Zu seinem 30. Geburtstag schrieb Sam Altman einen kurzen Essay. Ein Freund hatte ihn gefragt, ob er in den letzten zehn Jahren irgendwelche Lebensweisheiten gelernt habe, die er weitergeben könne. Heraus kamen 36 Lektionen – über Freundschaft, Arbeit, Geld, Gesundheit und Zeit.
Sam Altman ist heute CEO von OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT. Vorher war er Präsident von Y Combinator, dem wohl bekanntesten Startup-Accelerator im Silicon Valley. In dieser Folge geht es nicht um seine jüngsten Errungenschaften, sondern um die Denkweise dahinter: die Grundprinzipien, die ihn geprägt haben – und die du für dein eigenes Leben nutzen kannst.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- 36 Lektionen, eine Quelle. Sam Altman schrieb sie 2015 zu seinem 30. Geburtstag in seinem Blog – als „lose Sammlung von Inspirationspunkten und Reminder“, nicht als fertiges System.
- Menschen zuerst. Familie, Freunde und Partner gehören ganz oben auf die Prioritätenliste. Wenige enge Beziehungen schlagen Hunderte Bekanntschaften.
- Wähle die richtige Sache. Erfolg beginnt damit, woran man arbeitet – ein Punkt, der oft ignoriert wird. Dann: fokussieren, an sich glauben, hart arbeiten.
- Geld kauft Freiheit. Ob es glücklich macht, sei dahingestellt – aber Geldmangel ist stressig, und genug zu haben, nimmt Sorgen.
- Die Tage sind lang, aber die Jahrzehnte sind kurz. Zeit ist begrenzt und wertvoller als Geld. Bereuen ist das Schlimmste – die meisten bereuen, was sie nicht getan haben.
Sam Altmans Lektionen im Detail
Sam Altman ist Unternehmer, Investor und Programmierer. Er brach sein Informatikstudium ab, war von 2014 bis 2019 Präsident von Y Combinator – als Nachfolger des Gründers Paul Graham – und ist seit 2015 CEO von OpenAI. Schon als junger Gründer fiel er auf: Paul Graham zählte ihn 2009 zu den fünf interessantesten Startup-Gründern der letzten 30 Jahre und schrieb, bei Fragen zu Strategie und Ambition frage er sich „Was würde Sam tun?“. Das klingt heute fast wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Die folgenden 36 Lektionen stammen aus seinem Blog-Essay mit dem Titel „The days are long but the decades are short“. Sieh sie als lose Sammlung von Impulsen. Vieles davon kennst du vielleicht schon – und genau das kann eine wertvolle Bestätigung sein, dass dein Fundament stimmt.
1. Familie und Freunde. Vernachlässige Familie, Freunde oder Partner niemals auf deiner Prioritätenliste. Lieber wenige enge Freunde als Hunderte Bekanntschaften. Verliere den Kontakt zu alten Freunden nicht. Manchmal lohnt es sich, bis zum Sonnenaufgang zu reden – und manchmal sollte man feiern.
2. Die Bedeutung des Lebens. Das Leben ist keine Generalprobe. Deine Zeit ist begrenzt und vergeht schnell. Tu, was dich glücklich und erfüllt macht. Verschwende keine Zeit mit Beziehungen zu Menschen, die du nicht magst. Schneide negative Menschen aus deinem Leben – und lass keine Ausreden zu, das nicht zu tun, was du wirklich willst.
3. Wie man erfolgreich wird. Wähle die richtige Sache – das ist entscheidend und wird oft übersehen. Fokussiere dich. Glaube an dich, gerade wenn andere sagen, es werde nicht funktionieren. Baue Beziehungen zu Menschen auf, die helfen. Lerne, Talent zu erkennen. Und arbeite hart – herauszufinden, woran man arbeiten sollte, ist schwer, weil originelles Denken schwer ist.
