Wer proaktiv gestaltet, wird sichtbar. Und wer sichtbar wird, wird angreifbar. Das ist die Schattenseite, über die kaum jemand spricht.
Die gute Nachricht: Der Umgang mit Widerstand ist lernbar. In dieser Folge teile ich, warum du dir mit Veränderung Gegner machst und mit welchen zwei Gegenmitteln du dennoch standhaft bleibst.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner. Proaktivität stört den Status quo. Genau deshalb ruft sie Widerstand hervor.
- Sichtbarkeit macht angreifbar. Wer gestalten will, kann sich nicht verstecken. Der Preis dafür ist, dass sich Menschen gegen dich stellen.
- Unsicherheit gehört dazu. An der Innovationsgrenze betrittst du Neuland. Wer sich sicher fühlt, bewegt sich meist nur in der Komfortzone.
- Ein gefestigtes Leitbild macht dich resilient. Je klarer deine Werte und Ziele, desto weniger bringt dich Kritik ins Wanken.
- Ein Netzwerk aus Gleichgesinnten fängt dich auf. Menschen, die deine Werte teilen, erinnern dich in schweren Momenten daran, wofür du stehst.
Die Schattenseite und zwei Gegenmittel im Detail
Warum Veränderung Gegner schafft. Es gibt Menschen, die den Status quo nicht verändern wollen. Sie sind zufrieden damit, wie es ist. Veränderung bedeutet für sie: Ich muss etwas anders machen, mein Status wird gefährdet, meine Expertise steht auf dem Spiel. Gerade alteingesessene Mitarbeiter mit wertvollem Wissen reagieren empfindlich, wenn jemand mit neuen Techniken und Systemen um die Ecke kommt. Wenn du also Prozesse optimieren und das Unternehmen weiterentwickeln willst, heißt das in erster Linie Veränderung. Und Veränderung wollen viele nicht. Damit wirst du für einige automatisch zum Feindbild, auch wenn du im Sinne aller handelst.
Sichtbarkeit ist der Preis fürs Gestalten. Manche entscheiden sich bewusst gegen Sichtbarkeit, um sich nicht angreifbar zu machen. Ich habe Selbständige erlebt, die nach einem Workshop sagten: Dann wachse ich eben langsamer, aber ich will nicht angegriffen werden. Für mich war das nie eine Option. Wer wirklich gestalten will, kann sich nicht wegducken. Der Preis für Wirkung ist, dass manche Steine werfen, oft anonym, oft aus komplett konträren Werten heraus. Das gehört dazu.
Gegenmittel 1: das eigene Leitbild festigen. Der wichtigste Skill ist, damit umzugehen, ohne sich entmutigen zu lassen. Deshalb schauen wir uns früh das eigene Leitbild an: die eigenen Ziele, die eigenen Werte, das eigene Wertebild wirklich zu hinterfragen und zu ergründen. Je stärker diese Überzeugung, desto resilienter wirst du. Ein Leitbild ist nichts Einmaliges, es entsteht über iterative Schleifen. Je öfter du dich mit deinem langfristigen Zielbild befasst, desto gefestigter stehst du in dir selbst und desto weniger lässt du dich ins Wanken bringen.
Gegenmittel 2: ein Netzwerk aus Gleichgesinnten. Ein Personal Board of Directors ist eines der besten Hilfsmittel überhaupt. Es ist ein geschützter Raum aus Menschen, die dich verstehen und deine Werte teilen. Wenn du verunsichert bist, kannst du das dort in den Raum werfen. Oft dauert es keine drei Minuten, und die Gruppe hat sich wieder eingefangen. Weil diese Menschen deine Werte teilen, halten sie dir den Spiegel vor und erinnern dich daran, wofür du stehst. Es muss nicht immer ein Mentor sein. Manchmal reichen zwei Gleichgesinnte auf derselben Reise, die gerade nicht in deiner emotionalen Situation stecken.
Der Leitsatz. Lass die Grenzen deines Umfelds nicht zu deinen Grenzen werden. Egal ob es dein Vorgesetzter ist, die Kultur des Unternehmens oder die alteingesessene Person, die dich mit Schlagfertigkeit verunsichert: Das sind die Grenzen des Umfelds, nicht deine.
Wer Veränderung vorantreibt, sollte verstehen, dass Widerstand kein Betriebsunfall ist, sondern Teil des Weges. Vertiefen kannst du das mit meinen Folgen zu Change Management und Resilienz. Und wie du konkret mit Gegenwind aus deinem Umfeld umgehst, zeige ich in der Folge Umgang mit negativen Menschen.
Häufige Fragen zum Umgang mit Widerstand
Warum bekommt man als Macher Gegner? Weil Veränderung den Status quo stört. Menschen, die mit dem Bestehenden zufrieden sind oder ihre Expertise gefährdet sehen, wehren sich gegen neue Ideen. Wer proaktiv gestaltet, wird deshalb für einige automatisch zum Feindbild.
Kann man den Umgang mit Widerstand lernen? Ja. Es ist ein Skill, der sich trainieren lässt: durch ein gefestigtes eigenes Leitbild, das dich resilient macht, und durch ein Netzwerk aus Gleichgesinnten, das dich in schwierigen Momenten auffängt.
Was hilft konkret gegen Entmutigung? Zwei Dinge. Erstens ein klares Leitbild aus deinen Werten und Zielen, das dich innerlich stabilisiert. Zweitens ein Personal Board of Directors, also Menschen, die deine Werte teilen und dich daran erinnern, wofür du stehst.
