Mentor finden: 4 Tipps, wie du den richtigen Mentor findest

Wie findet man eigentlich den richtigen Mentor? Diese Frage wird mir in letzter Zeit – gerade über LinkedIn – immer häufiger gestellt. Ich habe mit einigen Mentees aktiv nach Mentoren gesucht (und sie gefunden) und teile in dieser Folge meine Erfahrung.

Ein Mentor ist eine Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt – jemand, von dessen Erfahrung du lernst und mit dem du deine Ideen reflektierst. Hier sind vier Tipps, entlang von vier einfachen Fragen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Ein Mentor ist eine erfahrenere Person, die dir in einem Bereich einen Schritt voraus ist – es gibt kein festes Format und keine Ausbildung dafür.
  • Wer kann Mentor sein? Nicht eine Frage des Alters, sondern der Erfahrung: Wer verfolgt die gleichen Ziele wie du – oder hat sie schon erreicht?
  • Wo finden? Im eigenen Umfeld/Unternehmen – und vor allem auf LinkedIn, dem idealen Ort, um spannende Persönlichkeiten zu finden.
  • Wie ansprechen? Die größte Hürde bist du selbst: Komfortzone verlassen und die Person einfach anschreiben. Um Rat zu bitten ist eine Form der Wertschätzung.
  • Perspektivwechsel (Dale Carnegie): Schreib nicht nur aus der „Ich“-Sicht – zeig, was für dein Gegenüber drin ist.
  • Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein fixes Format. Sei proaktiv: bring die Agenda, bereite Fragen vor, mach es deinem Mentor leicht.

Mentor finden: die 4 Tipps im Detail

Tipp 1 – Wer kann überhaupt ein Mentor sein?

Es geht um Erfahrung, nicht um Alter. Ein Mentor braucht keine 30 Jahre Berufserfahrung – er muss dir in einem bestimmten Bereich einen Schritt voraus sein. Die zwei entscheidenden Fragen: Wer strebt die gleichen Ziele an wie du? Und wer hat die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht? Willst du dich z. B. selbstständig machen, schau nach Menschen, die diesen Schritt schon gegangen sind. Das grenzt sich nur graduell von einem Sparringspartner auf Augenhöhe ab – beides ist wertvoll, denn beim Mentoring geht es auch ums gemeinsame Reflektieren, nicht nur ums Erzählt-Bekommen.

Tipp 2 – Wo finde ich potenzielle Mentoren?

Das hängt von deinen Zielen ab. Oft fallen dir sofort Personen ein: Wer begeistert dich in deinem Unternehmen (gerade in größeren Firmen, auch aus anderen Bereichen) oder in deinem direkten Umfeld? Und vor allem LinkedIn ist der perfekte Ort, um spannende Persönlichkeiten und Mentoren zu finden – Vitamin B ist ein wichtiger Faktor.

Tipp 3 – Wie gehe ich auf einen potenziellen Mentor zu?

Die größte Herausforderung liegt in dir selbst: Komfortzone verlassen. Trau dich, die Person anzuschreiben – meist reicht eine Nachricht. Ein Mentor muss kein enger Freund sein; es kann jemand sein, den du noch gar nicht oder nur lose kennst. Vergiss nie: Jemanden um Rat zu bitten ist eine starke Wertschätzung – die meisten fühlen sich geschmeichelt. Die Nachricht muss nicht lang sein: stell dich kurz vor, erläutere Erwartung und Hintergrund. Wichtig (nach Dale Carnegie, „Wie man Freunde gewinnt“): Perspektivwechsel – schreib nicht nur aus der „Ich“-Sicht, sondern zeig, was für dein Gegenüber drin ist. Du hast nichts zu verlieren außer einer Absage.

Tipp 4 – Wie läuft ein Mentoring ab?

Es gibt kein fixes Mentoring-Format – geh es mit gesundem Menschenverstand an. Der Dreh- und Angelpunkt: Sei proaktiv. Lehn dich nicht zurück nach dem Motto „du bist mein Mentor, also mach mal“ – im Gegenteil: Du hast das Mentoring in der Hand. Bring Terminvorschläge, eine Agenda und vorbereitete Fragen mit, mach es deinem Mentor so einfach wie möglich, und schreib während des Gesprächs mit (aktiv zuhören). Wenn dein Mentor merkt, dass du ambitioniert und proaktiv bist, macht es auch ihm Freude – und du trainierst nebenbei deine Führungskompetenz.

