Gewohnheiten erfolgreicher Menschen: 7 Rituale mit großer Wirkung

Es sind nicht die großen Umbrüche, die dein Leben verändern. Es sind die kleinen Gewohnheiten, die du jeden Tag wiederholst.

In dieser Folge teile ich sieben Gewohnheiten, die für mich alles verändert haben. Manche sind Handlungen, manche sind Denkweisen. Keine davon ist banal, und jede einzelne kannst du morgen ausprobieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Der Tag beginnt mit einem Plan. Drei bis fünfzehn Minuten Tagesplanung geben dir Fokus und verhindern, dass du dich verzettelst.
  • Einmal pro Woche aufräumen. Ein festes Weekly Review sortiert Kopf, Desktop und Postfach, bevor sich das Chaos anhäuft.
  • Dein Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Halte Ideen sofort fest, statt dich auf dein Gedächtnis zu verlassen.
  • Wissen teilen festigt Wissen. Wer regelmäßig gibt, lernt selbst am meisten und zieht Gleichgesinnte an.
  • Weniger tun, aber richtig. Die Frage „Wie geht’s einfacher?“ schützt deinen Fokus und deine Energie.

Die 7 Gewohnheiten im Detail

  1. Tägliche Tagesplanung. Nach meiner Morgenroutine setze ich mich hin und plane den Werktag. Ich schreibe einen Small Win der letzten 24 Stunden auf, das erdet mich in Dankbarkeit. Dann kommt die „Not-to-do-Liste“: Was tue ich heute bewusst nicht? Danach Kalender, Aufgaben und Termine des Tages. Manchmal dauert das drei Minuten, manchmal fünfzehn. Es ist mein Start in den Tag und der Grund, warum ich abends selten das Gefühl habe, nichts geschafft zu haben.
  2. Wöchentliches Weekly Review. Einmal pro Woche räume ich auf. Desktop sortieren, Dateien einordnen, das offene Postfach leeren, den Kopf entrümpeln. Diese Gewohnheit fiel mir lange schwer, weil ich keinen Anknüpfungspunkt fand. Inspiriert hat mich David Allens Ansatz. Heute sortiere ich einmal die Woche kurz, blicke zurück und nach vorn und setze Prioritäten für die kommenden Tage.
  3. Wöchentlicher Austausch mit Gleichgesinnten. Einmal pro Woche frühstücke ich mit einer kleinen Runde Unternehmer, dazu ein regelmäßiger Kaffee mit einem guten Freund. Ohne Agenda, aber mit Substanz. Es geht um ehrliches, kritisches Feedback, um das Sortieren von Gedanken und das Aufdecken blinder Flecken. Ich gehe oft mit einer Idee rein und mit einer besseren wieder raus. Diese Vertrauensbasis ist unbezahlbar.
  4. Capture Habit und Second Brain. Wir haben eine steile Lernkurve, aber eine ebenso steile Vergessenskurve. Deshalb halte ich Gedanken, Buchnotizen, Video-Empfehlungen und Impulse sofort fest, in Apple Notes, auf Laptop wie Handy. Das Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Diese Infrastruktur trägt inzwischen meine Tagesplanung, mein Weekly Review und alles, was ich lese.
  5. Täglich Wissen teilen. Seit meiner Selbständigkeit teile ich mein Wissen jeden Tag, vorrangig über LinkedIn-Beiträge. Wer anderen etwas beibringt, festigt es selbst und merkt schnell, wo noch Halbwissen steckt. Es muss nicht LinkedIn sein: ein interner Verteiler, eine kurze Nachricht, ein kleiner Workshop. Finde ein Medium, das du täglich fünf bis zehn Minuten durchhältst. Durch das Prinzip der Reziprozität kommt vieles zurück.
  6. „Wie geht’s einfacher?“ Diese Denkgewohnheit ist der Drang, weniger zu tun, aber das Wenige besser. Geprägt hat mich das Buch „Essentialism“ von Greg McKeown. In der Kommunikation heißt das: aufs Wesentliche reduzieren, überflüssige Nachrichten weglassen. In der Produktivität heißt das: öfter Nein sagen, Komplexität reduzieren, den Fokus bewahren. Perfektion ist erreicht, wenn nichts mehr zu streichen ist.
  7. Mindset und Identity Design. Deine Sichtweise auf dich und die Welt kann dich bremsen oder tragen. Wer als Kind hört, er sei unmusikalisch, nimmt vielleicht nie eine Gitarre in die Hand. Solche Prägungen musst du nicht dem Zufall überlassen, du kannst sie mitgestalten. Mein Werkzeug dafür ist ein persönliches Leitbild, ursprünglich inspiriert von Stephen Covey. Ich sammle Prinzipien, Werte, Zitate und Bilder in einem Dokument und schaue jeden Tag 30 Sekunden hinein, als Teil meiner Daily Practice.

Diese Gewohnheiten greifen ineinander und wachsen mit der Zeit. Wenn du tiefer einsteigen willst, wie neue Routinen wirklich haften bleiben, hör dir die Folge zum Gewohnheiten entwickeln an. Für den strukturierten Wochenüberblick lohnt sich meine Folge zur Wochenplanung. Und wie Dankbarkeit und Selbstreflexion in den Tag kommen, zeige ich in der Folge zum Journaling.

Häufige Fragen zu Gewohnheiten erfolgreicher Menschen

Welche Gewohnheit sollte ich zuerst etablieren? Beginne mit der täglichen Tagesplanung. Drei Minuten am Morgen, in denen du Fokus, Aufgaben und eine kurze Not-to-do-Liste festlegst, geben dir sofort mehr Klarheit und sind die Basis für alle weiteren Gewohnheiten.

Was ist ein Capture Habit? Ein Capture Habit ist die Gewohnheit, Gedanken, Ideen und Impulse sofort schriftlich festzuhalten, statt dich auf dein Gedächtnis zu verlassen. Gesammelt werden sie in einem „Second Brain“, zum Beispiel in einer Notiz-App wie Apple Notes.

Wie hilft ein Weekly Review meiner Produktivität? Ein Weekly Review ist ein fester wöchentlicher Termin, an dem du aufräumst: Postfach, Desktop, offene Aufgaben und Prioritäten. So sammelt sich weniger Chaos an, und du startest jede Woche mit einem klaren Kopf.

Warum macht weniger tun produktiver? Weil dein Fokus begrenzt ist. Wer bewusst Nein sagt und Komplexität reduziert, kann die wirklich wichtigen Dinge richtig gut machen, statt viele Dinge nur halb zu erledigen.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • David Allen – Getting Things Done: der Klassiker zum stressfreien Selbstmanagement, Inspiration für mein Weekly Review.
  • James Clear – Atomic Habits: das fundierte Standardwerk darüber, wie kleine Gewohnheiten sich zu großer Wirkung summieren.
  • Tim Schmaddebeck – No Zero Days: mein Buch über die Schlüsselgewohnheit, jeden Tag einen kleinen Schritt zu machen.
  • Greg McKeown – Essentialismus: die Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und bewusst weniger zu tun.

Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zur Produktivität.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Produktivität.

Transkript

Herzlich willkommen zu Episode 78: Sieben Gewohnheiten, die mein Leben verändert haben. Ich möchte dir in dieser Folge sieben Gewohnheiten mit an die Hand geben. Und zwar sind es nicht nur Handlungsgewohnheiten, sondern unter anderem auch Denkgewohnheiten. Dazu später mehr.