4. Über die Arbeit. Gute Arbeit gelingt schwer, wenn sie einem gleichgültig ist – und glücklich wird man kaum, wenn man nicht mag, was man beruflich tut. Arbeite hart, aber nicht so hart, dass dir der Rest deines Lebens entgeht. Strebe danach, in deinem Feld der Beste der Welt zu sein; selbst beim Scheitern landest du wahrscheinlich an einem guten Ort. Finde ein eigenes Produktivitätssystem und geh berufliche Risiken ein, besonders früh.
5. Über Geld. Ob Geld glücklich macht oder nicht – es kauft Freiheit. Geldmangel ist sehr stressig. Wichtiger, als sich einen eigenen Jet leisten zu können, ist, sich keine Sorgen um die Miete machen zu müssen. Geld verdienen macht oft mehr Spaß als ausgeben. Bereut hat Altman Ausgaben für Freunde, Erfahrungen, Zeitersparnis, Reisen und Dinge, an die er glaubt, nie.
6. Kommunikation und Medien. Sprich mehr mit Menschen. Lies mehr lange Inhalte und weniger Tweets. Schau weniger fern. Verbringe weniger Zeit im Internet.
7. Zeitverschwendung. Verschwende keine Zeit. Viele Menschen verschwenden zu viel davon – besonders im Berufsleben.
8. Durchsetzungsvermögen. Lass dich nicht herumschubsen. Steh für dich ein und lass andere nicht über dich bestimmen. Zwischen selbstbewusst und arrogant liegt ein großer Unterschied – ziele auf Ersteres.
9. Klare Ziele. Setze dir klare Ziele für jeden Tag, jedes Jahr und jedes Jahrzehnt.
10. Gelegenheiten ergreifen. Planung ist wertvoll. Aber wenn sich eine großartige Gelegenheit bietet, ergreife sie – und scheue dich nicht, etwas Leichtsinniges zu tun. Harte Arbeit schafft gute Möglichkeiten; sie zu ergreifen, liegt an dir.
11. Kluge, interessante und ehrgeizige Menschen. Geh auf sie zu, arbeite für sie, stelle sie ein. Tiefe Beziehungen zu wirklich guten Menschen gehören zum Befriedigendsten an Arbeit. Verbringe Zeit mit Menschen, die zu den Besten der Welt gehören oder völlig unbekannt, aber extrem vielversprechend sind. Du wirst zum Durchschnitt derer, mit denen du die meiste Zeit verbringst.
12. Kognitive Belastung minimieren. Reduziere die mentale Last durch ablenkende, unwichtige Dinge. Wie wichtig das ist, lässt sich kaum überschätzen – und die meisten sind schlecht darin. Beseitige Ablenkung und entwickle Methoden, die verhindern, dass sich ungeliebte Aufgaben ansammeln und deine geistige Kapazität fressen.
13. Persönliche Ausgaben niedrig halten. Allein das gibt dir viele Möglichkeiten im Leben.
14. Sommer. Sommer sind das Beste – genieße sie.
15. Sorgen. Mach dir nicht so viele Sorgen. Die Dinge im Leben sind selten so riskant, wie sie scheinen. Die meisten Menschen sind zu risikoscheu – deshalb ist der meiste Rat, den du bekommst, eher konservativ.
16. Forderungen stellen. Fordere, was du willst.
17. Über das Bereuen. Wenn du glaubst, etwas zu bereuen, falls du es nicht tust, dann tu es wahrscheinlich. Bereuen ist das Schlimmste – und die meisten Menschen bereuen viel mehr die Dinge, die sie nicht getan haben.
18. Gesundheit. Bewegung. Gesunde Ernährung. Schlaf. Regelmäßig in die Natur.
19. Anderen helfen und freundlich sein. Sei uneigennützig und hilf anderen. Wenig im Leben ist so befriedigend. Sei nett zu Fremden – auch dann, wenn es niemand sieht und es scheinbar nicht darauf ankommt.
20. Jugend. Jugend ist großartig – verschwende sie nicht. In den Zwanzigern ist es in Ordnung, noch keine strenge finanzielle Disziplin zu haben. Alles Geld der Welt bringt die vergangene Zeit nicht zurück. Zeit ist wichtiger als Geld, gerade jung.
