitzugestalten und an der ganzheitlichen Entwicklung eines Unternehmens mitzuwirken – das Gefühl, etwas zu bewegen, strategische und vielseitige Aufgaben. Dazu kam die Selbstbestimmung: ein abwechslungsreicher Alltag mit Freiräumen und Flexibilität. Aus meinem familiären Hintergrund kannte ich das von einem Geschäftsführer und Unternehmer und fand diese Freiheit immer sehr reizvoll. Ein weiterer Punkt: In dieser Rolle hat man mehr positiven Einfluss, kann stärker Vorbild sein und etwas schaffen, das andere Menschen positiv beeinflusst. Andere zu inspirieren, zu motivieren und Potenziale zu entfalten, ist für viele ganz wichtig. Der Weg zum Geschäftsführer ist außerdem ein Weg des persönlichen Wachstums: Wenn du dieses Ziel verfolgst – egal in welchem Zeithorizont –, warten viele spannende Themen, und du wirst keinen Stillstand erleben. Dazu kommen ein attraktives Einkommen sowie Anerkennung und Wertschätzung. Mit „Geschäftsführer der Zukunft“ meine ich nicht nur den zeitlichen Aspekt, sondern eine moderne Auslegung von Führung – eine, die den Menschen in den Fokus stellt. Frag dich einfach: Welchen Chef würdest du dir wünschen? Als Geschäftsführer kannst du genau dieser Chef werden.
Jetzt die fünf Phasen. Der erste Punkt – der zentrale – ist Proaktivität. Die Ausgangsfrage lautet oft: Wie beschleunige ich meine Entwicklung und übernehme mehr Verantwortung? Der Ausgangspunkt bleibt Proaktivität. Wer keine Eigeninitiative zeigt, kann diesen Weg nicht starten. Weg vom reaktiven Denken, bei dem andere die Aufgaben geben und das Umfeld deine Situation bestimmt, hin zu der Denkweise, deine Entwicklung unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Ein gutes Konzept dahinter ist der Circle of Influence von Stephen Covey (neben dem Circle of Concern): Lege den Fokus nicht auf die Dinge im Umfeld, die du nicht beeinflussen kannst, sondern auf die, auf die du wirklich Einfluss hast. Konkret: Überleg dir, wie dein nächster Karriereschritt aussieht, erstelle einen Aktionsplan und geh die ersten Schritte – statt zu hoffen, dass der Chef dich im nächsten Mitarbeitergespräch befördert. Das Gleiche gilt für die Arbeitsweise: Projekte aus Eigeninitiative starten, Ideen einbringen, sichtbar sein und mit den wichtigen Stakeholdern im Austausch sein. Das ist die Basis – denn als Geschäftsführer gibt es niemanden mehr, der dir sagt, wie du das Unternehmen steuern sollst; du musst aus eigener Initiative Systeme, Prozesse und eine Kultur aufbauen.
Wenn du die ersten Schritte gehst und mehr Verantwortung übernimmst, wird – gerade wenn du relativ jung bist – das souveräne Auftreten wichtiger. Ich werde oft gefragt: Wie gehe ich mit älteren Mitarbeitern um, wie werde ich mit meiner Verantwortung respektiert, vielleicht schon in der ersten Führungsrolle? Souveränes Auftreten beginnt beim Erscheinungsbild – bei Kleidung und Körperhaltung. Schau dir als Beispiel die Transformation von Jeff Bezos an (etwa 1998 im Vergleich zu 2017) – dann weißt du, was ich mit unterschiedlichem Erscheinungsbild meine. Präsenz auszustrahlen ist ein wichtiger Faktor, an dem man arbeiten kann. Es beginnt mit dem Erscheinungsbild, geht über die innere Einstellung und reicht bis zu überzeugender Rhetorik und wirksamer Kommunikation. Das ist am Ende der Schlüssel dafür, dass auch ältere Mitarbeiter deine Führungsrolle akzeptieren und du Respekt gewinnst. Fehlt das, hast du das Gefühl, dass dir ständig Steine in den Weg gelegt werden und du dich abrackerst, ohne Ergebnisse zu erzielen.