Wie du die Hürde des ersten Schritts überwindest, vertieft Komfortzone verlassen. Wo und wie du die richtigen Menschen findest und ansprichst, zeigen LinkedIn-Profil optimieren und Netzwerk nutzen. Warum genau solche Menschen deine Entwicklung hebeln, liest du im Artikel Who Luck: Das beste Glück der Welt.

Häufige Fragen zum Mentor finden

Was ist ein Mentor? Eine erfahrenere Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt – jemand, von dessen Erfahrung du lernst und mit dem du Ideen und Entscheidungen reflektierst. Es gibt dafür kein festes Format und keine Ausbildung.

Wie finde ich einen Mentor? Frag dich, wer die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht hat. Solche Personen findest du im eigenen Umfeld und Unternehmen – und besonders auf LinkedIn.

Wie spreche ich einen Mentor an? Trau dich, einfach eine Nachricht zu schreiben. Stell dich kurz vor, erläutere dein Anliegen und denk an den Perspektivwechsel: Zeig, was für dein Gegenüber drin ist. Um Rat zu bitten ist eine Wertschätzung, kein Übergriff.

Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein festes Format. Entscheidend ist, dass du proaktiv bist: Termine, Agenda und Fragen bringst du mit – so machst du es deinem Mentor leicht und holst das Meiste heraus.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt: der Perspektivwechsel, um Menschen für sich zu gewinnen (auch bei der Mentor-Ansprache).

Weitere Buchempfehlungen findest du in meiner Bibliothek für Ingenieure.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Karriere.

Transkript

Herzlich willkommen zur Folge Nummer 63. In dieser Folge geht es um das Thema Mentor finden – ich gebe dir Tipps, wie du den richtigen Mentor findest. Das ist eine Frage, die mir in letzter Zeit, gerade über LinkedIn, häufiger gestellt wurde. Ich habe mit einigen Mentees aktiv nach Mentoren gesucht und sie auch gefunden – ein spannendes Thema, zu dem ich meine Erfahrung teile.

Vorab ganz allgemein: Was ist ein Mentor und warum sollte man einen haben? Ein Mentor ist eine Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt. Es gibt keine Ausbildung und kein Format, das dazu verpflichtet – es geht darum, mit einer Person zu sprechen, die in einem gewissen Bereich erfahrener ist, von ihr zu lernen, die eigenen Ideen und Gedanken gemeinsam zu reflektieren und zu hinterfragen. Wer das schon erlebt hat, weiß, wie wertvoll das ist. Wichtig: Es geht nicht nur darum, „einen Mentor“ zu haben, sondern das Mentoring-Konzept generell für sich zu nutzen – Sparringspartner zu haben, Feedback zu bekommen. Manche sagen auch: Bücher sind meine Mentoren. Denn auch Lesen ist Inspiration und das Lernen aus den Erfahrungen anderer; ich habe oft über Sachbücher als große Inspirations- und Reflexionsquelle gesprochen. Aber Bücher können nicht alles abdecken – eine erfahrenere Person zu haben, ist noch einmal ein anderes Level.

Ich habe die vier Tipps entlang von vier Fragen strukturiert. Erste Frage: Wer kann überhaupt ein Mentor sein? Es geht um Erfahrung, nicht zwangsläufig um Alter. Ein Mentor braucht keine 30 Jahre Erfahrung – er muss dir in einem gewissen Bereich einen Schritt voraus sein. Andere Faktoren spielen mit: Fühlst du dich wohl, spricht die Person deine Sprache, versteht sie deine Konzepte? Die entscheidenden Fragen sind: Wer strebt die gleichen Ziele an wie du? Und wer hat die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht? Wenn du dich z. B. selbstständig machen willst, schau nach Personen, die diesen Schritt schon gegangen sind. Das grenzt sich nur graduell von Gleichgesinnten und Sparringspartnern auf Augenhöhe ab – auch beim Mentoring geht es ums gemeinsame Reflektieren, nicht darum, dass jemand dir sagt, was du zu tun hast.