21. Eltern. Sag deinen Eltern öfter, dass du sie liebst. Besuche sie so oft wie möglich.
22. Vergänglichkeit. Alles ist vergänglich. Schwierige wie glückliche Momente dauern nicht ewig.
23. Lernen. Sei niemals satt, Neues zu lernen.
24. Neue Dinge ausprobieren. Probiere oft Neues aus. Das verlangsamt die Wahrnehmung der Zeit, steigert das Glück, hält das Leben interessant und verhindert, dass das Denken erstarrt. Nimm dir vor, jedes Jahr etwas Großes, Neues und Riskantes zu tun – persönlich wie beruflich.
25. Liebe und Begeisterung. Erinnerst du dich, wie sehr du als Teenager geliebt und dich als Kind über Dinge gefreut hast? Sei jetzt genauso verliebt, aufgeregt und glücklich.
26. Fairness und Brückenbauen. Betrüge niemanden. Verbrenne keine Brücken. Wähle deine Kämpfe sorgfältig.
27. Vergebung. Vergib Menschen.
28. Status. Jage keinem Status hinterher. Status ohne Substanz funktioniert nicht lange und ist unbefriedigend.
29. In Maßen. Die meisten Dinge sind in Maßen in Ordnung. Fast nichts ist in extremen Mengen gut.
30. Existenzangst. Existenzangst gehört zum Leben – besonders bei wichtigen Lebensereignissen oder kurz nach beruflichen Meilensteinen. Sie trifft vor allem intelligente, ehrgeizige Menschen. Mancher arbeitet hart, um nicht zu viel darüber nachzudenken. Mit dir ist nichts falsch, wenn du das auch fühlst – du bist nicht allein.
31. Dankbarkeit und Perspektive. Sei dankbar und behalte deine Probleme im Blick. Beschwere dich nicht zu viel. Hasse nicht den Erfolg anderer – aber denke daran, dass manche deinen Erfolg hassen werden, und lerne, das zu ignorieren.
32. Handeln statt reden. Sei ein Macher, kein Schwätzer. Show, don’t tell.
33. Anpassungsfähigkeit. Mit genügend Zeit kann man sich an fast alles anpassen, Gutes wie Schlechtes. Menschen sind darin bemerkenswert.
34. Nachdenken vor dem Handeln. Denk ein paar Sekunden nach, bevor du handelst. Denk ein paar Minuten nach, wenn du wütend bist.
35. Nicht vorschnell urteilen. Beurteile andere nicht zu schnell. Du kennst ihre ganze Geschichte nicht. Zeig Empathie, wechsle die Perspektive, versetze dich in ihre Lage.
36. Zeit. Die Tage sind lang, aber die Jahrzehnte sind kurz. Genau so heißt auch der Essay.
Wer von außergewöhnlichen Menschen lernen will, findet hier einen roten Faden. Wie du dir gezielt herausragende Vorbilder zum Modell nimmst, zeigt Von den Besten lernen. Dass deine eigene Entwicklung die beste Investition ist, vertieft In sich selbst investieren. Wie du in der Informationsflut auf genau die Ideen stößt, die dein Leben verändern, behandelt Breakthrough Knowledge. Und warum kleine Schritte über Jahrzehnte den größten Unterschied machen, zeigt Langfristig denken.
Häufige Fragen zu Sam Altmans Lektionen
Wer ist Sam Altman? Sam Altman ist Unternehmer, Investor und Programmierer. Er war von 2014 bis 2019 Präsident des Startup-Accelerators Y Combinator und ist seit 2015 CEO von OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT. Sein Vorgänger bei Y Combinator war Gründer Paul Graham, der Altman früh zu den interessantesten Startup-Gründern zählte.
Woher stammen die 36 Lektionen? Sie stammen aus einem kurzen Blog-Essay, den Sam Altman 2015 zu seinem 30. Geburtstag schrieb. Ein Freund hatte ihn gefragt, welche Lebensweisheiten er in den letzten zehn Jahren gelernt habe. Der Essay trägt den Titel „The days are long but the decades are short“.
