Negative Menschen: Warum Negativität ansteckend ist und wie du dich schützt

Es gibt Kräfte in deinem Umfeld, die du nicht siehst. Sie formen dein Denken, dein Verhalten und deine Entscheidungen, ohne dass du es bemerkst.

Eine der stärksten dieser Kräfte sind die Menschen um dich herum. Positive Energie ist ansteckend. Negativität und Pessimismus aber genauso. In dieser Folge geht es darum, diese unsichtbaren Einflüsse zu erkennen und dich bewusst vor einem destruktiven Umfeld zu schützen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Dein Umfeld wirkt wie Wasser für einen Fisch: allgegenwärtig, prägend und meist unsichtbar.
  • Zwei unsichtbare Kräfte formen dich besonders stark: was du konsumierst und wen du häufig triffst.
  • Du wirst zu dem, was du konsumierst. Was du heute liest, hörst und siehst, ist morgen das Rohmaterial deiner Gedanken.
  • Du wirst zum Durchschnitt der Menschen, die dich am häufigsten umgeben. Negativität färbt genauso ab wie Optimismus.
  • Fast niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um sich herum, auch nicht in einem neuen Job.
  • Der erste Schritt ist Selbstreflexion: Was konsumierst du, und wer sind die fünf Menschen, die dich am meisten prägen?

Negative Menschen und ihr unsichtbarer Einfluss im Detail

Lerne, das Wasser zu sehen

Der Autor David Foster Wallace hat in einer bekannten Rede vor College-Absolventen eine kleine Geschichte erzählt. Zwei junge Fische schwimmen durchs Meer und treffen einen älteren Fisch. Der nickt ihnen zu und fragt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“ Die jungen Fische schwimmen weiter, und nach einer Weile dreht sich einer um und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Genau darum geht es. Wir sind alle umgeben von etwas, das wir nicht sehen. Unser Umfeld ist das Wasser. Es enthält verborgene Kräfte, die unser Handeln stark beeinflussen, ohne dass wir sie wahrnehmen.

Den meisten Menschen geht es wie den jungen Fischen. Wenn sie an ihr Umfeld denken, denken sie nur an das Sichtbare. An die Süßigkeiten zu Hause, die das gesunde Essen erschweren. An die Laufschuhe vor der Tür, die zum Sport motivieren. Das sichtbare Umfeld ist wichtig. Aber ein viel größerer Teil der Einflüsse ist unsichtbar. Und genau deshalb müssen wir lernen, ihn zu sehen.

Es gibt zwei dieser unsichtbaren Kräfte, die dein Verhalten besonders stark formen.

Du wirst zu dem, was du konsumierst

Jeden Tag nimmst du Dinge in dich auf. Was du heute liest, hörst und siehst, wird morgen zum Rohmaterial deiner Gedanken.

Hochwertige Inputs liefern hochwertiges Rohmaterial für deine Entwicklung, privat wie beruflich. Wenn du einen Vorgesetzten hast, der dich bestärkt und dir gutes Feedback gibt, konsumierst du etwas Wertvolles. Genauso prägt dich, welche Apps auf deinem Handy liegen, welche Medien du dir ansiehst, welche Bücher du liest.

Eine Person mit reichhaltigen Informationsquellen trifft bessere Entscheidungen als jemand, der minderwertige Quellen konsumiert. Es gibt einen Merksatz dafür: garbage in, garbage out. Wenn du Mist zu dir nimmst, brauchst du dich über das Ergebnis nicht zu wundern. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Gedanken. Was du heute isst, ist das, zu dem du morgen wirst.

Das Schöne daran: Du kannst dich nicht dagegen wehren, zu dem zu werden, was du konsumierst, aber du kannst entscheiden, was du konsumierst. Nimm dir einen Moment zur Reflexion. Was hörst, siehst und liest du in einer typischen Woche? Und wie schätzt du die Qualität ein?

Du wirst zu denen, die du häufig triffst

Den zweiten Punkt hast du sicher schon einmal gehört: Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, die dich umgeben. Das ist kein wissenschaftliches Gesetz, aber eine Daumenregel mit viel Wahrheit.

Der soziale Kontext beeinflusst dein Handeln und dein Selbstbild enorm. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend. Und damit kommen wir zum Kern: Negativität und Pessimismus sind es genauso.

Du konsumierst nicht nur Bücher und Podcasts. Du konsumierst auch das Verhalten der Menschen um dich herum. Das, was dein Vorgesetzter den ganzen Tag sagt. Was er dir einredet. Welches Feedback du bekommst. Es beginnt schon bei den Eltern und dem Bild, das sie einem Kind vermitteln.

Wenn du niemanden in deinem Umfeld hast, der berufliche Ambitionen hat, wird es dir deutlich schwerer fallen voranzukommen als jemandem mit einem reichen Umfeld an ambitionierten Persönlichkeiten. Deshalb ist der schnellste Weg, persönlich und beruflich zu wachsen, sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben. Umgib dich mit Menschen, die sich freuen, wenn du Erfolg hast.

Die Konsequenz: Wähle dein Umfeld bewusst

Im Beruf hat das eine klare Konsequenz. Wenn du vor einem Jobangebot stehst, stell dir eine zentrale Frage: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen?

Du kannst danach streben, eine Kultur zu verändern und Change-Prozesse einzuleiten. Aber vergiss nie, dass diese Kultur auch dich verändern wird. Das ist eine Zweiseitigkeit. Fast niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um sich herum.

Die Dynamiken sind nie ganz zu entschlüsseln. Du wirst nie exakt wissen, welche Person welchen Einfluss auf dich hat. Wichtig ist nur zu verstehen, dass du von Wasser umgeben bist. Die Frage ist, ob du es schon siehst.

