Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Doch beim Thema Jobsicherheit haben viele ein falsches Verständnis – und bleiben genau deshalb unter ihren Möglichkeiten.
In dieser Folge geht es darum, warum ein vermeintlich sicherer Job eine Illusion ist, welche Ängste uns ausbremsen und was berufliche Sicherheit wirklich bedeutet: zur Person zu werden, um die sich andere reißen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Der „sichere“ Job ist eine Illusion. Auch große Konzerne wanken – Sicherheit, die von äußeren Umständen abhängt, ist keine.
- Falsches Sicherheitsdenken bremst. Wer aus Angst am Job festhält, verzichtet auf Entwicklung und Erfahrung – das ist das eigentliche Risiko.
- Echte Sicherheit kommt von dir. Werde zur Person, um die sich Arbeitgeber reißen – unabhängig von Krisen und äußeren Umständen.
- Investiere in dich selbst. Lernen, Proaktivität, Sozialkompetenz, Ausdauer und ein Growth Mindset sind die Bausteine echter Sicherheit.
- Niemand kann dir nehmen, was du in dich investiert hast. Das ist die Investition, die alle anderen übertrifft.
Warum Jobsicherheit eine Illusion ist
Sicherheit ist in der Bedürfnispyramide nach Maslow die zweite Ebene – materielle und finanzielle Grundsicherung gehören zu unseren Grundbedürfnissen. Genau hier setzen viele ein falsches Verständnis an. Ein Beispiel: Jemand arbeitet seit Jahren in einem großen Unternehmen, ist unglücklich, sieht kaum Perspektive und stagniert – traut sich aber nicht zu wechseln, selbst als ein konkretes Angebot eines kleineren Unternehmens mit tollen Möglichkeiten auf dem Tisch liegt. Die Begründung: „Mein Job ist sicher, davon kann ich mich nicht lösen.“
Dahinter stecken mehrere Ursachen: Man gibt die Eigenverantwortung ab und übergibt sie dem Unternehmen. Dazu kommen Zukunftsangst (die Ungewissheit, gerade in Krisenzeiten), die Angst vor Veränderung (der Mensch ist ein Gewohnheitstier) und die Angst vor dem Scheitern. Das Problem: Genau dieses Festhalten ist das eigentliche Risiko. Wer aufhört zu lernen, dessen Lernkurve flacht ab, der sammelt weniger Erfahrung – und wird für andere Arbeitgeber unattraktiv. An einem Arbeitgeber festzuhalten und dafür auf Entwicklung zu verzichten, ist also nicht sicher, sondern riskant.
Was berufliche Sicherheit wirklich bedeutet. Selbst Großunternehmen haben in Krisen massive Einbußen – es gibt Gewinner und Verlierer. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie werde ich zu der Person, um die sich alle reißen, die immer einen Job bekommt – weil sie sich entwickelt, in sich investiert hat und auch in Krisen Verantwortung übernimmt und gelassen bleibt? Wenn die Leute sich um dich reißen, hast du echte Sicherheit, weil du nicht von äußeren Umständen abhängst, sondern selbst dafür gesorgt hast.
Einige Kernkompetenzen spielen dabei die größte Rolle. Erstens Lernen – wissbegierig bleiben, nie einrosten, den Veränderungsmuskel trainieren. Zweitens Proaktivität und Eigenverantwortung – zielorientiert an dir arbeiten und die nächsten konkreten Schritte angehen. Drittens Sozial- und „Verkaufs“-Kompetenz – der richtige Umgang mit Menschen; Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie ist hier Pflichtlektüre. Viertens mit dir selbst im Reinen sein – Optimismus, Humor und Gelassenheit. Fünftens Ausdauer und Durchhaltevermögen – Grit, wie Angela Duckworth es beschreibt. Und sechstens ein Growth Mindset – die feste Überzeugung, dass du deine Fähigkeiten ausbauen kannst.
Wie du daraus konkret eine Routine machst, zeigt schon ein Wort von Warren Buffett: Es gibt eine Investition, die alle anderen übertrifft – die Investition in dich selbst. Niemand kann dir nehmen, was du in dich investiert hast. Nutze Bücher, Podcasts, den Austausch mit den richtigen Menschen und neue Erfahrungen außerhalb deiner Komfortzone. Echte Sicherheit heißt nicht, in einem Konzern eine Rolle mit langfristiger Perspektive zu haben – sie heißt, kontinuierlich an dir zu arbeiten, agil zu bleiben und so zu der Person zu werden, um die sich andere reißen.