Was ist die wichtigste Lektion? Eine zentrale Idee ist Sam Altmans letzter Punkt: „Die Tage sind lang, aber die Jahrzehnte sind kurz.“ Zeit ist begrenzt und wertvoller als Geld. Eng damit verbunden ist seine Warnung vor dem Bereuen – die meisten Menschen bereuen weit mehr die Dinge, die sie nicht getan haben.
Sind das 36 fertige Regeln? Nein. Sam Altman selbst nennt sie eine lose Sammlung – und war sich unsicher, ob er die Liste überhaupt veröffentlichen sollte, weil solche Listen oft leer wirken. Gedacht sind sie als Inspirationsquelle und Reminder, nicht als abgeschlossenes System.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
Ray Dalio – Principles: Im Gespräch als Vergleich genannt – eine große Sammlung von Prinzipien, ähnlich strukturiert wie Sam Altmans Lektionen.
Wenn du tiefer in Mindset und persönliche Entwicklung einsteigen willst, findest du passende Empfehlungen unter Buchempfehlungen: Mindset.
Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.
Transkript
Herzlich willkommen zu Folge Nummer 156: 36 Lektionen für ambitionierte Ingenieure von Sam Altman, dem CEO von OpenAI beziehungsweise ChatGPT. In dieser Folge geht es nicht um seine aktuellsten Errungenschaften rund um ChatGPT – darüber wird gerade an vielen Stellen genug gesprochen. Es geht darum, die Denkweise einer beeindruckenden Persönlichkeit zu entschlüsseln: die First Principles, Grundprinzipien, Denkweisen und Werte zu verstehen, die diese Persönlichkeit über die letzten Jahre geprägt haben – um sie für das eigene Leben und das eigene Berufsleben anzuwenden.
Wer ist eigentlich Sam Altman? Tatsächlich haben die meisten Leute den Namen noch nie gehört, was nicht verwunderlich ist, weil er nicht so im Rampenlicht steht. Sam Altman wurde am 22. April 1985 geboren. Er ist Unternehmer, Investor und Programmierer. 2005 hat er sein Informatikstudium abgebrochen – im Silicon Valley fast ein Klassiker. Von 2014 bis 2019 war er Präsident von Y Combinator. Y Combinator ist ein Technologie-Startup-Accelerator, also eine Art Gründerzentrum in den USA, im Silicon Valley. Es versorgt Startups in der Gründungsphase über einen gewissen Zeitraum – in der Regel drei Jahre – mit Geld, Ratschlägen, Mentoring und Kontakten. Zu den bekannten Namen gehören Airbnb, Dropbox, Stripe, Reddit und Twitch.
Mit 29 Jahren wurde Sam Altman Präsident von Y Combinator – als Nachfolger des Gründers Paul Graham, der selbst eine Silicon-Valley-Größe ist. Sam Altman ist auch selbst Investor, unter anderem in Airbnb, Stripe, Reddit, Asana und Pinterest – einige relativ große Unternehmen. 2015 hat er gemeinsam mit vielen anderen Persönlichkeiten OpenAI gegründet und ist seitdem CEO der Firma, also des Unternehmens hinter ChatGPT. Mit dabei waren unter anderem Greg Brockman, Elon Musk, Jessica Livingston und Peter Thiel.
Ein spannender Aspekt rund um Paul Graham: Er ist eine sehr bekannte Persönlichkeit im Silicon Valley, gerade durch Y Combinator – eines der erfolgreichsten und bekanntesten Gründerzentren überhaupt. Ich habe einen Artikel von ihm gefunden, aus dem April 2009, mit dem Titel „Five Founders“, veröffentlicht auf seiner Website. Ich zitiere sinngemäß auf Deutsch: „Das Inc Magazine hat mich kürzlich gefragt, wer meiner Meinung nach die fünf interessantesten Startup-Gründer der letzten 30 Jahre sind. Wen nenne ich als Beispiel, wenn ich mit Firmen spreche, in die wir investieren? Wen zitiere ich am meisten?“ Auf Platz eins steht Steve Jobs. Auf Platz zwei TJ Rodgers, Gründer von Cypress. Auf Platz drei Larry und Sergey, die Google-Gründer. Auf Platz vier Paul Buchheit, einer der ersten Google-Mitarbeiter, der Gmail und Google AdWords stark mitgeprägt hat. Und auf Platz fünf Sam Altman, damals wirklich noch jung, Mitte 20.