Du kannst sukzessive daran arbeiten, besser darin zu werden. Es ist ein laufender Prozess. Der erste Schritt ist immer Reflexion: Wo gibt es Möglichkeiten, anzusetzen?

Wer sein Umfeld bewusst gestaltet, baut auch innere Ruhe auf, lernt mit Druck umzugehen und Resilienz zu entwickeln. Hilfreich ist außerdem, Optimismus zu lernen und sich ein positives Menschenbild zu bewahren, damit Negativität von außen weniger an dir haften bleibt.

Häufige Fragen zum Umgang mit negativen Menschen

Warum ist Negativität ansteckend? Weil du das Verhalten und die Werte der Menschen um dich herum unbewusst übernimmst. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend, und Negativität und Pessimismus genauso. Du wirst zum Durchschnitt der Menschen, die dich am häufigsten umgeben.

Wie schütze ich mich vor dem Einfluss negativer Menschen? Der erste Schritt ist, den unsichtbaren Einfluss überhaupt zu erkennen. Danach gestaltest du dein Umfeld bewusst: Du wählst, was du konsumierst, und mit wem du Zeit verbringst. Umgib dich mit Menschen, die sich über deinen Erfolg freuen, statt mit solchen, die dich herunterziehen.

Stimmt es, dass man der Durchschnitt der fünf Menschen ist, die einen umgeben? Es ist kein wissenschaftliches Gesetz, aber eine Daumenregel mit viel Wahrheit. Der soziale Kontext beeinflusst dein Verhalten und Selbstbild enorm. Wenn niemand in deinem Umfeld Ambitionen hat, fällt es dir schwerer, selbst voranzukommen.

Sollte ich einen Job ablehnen, wenn die Kultur negativ ist? Stell dir vor jeder Entscheidung die Frage: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen? Du kannst eine Kultur verändern wollen, aber fast niemand ist immun gegen die Werte des Umfelds. Die Kultur verändert auch dich, also wäge dieses Risiko bewusst ab.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Mike Rother & John Shook – Sehen lernen (Learning to See): Ein Klassiker über Wertstromdesign und Lean Management. In dieser Folge geht es nicht um die Inhalte, sondern um den Titel selbst: Die wertvollste Lektion liegt darin, das Unsichtbare im eigenen Umfeld sehen zu lernen.
  • David Foster Wallace – „This Is Water“: Die bekannte Rede vor College-Absolventen mit der Anekdote der jungen Fische, die nicht wissen, was Wasser ist. Auf YouTube zu finden über den Namen plus „speech“.

Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Charakter.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

Herzlich willkommen zur Podcast-Folge Nummer 114: Negativität ist ansteckend, Risiken eines destruktiven Umfelds.

Zum Abschluss meines Bachelorstudiums, das ist schon eine ganze Weile her, hat meine Professorin mir ein Buch geschenkt. Dieses Buch hieß und heißt immer noch „Learning to See“, im Deutschen „Sehen lernen“: Mit Wertstromdesign die Wertschöpfung erhöhen und Verschwendung beseitigen. Der Kontext ist relativ klar, wenn du dich in diesem Umfeld bewegst: Prozessoptimierung, Lean Management, alles drum und dran. Das Buch kann ich an dieser Stelle empfehlen, wenn das dein thematisches Umfeld ist.

Aber ganz wichtig: In dieser Folge geht es nicht um die Inhalte und Konzepte dieses Buches, auch wenn die mit Sicherheit spannend wären. Wertstromdesign, Wertschöpfungsanalyse und so weiter, nein. Es geht um den Titel des Buches: „Sehen lernen“, „Learning to See“. Darin steckt eine wirklich wertvolle Lektion, die ich in dieser Folge gerne teilen möchte.

Ich erinnere mich so häufig an diesen Titel, er lässt mich nicht los, obwohl das schon Jahre her ist. Für den einen oder anderen ist das Thema dieser Folge vielleicht eine wichtige Wiederholung, für andere absolutes Neuland. Eines steht fest: Mein Ziel für diese Folge ist, dir zu helfen, dieses Thema sehen zu lernen.

Ich habe in Podcast-Folge 75 schon einmal über das Thema gesprochen. Der Titel der Folge 75 heißt „Die Power des Umfeldes: Warum Motivation überbewertet wird.“ Kurzer Kontext: Es ging darum, dass Motivation ein wichtiger Faktor ist, wenn man sich selbst motivieren möchte. Aber viel wichtiger ist, wie du dein Umfeld gestaltest. Wenn du deine Laufschuhe und deine Sportsachen immer ganz offensichtlich vor Augen liegen hast, dann führt das dazu, dass du mehr Sport machen wirst, auch wenn dir gerade nicht danach ist. Es geht darum, solche Kollisionen zu erzeugen, mit Dingen, die dir wichtig sind, ganz sichtbar in deinem Umfeld. Darum ging es damals.

In dieser Folge geht es auch um das Thema Umfeld, aber um andere Faktoren. Es geht um dein privates und dein berufliches Umfeld. Und heute möchte ich insbesondere über zwei unsichtbare Kräfte sprechen, die auf dich wirken: auf dein Verhalten, darauf, wie du Entscheidungen triffst, und generell auf deine gesamte berufliche und persönliche Entwicklung.

Aber zuerst möchte ich etwas ausholen. Ich habe vom Thema „Sehen lernen“ gesprochen. Warum ist das in diesem Kontext so wichtig? Weil die Dinge, über die ich gleich spreche, nicht offensichtlich sind. Sie sind unsichtbar. Deshalb ist es wichtig zu lernen, diese unsichtbaren Dinge zu sehen und zu verstehen, wie stark diese nicht greifbaren Einflussfaktoren wirklich auf dich wirken.