Keine Sorge, ich habe versucht, keine banalen Themen für dich einzupacken. Wenn du diesen Podcast schon länger hörst, dann weißt du: Etwas wie tägliches Lesen oder Podcast hören, das ganze Motto „No Zero Days“, ist für mich eine absolute Schlüsselgewohnheit. Sie hat mein Leben in jedem Fall verändert. Aber genau deshalb ist sie kein Bestandteil dieser sieben, ich habe darüber schon zu häufig gesprochen. Wenn dich das Thema Lesen und Hörbücher interessiert, dann schau dich gern um, dazu gibt es einige andere Folgen.

Jetzt aber zu den sieben Gewohnheiten. Gewohnheit Nummer eins klingt vielleicht ein bisschen banal, aber es ist das Thema Tagesplanung: Wie starte ich in den Tag? Es geht mir hier nicht um die Morgenroutine, sondern mehr Richtung Produktivität. Wie starte ich unter der Woche, also montags bis freitags, in den Tag?

Ganz zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich mir immer eine To-do-Liste geschrieben, handschriftlich, wirklich jeden Tag. Kurz hingesetzt, drei Minuten überlegt, was heute ansteht, eine kleine To-do-Liste gemacht. Das waren meine Anfänge. Ich habe die letzten Jahre viel ausprobiert und für mich getestet: Journals, das Sechs-Minuten-Tagebuch, verschiedene Produktivitäts-Apps, alles mal getestet.

Heute habe ich eine feste Herangehensweise, und das ist meine tägliche Gewohnheit, der Start in den Tag. Nach meiner Morgenroutine setze ich mich hin, mal drei Minuten, mal fünfzehn, und mache meine Tagesplanung. Das beginnt mit einer simplen Sache, die ich aus den Journals gelernt habe: dem Thema Dankbarkeit. Für mich funktioniert es am besten, wenn ich kurz eine Zeile aufschreibe, was ein Small Win der letzten 24 Stunden war. Ein kleines Ritual, ein bisschen Positivität am Morgen. Davon bin ich ein absoluter Fan.

Dazu gehört auch etwas, das ich unter Gewohnheit sieben noch vertiefe. Hier nur kurz angerissen: das Thema Not-to-dos. Also, was werde ich heute in keinem Fall tun? Das habe ich damals nie betrachtet, heute überlege ich es jeden Morgen kurz. Ein ganz wichtiger Punkt.

Dann gibt es noch die Daily Practice rund um Gewohnheit sieben, dazu später mehr. Ansonsten habe ich für meine Morgenroutine eine kleine Checkliste, die ich jeden Morgen kurz abhake, einfach als kleines Tracking für mich. Und natürlich stehen die klaren Themen auf dem Plan: Aufgaben und Termine des Tages, ein kurzer Kalender-Check, ein Blick auf das, was ich mir für heute notiert habe, in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht.

Das klingt nach vielen Themen. Manchmal dauert der Prozess drei Minuten, manchmal fünfzehn, gerade zu Wochenbeginn ist er umfangreicher. Aber er ist ein essenzieller Bestandteil meiner Tage geworden, jeden Tag. Es gibt Tage mit einem ganz klaren Fokus, und es gibt Tage, an denen viele Dinge anstehen und ich mit vielen Leuten Kontakt aufnehmen muss. Gerade dann brauche ich eine klare To-do-Liste und Checkliste, um alles abzuarbeiten. Das ist Punkt eins, meine ganz klare Gewohnheit: super wichtig, um produktiv zu sein, den Fokus zu finden und mich nicht zu verzetteln. Damit ich am Ende des Tages nicht sage „Ich habe nichts geschafft“, sondern weiß, dass ich meine Zeit effektiv genutzt habe.

Gewohnheit Nummer zwei geht damit einher, und ich muss sagen: Die habe ich wirklich ewig lang stiefmütterlich behandelt, immer nur halbherzig gemacht. Getriggert wurde ich durch das Buch „Getting Things Done“, auf Deutsch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“, von David Allen. Dort ist es sehr ausführlich beschrieben. Anfangs hat das für mich nicht ganz so gut funktioniert. Aber enorm hilfreich ist beim Weekly Review das kurze Aufräumen: Ich schaue über den Desktop, welche Dateien sich angesammelt haben und wohin sie gehören. Ich sortiere, was ich im Kopf habe, was ich diese Woche machen will, und gehe die offenen Mails durch, die sich angesammelt haben.

Kurz zehn, fünfzehn Minuten, das zu sortieren, ist für mich sehr wertvoll. Wenn ich es ein paar Wochen nicht mache, sammelt sich wirklich etwas an, das kennt jeder auch von zu Hause. Genau das digital zu etablieren, ist super wichtig: kurzer Rückblick, Ausblick, was ansteht, Prioritäten sortieren, Termine und Aufgaben für die Woche. Der große Unterschied zur Tagesplanung ist eben dieser Aufräum-Aspekt, sich einmal kurz zu sortieren. Über das Thema Produktivität und Zeitmanagement habe ich auch in anderen Folgen gesprochen.

Diese Gewohnheit ist mir enorm wichtig geworden, und sie fiel mir lange sehr schwer, weil ich nicht den richtigen Anknüpfungspunkt fand. Mittlerweile ist es fest: einmal die Woche aufräumen und sortieren, dazu die tägliche To-do-Planung. Das sind zwei Gewohnheiten rund um Produktivität, die einen festen Bestandteil gefunden haben, damit ich das Beste aus meiner Zeit heraushole.

Die weiteren Gewohnheiten gehen in andere Richtungen. Gewohnheit Nummer drei ist der wöchentliche Kaffee beziehungsweise das wöchentliche Frühstück mit Freunden. Mittlerweile treffe ich mich einmal die Woche mit drei bis vier Unternehmern zum Frühstück. Wir nehmen uns wirklich drei, vier Stunden Zeit und tauschen uns aus, über Persönliches und Privates, aber gerade auch über Business-Themen. Und ich habe einen sehr guten Freund, mit dem ich mich mindestens einmal die Woche oder alle zwei Wochen zum Kaffee treffe.

Beides hat denselben Blickwinkel und ist für mich eine enorm wertvolle Gewohnheit geworden. Der Gedanke dahinter: eine Gruppe zu haben, die dir kritisches, ehrliches Feedback gibt. Auf der einen Seite geht es darum, Ideen wild auszutauschen. Es ist nicht nur sozialer Kontakt und ein freundschaftliches Verhältnis, sondern es geht darum, Gedanken zu sortieren, kritisch zu hinterfragen, Prioritäten zu diskutieren und gerade blinde Flecken aufzudecken.

Beide Runden haben ihren beruflichen Kontext, überschneiden sich aber nicht direkt mit dem, was ich mache. Es gibt viele Berührungspunkte, und deshalb ist es jedes Mal spannend, sich auszutauschen. Ich gehe jedes Mal mit unheimlich vielen neuen Erkenntnissen heraus. Ich hatte das jahrelang nicht, und gerade damals als Berufseinsteiger und später als Führungskraft hätte ich mir das enorm gewünscht. Man muss selbst aktiv werden, um so etwas zu initiieren.

Heute ist es ein fester Bestandteil jeder Woche und eine unheimlich wertvolle Gewohnheit, die mein Privat- und Berufsleben verändert hat. Daraus sind wertvolle Freundschaften entstanden, und es hat eine Vertrauensebene geschaffen, auf der man sich ehrliches, kritisches Feedback geben kann. Ich gebe nicht nur Input und Ideen rein, sondern bekomme auch echtes kritisches Feedback. Manchmal gehe ich mit einem Gedanken rein und komme mit einem völlig anderen wieder raus, weil meine Idee berechtigt widerlegt wurde.