Das Zitat geht weiter: „Ehrlich gesagt ist Sam zusammen mit Steve Jobs der Gründer, auf den ich mich am meisten beziehe, wenn ich Startups berate. Bei Fragen zum Design frage ich: Was würde Steve tun? Bei Fragen zur Strategie oder zu Ambitionen frage ich: Was würde Sam tun? Wenn er auf dieser Liste sein will, wird er auch drauf sein.“ Das fand ich extrem spannend, weil Paul Graham diese Worte vor 14 Jahren über den jungen Sam Altman öffentlich geschrieben hat. Es wirkt fast wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.
2005 hat sich Sam Altman mit seinem damaligen Startup Loopt bei Y Combinator beworben, mit 19 Jahren. Von der ersten Sekunde an war Paul Graham sehr beeindruckt von ihm. Für mich ist dieses Verhältnis ein Paradebeispiel für die Power von Mentoring – die Chance oder das Glück, im Berufsleben auf die richtige Person zur richtigen Zeit zu stoßen. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, kann ich das Interview mit Sam Altman im Podcast bei Lex Fridman empfehlen. Es geht zwei Stunden und 20 Minuten und ist sehr spannend.
Die Podcast-Folge heißt nicht ohne Grund „36 Lektionen für ambitionierte Ingenieure“. Sam Altman betreibt seit Jahren einen Blog, zu finden unter blog.samaltman.com. In dieser Folge geht es um einen seiner Artikel: den vom 28. April 2015, mit dem Titel „The days are long but the decades are short“. Das sind 36 Lektionen, die Sam Altman teilt. Ich habe sie ins Deutsche übersetzt und etwas zusammengefasst. Hier zunächst das Intro von ihm, Zitat: „Letzte Woche bin ich 30 Jahre alt geworden, und ein Freund hat mich gefragt, ob ich in den letzten zehn Jahren irgendwelche Lebensweisheiten gelernt habe, die ich weitergeben kann. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das posten sollte, weil solche Listen meistens ziemlich leer rüberkommen, aber hier ist trotzdem meine Antwort, etwas aufgeräumt.“
In dem Artikel reflektiert er sein Leben der letzten Jahre und kommt auf 36 Lektionen. Nimm die Punkte als eher lose Sammlung von Inspirationspunkten oder als Reminder. Sam Altman selbst war sich nicht sicher, ob er das überhaupt posten sollte, weil solche Listen oft wie Geschwafel klingen oder leer rüberkommen. Einiges davon kennst du sicher schon. Trotzdem: Es kann eine wertvolle Bestätigung sein, zu hören, wie eine solche Persönlichkeit denkt. Wenn du das Gefühl hast, dass du nach diesen Prinzipien bereits lebst, ist das eine wertvolle Erkenntnis – dann weißt du, dass du das richtige Fundament gelegt hast. Es erinnert ein wenig an die Principles von Ray Dalio, eine große Sammlung aus Themen. Ich lasse die Punkte überwiegend unkommentiert.
Punkt Nummer 1, Familie und Freunde: Familie, Freunde oder Partner solltest du niemals auf deiner Prioritätenliste vernachlässigen. Habe lieber wenige enge Freunde als Hunderte Bekanntschaften, und verliere den Kontakt zu alten Freunden nicht. Manchmal ist es wichtig, bis zum Sonnenaufgang mit solchen Leuten zu sprechen, und manchmal sollte man sich erlauben zu feiern.