Eine witzige Anekdote stammt von dem Autor David Foster Wallace. Ich weiß nicht, ob du sie kennst, es ist eine bekannte Rede. Wenn du den Namen plus „speech“ eingibst, wirst du bei YouTube einiges finden, dazu lade ich dich herzlich ein. Sie übersteigt deutlich den Kontext hier, ist deutlich umfangreicher, aber es ist eine Rede, die David Foster Wallace vor College-Absolventen gehalten hat, als Intro in ihr weiteres Berufs- und Lebensumfeld.

Darin gibt es eine schöne Anekdote, eine kleine Story, und die lautet wie folgt. Da ist eine Gruppe junger Fische, die im Meer vor sich her schwimmt. Irgendwann treffen sie zufällig auf einen älteren Fisch. Der ältere Fisch nickt ihnen zu und sagt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“ Die Jungfische schwimmen erst einmal eine Zeit lang weiter, und dann dreht sich einer von ihnen zu den anderen um und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Das ist genau der Kontext. Die Message dieser Geschichte ist, dass unsere Umwelt, in dem Fall das Wasser für die Fische, verborgene Kräfte enthält, die unser Handeln stark beeinflussen. Der ältere Fisch hat verstanden, dass Wasser ein Medium ist, das man vielleicht nicht sieht, das aber für Fische ganz wichtig ist. Die Jungfische haben das noch nicht verstanden, sie haben noch nicht gelernt, das Wasser zu sehen und zu verstehen, wie Strömungen und Co. sie letztlich in ihrem Leben stark beeinflussen.

Die Message dieser kleinen Geschichte: Auch in unserer Umwelt, in unserem Umfeld, gibt es verborgene, unsichtbare Kräfte, die unser Handeln stark beeinflussen. Den meisten Menschen geht es wie diesen jungen Fischen. Sie sind ausgeliefert. Wenn sie an ihre Umwelt denken, denken sie maximal an ihre sichtbare Umgebung. Wenn du ständig Süßigkeiten zu Hause hast, wird es dir zwangsweise schwerer fallen, dich gesund zu ernähren. Das ist das sichtbare Umfeld. So, wie du deine Wohnung gestaltest, kann dich dabei unterstützen oder davon abhalten, gute Gewohnheiten aufzubauen.

Wichtig ist nur: Wir sollten unser Verständnis von diesen Umfeldeinflüssen nicht auf das beschränken, was wir offensichtlich sehen können. Ein großer Teil dieser Einflussfaktoren aus dem direkten Umfeld ist eben nicht sichtbar. Und darüber möchte ich jetzt sprechen.

Ich möchte über zwei Dinge sprechen, die dein Verhalten maßgeblich formen und schon in der Vergangenheit geformt haben. Welche Karriere-Entscheidungen du triffst, welche Gewohnheiten du hast. Wir treffen Hunderte von Entscheidungen jeden Tag und werden dabei ganz stark von diesen unsichtbaren Kräften geleitet. Beide Themen gehen miteinander einher. Du wirst das schon einmal gehört haben, aber vielleicht nicht in diesem Kontext.

Der erste Punkt: Wir werden zu dem, was wir konsumieren. Jeden Tag nimmst du Dinge wahr, den ganzen Tag konsumierst du. Was du heute liest, was du heute wahrnimmst, wird morgen zum Rohmaterial deiner Gedanken. Qualitativ hochwertige Inputs bieten hochwertiges Rohmaterial für deine zukünftige Entwicklung, egal ob privat oder beruflich.

Wenn du zum Beispiel einen Vorgesetzten hast, der dich immer wieder bestärkt und dir wertvolle Hinweise und Feedback gibt, dann hast du da in deinem Umfeld eine Person, deren Aussagen du quasi konsumierst. Aber auch generell: Je nachdem, welche Apps du auf dem Handy hast, welche Medien du dir ansiehst, ist das alles Input, der Folgen hat. Für alle, die Shopping Queen oder Dschungelcamp gucken, brauche ich nicht darüber zu sprechen, dass auch das Auswirkungen hat. Das alles sind Inputs, die deine Gedanken formen und Rohmaterial für deine zukünftigen Gedanken und Entscheidungen liefern.

Eine Person, die ein Umfeld mit reichhaltigen Informationsquellen hat, trifft definitiv bessere Entscheidungen als jemand, der minderwertige Informationsquellen konsumiert. Das Schöne ist: Du kannst dich nicht dagegen wehren, zu der Person zu werden, was du konsumierst. Aber du kannst dich dafür entscheiden, was du wahrnehmen, lesen, anhören und ansehen möchtest.

Gleiches gilt für Lebensmittel. Was du heute isst, ist das, zu dem du morgen wirst. Es gibt einen Merksatz: garbage in, garbage out. Wenn du Mist zu dir nimmst, was das Essen anbelangt, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn deine Gesundheit rapide abnimmt. Das sind offensichtliche Punkte, aber oft vergessen wir das. Deshalb soll diese Folge auch eine kleine Reflexion für dich sein. Schau mal, was du eigentlich konsumierst, wenn du die letzten Wochen betrachtest. Was hörst du ständig, was siehst du, welche Bücher liest du, und wie schätzt du die Qualität ein? Das wäre extrem spannend zur Selbstreflexion. Die Frage ist: Wie kannst du diese Qualität weiter steigern?

Damit kommen wir zum nächsten Punkt, der mit dem ersten zusammenhängt. Wir werden zu denen, die wir häufig treffen. Das ist ein Satz, den du mit Sicherheit schon einmal gehört hast: Du bist der Durchschnitt der fünf Personen, die dich umgeben. Selbstverständlich ist das nicht zu hundert Prozent ein wissenschaftliches Ergebnis. Es ist aber eine Daumenregel, hinter der sehr viel Wahrheit steckt.