Deshalb ist es wertvoll, fünf bis zehn Personen zu haben, eine Gruppe an Leuten, die kritisches Feedback geben können, weil es diese Vertrauensbasis gibt. Nur so hast du die Möglichkeit, zu lernen und zu wachsen, persönlich wie beruflich. Es gibt keine Agenda, weder beim Frühstück unter der Woche noch beim Kaffee am Wochenende. Und am Ende kommt immer wieder richtig wertvoller Output dabei heraus. Das kann ich jedem nur raten: sich so einer Gruppe anzuschließen oder selbst eine zu initiieren. Ich hatte lange Schwierigkeiten, überhaupt Gleichgesinnte zu finden, aber wenn man diese Gruppe gefunden hat, ist sie enorm wertvoll.

Ich komme zu Gewohnheit Nummer vier, ein spannendes Thema, von dem ich mir gewünscht hätte, dass es mir jemand schon vor Jahren mit ans Herz gelegt hätte. Ich habe es erst vor ein paar Monaten wirklich ernsthaft aufgenommen. Es nennt sich Capture Habit. Was heißt das? Ich bin vor einigen Monaten auf einen Gedanken gestoßen, der mir sehr wichtig geworden ist: den sogenannten Second-Brain-Gedanken. Wir alle haben eine steile Lernkurve, aber auch eine enorm steile Vergessenskurve. Wir können heute einen richtig spannenden Gedanken oder Impuls haben und in drei Tagen ist er wieder weg. Erinnere dich mal, was du vor sieben Tagen zu Abend gegessen hast, das ist in der Regel weg.

Genau da setzt das Thema an: digitales Notizenmachen, Personal Knowledge Management, persönliches Wissensmanagement. Ich hätte mir gewünscht, damit früh anzufangen. Ich habe enorm viele Sachbücher gelesen, das hat mich sehr geprägt. Aber bei vielen Büchern kann ich dir nicht mehr sagen, was darin stand. Ich habe zwar Notizen gemacht, im Buch markiert und mit Post-its gearbeitet, aber genau dieser Capture-Aspekt, Dinge festzuhalten und beisammen zu haben, den Gedanken für sich selbst aufzuschreiben, dafür hatte ich lange keine Struktur.

Mittlerweile mache ich es mit Apple Notes. Eine super einfache Struktur, die für mich sehr gut klappt. Es gibt viele digitale Notiz-Apps, ich habe mich damit auseinandergesetzt, aber Apple Notes ist für mich perfekt, weil ich es am Laptop wie am Handy nutzen kann. Ich habe diesen Capture Habit für mich etabliert. Ich schreibe mir Dinge wirklich auf. Es klingt banal, aber ich kann es dir nur ans Herz legen, ein, zwei Gedanken darauf zu verwenden. Es sind einfache Dinge, Restaurants, Filme, die ich sehen möchte, oder spannende Impulse. Zu den beiden Runden von eben, dem Frühstück und dem Kaffee, habe ich jeweils einen Ordner, in dem ich Ideen und Gedanken aufschreibe, die sonst drei Tage später weg wären.

Das ist enorm wichtig geworden: diese Dinge festzuhalten, wenn ich Bücher lese, Videos oder Dokumentationen sehe, Ideen und Gedanken zu sichern. Wenn mich jemand fragt, welche Dokumentation oder welches Video ich empfehle, habe ich eine Liste enorm wertvoller Videos, die ich mir selbst wieder ansehen kann und deren Kernaussagen ich festhalte.

Ich habe die Infrastruktur dafür seit einigen Monaten in Apple Notes aufgebaut, und es ist so unglaublich wertvoll. Der erste Punkt, meine Tagesplanung, läuft dort. Mein Weekly Review läuft dort. Ich halte Gedanken fest, meine täglichen To-dos, und wenn ich Bücher lese, so viele Dinge. Wichtig ist auch das Vertrauen darin, dass diese Dinge wiederverwendet werden. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto wertvoller wird es, weil man Dinge für sich selbst festhält. Und es macht einfach Spaß, sich die Dinge immer wieder anzuschauen. Dann merkt man, wie wertvoll es ist, dass man es aufgeschrieben hat.

Du merkst, für mich ist das ein absolutes Herzensthema. Wenn du dich dafür begeistern kannst, schreib mir gern. Ich rede sehr selten darüber, aber ich bin ein begeisterter Fan davon und habe eine schöne Struktur aufgebaut. Wenn du einen Impuls brauchst, jederzeit gern. Gewohnheit Nummer vier, der Capture Habit, ist für mich ganz wertvoll geworden.

Das geht ein bisschen einher mit Gewohnheit Nummer fünf, die tatsächlich erst im Rahmen meiner Selbständigkeit richtig entstanden ist: das Thema Wissen teilen. Ich habe vorher viele Bücher gelesen, aber mein Wissen sehr wenig geteilt. Heute teile ich es vorrangig über LinkedIn-Beiträge, jeden Tag gibt es einen Beitrag von mir. Wissen teilen hat unfassbar viele Vorteile: Was ich gelesen und gelernt habe, festige ich, wenn ich es anderen erzähle. Das ist ein No-Brainer. Wenn ich anderen etwas beibringe, fördert das meinen eigenen Lernprozess. Außerdem stoße ich auf viel Dankbarkeit, wenn ich Wissen teile.

Es fördert auch das eigene Denken. Beim Formulieren und Erklären merkt man erst, wie viel Halbwissen man eigentlich hat, und das zwingt einen, in die Tiefe zu gehen. Es muss nicht LinkedIn sein. Bei mir ist es die tägliche LinkedIn-Routine, aber es geht auch über interne Mails oder Verteiler, eine kurze WhatsApp-Nachricht, eine kleine Runde oder sogar einen kleinen Workshop. Finde für dich einen Rahmen, ein Medium, das sich eignet, um fünf bis zehn Minuten zu investieren und dein Wissen zu teilen. Es sollte auf täglicher Basis sein.

Wissen zu teilen ist ein enorm wertvolles Instrument. Denk an das Prinzip der Reziprozität. Wenn du über Monate hinweg Wissen teilst, hast du Leute, die es lesen und dankbar sind, weil du gibst, ohne etwas zu verlangen. Das löst eine Welle aus. Es kann vorkommen, dass jemand dir schreibt: „Ich habe eine interessante Idee oder Chance für dich.“ Mit dem, was du hinausgibst, ziehst du automatisch Gleichgesinnte und andere positive Aspekte an. Gewohnheit Nummer fünf, Wissen teilen, ist enorm wertvoll, das kann ich jedem nur ans Herz legen.

Gewohnheit Nummer sechs ist eine Denkgewohnheit, die sich für mich enorm etabliert hat: „Wie geht’s einfacher?“ Also der Drang, weniger zu tun. Das haben wir alle schon einmal gehört. Ich bin stark geprägt vom Buch „Essentialism“ von Greg McKeown, darüber habe ich schon häufig gesprochen. Die Einstellung: weniger, aber dafür besser. Es ist die Erkenntnis, dass wir alle nur begrenzten Fokus haben. Man kann nicht alles machen. Dieses Streben nach weniger, danach, Komplexität zu reduzieren und es einfacher zu machen, äußert sich bei mir in verschiedenen Bereichen.