Wie du systematisch in dich selbst investierst, vertiefst du in In sich selbst investieren. Warum kontinuierliches Lernen dein größter Hebel ist, hörst du in Lebenslanges Lernen. Und wie du den Umgang mit Menschen gezielt verbesserst, zeigt Sozialkompetenz.
Häufige Fragen zur Jobsicherheit
Warum ist Jobsicherheit eine Illusion? Weil sie von äußeren Umständen abhängt, die du nicht kontrollierst. Selbst große, scheinbar sichere Unternehmen wanken in Krisen. Wer sich nur auf den Arbeitgeber verlässt, gibt seine Sicherheit aus der Hand.
Was bedeutet echte berufliche Sicherheit? Zu der Person zu werden, um die sich Arbeitgeber reißen – unabhängig von Krisen und äußeren Umständen. Diese Sicherheit trägst du in dir, weil sie auf deinen Fähigkeiten und deiner Entwicklung beruht.
Welche Kompetenzen machen mich beruflich sicher? Vor allem Lernbereitschaft, Proaktivität und Eigenverantwortung, Sozial- und Kommunikationskompetenz, Ausdauer (Grit) sowie ein Growth Mindset – ergänzt um echte Führungskompetenzen.
Wie fange ich an? Indem du konsequent in dich selbst investierst: Bücher und Podcasts, der Austausch mit den richtigen Menschen und neue Erfahrungen außerhalb deiner Komfortzone. Setz dir konkrete Lern-Challenges, statt auf bessere Zeiten zu warten.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt: Grundlagenwerk für den Umgang mit Menschen und deine Sozialkompetenz.
- Angela Duckworth – Grit: warum Ausdauer und Durchhaltevermögen über langfristigen Erfolg entscheiden.
- Spencer Johnson – Die Mäuse-Strategie für Manager: eine kurze Parabel über den Umgang mit Veränderung.
Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Karriere.
Diese Folge gehört zum Thema Karriere für Ingenieure.
Transkript
In dieser Folge geht es um das Thema Sicherheit im Job und warum sie eine Illusion ist. Ich stoße immer wieder auf dieses Thema – gerade in unsicheren Zeiten und Krisen – und merke, dass viele ein falsches Verständnis davon haben und genau deshalb unter ihren Möglichkeiten bleiben. Vorweg: Sicherheit ist ganz klar ein menschliches Grundbedürfnis. Du kennst wahrscheinlich die Bedürfnispyramide nach Maslow mit ihren fünf Ebenen: Grundbedürfnisse wie Nahrung und Schlaf ganz unten, darüber die Sicherheit – materielle Grundsicherung, finanzielle und berufliche Sicherheit, Wohnung, Familie –, dann soziale Bedürfnisse, Anerkennung und schließlich Selbstverwirklichung. Um diese zweite Ebene, die Sicherheit, dreht sich diese Folge.
Ein Beispiel, das ich vor einiger Zeit mitbekommen habe: Jemand hat seit einigen Jahren in einem größeren Unternehmen gearbeitet und mir immer wieder gesagt, wie unglücklich er ist – wenig Perspektive, kaum Entwicklung, Stagnation. Aber er hat sich nicht getraut zu wechseln, selbst dann nicht, als ein konkretes Angebot eines kleineren Unternehmens mit einem tollen Aufgabenfeld vor ihm lag. Die Begründung war immer: „Mein Job ist gerade einfach sicher, ich kann mich davon nicht lösen. Langfristig habe ich hier finanzielle Absicherung, das Unternehmen ist ein sicherer Hafen, da kann so schnell nichts schiefgehen.“ Dieses Verständnis entdecke ich immer wieder, gerade bei jüngeren Persönlichkeiten – und sie bremsen sich genau dadurch.
Das hat verschiedene Ursachen. Eine ist das Thema Verantwortung: Man gibt die Eigenverantwortung ab und übergibt sie dem Unternehmen. Eine zweite, sehr prägnante Ursache ist Zukunftsangst – die Angst vor Ungewissheit, gerade wenn man durch die Medien viel von Krisen und Veränderungen hört; in einem Konzern zu arbeiten gibt dann ein Gefühl von Sicherheit. Damit einher geht die Angst vor Veränderung: Der Mensch ist im Kern ein Gewohnheitstier und Veränderung abgeneigt, weil sie ins Ungewisse führt und Mut erfordert. Ein Buch, das ich dazu empfehlen kann, ist Die Mäuse-Strategie für Manager – eine kurze, augenöffnende Parabel zum Thema Veränderung. Und schließlich die Angst vor dem Scheitern: Aus Sorge, das Sicherheitsbedürfnis nicht mehr erfüllen zu können, wagt man nichts.