Wir werden zu der Person, die wir häufig treffen. Der soziale Kontext beeinflusst unser Handeln, unser Verhalten und unser Selbstbild enorm. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend. Und damit komme ich zum Titel dieser Folge: Negativität und Pessimismus eben auch.

Du konsumierst nicht nur Bücher, Videos und Podcasts wie diesen hier, sondern auch das Verhalten der Menschen um dich herum. Du nimmst das Verhalten deiner Vorgesetzten wahr, aber auch das, was sie den ganzen Tag sagen, welches Feedback sie dir geben, was sie dir einreden. Das fängt schon bei den Eltern an, beim Bild, das einem Kind vermittelt wird. Wenn du ein Kind in dem bekräftigst, was es macht, kann das stark leiten, wie es sich entwickelt.

Also reflektiere auch hier: Wen hast du in deinem privaten und beruflichen Kontext eigentlich? Wer sind die Personen, die dich den ganzen Tag umgeben? Du kannst dich nicht dagegen wehren, ihre Aussagen und ihr Verhalten zu konsumieren und wahrzunehmen. Das hat unglaublich hohe Effekte auf dein eigenes Verhalten. Ziel ist es, dir ein soziales Umfeld zu schaffen, das dich unterstützt und dich ansteckt, positiv zu denken. Umgib dich mit Menschen, die sich freuen, wenn du Erfolg hast. Sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben, ist der schnellste Weg, um persönlich und beruflich zu wachsen.

Ein ganz wichtiger Satz im beruflichen Kontext: Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du ein Jobangebot annimmst oder nicht, solltest du dir immer eine zentrale Frage stellen: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen? Eines ist klar: Du kannst danach streben, die Unternehmenskultur dort zu verändern und Change-Prozesse einzuleiten. Aber du solltest nie vergessen, dass die Kultur dort auch dich verändern wird. Das ist eine Zweiseitigkeit. Nur wenige von uns sind immun, eigentlich so gut wie niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um uns herum.

Am Ende sind es diese beiden unsichtbaren Kräfte, die die meisten nicht sehen und nicht verstehen. Ihr gesamtes Verhalten und die Entscheidungen, die sie im beruflichen und privaten Kontext treffen, hängen unter anderem davon ab, was sie die letzten Jahre konsumiert haben: welche Filme sie sich angesehen, welche Bücher sie gelesen, was sie sonst gehört und gesehen haben. Aber eben auch davon, wer ihre Vorbilder waren. Das muss gar nicht bewusst sein, sondern einfach nur dein soziales Umfeld. Wenn du in deinem sozialen Umfeld niemanden hast, der berufliche Ambitionen hat, wird es dir deutlich schwerer fallen als jemandem, der ein reiches Umfeld an ambitionierten Persönlichkeiten hat. Deshalb, wie schon gesagt: Sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben, ist der schnellste Weg, um persönlich und beruflich zu wachsen, weil du mit positiven, hochwertigen Inputs und Anregungen umgeben wirst. Positive Energie, Motivation und Engagement sind unumstritten ansteckend.

Ich weiß, diese Themen sind nicht gerade einfach, aber dennoch wichtig. Und damit kommen wir zum Eingang dieser Folge zurück. Für mich war es damals ein Aha-Erlebnis, im Kontext dieses Buches den Titel „Sehen lernen“, „Learning to See“, zu verstehen. Das sind Dinge, die nicht leicht zu verstehen sind, und die Dynamiken wird man vielleicht nie ganz entschlüsseln können. Welche Person genau welchen Einfluss auf dich hat, wirst du nie exakt wissen. Wichtig ist nur zu verstehen, dass wir alle umgeben sind. Und damit kommen wir zur Geschichte von David Foster Wallace zurück: umgeben von Wasser. Die Frage ist nur, ob du das Wasser heute schon siehst, oder ob noch ein Weg zu gehen ist, um zu verstehen, welchen starken Einfluss dieses Wasser auf dich hat.

Das ist ein wichtiger Appell, eine Ermutigung an dich. Auch das sind Dinge, an denen man sukzessive arbeiten kann, um darin besser zu werden. Es sind laufende Prozesse, und ich habe in anderen Folgen eine ganze Menge davon erzählt. Hör also gerne mal in die anderen Folgen rein, die du bisher noch nicht gehört hast.

Ich fasse noch einmal kurz zusammen. Das Thema „Sehen lernen“: In deinem beruflichen und privaten Umfeld gibt es unsichtbare, verborgene Kräfte, die dein Verhalten und deine Entwicklung als Ganzes stark beeinflussen. Ich habe von der Fischgeschichte von David Foster Wallace erzählt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“, und die Fische fragen sich, was Wasser ist. In dieser Folge sind diese beiden Dinge gemeint: Wir werden zu dem, was wir konsumieren, und wir werden zu denen, die wir häufig treffen. Diese Faktoren gehen miteinander einher, aber man kann sie beeinflussen.

Das ist eine Ermutigung, das anzugehen, in erster Linie für dich zu reflektieren und zu überlegen, wo es Möglichkeiten gibt, anzusetzen. Wenn ich für mich persönlich reflektiere, sind das mit die größten Einflussfaktoren im Hinblick auf meine positive Entwicklung. Die Aspekte, wo ich sage, da habe ich unglaublich viel rausgezogen, haben viel mit den Personen zu tun, die mich umgeben haben, und viel mit dem, was ich konsumiert habe. Über das Thema Lesen habe ich schon mehrere Male gesprochen.

Das soll es für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg. Ich freue mich, dass du dabei warst, und hoffe, du konntest wieder einige Impulse mitnehmen. Wenn du glaubst, dass dieser Podcast auch für andere interessant sein kann, teile ihn gerne mit deinen Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Negative Menschen: Warum Negativität ansteckend ist und wie du dich schützt

Es gibt Kräfte in deinem Umfeld, die du nicht siehst. Sie formen dein Denken, dein Verhalten und deine Entscheidungen, ohne dass du es bemerkst.