Zweite Frage: Wo finde ich potenzielle Mentoren? Das kommt auf deine Ziele an. In der Regel fallen dir sofort Personen ein: Welche Menschen in deinem Unternehmen begeistern dich (gerade in größeren Firmen auch aus anderen Bereichen)? Wer begeistert dich in deinem Umfeld? Und immer mehr Menschen verstehen, wie wertvoll LinkedIn dafür ist – LinkedIn ist der perfekte Ort, um spannende Persönlichkeiten und Mentoren zu finden. Vitamin B ist ein wichtiger Faktor; mehr dazu in der Folge 50 zum Thema LinkedIn.

Dritte Frage: Wie gehe ich auf einen potenziellen Mentor zu? Die größte Herausforderung liegt meist in einem selbst – Stichwort Komfortzone verlassen. Trau dich, diese Person anzuschreiben (eine Nachricht, eine E-Mail oder ein persönliches Gespräch; meist reicht eine Nachricht). Ein Mentor muss kein enger Freund oder Bekannter sein – es kann jemand sein, den du noch gar nicht oder nur lose kennst. Vergiss nie: Jemanden um Rat zu bitten ist eine starke Wertschätzung; die Person fühlt sich in der Regel geschmeichelt. Die Nachricht muss nicht umfangreich sein – stell dich kurz vor, erläutere Erwartung und Hintergrund. Und denk an die Grundsätze von Dale Carnegie aus „Wie man Freunde gewinnt“: Perspektivwechsel. Schreib nicht nur aus der Ich-Perspektive („ich will Mentoring“), sondern denk an dein Gegenüber – welche Vorteile gibt es für ihn oder sie? Geh den Schritt; meist geht es nur darum, die Komfortzone zu verlassen und das Risiko einer Absage einzugehen. Du hast nichts zu verlieren.

Vierte Frage: Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein fixes Format – geh es mit gesundem Menschenverstand an. Es geht darum, dass du lernst, dich entwickelst und reflektierst, und dass auf der anderen Seite ein Mentor sitzt, der in einem Bereich erfahrener ist. Der Dreh- und Angelpunkt: Sei proaktiv. Lehn dich nicht zurück – du hast das Mentoring in der Hand und sorgst für die Agenda. Schlag Termine vor, bereite Fragen und eine Agenda vor, sodass dein Mentor im Grunde keinen Aufwand hat. Starte solche Gespräche nie ohne Vorbereitung – bring Zettel und Stift mit, schreib mit, sei aktiv und hör aktiv zu. Du willst das Meiste herausholen und bedienst dich an der Zeit deines Mentors. Wenn der Mentor merkt, dass du ambitioniert und proaktiv bist und die Initiative ergreifst, ist das sehr wertvoll – und du lernst nebenbei Führungskompetenzen.

Zusammengefasst: Ein Mentor ist eine Person, die dich beruflich und persönlich in der Entwicklung unterstützt – kein fixes Format, keine Ausbildung, es geht ums Lernen aus den Erfahrungen anderer. Tipp 1: Wer kann Mentor sein? Jeder, der deine Ziele verfolgt oder sie schon erreicht hat – Erfahrung zählt, nicht Alter (es kann auch jemand Jüngeres sein, der sich z. B. vor drei Jahren selbstständig gemacht hat). Tipp 2: Wo finden? Im engeren Umkreis, im Unternehmen – und vor allem auf LinkedIn. Tipp 3: Wie ansprechen? Komfortzone verlassen, einfach eine Nachricht schreiben; Hauptsache, du schreibst überhaupt, mit Vorstellung und Terminvorschlag. Tipp 4: Wie läuft es ab? Kein fixes Format, sei proaktiv, bring Agenda und Fragen mit. Fang ruhig klein an – aber such dir aktiv einen Mentor und spüre, wie mächtig dieses Werkzeug für deine Entwicklung ist.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Mentor finden: 4 Tipps, wie du den richtigen Mentor findest

Wie findet man eigentlich den richtigen Mentor? Diese Frage wird mir in letzter Zeit – gerade über LinkedIn – immer häufiger gestellt. Ich habe mit einigen Mentees aktiv nach Mentoren gesucht (und sie gefunden) und teile in dieser Folge meine Erfahrung.