Ein großer Bereich ist die Kommunikation. Egal welche Texte oder Mails ich schreibe, ich versuche, auf das Wesentliche zu reduzieren. Es gibt den Spruch: Perfektion ist erreicht, wenn man nichts mehr streichen kann. Frage dich: Wie kann ich es einfacher machen? Ist diese Nachricht überflüssig? Kann ich sie mir sparen? Wer das praktiziert, stößt auf viel Dankbarkeit. Versetze dich in die andere Person, schau dir deinen eigenen Posteingang an, wie viele unverständliche, umfangreiche Texte du bekommst, die viel einfacher zusammengefasst werden könnten. Verinnerliche das und überlege bei jedem Mal: Wie geht’s einfacher? Wie kann ich reduzieren? Wie kann ich weniger machen?

Das gilt auch für die eigene Produktivität. Ich habe von der Not-to-do-Liste gesprochen, und ich bin in einer Phase, in der ich noch nie so viel Nein gesagt habe: weniger Termine, weniger Themen. Es gab Phasen, in denen ich sehr viel Ja gesagt habe, aber gerade ist die Phase des Nein-Sagens, um den Fokus zu bewahren und Komplexität zu reduzieren, wo es nur geht. Komplexität ist mein Gegner und hält mich davon ab, besser zu werden und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es klingt leichter gesagt als getan, aber dieser Drang, weniger zu tun, den Fokus zu bewahren und das Wenige richtig gut zu machen, festigt sich immer mehr. Die Frage „Wie geht’s einfacher?“ ist eine ganz klare Denkgewohnheit geworden.

Und ich komme zu Punkt Nummer sieben, den ich eingangs schon bei der Tagesroutine erwähnt habe: das Thema Mindset und Identity Design, also die Modellierung und Gestaltung dieser beiden Themen. Dieser Punkt geht einher mit dem Capture Habit von oben, aber es geht hier nicht darum, lose Ideen oder Impulse zu sammeln. Das Thema ist nicht ganz greifbar, aber enorm wichtig.

Ganz kurz: Mindset ist deine Sichtweise, wie wir die Welt sehen, unser Framework, die Brille, durch die wir die Welt betrachten. Identity bedeutet, wie wir uns selbst sehen. Beide Sichtweisen, die von dir selbst und die von der Welt, können dich hindern oder dich dabei unterstützen, dich persönlich und beruflich zu entwickeln. Ein banales Beispiel: Wenn dir in der Kindheit jemand eingeredet hat, du seist unmusikalisch, dann kann das dein Identitätsbild geformt haben. Vielleicht nimmst du deshalb bis heute keine Gitarre in die Hand und startest den Versuch gar nicht erst, musikalischer zu werden. Ein banales Beispiel, aber in ganz vielen Dingen ist es genauso.

Mein Paradebeispiel ist das Thema Growth Mindset gegen Fixed Mindset, darüber haben wir schon offen gesprochen. Wenn du immer wieder gehört hast, Talent sei das Wichtigste, egal in welchem Bereich, im Sport oder in der Führung, dann wird das ein Bestandteil deines Mindsets. Solche Dinge kann man dem Zufall überlassen oder eben mitgestalten. Ein Werkzeug dafür ist dieses Identity Design.

Angefangen hat das bei mir mit einem simplen, kompakten persönlichen Leitbild, dem Gedanken von Stephen Covey aus „Die 7 Wege zur Effektivität“. Mittlerweile ist dieses persönliche Leitbild deutlich gewachsen und umfangreicher geworden und Bestandteil meiner Daily Practice. Täglich hineinzuschauen, selbst wenn es nur 30 Sekunden sind, einmal durchzuscrollen, ist ein unheimlich wertvolles Element. Es ist ein schwammiges Thema, nicht ganz greifbar, aber wer diesen Prozess einmal für sich geht, dem macht es Spaß.

Wie beim Capture Habit geht es damit einher: Wenn du Aussagen, Zitate, Prinzipien, Werte, Meinungen und auch Bilder und Grafiken sammelst und in einem Dokument zusammenfasst, ist das der einfachste Einstieg in ein persönliches Leitbild. Dann kannst du auch Ziele und Gedanken festhalten. Das Zweitwichtigste ist, regelmäßig hineinzuschauen und es in der Tagesroutine, der Daily Practice, zu etablieren. Capture Habit plus Tagesroutine, das sind die beiden Elemente rund um Mindset und Identity Design.

Ich bin im Rahmen von Stephen Covey das erste Mal darauf gestoßen, und über zwei Coaches, die ich selbst erleben durfte, wurde es deutlich tiefer. Heute ist es ein fester Bestandteil, den ich nicht mehr missen möchte. Rund um dieses Thema gibt es viel, gerade aus der Coaching-Richtung, auch sehr schwammige, fast esoterische Ansätze. Ich empfehle dir „Atomic Habits“ von James Clear oder Stephen Coveys „Die 7 Wege zur Effektivität“. Dort bekommst du ein wissenschaftlicheres Bild und verstehst, wie wichtig es ist, so etwas für sich zu etablieren und ernst zu nehmen. Genau deshalb ist Gewohnheit sieben, Mindset und Identity Design, für mich enorm wertvoll.

Dazu gibt es von August Bradley zwei spannende Videos bei YouTube. Ich weiß gerade nicht genau, wie sie heißen, aber such einfach nach „Mindset Practice“ oder „Identity Design“ von August Bradley, dann findest du die Videoserie. Er hat das Thema sehr gut zusammengefasst. Lass dich nicht irritieren, dass in den Videos auch steckt, wie man das mithilfe eines Tools in der täglichen Praxis umsetzt, dieser Tool-Teil am Anfang ist eher unwichtig. Schau dir den Rest gern an.

Ansonsten fasse ich noch einmal zusammen. Die sieben Gewohnheiten, die mein Leben verändert haben, sind: Erstens die Tagesplanung als Start in den Tag, das Thema etwas professioneller und ernster zu nehmen. Zweitens das Weekly Review, wöchentlich aufräumen, inspiriert vom Buch „Getting Things Done“ von David Allen. Das sind zwei Dinge rund um Produktivität, die bei mir eine Zeit gebraucht haben, bis sie wirklich zur Gewohnheit wurden, weil ich sie anfangs eher amateurhaft gemacht habe.

Drittens der Austausch mit Gleichgesinnten, auch der kritische Austausch, meine wöchentliche Kaffeerunde und das Frühstück, ein super wertvoller Aspekt. Viertens der Capture Habit, Dinge einfach festzuhalten, Notizen zu machen, an einem Ort. Das ist der wichtige Second-Brain-Gedanke: Wir haben alle ein Gehirn, aber es ist nicht dafür da, Dinge zu behalten, sondern tolle Ideen zu haben. Es gibt den Spruch: Dein Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Sich die Gewohnheit anzueignen, Dinge aufzuschreiben und in seinem Second Brain zu sammeln, ist sehr wertvoll.

Fünftens das Wissen zu teilen, bei mir über LinkedIn-Beiträge, aber es kann in jeder anderen Form passieren, sehr wertvoll für das eigene Lernen und um anderen Wissen zu geben, ohne etwas zu verlangen. Sechstens „Wie geht’s einfacher?“, die Philosophie des Strebens nach weniger. Wir haben alle begrenzten Fokus und können nicht alles machen, das wirklich ins Bewusstsein zu holen und umzusetzen. Und siebtens Mindset und Identity Design, die Modellierung und Gestaltung dieser Themen, das Ganze aktiv anzugehen und mitzugestalten.

Das sind die sieben Gewohnheiten gewesen. Jedes dieser Themen kannst du gern vertiefen, und wenn du spezielle Fragen hast, schreib mir jederzeit gern. Ich hoffe, du konntest wieder einige Impulse für dich mitnehmen. Wenn du glaubst, dass dieser Podcast auch für andere interessant ist, dann teile ihn gern mit deinen Freunden und Bekannten. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Gewohnheiten erfolgreicher Menschen: 7 Rituale mit großer Wirkung

Es sind nicht die großen Umbrüche, die dein Leben verändern. Es sind die kleinen Gewohnheiten, die du jeden Tag wiederholst.