Eine der stärksten dieser Kräfte sind die Menschen um dich herum. Positive Energie ist ansteckend. Negativität und Pessimismus aber genauso. In dieser Folge geht es darum, diese unsichtbaren Einflüsse zu erkennen und dich bewusst vor einem destruktiven Umfeld zu schützen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Dein Umfeld wirkt wie Wasser für einen Fisch: allgegenwärtig, prägend und meist unsichtbar.
  • Zwei unsichtbare Kräfte formen dich besonders stark: was du konsumierst und wen du häufig triffst.
  • Du wirst zu dem, was du konsumierst. Was du heute liest, hörst und siehst, ist morgen das Rohmaterial deiner Gedanken.
  • Du wirst zum Durchschnitt der Menschen, die dich am häufigsten umgeben. Negativität färbt genauso ab wie Optimismus.
  • Fast niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um sich herum, auch nicht in einem neuen Job.
  • Der erste Schritt ist Selbstreflexion: Was konsumierst du, und wer sind die fünf Menschen, die dich am meisten prägen?

Negative Menschen und ihr unsichtbarer Einfluss im Detail

Lerne, das Wasser zu sehen

Der Autor David Foster Wallace hat in einer bekannten Rede vor College-Absolventen eine kleine Geschichte erzählt. Zwei junge Fische schwimmen durchs Meer und treffen einen älteren Fisch. Der nickt ihnen zu und fragt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“ Die jungen Fische schwimmen weiter, und nach einer Weile dreht sich einer um und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Genau darum geht es. Wir sind alle umgeben von etwas, das wir nicht sehen. Unser Umfeld ist das Wasser. Es enthält verborgene Kräfte, die unser Handeln stark beeinflussen, ohne dass wir sie wahrnehmen.

Den meisten Menschen geht es wie den jungen Fischen. Wenn sie an ihr Umfeld denken, denken sie nur an das Sichtbare. An die Süßigkeiten zu Hause, die das gesunde Essen erschweren. An die Laufschuhe vor der Tür, die zum Sport motivieren. Das sichtbare Umfeld ist wichtig. Aber ein viel größerer Teil der Einflüsse ist unsichtbar. Und genau deshalb müssen wir lernen, ihn zu sehen.

Es gibt zwei dieser unsichtbaren Kräfte, die dein Verhalten besonders stark formen.

Du wirst zu dem, was du konsumierst

Jeden Tag nimmst du Dinge in dich auf. Was du heute liest, hörst und siehst, wird morgen zum Rohmaterial deiner Gedanken.

Hochwertige Inputs liefern hochwertiges Rohmaterial für deine Entwicklung, privat wie beruflich. Wenn du einen Vorgesetzten hast, der dich bestärkt und dir gutes Feedback gibt, konsumierst du etwas Wertvolles. Genauso prägt dich, welche Apps auf deinem Handy liegen, welche Medien du dir ansiehst, welche Bücher du liest.

Eine Person mit reichhaltigen Informationsquellen trifft bessere Entscheidungen als jemand, der minderwertige Quellen konsumiert. Es gibt einen Merksatz dafür: garbage in, garbage out. Wenn du Mist zu dir nimmst, brauchst du dich über das Ergebnis nicht zu wundern. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Gedanken. Was du heute isst, ist das, zu dem du morgen wirst.

Das Schöne daran: Du kannst dich nicht dagegen wehren, zu dem zu werden, was du konsumierst, aber du kannst entscheiden, was du konsumierst. Nimm dir einen Moment zur Reflexion. Was hörst, siehst und liest du in einer typischen Woche? Und wie schätzt du die Qualität ein?

Du wirst zu denen, die du häufig triffst

Den zweiten Punkt hast du sicher schon einmal gehört: Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, die dich umgeben. Das ist kein wissenschaftliches Gesetz, aber eine Daumenregel mit viel Wahrheit.

Der soziale Kontext beeinflusst dein Handeln und dein Selbstbild enorm. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend. Und damit kommen wir zum Kern: Negativität und Pessimismus sind es genauso.

Du konsumierst nicht nur Bücher und Podcasts. Du konsumierst auch das Verhalten der Menschen um dich herum. Das, was dein Vorgesetzter den ganzen Tag sagt. Was er dir einredet. Welches Feedback du bekommst. Es beginnt schon bei den Eltern und dem Bild, das sie einem Kind vermitteln.

Wenn du niemanden in deinem Umfeld hast, der berufliche Ambitionen hat, wird es dir deutlich schwerer fallen voranzukommen als jemandem mit einem reichen Umfeld an ambitionierten Persönlichkeiten. Deshalb ist der schnellste Weg, persönlich und beruflich zu wachsen, sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben. Umgib dich mit Menschen, die sich freuen, wenn du Erfolg hast.

Die Konsequenz: Wähle dein Umfeld bewusst

Im Beruf hat das eine klare Konsequenz. Wenn du vor einem Jobangebot stehst, stell dir eine zentrale Frage: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen?

Du kannst danach streben, eine Kultur zu verändern und Change-Prozesse einzuleiten. Aber vergiss nie, dass diese Kultur auch dich verändern wird. Das ist eine Zweiseitigkeit. Fast niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um sich herum.

Die Dynamiken sind nie ganz zu entschlüsseln. Du wirst nie exakt wissen, welche Person welchen Einfluss auf dich hat. Wichtig ist nur zu verstehen, dass du von Wasser umgeben bist. Die Frage ist, ob du es schon siehst.

Du kannst sukzessive daran arbeiten, besser darin zu werden. Es ist ein laufender Prozess. Der erste Schritt ist immer Reflexion: Wo gibt es Möglichkeiten, anzusetzen?