Punkt Nummer 2, die Bedeutung des Lebens: Das Leben ist keine Generalprobe. Es ist wahrscheinlich das Einzige, was du hast. Deine Zeit ist begrenzt und vergeht unheimlich schnell. Tu, was dich glücklich und erfüllt macht. Nur wenige Menschen werden sich nach Jahrhunderten noch an dich erinnern. Mache nichts, was dich nicht glücklich macht. Verschwende keine Zeit damit, Beziehungen zu Menschen aufrechtzuerhalten, die du nicht magst. Schneide negative Menschen aus deinem Leben – Negativität ist schlecht. Und lass keine Ausreden zu, die Dinge, die du wirklich tun möchtest, nicht zu tun.
Punkt Nummer 3, wie man erfolgreich wird: Wähle die richtige Sache. Das ist entscheidend und wird oft ignoriert. Fokussiere dich. Glaube an dich selbst, besonders dann, wenn andere dir sagen, dass es nicht funktionieren wird. Entwickle persönliche Beziehungen zu Menschen, die helfen. Lerne, talentierte Menschen zu erkennen. Ein Satz, der sich durchzieht: Arbeite hart. Generell ist es aus seiner Sicht schwierig herauszufinden, woran man arbeiten sollte, weil originelles Denken einfach schwierig ist.
Punkt Nummer 4, über die Arbeit: Es ist schwer, gute Arbeit zu leisten, wenn sie einem gleichgültig ist. Genauso schwer ist es, im Leben glücklich und erfüllt zu sein, wenn man nicht mag, was man beruflich macht. Arbeite sehr hart, aber nicht so hart, dass dir der Rest deines Lebens entgeht. Viele Menschen werden beleidigt sein, dass du dich dafür entscheidest, hart zu arbeiten. Strebe danach, der Beste der Welt zu sein in allem, was du beruflich tust. Selbst wenn du scheiterst, wirst du wahrscheinlich an einem ziemlich guten Ort landen. Finde ein eigenes Produktivitätssystem und verschwende keine Zeit damit, unorganisiert zu sein oder zu suboptimalen Zeiten zu arbeiten. Scheue dich nicht, berufliche Risiken einzugehen, besonders am Anfang der Karriere. Die meisten Menschen wählen ihren Beruf ziemlich zufällig. Denke wirklich intensiv darüber nach, was dir gefällt und welche Bereiche erfolgreich sein werden, und versuche, mit Menschen in diesen Bereichen zu sprechen.
Punkt Nummer 5, über das Thema Geld: Ob Geld nun Glück kaufen kann oder nicht – es kann Freiheit kaufen, und das ist wichtig. Geldmangel ist sehr stressig. In fast allen Bereichen ist es wichtiger, genug Geld zu haben, um sich keine Sorgen um die Miete machen zu müssen, als Geld zu haben, um sich einen eigenen Jet leisten zu können. Geld zu verdienen, macht oft mehr Spaß, als es auszugeben. Aber Geld für Freunde, neue Erfahrungen, Zeitersparnis, Reisen und für Zwecke, an die er glaubt, auszugeben, hat er nie bereut.
Punkt Nummer 6, Kommunikation und Medien: Sprich mehr mit Menschen. Lies mehr lange Inhalte und weniger Tweets. Schau weniger fern. Verbringe weniger Zeit im Internet.
Punkt Nummer 7, Zeitverschwendung: Verschwende keine Zeit. Viele Menschen verschwenden zu viel ihrer Zeit, gerade im Berufs- und Geschäftsleben.
Punkt Nummer 8, Durchsetzungsvermögen: Lass dich nicht herumschubsen. Steh für dich selbst ein und lass andere Menschen nicht über dich bestimmen oder dich kontrollieren. Es gibt einen großen Unterschied zwischen selbstbewusst und arrogant. Ziele auf Ersteres ab.
Punkt Nummer 9, klare Ziele: Setze dir klare Ziele für jeden Tag, jedes Jahr und jedes Jahrzehnt.