In dieser Folge teile ich sieben Gewohnheiten, die für mich alles verändert haben. Manche sind Handlungen, manche sind Denkweisen. Keine davon ist banal, und jede einzelne kannst du morgen ausprobieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Der Tag beginnt mit einem Plan. Drei bis fünfzehn Minuten Tagesplanung geben dir Fokus und verhindern, dass du dich verzettelst.
  • Einmal pro Woche aufräumen. Ein festes Weekly Review sortiert Kopf, Desktop und Postfach, bevor sich das Chaos anhäuft.
  • Dein Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Halte Ideen sofort fest, statt dich auf dein Gedächtnis zu verlassen.
  • Wissen teilen festigt Wissen. Wer regelmäßig gibt, lernt selbst am meisten und zieht Gleichgesinnte an.
  • Weniger tun, aber richtig. Die Frage „Wie geht’s einfacher?“ schützt deinen Fokus und deine Energie.

Die 7 Gewohnheiten im Detail

  1. Tägliche Tagesplanung. Nach meiner Morgenroutine setze ich mich hin und plane den Werktag. Ich schreibe einen Small Win der letzten 24 Stunden auf, das erdet mich in Dankbarkeit. Dann kommt die „Not-to-do-Liste“: Was tue ich heute bewusst nicht? Danach Kalender, Aufgaben und Termine des Tages. Manchmal dauert das drei Minuten, manchmal fünfzehn. Es ist mein Start in den Tag und der Grund, warum ich abends selten das Gefühl habe, nichts geschafft zu haben.
  2. Wöchentliches Weekly Review. Einmal pro Woche räume ich auf. Desktop sortieren, Dateien einordnen, das offene Postfach leeren, den Kopf entrümpeln. Diese Gewohnheit fiel mir lange schwer, weil ich keinen Anknüpfungspunkt fand. Inspiriert hat mich David Allens Ansatz. Heute sortiere ich einmal die Woche kurz, blicke zurück und nach vorn und setze Prioritäten für die kommenden Tage.
  3. Wöchentlicher Austausch mit Gleichgesinnten. Einmal pro Woche frühstücke ich mit einer kleinen Runde Unternehmer, dazu ein regelmäßiger Kaffee mit einem guten Freund. Ohne Agenda, aber mit Substanz. Es geht um ehrliches, kritisches Feedback, um das Sortieren von Gedanken und das Aufdecken blinder Flecken. Ich gehe oft mit einer Idee rein und mit einer besseren wieder raus. Diese Vertrauensbasis ist unbezahlbar.
  4. Capture Habit und Second Brain. Wir haben eine steile Lernkurve, aber eine ebenso steile Vergessenskurve. Deshalb halte ich Gedanken, Buchnotizen, Video-Empfehlungen und Impulse sofort fest, in Apple Notes, auf Laptop wie Handy. Das Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Diese Infrastruktur trägt inzwischen meine Tagesplanung, mein Weekly Review und alles, was ich lese.
  5. Täglich Wissen teilen. Seit meiner Selbständigkeit teile ich mein Wissen jeden Tag, vorrangig über LinkedIn-Beiträge. Wer anderen etwas beibringt, festigt es selbst und merkt schnell, wo noch Halbwissen steckt. Es muss nicht LinkedIn sein: ein interner Verteiler, eine kurze Nachricht, ein kleiner Workshop. Finde ein Medium, das du täglich fünf bis zehn Minuten durchhältst. Durch das Prinzip der Reziprozität kommt vieles zurück.
  6. „Wie geht’s einfacher?“ Diese Denkgewohnheit ist der Drang, weniger zu tun, aber das Wenige besser. Geprägt hat mich das Buch „Essentialism“ von Greg McKeown. In der Kommunikation heißt das: aufs Wesentliche reduzieren, überflüssige Nachrichten weglassen. In der Produktivität heißt das: öfter Nein sagen, Komplexität reduzieren, den Fokus bewahren. Perfektion ist erreicht, wenn nichts mehr zu streichen ist.
  7. Mindset und Identity Design. Deine Sichtweise auf dich und die Welt kann dich bremsen oder tragen. Wer als Kind hört, er sei unmusikalisch, nimmt vielleicht nie eine Gitarre in die Hand. Solche Prägungen musst du nicht dem Zufall überlassen, du kannst sie mitgestalten. Mein Werkzeug dafür ist ein persönliches Leitbild, ursprünglich inspiriert von Stephen Covey. Ich sammle Prinzipien, Werte, Zitate und Bilder in einem Dokument und schaue jeden Tag 30 Sekunden hinein, als Teil meiner Daily Practice.

Diese Gewohnheiten greifen ineinander und wachsen mit der Zeit. Wenn du tiefer einsteigen willst, wie neue Routinen wirklich haften bleiben, hör dir die Folge zum Gewohnheiten entwickeln an. Für den strukturierten Wochenüberblick lohnt sich meine Folge zur Wochenplanung. Und wie Dankbarkeit und Selbstreflexion in den Tag kommen, zeige ich in der Folge zum Journaling.

Häufige Fragen zu Gewohnheiten erfolgreicher Menschen

Welche Gewohnheit sollte ich zuerst etablieren? Beginne mit der täglichen Tagesplanung. Drei Minuten am Morgen, in denen du Fokus, Aufgaben und eine kurze Not-to-do-Liste festlegst, geben dir sofort mehr Klarheit und sind die Basis für alle weiteren Gewohnheiten.

Was ist ein Capture Habit? Ein Capture Habit ist die Gewohnheit, Gedanken, Ideen und Impulse sofort schriftlich festzuhalten, statt dich auf dein Gedächtnis zu verlassen. Gesammelt werden sie in einem „Second Brain“, zum Beispiel in einer Notiz-App wie Apple Notes.

Wie hilft ein Weekly Review meiner Produktivität? Ein Weekly Review ist ein fester wöchentlicher Termin, an dem du aufräumst: Postfach, Desktop, offene Aufgaben und Prioritäten. So sammelt sich weniger Chaos an, und du startest jede Woche mit einem klaren Kopf.

Warum macht weniger tun produktiver? Weil dein Fokus begrenzt ist. Wer bewusst Nein sagt und Komplexität reduziert, kann die wirklich wichtigen Dinge richtig gut machen, statt viele Dinge nur halb zu erledigen.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • David Allen – Getting Things Done: der Klassiker zum stressfreien Selbstmanagement, Inspiration für mein Weekly Review.
  • James Clear – Atomic Habits: das fundierte Standardwerk darüber, wie kleine Gewohnheiten sich zu großer Wirkung summieren.
  • Tim Schmaddebeck – No Zero Days: mein Buch über die Schlüsselgewohnheit, jeden Tag einen kleinen Schritt zu machen.
  • Greg McKeown – Essentialismus: die Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und bewusst weniger zu tun.

Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zur Produktivität.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Produktivität.

Transkript

Herzlich willkommen zu Episode 78: Sieben Gewohnheiten, die mein Leben verändert haben. Ich möchte dir in dieser Folge sieben Gewohnheiten mit an die Hand geben. Und zwar sind es nicht nur Handlungsgewohnheiten, sondern unter anderem auch Denkgewohnheiten. Dazu später mehr.