Wer sein Umfeld bewusst gestaltet, baut auch innere Ruhe auf, lernt mit Druck umzugehen und Resilienz zu entwickeln. Hilfreich ist außerdem, Optimismus zu lernen und sich ein positives Menschenbild zu bewahren, damit Negativität von außen weniger an dir haften bleibt.

Häufige Fragen zum Umgang mit negativen Menschen

Warum ist Negativität ansteckend? Weil du das Verhalten und die Werte der Menschen um dich herum unbewusst übernimmst. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend, und Negativität und Pessimismus genauso. Du wirst zum Durchschnitt der Menschen, die dich am häufigsten umgeben.

Wie schütze ich mich vor dem Einfluss negativer Menschen? Der erste Schritt ist, den unsichtbaren Einfluss überhaupt zu erkennen. Danach gestaltest du dein Umfeld bewusst: Du wählst, was du konsumierst, und mit wem du Zeit verbringst. Umgib dich mit Menschen, die sich über deinen Erfolg freuen, statt mit solchen, die dich herunterziehen.

Stimmt es, dass man der Durchschnitt der fünf Menschen ist, die einen umgeben? Es ist kein wissenschaftliches Gesetz, aber eine Daumenregel mit viel Wahrheit. Der soziale Kontext beeinflusst dein Verhalten und Selbstbild enorm. Wenn niemand in deinem Umfeld Ambitionen hat, fällt es dir schwerer, selbst voranzukommen.

Sollte ich einen Job ablehnen, wenn die Kultur negativ ist? Stell dir vor jeder Entscheidung die Frage: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen? Du kannst eine Kultur verändern wollen, aber fast niemand ist immun gegen die Werte des Umfelds. Die Kultur verändert auch dich, also wäge dieses Risiko bewusst ab.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Mike Rother & John Shook – Sehen lernen (Learning to See): Ein Klassiker über Wertstromdesign und Lean Management. In dieser Folge geht es nicht um die Inhalte, sondern um den Titel selbst: Die wertvollste Lektion liegt darin, das Unsichtbare im eigenen Umfeld sehen zu lernen.
  • David Foster Wallace – „This Is Water“: Die bekannte Rede vor College-Absolventen mit der Anekdote der jungen Fische, die nicht wissen, was Wasser ist. Auf YouTube zu finden über den Namen plus „speech“.

Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Charakter.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Persönlichkeit.

Transkript

Herzlich willkommen zur Podcast-Folge Nummer 114: Negativität ist ansteckend, Risiken eines destruktiven Umfelds.

Zum Abschluss meines Bachelorstudiums, das ist schon eine ganze Weile her, hat meine Professorin mir ein Buch geschenkt. Dieses Buch hieß und heißt immer noch „Learning to See“, im Deutschen „Sehen lernen“: Mit Wertstromdesign die Wertschöpfung erhöhen und Verschwendung beseitigen. Der Kontext ist relativ klar, wenn du dich in diesem Umfeld bewegst: Prozessoptimierung, Lean Management, alles drum und dran. Das Buch kann ich an dieser Stelle empfehlen, wenn das dein thematisches Umfeld ist.

Aber ganz wichtig: In dieser Folge geht es nicht um die Inhalte und Konzepte dieses Buches, auch wenn die mit Sicherheit spannend wären. Wertstromdesign, Wertschöpfungsanalyse und so weiter, nein. Es geht um den Titel des Buches: „Sehen lernen“, „Learning to See“. Darin steckt eine wirklich wertvolle Lektion, die ich in dieser Folge gerne teilen möchte.

Ich erinnere mich so häufig an diesen Titel, er lässt mich nicht los, obwohl das schon Jahre her ist. Für den einen oder anderen ist das Thema dieser Folge vielleicht eine wichtige Wiederholung, für andere absolutes Neuland. Eines steht fest: Mein Ziel für diese Folge ist, dir zu helfen, dieses Thema sehen zu lernen.

Ich habe in Podcast-Folge 75 schon einmal über das Thema gesprochen. Der Titel der Folge 75 heißt „Die Power des Umfeldes: Warum Motivation überbewertet wird.“ Kurzer Kontext: Es ging darum, dass Motivation ein wichtiger Faktor ist, wenn man sich selbst motivieren möchte. Aber viel wichtiger ist, wie du dein Umfeld gestaltest. Wenn du deine Laufschuhe und deine Sportsachen immer ganz offensichtlich vor Augen liegen hast, dann führt das dazu, dass du mehr Sport machen wirst, auch wenn dir gerade nicht danach ist. Es geht darum, solche Kollisionen zu erzeugen, mit Dingen, die dir wichtig sind, ganz sichtbar in deinem Umfeld. Darum ging es damals.

In dieser Folge geht es auch um das Thema Umfeld, aber um andere Faktoren. Es geht um dein privates und dein berufliches Umfeld. Und heute möchte ich insbesondere über zwei unsichtbare Kräfte sprechen, die auf dich wirken: auf dein Verhalten, darauf, wie du Entscheidungen triffst, und generell auf deine gesamte berufliche und persönliche Entwicklung.

Aber zuerst möchte ich etwas ausholen. Ich habe vom Thema „Sehen lernen“ gesprochen. Warum ist das in diesem Kontext so wichtig? Weil die Dinge, über die ich gleich spreche, nicht offensichtlich sind. Sie sind unsichtbar. Deshalb ist es wichtig zu lernen, diese unsichtbaren Dinge zu sehen und zu verstehen, wie stark diese nicht greifbaren Einflussfaktoren wirklich auf dich wirken.