Ich möchte dir aber ein richtiges Verständnis von Sicherheit mitgeben. Wir sehen gerade in Krisen, dass auch Großunternehmen wanken und massive Umsatzeinbußen haben – genauso wie kleine Unternehmen. Es gibt Gewinner und Verlierer. Entscheidend sind die Menschen, die gedanklich darauf vorbereitet sind. Die Frage lautet: Wie werde ich zu der Person, um die sich alle reißen, die immer einen Job bekommt – weil sie sich entwickelt und in sich selbst investiert hat, weil sie zu der Persönlichkeit geworden ist, die auch in Krisensituationen die Führung übernimmt und gelassen bleibt? Wenn du erreichst, dass die Leute sich um dich reißen, dann hast du echte Sicherheit, weil du nicht von äußeren Umständen abhängst, sondern proaktiv selbst dafür gesorgt hast.
Einige Kernkompetenzen spielen dabei eine große Rolle. Erstens, einer der wichtigsten Punkte: Lernen und wissbegierig bleiben, immer in Bewegung bleiben und nie einrosten. Wenn du deinen Veränderungsmuskel nicht trainierst, wenn du Angst vor dem Scheitern und vor Veränderung hast, dann erstarrst du, hörst auf zu lernen, deine Lernkurve flacht ab und du sammelst weniger Erfahrung – das macht dich für andere Arbeitgeber unattraktiv, und genau das ist ein hohes Risiko. Zweitens Proaktivität, die mit Eigenverantwortung einhergeht: zielorientiert an dir arbeiten, dir überlegen, was du langfristig erreichen willst, und die nächsten konkreten Schritte angehen. Drittens Verkaufskompetenzen – das haben die meisten nicht auf dem Zettel, aber es geht um den richtigen Umgang mit Menschen, also Kommunikation und Sozialkompetenz. Für mich ist Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie ein absolutes Pflichtprogramm und ein Grundlagenwerk im Umgang mit Menschen, das man ruhig mehrmals lesen kann. Viertens, mit sich selbst im Reinen zu sein, sich nicht zu ernst zu nehmen, ein gewisser Optimismus und Humor – das bringt Gelassenheit mit sich. Fünftens Ausdauer und Durchhaltevermögen, also Grit; Angela Duckworth hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, wie wichtig es ist, langfristig am Ball zu bleiben. Und sechstens ein Growth Mindset – die feste Überzeugung, dass du deine Fähigkeiten ausbauen und lernen kannst. Das Gegenteil ist das Fixed Mindset, der Glaube, das meiste sei angeboren. Wer diesen Podcast hört, hat sich in der Regel längst ein Growth Mindset angeeignet.
Was heißt das konkret für dich? Frag dich gerade in Phasen der Veränderung: Was tust du jetzt für deine persönliche und berufliche Entwicklung? Es gibt ein Zitat von Warren Buffett: Es gibt eine Investition, die alle anderen übertrifft – die Investition in dich selbst. Niemand kann dir nehmen, was du in dich investiert hast, und jeder hat Potenziale, die er nicht ausschöpft. Wenn du proaktiv unterwegs bist, ist gerade eine Phase der Veränderung eine riesige Chance, in dich zu investieren: über Podcasts wie diesen, über Hörbücher und Sachbücher, Biografien, Dokumentationen, Buchzusammenfassungen, Seminare und Workshops. Nimm dir vor, in den nächsten zwei Wochen zwei Bücher zu lesen – die Zeit hast du. Und umgib dich mit den richtigen Menschen, auch online, zum gemeinsamen Reflektieren und Austauschen. Überleg dir eine kleine Challenge, mit der du dich herausforderst und in dich investierst.
Wenn du dich ein bisschen ertappt fühlst beim Thema Sicherheit im Job, dann fordere ich dich heraus: Sicherheit bedeutet nicht, in einem Konzern eine Rolle mit langfristiger Perspektive zu haben. Sicherheit bedeutet, kontinuierlich an dir zu arbeiten, dadurch agil zu bleiben, dich auf neue Erfahrungen einzulassen und deinen Erfahrungsschatz immer weiter auszuweiten – um zu der Person zu werden, um die sich andere reißen. Wenn du das auch nur annähernd schaffst, garantiere ich dir: Das ist die wirkliche Sicherheit. Dann kann jede Krise kommen, wie sie will, und du bist dafür gerüstet. Das soll es für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.