Keine Sorge, ich habe versucht, keine banalen Themen für dich einzupacken. Wenn du diesen Podcast schon länger hörst, dann weißt du: Etwas wie tägliches Lesen oder Podcast hören, das ganze Motto „No Zero Days“, ist für mich eine absolute Schlüsselgewohnheit. Sie hat mein Leben in jedem Fall verändert. Aber genau deshalb ist sie kein Bestandteil dieser sieben, ich habe darüber schon zu häufig gesprochen. Wenn dich das Thema Lesen und Hörbücher interessiert, dann schau dich gern um, dazu gibt es einige andere Folgen.

Jetzt aber zu den sieben Gewohnheiten. Gewohnheit Nummer eins klingt vielleicht ein bisschen banal, aber es ist das Thema Tagesplanung: Wie starte ich in den Tag? Es geht mir hier nicht um die Morgenroutine, sondern mehr Richtung Produktivität. Wie starte ich unter der Woche, also montags bis freitags, in den Tag?

Ganz zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich mir immer eine To-do-Liste geschrieben, handschriftlich, wirklich jeden Tag. Kurz hingesetzt, drei Minuten überlegt, was heute ansteht, eine kleine To-do-Liste gemacht. Das waren meine Anfänge. Ich habe die letzten Jahre viel ausprobiert und für mich getestet: Journals, das Sechs-Minuten-Tagebuch, verschiedene Produktivitäts-Apps, alles mal getestet.

Heute habe ich eine feste Herangehensweise, und das ist meine tägliche Gewohnheit, der Start in den Tag. Nach meiner Morgenroutine setze ich mich hin, mal drei Minuten, mal fünfzehn, und mache meine Tagesplanung. Das beginnt mit einer simplen Sache, die ich aus den Journals gelernt habe: dem Thema Dankbarkeit. Für mich funktioniert es am besten, wenn ich kurz eine Zeile aufschreibe, was ein Small Win der letzten 24 Stunden war. Ein kleines Ritual, ein bisschen Positivität am Morgen. Davon bin ich ein absoluter Fan.

Dazu gehört auch etwas, das ich unter Gewohnheit sieben noch vertiefe. Hier nur kurz angerissen: das Thema Not-to-dos. Also, was werde ich heute in keinem Fall tun? Das habe ich damals nie betrachtet, heute überlege ich es jeden Morgen kurz. Ein ganz wichtiger Punkt.

Dann gibt es noch die Daily Practice rund um Gewohnheit sieben, dazu später mehr. Ansonsten habe ich für meine Morgenroutine eine kleine Checkliste, die ich jeden Morgen kurz abhake, einfach als kleines Tracking für mich. Und natürlich stehen die klaren Themen auf dem Plan: Aufgaben und Termine des Tages, ein kurzer Kalender-Check, ein Blick auf das, was ich mir für heute notiert habe, in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht.

Das klingt nach vielen Themen. Manchmal dauert der Prozess drei Minuten, manchmal fünfzehn, gerade zu Wochenbeginn ist er umfangreicher. Aber er ist ein essenzieller Bestandteil meiner Tage geworden, jeden Tag. Es gibt Tage mit einem ganz klaren Fokus, und es gibt Tage, an denen viele Dinge anstehen und ich mit vielen Leuten Kontakt aufnehmen muss. Gerade dann brauche ich eine klare To-do-Liste und Checkliste, um alles abzuarbeiten. Das ist Punkt eins, meine ganz klare Gewohnheit: super wichtig, um produktiv zu sein, den Fokus zu finden und mich nicht zu verzetteln. Damit ich am Ende des Tages nicht sage „Ich habe nichts geschafft“, sondern weiß, dass ich meine Zeit effektiv genutzt habe.

Gewohnheit Nummer zwei geht damit einher, und ich muss sagen: Die habe ich wirklich ewig lang stiefmütterlich behandelt, immer nur halbherzig gemacht. Getriggert wurde ich durch das Buch „Getting Things Done“, auf Deutsch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“, von David Allen. Dort ist es sehr ausführlich beschrieben. Anfangs hat das für mich nicht ganz so gut funktioniert. Aber enorm hilfreich ist beim Weekly Review das kurze Aufräumen: Ich schaue über den Desktop, welche Dateien sich angesammelt haben und wohin sie gehören. Ich sortiere, was ich im Kopf habe, was ich diese Woche machen will, und gehe die offenen Mails durch, die sich angesammelt haben.

Kurz zehn, fünfzehn Minuten, das zu sortieren, ist für mich sehr wertvoll. Wenn ich es ein paar Wochen nicht mache, sammelt sich wirklich etwas an, das kennt jeder auch von zu Hause. Genau das digital zu etablieren, ist super wichtig: kurzer Rückblick, Ausblick, was ansteht, Prioritäten sortieren, Termine und Aufgaben für die Woche. Der große Unterschied zur Tagesplanung ist eben dieser Aufräum-Aspekt, sich einmal kurz zu sortieren. Über das Thema Produktivität und Zeitmanagement habe ich auch in anderen Folgen gesprochen.

Diese Gewohnheit ist mir enorm wichtig geworden, und sie fiel mir lange sehr schwer, weil ich nicht den richtigen Anknüpfungspunkt fand. Mittlerweile ist es fest: einmal die Woche aufräumen und sortieren, dazu die tägliche To-do-Planung. Das sind zwei Gewohnheiten rund um Produktivität, die einen festen Bestandteil gefunden haben, damit ich das Beste aus meiner Zeit heraushole.

Die weiteren Gewohnheiten gehen in andere Richtungen. Gewohnheit Nummer drei ist der wöchentliche Kaffee beziehungsweise das wöchentliche Frühstück mit Freunden. Mittlerweile treffe ich mich einmal die Woche mit drei bis vier Unternehmern zum Frühstück. Wir nehmen uns wirklich drei, vier Stunden Zeit und tauschen uns aus, über Persönliches und Privates, aber gerade auch über Business-Themen. Und ich habe einen sehr guten Freund, mit dem ich mich mindestens einmal die Woche oder alle zwei Wochen zum Kaffee treffe.

Beides hat denselben Blickwinkel und ist für mich eine enorm wertvolle Gewohnheit geworden. Der Gedanke dahinter: eine Gruppe zu haben, die dir kritisches, ehrliches Feedback gibt. Auf der einen Seite geht es darum, Ideen wild auszutauschen. Es ist nicht nur sozialer Kontakt und ein freundschaftliches Verhältnis, sondern es geht darum, Gedanken zu sortieren, kritisch zu hinterfragen, Prioritäten zu diskutieren und gerade blinde Flecken aufzudecken.

Beide Runden haben ihren beruflichen Kontext, überschneiden sich aber nicht direkt mit dem, was ich mache. Es gibt viele Berührungspunkte, und deshalb ist es jedes Mal spannend, sich auszutauschen. Ich gehe jedes Mal mit unheimlich vielen neuen Erkenntnissen heraus. Ich hatte das jahrelang nicht, und gerade damals als Berufseinsteiger und später als Führungskraft hätte ich mir das enorm gewünscht. Man muss selbst aktiv werden, um so etwas zu initiieren.

Heute ist es ein fester Bestandteil jeder Woche und eine unheimlich wertvolle Gewohnheit, die mein Privat- und Berufsleben verändert hat. Daraus sind wertvolle Freundschaften entstanden, und es hat eine Vertrauensebene geschaffen, auf der man sich ehrliches, kritisches Feedback geben kann. Ich gebe nicht nur Input und Ideen rein, sondern bekomme auch echtes kritisches Feedback. Manchmal gehe ich mit einem Gedanken rein und komme mit einem völlig anderen wieder raus, weil meine Idee berechtigt widerlegt wurde.