Ein Mentor ist eine Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt – jemand, von dessen Erfahrung du lernst und mit dem du deine Ideen reflektierst. Hier sind vier Tipps, entlang von vier einfachen Fragen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Ein Mentor ist eine erfahrenere Person, die dir in einem Bereich einen Schritt voraus ist – es gibt kein festes Format und keine Ausbildung dafür.
  • Wer kann Mentor sein? Nicht eine Frage des Alters, sondern der Erfahrung: Wer verfolgt die gleichen Ziele wie du – oder hat sie schon erreicht?
  • Wo finden? Im eigenen Umfeld/Unternehmen – und vor allem auf LinkedIn, dem idealen Ort, um spannende Persönlichkeiten zu finden.
  • Wie ansprechen? Die größte Hürde bist du selbst: Komfortzone verlassen und die Person einfach anschreiben. Um Rat zu bitten ist eine Form der Wertschätzung.
  • Perspektivwechsel (Dale Carnegie): Schreib nicht nur aus der „Ich“-Sicht – zeig, was für dein Gegenüber drin ist.
  • Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein fixes Format. Sei proaktiv: bring die Agenda, bereite Fragen vor, mach es deinem Mentor leicht.

Mentor finden: die 4 Tipps im Detail

Tipp 1 – Wer kann überhaupt ein Mentor sein?

Es geht um Erfahrung, nicht um Alter. Ein Mentor braucht keine 30 Jahre Berufserfahrung – er muss dir in einem bestimmten Bereich einen Schritt voraus sein. Die zwei entscheidenden Fragen: Wer strebt die gleichen Ziele an wie du? Und wer hat die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht? Willst du dich z. B. selbstständig machen, schau nach Menschen, die diesen Schritt schon gegangen sind. Das grenzt sich nur graduell von einem Sparringspartner auf Augenhöhe ab – beides ist wertvoll, denn beim Mentoring geht es auch ums gemeinsame Reflektieren, nicht nur ums Erzählt-Bekommen.

Tipp 2 – Wo finde ich potenzielle Mentoren?

Das hängt von deinen Zielen ab. Oft fallen dir sofort Personen ein: Wer begeistert dich in deinem Unternehmen (gerade in größeren Firmen, auch aus anderen Bereichen) oder in deinem direkten Umfeld? Und vor allem LinkedIn ist der perfekte Ort, um spannende Persönlichkeiten und Mentoren zu finden – Vitamin B ist ein wichtiger Faktor.

Tipp 3 – Wie gehe ich auf einen potenziellen Mentor zu?

Die größte Herausforderung liegt in dir selbst: Komfortzone verlassen. Trau dich, die Person anzuschreiben – meist reicht eine Nachricht. Ein Mentor muss kein enger Freund sein; es kann jemand sein, den du noch gar nicht oder nur lose kennst. Vergiss nie: Jemanden um Rat zu bitten ist eine starke Wertschätzung – die meisten fühlen sich geschmeichelt. Die Nachricht muss nicht lang sein: stell dich kurz vor, erläutere Erwartung und Hintergrund. Wichtig (nach Dale Carnegie, „Wie man Freunde gewinnt“): Perspektivwechsel – schreib nicht nur aus der „Ich“-Sicht, sondern zeig, was für dein Gegenüber drin ist. Du hast nichts zu verlieren außer einer Absage.

Tipp 4 – Wie läuft ein Mentoring ab?

Es gibt kein fixes Mentoring-Format – geh es mit gesundem Menschenverstand an. Der Dreh- und Angelpunkt: Sei proaktiv. Lehn dich nicht zurück nach dem Motto „du bist mein Mentor, also mach mal“ – im Gegenteil: Du hast das Mentoring in der Hand. Bring Terminvorschläge, eine Agenda und vorbereitete Fragen mit, mach es deinem Mentor so einfach wie möglich, und schreib während des Gesprächs mit (aktiv zuhören). Wenn dein Mentor merkt, dass du ambitioniert und proaktiv bist, macht es auch ihm Freude – und du trainierst nebenbei deine Führungskompetenz.