Eine witzige Anekdote stammt von dem Autor David Foster Wallace. Ich weiß nicht, ob du sie kennst, es ist eine bekannte Rede. Wenn du den Namen plus „speech“ eingibst, wirst du bei YouTube einiges finden, dazu lade ich dich herzlich ein. Sie übersteigt deutlich den Kontext hier, ist deutlich umfangreicher, aber es ist eine Rede, die David Foster Wallace vor College-Absolventen gehalten hat, als Intro in ihr weiteres Berufs- und Lebensumfeld.

Darin gibt es eine schöne Anekdote, eine kleine Story, und die lautet wie folgt. Da ist eine Gruppe junger Fische, die im Meer vor sich her schwimmt. Irgendwann treffen sie zufällig auf einen älteren Fisch. Der ältere Fisch nickt ihnen zu und sagt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“ Die Jungfische schwimmen erst einmal eine Zeit lang weiter, und dann dreht sich einer von ihnen zu den anderen um und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Das ist genau der Kontext. Die Message dieser Geschichte ist, dass unsere Umwelt, in dem Fall das Wasser für die Fische, verborgene Kräfte enthält, die unser Handeln stark beeinflussen. Der ältere Fisch hat verstanden, dass Wasser ein Medium ist, das man vielleicht nicht sieht, das aber für Fische ganz wichtig ist. Die Jungfische haben das noch nicht verstanden, sie haben noch nicht gelernt, das Wasser zu sehen und zu verstehen, wie Strömungen und Co. sie letztlich in ihrem Leben stark beeinflussen.

Die Message dieser kleinen Geschichte: Auch in unserer Umwelt, in unserem Umfeld, gibt es verborgene, unsichtbare Kräfte, die unser Handeln stark beeinflussen. Den meisten Menschen geht es wie diesen jungen Fischen. Sie sind ausgeliefert. Wenn sie an ihre Umwelt denken, denken sie maximal an ihre sichtbare Umgebung. Wenn du ständig Süßigkeiten zu Hause hast, wird es dir zwangsweise schwerer fallen, dich gesund zu ernähren. Das ist das sichtbare Umfeld. So, wie du deine Wohnung gestaltest, kann dich dabei unterstützen oder davon abhalten, gute Gewohnheiten aufzubauen.

Wichtig ist nur: Wir sollten unser Verständnis von diesen Umfeldeinflüssen nicht auf das beschränken, was wir offensichtlich sehen können. Ein großer Teil dieser Einflussfaktoren aus dem direkten Umfeld ist eben nicht sichtbar. Und darüber möchte ich jetzt sprechen.

Ich möchte über zwei Dinge sprechen, die dein Verhalten maßgeblich formen und schon in der Vergangenheit geformt haben. Welche Karriere-Entscheidungen du triffst, welche Gewohnheiten du hast. Wir treffen Hunderte von Entscheidungen jeden Tag und werden dabei ganz stark von diesen unsichtbaren Kräften geleitet. Beide Themen gehen miteinander einher. Du wirst das schon einmal gehört haben, aber vielleicht nicht in diesem Kontext.

Der erste Punkt: Wir werden zu dem, was wir konsumieren. Jeden Tag nimmst du Dinge wahr, den ganzen Tag konsumierst du. Was du heute liest, was du heute wahrnimmst, wird morgen zum Rohmaterial deiner Gedanken. Qualitativ hochwertige Inputs bieten hochwertiges Rohmaterial für deine zukünftige Entwicklung, egal ob privat oder beruflich.

Wenn du zum Beispiel einen Vorgesetzten hast, der dich immer wieder bestärkt und dir wertvolle Hinweise und Feedback gibt, dann hast du da in deinem Umfeld eine Person, deren Aussagen du quasi konsumierst. Aber auch generell: Je nachdem, welche Apps du auf dem Handy hast, welche Medien du dir ansiehst, ist das alles Input, der Folgen hat. Für alle, die Shopping Queen oder Dschungelcamp gucken, brauche ich nicht darüber zu sprechen, dass auch das Auswirkungen hat. Das alles sind Inputs, die deine Gedanken formen und Rohmaterial für deine zukünftigen Gedanken und Entscheidungen liefern.

Eine Person, die ein Umfeld mit reichhaltigen Informationsquellen hat, trifft definitiv bessere Entscheidungen als jemand, der minderwertige Informationsquellen konsumiert. Das Schöne ist: Du kannst dich nicht dagegen wehren, zu der Person zu werden, was du konsumierst. Aber du kannst dich dafür entscheiden, was du wahrnehmen, lesen, anhören und ansehen möchtest.

Gleiches gilt für Lebensmittel. Was du heute isst, ist das, zu dem du morgen wirst. Es gibt einen Merksatz: garbage in, garbage out. Wenn du Mist zu dir nimmst, was das Essen anbelangt, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn deine Gesundheit rapide abnimmt. Das sind offensichtliche Punkte, aber oft vergessen wir das. Deshalb soll diese Folge auch eine kleine Reflexion für dich sein. Schau mal, was du eigentlich konsumierst, wenn du die letzten Wochen betrachtest. Was hörst du ständig, was siehst du, welche Bücher liest du, und wie schätzt du die Qualität ein? Das wäre extrem spannend zur Selbstreflexion. Die Frage ist: Wie kannst du diese Qualität weiter steigern?

Damit kommen wir zum nächsten Punkt, der mit dem ersten zusammenhängt. Wir werden zu denen, die wir häufig treffen. Das ist ein Satz, den du mit Sicherheit schon einmal gehört hast: Du bist der Durchschnitt der fünf Personen, die dich umgeben. Selbstverständlich ist das nicht zu hundert Prozent ein wissenschaftliches Ergebnis. Es ist aber eine Daumenregel, hinter der sehr viel Wahrheit steckt.

Wir werden zu der Person, die wir häufig treffen. Der soziale Kontext beeinflusst unser Handeln, unser Verhalten und unser Selbstbild enorm. Positive Energie, Motivation und Engagement sind ansteckend. Und damit komme ich zum Titel dieser Folge: Negativität und Pessimismus eben auch.