Deshalb ist es wertvoll, fünf bis zehn Personen zu haben, eine Gruppe an Leuten, die kritisches Feedback geben können, weil es diese Vertrauensbasis gibt. Nur so hast du die Möglichkeit, zu lernen und zu wachsen, persönlich wie beruflich. Es gibt keine Agenda, weder beim Frühstück unter der Woche noch beim Kaffee am Wochenende. Und am Ende kommt immer wieder richtig wertvoller Output dabei heraus. Das kann ich jedem nur raten: sich so einer Gruppe anzuschließen oder selbst eine zu initiieren. Ich hatte lange Schwierigkeiten, überhaupt Gleichgesinnte zu finden, aber wenn man diese Gruppe gefunden hat, ist sie enorm wertvoll.

Ich komme zu Gewohnheit Nummer vier, ein spannendes Thema, von dem ich mir gewünscht hätte, dass es mir jemand schon vor Jahren mit ans Herz gelegt hätte. Ich habe es erst vor ein paar Monaten wirklich ernsthaft aufgenommen. Es nennt sich Capture Habit. Was heißt das? Ich bin vor einigen Monaten auf einen Gedanken gestoßen, der mir sehr wichtig geworden ist: den sogenannten Second-Brain-Gedanken. Wir alle haben eine steile Lernkurve, aber auch eine enorm steile Vergessenskurve. Wir können heute einen richtig spannenden Gedanken oder Impuls haben und in drei Tagen ist er wieder weg. Erinnere dich mal, was du vor sieben Tagen zu Abend gegessen hast, das ist in der Regel weg.

Genau da setzt das Thema an: digitales Notizenmachen, Personal Knowledge Management, persönliches Wissensmanagement. Ich hätte mir gewünscht, damit früh anzufangen. Ich habe enorm viele Sachbücher gelesen, das hat mich sehr geprägt. Aber bei vielen Büchern kann ich dir nicht mehr sagen, was darin stand. Ich habe zwar Notizen gemacht, im Buch markiert und mit Post-its gearbeitet, aber genau dieser Capture-Aspekt, Dinge festzuhalten und beisammen zu haben, den Gedanken für sich selbst aufzuschreiben, dafür hatte ich lange keine Struktur.

Mittlerweile mache ich es mit Apple Notes. Eine super einfache Struktur, die für mich sehr gut klappt. Es gibt viele digitale Notiz-Apps, ich habe mich damit auseinandergesetzt, aber Apple Notes ist für mich perfekt, weil ich es am Laptop wie am Handy nutzen kann. Ich habe diesen Capture Habit für mich etabliert. Ich schreibe mir Dinge wirklich auf. Es klingt banal, aber ich kann es dir nur ans Herz legen, ein, zwei Gedanken darauf zu verwenden. Es sind einfache Dinge, Restaurants, Filme, die ich sehen möchte, oder spannende Impulse. Zu den beiden Runden von eben, dem Frühstück und dem Kaffee, habe ich jeweils einen Ordner, in dem ich Ideen und Gedanken aufschreibe, die sonst drei Tage später weg wären.

Das ist enorm wichtig geworden: diese Dinge festzuhalten, wenn ich Bücher lese, Videos oder Dokumentationen sehe, Ideen und Gedanken zu sichern. Wenn mich jemand fragt, welche Dokumentation oder welches Video ich empfehle, habe ich eine Liste enorm wertvoller Videos, die ich mir selbst wieder ansehen kann und deren Kernaussagen ich festhalte.

Ich habe die Infrastruktur dafür seit einigen Monaten in Apple Notes aufgebaut, und es ist so unglaublich wertvoll. Der erste Punkt, meine Tagesplanung, läuft dort. Mein Weekly Review läuft dort. Ich halte Gedanken fest, meine täglichen To-dos, und wenn ich Bücher lese, so viele Dinge. Wichtig ist auch das Vertrauen darin, dass diese Dinge wiederverwendet werden. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto wertvoller wird es, weil man Dinge für sich selbst festhält. Und es macht einfach Spaß, sich die Dinge immer wieder anzuschauen. Dann merkt man, wie wertvoll es ist, dass man es aufgeschrieben hat.

Du merkst, für mich ist das ein absolutes Herzensthema. Wenn du dich dafür begeistern kannst, schreib mir gern. Ich rede sehr selten darüber, aber ich bin ein begeisterter Fan davon und habe eine schöne Struktur aufgebaut. Wenn du einen Impuls brauchst, jederzeit gern. Gewohnheit Nummer vier, der Capture Habit, ist für mich ganz wertvoll geworden.

Das geht ein bisschen einher mit Gewohnheit Nummer fünf, die tatsächlich erst im Rahmen meiner Selbständigkeit richtig entstanden ist: das Thema Wissen teilen. Ich habe vorher viele Bücher gelesen, aber mein Wissen sehr wenig geteilt. Heute teile ich es vorrangig über LinkedIn-Beiträge, jeden Tag gibt es einen Beitrag von mir. Wissen teilen hat unfassbar viele Vorteile: Was ich gelesen und gelernt habe, festige ich, wenn ich es anderen erzähle. Das ist ein No-Brainer. Wenn ich anderen etwas beibringe, fördert das meinen eigenen Lernprozess. Außerdem stoße ich auf viel Dankbarkeit, wenn ich Wissen teile.

Es fördert auch das eigene Denken. Beim Formulieren und Erklären merkt man erst, wie viel Halbwissen man eigentlich hat, und das zwingt einen, in die Tiefe zu gehen. Es muss nicht LinkedIn sein. Bei mir ist es die tägliche LinkedIn-Routine, aber es geht auch über interne Mails oder Verteiler, eine kurze WhatsApp-Nachricht, eine kleine Runde oder sogar einen kleinen Workshop. Finde für dich einen Rahmen, ein Medium, das sich eignet, um fünf bis zehn Minuten zu investieren und dein Wissen zu teilen. Es sollte auf täglicher Basis sein.

Wissen zu teilen ist ein enorm wertvolles Instrument. Denk an das Prinzip der Reziprozität. Wenn du über Monate hinweg Wissen teilst, hast du Leute, die es lesen und dankbar sind, weil du gibst, ohne etwas zu verlangen. Das löst eine Welle aus. Es kann vorkommen, dass jemand dir schreibt: „Ich habe eine interessante Idee oder Chance für dich.“ Mit dem, was du hinausgibst, ziehst du automatisch Gleichgesinnte und andere positive Aspekte an. Gewohnheit Nummer fünf, Wissen teilen, ist enorm wertvoll, das kann ich jedem nur ans Herz legen.

Gewohnheit Nummer sechs ist eine Denkgewohnheit, die sich für mich enorm etabliert hat: „Wie geht’s einfacher?“ Also der Drang, weniger zu tun. Das haben wir alle schon einmal gehört. Ich bin stark geprägt vom Buch „Essentialism“ von Greg McKeown, darüber habe ich schon häufig gesprochen. Die Einstellung: weniger, aber dafür besser. Es ist die Erkenntnis, dass wir alle nur begrenzten Fokus haben. Man kann nicht alles machen. Dieses Streben nach weniger, danach, Komplexität zu reduzieren und es einfacher zu machen, äußert sich bei mir in verschiedenen Bereichen.

Ein großer Bereich ist die Kommunikation. Egal welche Texte oder Mails ich schreibe, ich versuche, auf das Wesentliche zu reduzieren. Es gibt den Spruch: Perfektion ist erreicht, wenn man nichts mehr streichen kann. Frage dich: Wie kann ich es einfacher machen? Ist diese Nachricht überflüssig? Kann ich sie mir sparen? Wer das praktiziert, stößt auf viel Dankbarkeit. Versetze dich in die andere Person, schau dir deinen eigenen Posteingang an, wie viele unverständliche, umfangreiche Texte du bekommst, die viel einfacher zusammengefasst werden könnten. Verinnerliche das und überlege bei jedem Mal: Wie geht’s einfacher? Wie kann ich reduzieren? Wie kann ich weniger machen?

