Die meisten glauben, dass technisches Fachwissen, analytische Fähigkeiten oder Sozialkompetenz über Erfolg bestimmen. Doch das ist falsch. Die wichtigste Kompetenz ist Selbstreflexion.
Es ist das Fundament eines außergewöhnlichen Skillsets.

Die erfolgreichsten Unternehmenslenker sind nicht deswegen erfolgreich, weil sie spezifische Tools oder Prozesse beherrschen. Sie sind erfolgreich, weil sie ein starkes Selbstbild, gekoppelt mit einer exzellenten Fähigkeit zur Selbstreflexion haben.
Warum ist Selbstreflexion so wichtig?
Dein Selbstbild kann dich bremsen oder beflügeln.
„Ich bin unorganisiert.“
„Ich bin schlecht im Präsentieren.“
„Ich kann nicht gut mit Menschen.“
„Ich liebe Sachbücher.“
„Ich teile mein Wissen gern.“
„Ich bin immer top vorbereitet.“
Was du über dich selbst denkst, bestimmt deine Identität. Deine Identität bestimmt dein tägliches Handeln. Und dein tägliches Handeln bestimmt deine Erfolge im Leben.
Denken > Identität > Handeln > Resultate
Dieses Zitat bringt die Wechselwirkung auf den Punkt:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Selbstreflexion ist ein zentraler Erfolgsfaktor der persönlichen Entwicklung. Es ist ein nie endender, lebenslanger Prozess.
Die Kunst des reflektierenden Schreibens
Es gibt unzählige Ingenieure, die 30 Jahre Erfahrung, aber ein verkümmertes, unterentwickeltes Selbstbild haben.
- Sie haben ihre Emotionen nicht unter Kontrolle.
- Sie leben in den Tag hinein, ohne Ziele.
- Sie haben eine Opfer-Mentalität.
Diese Ingenieure haben es nie geschafft, ihr Fundament zu trainieren. Ihr Skillset ist auf Sand gebaut.
(Solche Personen trifft man im Berufsleben überall.)
Es ist aber auch kein Wunder.
Selbstreflexion ist harte Arbeit.
Es ist wie Gewichtheben. Es braucht stetige Übung und wird niemals leicht. Sachbücher zu lesen, reicht nicht. Gespräche mit Coaches, reichen nicht. Was hilft, ist ein Tool zur persönlichen Entwicklung, das 99% aller Ingenieure unterschätzen:
Die eigenen Gedanken schriftlich zu reflektieren, kurz: Journaling.
Journaling ist der beste Weg, deine Fähigkeit zur Selbstreflexion zu trainieren.
Wie du Journaling richtig nutzt
Die wichtigste Grundregel beim Journaling lautet:
Starte sofort, starte klein.
Schritt 1: Kaufe das günstigste Notizheft.
Ich habe in den letzten 10 Jahren zahlreiche teure, hochwertige Notizbücher gekauft. Keines davon habe ich jemals vollgeschrieben. Teure Notizbücher verleiten dazu, perfekte Notizen machen zu wollen.
Für mich hat sich bewährt: Umso günstiger das Notizbuch, desto einfacher das Journaling.
Schritt 2: Schreibe jeden Tag für 3 Minuten.
Die meisten Ingenieure scheitern an einem leeren Blatt Papier. Der einfachste Weg zu starten, besteht darin, jeden Tag eine konkrete Frage zu beantworten.
Hier sind 20 Fragen zur Selbstreflexion für 20 Tage Journaling – unterteilt in die vier Felder der persönlichen Entwicklung.

1. Was habe ich bisher erreicht?
- Tag 1: Was sind deine größten privaten Erfolge?
- Tag 2: Was sind deine größten beruflichen Erfolge?
- Tag 3: Auf welche 3 Erfolge bist du besonders stolz?
- Tag 4: Für welche Momente und Ereignisse in deinem Leben bist du besonders dankbar?
- Tag 5: An welchen Tag wirst du dich noch mit 80 Jahren erinnern?
2. Wer bin ich?
- Tag 6: Was sind 5 deiner größten Stärken?
- Tag 7: Auf welche deiner Stärken bist du besonders stolz?
- Tag 8: Was sind 2 deiner größten Schwächen?
- Tag 9: Welche 3 Werte sind dir besonders wichtig?
- Tag 10: Was würden andere über dich bei einem Kaffee sagen? Wie unterscheidet sich dein „Öffentliches Ich“ von deinem „Privaten Ich“?
3. Was will ich erreichen?
Stell dir vor, du hast morgen 100 Mio. EUR auf dein Konto überwiesen bekommst. Immer wenn du Geld ausgibst, ist es am nächsten Tag direkt wieder auf 100 Mio. EUR aufgefüllt.
- Tag 11: Was würdest du als Erstes tun?
- Tag 12: Wo würdest du leben?
- Tag 13: Welche Menschen wären in deinem Leben?
- Tag 14: Welche Projekte würdest du umsetzen?
- Tag 15: Wie würde dein Alltag aussehen?
4. Wer will ich sein?
- Tag 16: Welche Gewohnheiten hat deine neue Persönlichkeit, die du heute noch nicht hast?
- Tag 17: Wie geht deine neue Persönlichkeit mit ihrer Zeit um?
- Tag 18: Wie geht deine neue Persönlichkeit mit Geld um?
- Tag 19: Welche Ängste hat deine neue Persönlichkeit nicht mehr, die du heute noch hast?
- Tag 20: Welche Stärken hat deine neue Persönlichkeit, die du heute noch nicht hast?
Ich wiederhole: Selbstreflexion ist harte Arbeit. Es gibt keinen einfachen Weg. Jeder struggelt hierbei.
Wenn du das nächste Mal auf eine junge, sehr reife Persönlichkeit triffst, kennst du jetzt die Ursache. Sie ist diesen harten Weg gegangen. Ihr Skillset hat ein herausragendes Fundament.