Punkt Nummer 10, Gelegenheiten ergreifen: Planung ist wertvoll, aber wenn sich eine großartige Gelegenheit bietet, ergreife sie. Scheue dich nicht, etwas Leichtsinniges zu tun. Einer der Vorteile harter Arbeit ist, dass gute Möglichkeiten entstehen – aber es liegt an dir, sie zu ergreifen, wenn sie sich bieten.
Punkt Nummer 11, kluge, interessante und ehrgeizige Menschen: Gehe auf sie zu, arbeite für sie und stelle sie ein. Einer der befriedigendsten Aspekte der Arbeit ist es, tiefe Beziehungen mit wirklich guten Menschen zu schmieden. Versuche, Zeit mit Menschen zu verbringen, die entweder zu den Besten der Welt gehören oder extrem vielversprechend, aber völlig unbekannt sind. Es ist wirklich wahr, dass du zu einem Durchschnitt der Menschen wirst, mit denen du die meiste Zeit verbringst.
Punkt Nummer 12, kognitive Belastung minimieren: Reduziere deine eigene kognitive Belastung durch ablenkende Dinge, die nicht wirklich wichtig sind. Es ist schwer zu überschätzen, wie wichtig das ist und wie schlecht die meisten darin sind. Beseitige Ablenkung aus deinem Leben. Entwickle starke Methoden, die verhindern, dass sich Dinge ansammeln, die du nicht gerne tust und die deine geistige Kapazität beanspruchen. Gerade im Arbeitsleben ist das sehr präsent.
Punkt Nummer 13, persönliche Ausgaben niedrig halten: Allein das gibt dir viele Möglichkeiten im Leben.
Punkt Nummer 14, Sommer: Sommer sind das Beste.
Punkt Nummer 15, Sorgen: Mache dir nicht so viele Sorgen. Die Dinge im Leben sind selten so riskant, wie sie scheinen. Die meisten Menschen sind zu risikoscheu, und daher ist der meiste Rat, den du bekommen wirst, eher auf konservative Wege ausgerichtet.
Punkt Nummer 16, Forderungen stellen: Fordere, was du willst.
Punkt Nummer 17, zum Thema Bereuen: Wenn du denkst, dass du etwas bereuen wirst, wenn du es nicht tust, solltest du es wahrscheinlich tun. Bereuen ist das Schlimmste, und die meisten Menschen bereuen viel mehr Dinge, die sie nicht getan haben, als Dinge, die sie getan haben.
Punkt Nummer 18, Gesundheit: Bewegung, gesunde Ernährung, Schlaf und regelmäßig in die Natur.
Punkt Nummer 19, anderen helfen und freundlich sein: Sei uneigennützig und hilf anderen. Wenige Dinge im Leben sind so befriedigend. Sei nett zu Fremden, auch wenn es scheinbar nicht darauf ankommt – sei nett auch dann, wenn es keiner sieht.
Punkt Nummer 20, Jugend: Jugend ist eine wirklich großartige Sache, verschwende sie nicht. In deinen Zwanzigern ist es in Ordnung, noch keine strenge finanzielle Disziplin zu haben. Alles Geld der Welt wird die Zeit, die an dir vorbeigezogen ist, nicht zurückbringen. Zeit ist viel wichtiger als Geld, gerade in der jugendlichen Phase.
Punkt Nummer 21, Eltern: Sage deinen Eltern öfter, dass du sie liebst, und besuche sie so oft wie möglich zu Hause.
Punkt Nummer 22, Vergänglichkeit: Alles ist vergänglich. Sowohl schwierige als auch glückliche Momente im Leben dauern nicht ewig an.
Punkt Nummer 23, Lernen: Sei niemals satt zu lernen.
Punkt Nummer 24, neue Dinge ausprobieren: Probiere oft neue Dinge aus. Das scheint wirklich wichtig zu sein. Es verlangsamt die Wahrnehmung deiner Zeit, steigert das Glück, hält das Leben interessant und verhindert, dass Menschen in ihren Denkweisen erstarren. Ziele darauf ab, jedes Jahr in deinem persönlichen und beruflichen Leben etwas Großes, Neues und vor allem Riskantes zu tun.