Hast du diesen Schritt gemeistert, kommt die nächste Thematik: den eigenen Führungsstil entwickeln. Je mehr Verantwortung du übernimmst – in der Projekt- oder Teamleitung –, desto wichtiger wird das. Führung ist eine Kunst, keine Wissenschaft: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern es geht darum, deinen authentischen Führungsstil zu entwickeln. Dazu gehören Grundlagen: Wenn du ein Team erfolgreich führen willst, musst du Ziele und Prioritäten setzen und ein gemeinsames Bild im Team aufbauen. Dazu kommt die Team-Organisation: Wann und wie finden Meetings statt, wie sind Strukturen und Absprachen geregelt? Und ganz wichtig, oft vergessen: eine Kommunikationsroutine – wie führst du Mitarbeitergespräche, wie holst du alle ab?
Wenn du das perfektioniert und in Projekten und der Teamleitung Erfolge erzielt hast, stellt sich die Frage: Wie trage ich aktiver zur strategischen Entwicklung des Unternehmens bei? Und: Wie verlasse ich das Hamsterrad des Tagesgeschäfts? Viele streben in die Geschäftsführung, weil sie strategisch arbeiten und aktiv mitgestalten wollen. Wichtig wird hier das Delegieren – Systeme aufsetzen, richtig delegieren. Das Wichtigste aber ist, langfristiges und strategisches Denken zu fördern. Es gibt eine Story von Steve Jobs: Nachdem er bei Apple herausgedrängt wurde und NeXT gründete, nahm er viele sehr kompetente Leute mit. Sein entscheidendes Kriterium, wer Führungskraft wird, war der Denkhorizont. Aus eigener Erfahrung: Die meisten Mitarbeiter haben einen Wochen-Horizont, einige einen Tages-Horizont, manche denken monatsweise – ein Halbjahres- oder Jahres-Horizont ist sehr selten. Jeff Bezos hat gesagt, sein Denkhorizont liege bei sieben Jahren. Wer als Führungskraft nur einen Monat weit denkt, begrenzt seine Mitarbeiter. Deshalb ist es für strategisches Arbeiten zentral, den Denkhorizont zu erweitern und das Hamsterrad des Tagesgeschäfts zu verlassen: Was ist wichtig für das Unternehmen in einem Jahr, in drei, in sieben Jahren? Dazu gehört, Unternehmensentwicklung und Change-Management zu verstehen – wie transformiere ich ein Unternehmen und setze eine Strategie um?
Der fünfte Punkt ist die volle Verantwortung: die Geschäftsführung. Wie werde ich zur Geschäftsführer-Persönlichkeit und führe ein Unternehmen ganzheitlich zum Erfolg? Hier vereinst du alle vorherigen Faktoren, und zwei Dinge kommen besonders hinzu. Erstens die Unternehmenskultur: Ein ehemaliger Kollege sagte immer „Die Kultur ändert sich zuletzt.“ Wichtig zu verstehen: Kultur ist top-down – als Geschäftsführer prägst du das Unternehmen und die Kultur. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben. Zweitens, neben strategischem Arbeiten, Management und Kontrollen für die Profitabilität: Systeme und Prozesse schaffen, den ganzheitlichen Blick behalten – und vor allem den Führungskreis und ein A-Team aufbauen.
Das war ein erster Einblick in die fünf Phasen auf dem Weg zum Geschäftsführer der Zukunft: erstens Proaktivität, zweitens souveränes Auftreten (Akzeptanz gewinnen, am Erscheinungsbild und an der Kommunikation arbeiten), drittens den eigenen, authentischen Führungsstil entwickeln, viertens strategisch arbeiten (aus dem Tagesgeschäft heraus, delegieren lernen, den Denkhorizont erweitern) und fünftens die ganzheitliche Geschäftsführung (Kultur prägen, Systeme und ein Führungsteam aufbauen, Richtung Profitabilität). Der erste Schritt ist immer die Proaktivität. Das Ganze braucht Zeit – wie ein Medizinstudium fünf bis zehn Jahre –, kann aber auch schneller gehen: keine 30 Jahre, mit dem richtigen Umfeld und konsequenter Proaktivität von Anfang an deutlich weniger. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.