Wie du die Hürde des ersten Schritts überwindest, vertieft Komfortzone verlassen. Wo und wie du die richtigen Menschen findest und ansprichst, zeigen LinkedIn-Profil optimieren und Netzwerk nutzen. Warum genau solche Menschen deine Entwicklung hebeln, liest du im Artikel Who Luck: Das beste Glück der Welt.

Häufige Fragen zum Mentor finden

Was ist ein Mentor? Eine erfahrenere Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt – jemand, von dessen Erfahrung du lernst und mit dem du Ideen und Entscheidungen reflektierst. Es gibt dafür kein festes Format und keine Ausbildung.

Wie finde ich einen Mentor? Frag dich, wer die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht hat. Solche Personen findest du im eigenen Umfeld und Unternehmen – und besonders auf LinkedIn.

Wie spreche ich einen Mentor an? Trau dich, einfach eine Nachricht zu schreiben. Stell dich kurz vor, erläutere dein Anliegen und denk an den Perspektivwechsel: Zeig, was für dein Gegenüber drin ist. Um Rat zu bitten ist eine Wertschätzung, kein Übergriff.

Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein festes Format. Entscheidend ist, dass du proaktiv bist: Termine, Agenda und Fragen bringst du mit – so machst du es deinem Mentor leicht und holst das Meiste heraus.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt: der Perspektivwechsel, um Menschen für sich zu gewinnen (auch bei der Mentor-Ansprache).

Weitere Buchempfehlungen findest du in meiner Bibliothek für Ingenieure.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Karriere.

Transkript

Herzlich willkommen zur Folge Nummer 63. In dieser Folge geht es um das Thema Mentor finden – ich gebe dir Tipps, wie du den richtigen Mentor findest. Das ist eine Frage, die mir in letzter Zeit, gerade über LinkedIn, häufiger gestellt wurde. Ich habe mit einigen Mentees aktiv nach Mentoren gesucht und sie auch gefunden – ein spannendes Thema, zu dem ich meine Erfahrung teile.

Vorab ganz allgemein: Was ist ein Mentor und warum sollte man einen haben? Ein Mentor ist eine Person, die dich bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt. Es gibt keine Ausbildung und kein Format, das dazu verpflichtet – es geht darum, mit einer Person zu sprechen, die in einem gewissen Bereich erfahrener ist, von ihr zu lernen, die eigenen Ideen und Gedanken gemeinsam zu reflektieren und zu hinterfragen. Wer das schon erlebt hat, weiß, wie wertvoll das ist. Wichtig: Es geht nicht nur darum, „einen Mentor“ zu haben, sondern das Mentoring-Konzept generell für sich zu nutzen – Sparringspartner zu haben, Feedback zu bekommen. Manche sagen auch: Bücher sind meine Mentoren. Denn auch Lesen ist Inspiration und das Lernen aus den Erfahrungen anderer; ich habe oft über Sachbücher als große Inspirations- und Reflexionsquelle gesprochen. Aber Bücher können nicht alles abdecken – eine erfahrenere Person zu haben, ist noch einmal ein anderes Level.

Ich habe die vier Tipps entlang von vier Fragen strukturiert. Erste Frage: Wer kann überhaupt ein Mentor sein? Es geht um Erfahrung, nicht zwangsläufig um Alter. Ein Mentor braucht keine 30 Jahre Erfahrung – er muss dir in einem gewissen Bereich einen Schritt voraus sein. Andere Faktoren spielen mit: Fühlst du dich wohl, spricht die Person deine Sprache, versteht sie deine Konzepte? Die entscheidenden Fragen sind: Wer strebt die gleichen Ziele an wie du? Und wer hat die Ziele, die du anstrebst, bereits erreicht? Wenn du dich z. B. selbstständig machen willst, schau nach Personen, die diesen Schritt schon gegangen sind. Das grenzt sich nur graduell von Gleichgesinnten und Sparringspartnern auf Augenhöhe ab – auch beim Mentoring geht es ums gemeinsame Reflektieren, nicht darum, dass jemand dir sagt, was du zu tun hast.