Du konsumierst nicht nur Bücher, Videos und Podcasts wie diesen hier, sondern auch das Verhalten der Menschen um dich herum. Du nimmst das Verhalten deiner Vorgesetzten wahr, aber auch das, was sie den ganzen Tag sagen, welches Feedback sie dir geben, was sie dir einreden. Das fängt schon bei den Eltern an, beim Bild, das einem Kind vermittelt wird. Wenn du ein Kind in dem bekräftigst, was es macht, kann das stark leiten, wie es sich entwickelt.

Also reflektiere auch hier: Wen hast du in deinem privaten und beruflichen Kontext eigentlich? Wer sind die Personen, die dich den ganzen Tag umgeben? Du kannst dich nicht dagegen wehren, ihre Aussagen und ihr Verhalten zu konsumieren und wahrzunehmen. Das hat unglaublich hohe Effekte auf dein eigenes Verhalten. Ziel ist es, dir ein soziales Umfeld zu schaffen, das dich unterstützt und dich ansteckt, positiv zu denken. Umgib dich mit Menschen, die sich freuen, wenn du Erfolg hast. Sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben, ist der schnellste Weg, um persönlich und beruflich zu wachsen.

Ein ganz wichtiger Satz im beruflichen Kontext: Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du ein Jobangebot annimmst oder nicht, solltest du dir immer eine zentrale Frage stellen: Will ich so werden wie die Menschen in diesem Unternehmen? Eines ist klar: Du kannst danach streben, die Unternehmenskultur dort zu verändern und Change-Prozesse einzuleiten. Aber du solltest nie vergessen, dass die Kultur dort auch dich verändern wird. Das ist eine Zweiseitigkeit. Nur wenige von uns sind immun, eigentlich so gut wie niemand ist immun gegen die Werte der Menschen um uns herum.

Am Ende sind es diese beiden unsichtbaren Kräfte, die die meisten nicht sehen und nicht verstehen. Ihr gesamtes Verhalten und die Entscheidungen, die sie im beruflichen und privaten Kontext treffen, hängen unter anderem davon ab, was sie die letzten Jahre konsumiert haben: welche Filme sie sich angesehen, welche Bücher sie gelesen, was sie sonst gehört und gesehen haben. Aber eben auch davon, wer ihre Vorbilder waren. Das muss gar nicht bewusst sein, sondern einfach nur dein soziales Umfeld. Wenn du in deinem sozialen Umfeld niemanden hast, der berufliche Ambitionen hat, wird es dir deutlich schwerer fallen als jemandem, der ein reiches Umfeld an ambitionierten Persönlichkeiten hat. Deshalb, wie schon gesagt: Sich mit ambitionierten Menschen zu umgeben, ist der schnellste Weg, um persönlich und beruflich zu wachsen, weil du mit positiven, hochwertigen Inputs und Anregungen umgeben wirst. Positive Energie, Motivation und Engagement sind unumstritten ansteckend.

Ich weiß, diese Themen sind nicht gerade einfach, aber dennoch wichtig. Und damit kommen wir zum Eingang dieser Folge zurück. Für mich war es damals ein Aha-Erlebnis, im Kontext dieses Buches den Titel „Sehen lernen“, „Learning to See“, zu verstehen. Das sind Dinge, die nicht leicht zu verstehen sind, und die Dynamiken wird man vielleicht nie ganz entschlüsseln können. Welche Person genau welchen Einfluss auf dich hat, wirst du nie exakt wissen. Wichtig ist nur zu verstehen, dass wir alle umgeben sind. Und damit kommen wir zur Geschichte von David Foster Wallace zurück: umgeben von Wasser. Die Frage ist nur, ob du das Wasser heute schon siehst, oder ob noch ein Weg zu gehen ist, um zu verstehen, welchen starken Einfluss dieses Wasser auf dich hat.

Das ist ein wichtiger Appell, eine Ermutigung an dich. Auch das sind Dinge, an denen man sukzessive arbeiten kann, um darin besser zu werden. Es sind laufende Prozesse, und ich habe in anderen Folgen eine ganze Menge davon erzählt. Hör also gerne mal in die anderen Folgen rein, die du bisher noch nicht gehört hast.

Ich fasse noch einmal kurz zusammen. Das Thema „Sehen lernen“: In deinem beruflichen und privaten Umfeld gibt es unsichtbare, verborgene Kräfte, die dein Verhalten und deine Entwicklung als Ganzes stark beeinflussen. Ich habe von der Fischgeschichte von David Foster Wallace erzählt: „Morgen, Jungs, wie ist das Wasser?“, und die Fische fragen sich, was Wasser ist. In dieser Folge sind diese beiden Dinge gemeint: Wir werden zu dem, was wir konsumieren, und wir werden zu denen, die wir häufig treffen. Diese Faktoren gehen miteinander einher, aber man kann sie beeinflussen.

Das ist eine Ermutigung, das anzugehen, in erster Linie für dich zu reflektieren und zu überlegen, wo es Möglichkeiten gibt, anzusetzen. Wenn ich für mich persönlich reflektiere, sind das mit die größten Einflussfaktoren im Hinblick auf meine positive Entwicklung. Die Aspekte, wo ich sage, da habe ich unglaublich viel rausgezogen, haben viel mit den Personen zu tun, die mich umgeben haben, und viel mit dem, was ich konsumiert habe. Über das Thema Lesen habe ich schon mehrere Male gesprochen.

Das soll es für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg. Ich freue mich, dass du dabei warst, und hoffe, du konntest wieder einige Impulse mitnehmen. Wenn du glaubst, dass dieser Podcast auch für andere interessant sein kann, teile ihn gerne mit deinen Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Als Nächstes hören