Das gilt auch für die eigene Produktivität. Ich habe von der Not-to-do-Liste gesprochen, und ich bin in einer Phase, in der ich noch nie so viel Nein gesagt habe: weniger Termine, weniger Themen. Es gab Phasen, in denen ich sehr viel Ja gesagt habe, aber gerade ist die Phase des Nein-Sagens, um den Fokus zu bewahren und Komplexität zu reduzieren, wo es nur geht. Komplexität ist mein Gegner und hält mich davon ab, besser zu werden und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es klingt leichter gesagt als getan, aber dieser Drang, weniger zu tun, den Fokus zu bewahren und das Wenige richtig gut zu machen, festigt sich immer mehr. Die Frage „Wie geht’s einfacher?“ ist eine ganz klare Denkgewohnheit geworden.

Und ich komme zu Punkt Nummer sieben, den ich eingangs schon bei der Tagesroutine erwähnt habe: das Thema Mindset und Identity Design, also die Modellierung und Gestaltung dieser beiden Themen. Dieser Punkt geht einher mit dem Capture Habit von oben, aber es geht hier nicht darum, lose Ideen oder Impulse zu sammeln. Das Thema ist nicht ganz greifbar, aber enorm wichtig.

Ganz kurz: Mindset ist deine Sichtweise, wie wir die Welt sehen, unser Framework, die Brille, durch die wir die Welt betrachten. Identity bedeutet, wie wir uns selbst sehen. Beide Sichtweisen, die von dir selbst und die von der Welt, können dich hindern oder dich dabei unterstützen, dich persönlich und beruflich zu entwickeln. Ein banales Beispiel: Wenn dir in der Kindheit jemand eingeredet hat, du seist unmusikalisch, dann kann das dein Identitätsbild geformt haben. Vielleicht nimmst du deshalb bis heute keine Gitarre in die Hand und startest den Versuch gar nicht erst, musikalischer zu werden. Ein banales Beispiel, aber in ganz vielen Dingen ist es genauso.

Mein Paradebeispiel ist das Thema Growth Mindset gegen Fixed Mindset, darüber haben wir schon offen gesprochen. Wenn du immer wieder gehört hast, Talent sei das Wichtigste, egal in welchem Bereich, im Sport oder in der Führung, dann wird das ein Bestandteil deines Mindsets. Solche Dinge kann man dem Zufall überlassen oder eben mitgestalten. Ein Werkzeug dafür ist dieses Identity Design.

Angefangen hat das bei mir mit einem simplen, kompakten persönlichen Leitbild, dem Gedanken von Stephen Covey aus „Die 7 Wege zur Effektivität“. Mittlerweile ist dieses persönliche Leitbild deutlich gewachsen und umfangreicher geworden und Bestandteil meiner Daily Practice. Täglich hineinzuschauen, selbst wenn es nur 30 Sekunden sind, einmal durchzuscrollen, ist ein unheimlich wertvolles Element. Es ist ein schwammiges Thema, nicht ganz greifbar, aber wer diesen Prozess einmal für sich geht, dem macht es Spaß.

Wie beim Capture Habit geht es damit einher: Wenn du Aussagen, Zitate, Prinzipien, Werte, Meinungen und auch Bilder und Grafiken sammelst und in einem Dokument zusammenfasst, ist das der einfachste Einstieg in ein persönliches Leitbild. Dann kannst du auch Ziele und Gedanken festhalten. Das Zweitwichtigste ist, regelmäßig hineinzuschauen und es in der Tagesroutine, der Daily Practice, zu etablieren. Capture Habit plus Tagesroutine, das sind die beiden Elemente rund um Mindset und Identity Design.

Ich bin im Rahmen von Stephen Covey das erste Mal darauf gestoßen, und über zwei Coaches, die ich selbst erleben durfte, wurde es deutlich tiefer. Heute ist es ein fester Bestandteil, den ich nicht mehr missen möchte. Rund um dieses Thema gibt es viel, gerade aus der Coaching-Richtung, auch sehr schwammige, fast esoterische Ansätze. Ich empfehle dir „Atomic Habits“ von James Clear oder Stephen Coveys „Die 7 Wege zur Effektivität“. Dort bekommst du ein wissenschaftlicheres Bild und verstehst, wie wichtig es ist, so etwas für sich zu etablieren und ernst zu nehmen. Genau deshalb ist Gewohnheit sieben, Mindset und Identity Design, für mich enorm wertvoll.

Dazu gibt es von August Bradley zwei spannende Videos bei YouTube. Ich weiß gerade nicht genau, wie sie heißen, aber such einfach nach „Mindset Practice“ oder „Identity Design“ von August Bradley, dann findest du die Videoserie. Er hat das Thema sehr gut zusammengefasst. Lass dich nicht irritieren, dass in den Videos auch steckt, wie man das mithilfe eines Tools in der täglichen Praxis umsetzt, dieser Tool-Teil am Anfang ist eher unwichtig. Schau dir den Rest gern an.

Ansonsten fasse ich noch einmal zusammen. Die sieben Gewohnheiten, die mein Leben verändert haben, sind: Erstens die Tagesplanung als Start in den Tag, das Thema etwas professioneller und ernster zu nehmen. Zweitens das Weekly Review, wöchentlich aufräumen, inspiriert vom Buch „Getting Things Done“ von David Allen. Das sind zwei Dinge rund um Produktivität, die bei mir eine Zeit gebraucht haben, bis sie wirklich zur Gewohnheit wurden, weil ich sie anfangs eher amateurhaft gemacht habe.

Drittens der Austausch mit Gleichgesinnten, auch der kritische Austausch, meine wöchentliche Kaffeerunde und das Frühstück, ein super wertvoller Aspekt. Viertens der Capture Habit, Dinge einfach festzuhalten, Notizen zu machen, an einem Ort. Das ist der wichtige Second-Brain-Gedanke: Wir haben alle ein Gehirn, aber es ist nicht dafür da, Dinge zu behalten, sondern tolle Ideen zu haben. Es gibt den Spruch: Dein Gehirn ist zum Denken da, nicht zum Erinnern. Sich die Gewohnheit anzueignen, Dinge aufzuschreiben und in seinem Second Brain zu sammeln, ist sehr wertvoll.

Fünftens das Wissen zu teilen, bei mir über LinkedIn-Beiträge, aber es kann in jeder anderen Form passieren, sehr wertvoll für das eigene Lernen und um anderen Wissen zu geben, ohne etwas zu verlangen. Sechstens „Wie geht’s einfacher?“, die Philosophie des Strebens nach weniger. Wir haben alle begrenzten Fokus und können nicht alles machen, das wirklich ins Bewusstsein zu holen und umzusetzen. Und siebtens Mindset und Identity Design, die Modellierung und Gestaltung dieser Themen, das Ganze aktiv anzugehen und mitzugestalten.

Das sind die sieben Gewohnheiten gewesen. Jedes dieser Themen kannst du gern vertiefen, und wenn du spezielle Fragen hast, schreib mir jederzeit gern. Ich hoffe, du konntest wieder einige Impulse für dich mitnehmen. Wenn du glaubst, dass dieser Podcast auch für andere interessant ist, dann teile ihn gern mit deinen Freunden und Bekannten. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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