Zweite Frage: Wo finde ich potenzielle Mentoren? Das kommt auf deine Ziele an. In der Regel fallen dir sofort Personen ein: Welche Menschen in deinem Unternehmen begeistern dich (gerade in größeren Firmen auch aus anderen Bereichen)? Wer begeistert dich in deinem Umfeld? Und immer mehr Menschen verstehen, wie wertvoll LinkedIn dafür ist – LinkedIn ist der perfekte Ort, um spannende Persönlichkeiten und Mentoren zu finden. Vitamin B ist ein wichtiger Faktor; mehr dazu in der Folge 50 zum Thema LinkedIn.

Dritte Frage: Wie gehe ich auf einen potenziellen Mentor zu? Die größte Herausforderung liegt meist in einem selbst – Stichwort Komfortzone verlassen. Trau dich, diese Person anzuschreiben (eine Nachricht, eine E-Mail oder ein persönliches Gespräch; meist reicht eine Nachricht). Ein Mentor muss kein enger Freund oder Bekannter sein – es kann jemand sein, den du noch gar nicht oder nur lose kennst. Vergiss nie: Jemanden um Rat zu bitten ist eine starke Wertschätzung; die Person fühlt sich in der Regel geschmeichelt. Die Nachricht muss nicht umfangreich sein – stell dich kurz vor, erläutere Erwartung und Hintergrund. Und denk an die Grundsätze von Dale Carnegie aus „Wie man Freunde gewinnt“: Perspektivwechsel. Schreib nicht nur aus der Ich-Perspektive („ich will Mentoring“), sondern denk an dein Gegenüber – welche Vorteile gibt es für ihn oder sie? Geh den Schritt; meist geht es nur darum, die Komfortzone zu verlassen und das Risiko einer Absage einzugehen. Du hast nichts zu verlieren.

Vierte Frage: Wie läuft ein Mentoring ab? Es gibt kein fixes Format – geh es mit gesundem Menschenverstand an. Es geht darum, dass du lernst, dich entwickelst und reflektierst, und dass auf der anderen Seite ein Mentor sitzt, der in einem Bereich erfahrener ist. Der Dreh- und Angelpunkt: Sei proaktiv. Lehn dich nicht zurück – du hast das Mentoring in der Hand und sorgst für die Agenda. Schlag Termine vor, bereite Fragen und eine Agenda vor, sodass dein Mentor im Grunde keinen Aufwand hat. Starte solche Gespräche nie ohne Vorbereitung – bring Zettel und Stift mit, schreib mit, sei aktiv und hör aktiv zu. Du willst das Meiste herausholen und bedienst dich an der Zeit deines Mentors. Wenn der Mentor merkt, dass du ambitioniert und proaktiv bist und die Initiative ergreifst, ist das sehr wertvoll – und du lernst nebenbei Führungskompetenzen.

Zusammengefasst: Ein Mentor ist eine Person, die dich beruflich und persönlich in der Entwicklung unterstützt – kein fixes Format, keine Ausbildung, es geht ums Lernen aus den Erfahrungen anderer. Tipp 1: Wer kann Mentor sein? Jeder, der deine Ziele verfolgt oder sie schon erreicht hat – Erfahrung zählt, nicht Alter (es kann auch jemand Jüngeres sein, der sich z. B. vor drei Jahren selbstständig gemacht hat). Tipp 2: Wo finden? Im engeren Umkreis, im Unternehmen – und vor allem auf LinkedIn. Tipp 3: Wie ansprechen? Komfortzone verlassen, einfach eine Nachricht schreiben; Hauptsache, du schreibst überhaupt, mit Vorstellung und Terminvorschlag. Tipp 4: Wie läuft es ab? Kein fixes Format, sei proaktiv, bring Agenda und Fragen mit. Fang ruhig klein an – aber such dir aktiv einen Mentor und spüre, wie mächtig dieses Werkzeug für deine Entwicklung ist.

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