Punkt Nummer 25, Liebe und Begeisterung: Erinnerst du dich, wie sehr du deinen Freund oder deine Freundin geliebt hast, als du ein Teenager warst? Liebe ihn oder sie jetzt genauso intensiv. Erinnerst du dich, wie aufgeregt und glücklich du als Kind über Dinge warst? Sei jetzt genauso aufgeregt und glücklich.
Punkt Nummer 26, Fairness und Brückenbauen: Betrüge niemanden. Verbrenne keine Brücken. Und wähle deine Kämpfe sorgfältig aus.
Punkt Nummer 27, Vergebung: Vergib Menschen.
Punkt Nummer 28, Status: Jage keinem Status hinterher. Status ohne Substanz funktioniert nicht lange und ist unbefriedigend.
Punkt Nummer 29, in Maßen: Die meisten Dinge sind in Maßen in Ordnung. Fast nichts ist in extremen Mengen gut.
Punkt Nummer 30, Existenzangst: Existenzangst ist Teil des Lebens, besonders bei wichtigen Lebensereignissen oder kurz nach wichtigen beruflichen Meilensteinen. Sie betrifft besonders intelligente, ehrgeizige Menschen. Einer der Gründe, warum manche Menschen so hart arbeiten, ist, dass sie nicht zu viel Zeit damit verbringen wollen, darüber nachzudenken. Nichts ist falsch an dir, wenn du dich genauso fühlst – du bist nicht allein.
Punkt Nummer 31, Dankbarkeit und Perspektive: Sei dankbar und behalte deine Probleme im Blick. Beschwere dich nicht zu viel. Hasse nicht den Erfolg anderer. Aber denke daran, dass einige Menschen deinen Erfolg hassen werden, und du musst lernen, das zu ignorieren.
Punkt Nummer 32, handeln statt reden: Sei ein Macher, kein Schwätzer. Show, don’t tell.
Punkt Nummer 33, Anpassungsfähigkeit: Mit genügend Zeit kann man sich an fast alles anpassen, egal ob Gutes oder Schlechtes. Menschen sind darin bemerkenswert.
Punkt Nummer 34, Nachdenken vor dem Handeln: Denke ein paar Sekunden nach, bevor du handelst. Denke ein paar Minuten nach, wenn du wütend bist.
Punkt Nummer 35, nicht vorschnell urteilen: Beurteile andere Menschen nicht so schnell. Du kennst ihre ganze Geschichte nicht und weißt nicht, warum sie etwas getan oder nicht getan haben. Zeige Empathie, wechsle die Perspektive und versetze dich in ihre Situation.
Punkt Nummer 36, Zeit: Die Tage sind lang, aber die Jahrzehnte sind kurz. Das ist auch der Name des Artikels: „The days are long but the decades are short“. Wenn du den gesamten Artikel lesen möchtest, suche einfach nach Sam Altman, 36 lessons, oder nach dem Titel des Artikels vom 28. April 2015.
Bei dieser Thematik geht es um den Zinseszins der persönlichen Entwicklung. Das ist der Samen, den Sam Altman vor zwei Jahrzehnten gesät hat – schon mit 19 Jahren ist er als Gründer proaktiv in diese Welt eingestiegen, hat viel aufgesaugt und gelernt. Es ist immer wieder spannend zu hören, wie solche Menschen denken, was sie bewegt und was ihre Grundprinzipien sind. Wenn es einen Kollegen, eine Freundin oder einen Kommilitonen gibt, die sich genauso für diese Themen begeistern wie du, teile diese Folge gerne weiter. Den Namen Sam Altman werden wir in den nächsten Jahren sicher noch häufiger hören. Dieser Artikel und diese Folge können ein guter Startpunkt sein, um mehr über ihn, seine Denkweise und das Mindset dahinter zu verstehen – und nicht nur den Macher von ChatGPT zu sehen. Ich hoffe, da waren einige inspirierende Gedanken für dich dabei. Das soll es für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.