Was bedeutet der Leitsatz zu den Grenzen des Umfelds? Er bedeutet: Lass die Grenzen deines Umfelds nicht zu deinen Grenzen werden. Weder Vorgesetzte noch Unternehmenskultur noch einzelne Kritiker sollten bestimmen, wie weit du dich entwickelst.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Eric Ries – The Lean Startup: Die Methode, um an der Innovationsgrenze mit Unsicherheit umzugehen: schnell handeln, Daten sammeln, iterieren. Perfektion kommt durch Iteration.
Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zur Führung.
Diese Folge gehört zum Thema Führung.
Transkript
Herzlich willkommen zu Folge 167: die Schattenseite von Intrapreneurship. Diese Folge ist ein kurzer Reminder zu einem ganz zentralen Thema rund um Intrapreneurship, das oft vergessen wird. Diese Woche musste ich aufgrund eines Ereignisses bei uns im Mentorwerk daran denken.
Wir haben diese Woche die allererste Ein-Stern-Bewertung bei Google bekommen. Bisher waren es, glaube ich, 36 Bewertungen, alles Teilnehmer des IntraMBA, alle fünf Sterne. Und jetzt zum ersten Mal eine Person mit einer Ein-Stern-Bewertung. Ich habe das morgens gesehen, und wir haben im Team gemeinsam besprochen und versucht zu verstehen, was da passiert ist.
Wir haben relativ schnell herausgefunden: Diese Ein-Stern-Bewertung kam nicht von einem Mentee, nicht von einem Teilnehmer aus dem IntraMBA. Auch von keinem Podcast-Hörer und keinem LinkedIn-Follower. Diese Person hatte in keinster Weise Kontakt mit uns als Mentorwerk. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen Arbeitskollegen von einem unserer Mentees handelt.
Ich habe das nicht kommen sehen, aber rückblickend ist das nicht überraschend. Es gibt einen Spruch, den ich diese Woche in einem LinkedIn-Beitrag geteilt habe: Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner. Und das ist die Schattenseite von Intrapreneurship, über die ich heute kurz sprechen möchte.
Proaktivität wird von einigen Personen überhaupt nicht gern gesehen. Das bedeutet: Auch als treibende Kraft kann es passieren, dass du für einige Mitarbeiter zum Feindbild wirst. Es gibt Personen, die den Status quo nicht verändern und nicht verbessern wollen. Sie sind zufrieden damit, wie es ist. Das war schon immer so, das soll auch so bleiben, Hauptsache es verändert sich nichts. Denn Veränderung heißt: Ich muss etwas anderes machen, mein Status wird gefährdet, gegebenenfalls meine Expertise.
Gerade alteingesessene Mitarbeiter mit einer gewissen Expertise reagieren empfindlich, wenn ein Jungspund um die Ecke kommt und sagt: Wir brauchen neue Techniken, neue Systeme. Das sorgt dafür, dass das lange erarbeitete, teilweise sehr wertvolle Wissen einer Person gefährdet wird. Ich habe schon über das Principal-Agent-Problem gesprochen: Gerade in großen Konzernen fällt man als Trittbrettfahrer noch weniger auf. Dass der Status quo erhalten bleiben soll, ist also keine Seltenheit.
Wenn du sichtbar wirst und sagst, du willst Dinge verbessern, gestalten und anders machen, dann kann es sein, dass sich Personen gegen dich richten. In unserem Fall sogar gegen uns als Unternehmen, weil wir unternehmerisches, proaktives Denken fördern. Auch das ist bei einigen Personen nicht gern gesehen. Man schafft sich damit Feinde. Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner. Das ist erst mal wichtig zu verstehen.
Wenn du also mehr gestalten, in eine Gestalterrolle kommen, strategischer arbeiten, im Sinne des Unternehmens handeln, Prozesse optimieren und das Unternehmen als Ganzes entwickeln möchtest, dann heißt das in erster Linie Veränderung. Und Veränderung ist etwas, was viele Leute nicht wollen. Auch wenn aus unserer Perspektive alles im Sinne aller Personen ist und es nicht darum geht, jemanden auszugrenzen, sehen einige das anders.
Deshalb möchte ich auf zwei Punkte eingehen. Erstens: In der Anfangsphase meiner Selbständigkeit habe ich viele junge, ambitionierte Persönlichkeiten kennengelernt, die sich ebenfalls selbständig gemacht haben. Wir waren bei einem Workshop, in dem es um Wachstum ging: Wie kann man mit seinem Unternehmen wachsen? Damit verbunden ist auch das Thema Sichtbarkeit, über das wir im IntraMBA mit ambitionierten Ingenieuren ebenfalls sprechen.
Es gab zwei, drei Personen, die nach dem Workshop sagten, sie hätten für sich Klarheit gewonnen, dass sie auf keinen Fall sichtbar werden wollen. Sie wollen sich nicht angreifbar machen. Im Internet ist es keine Überraschung, dass es Personen gibt, die einen auf anonyme Art mit Steinen bewerfen. Ich habe mich bewusst für ambitionierte Ingenieure entschieden, weil ich diese Personengruppe liebe. Wer Ambitionen und einen Ingenieurs-Background hat, ist vom Werte-Paket her schon nicht verkehrt aufgestellt.
Trotzdem gab es in meiner Historie immer wieder Personen, die Steine geworfen haben, weil sie komplett konträre Werte hatten und die Ansichten in keinster Weise teilen. Wenn ich Dinge in diesem Podcast sage, greife ich indirekt Personen an, die ein komplett anderes Weltbild haben. Autoritäre Führungskräfte etwa, die ihr Leben lang eine sehr autoritäre Art der Führung gelebt und für gut befunden haben, finden vieles, was ich sage, sehr provokativ.
Zurück zum Thema. Diese zwei Personen sagten: Dann wachse ich halt nicht so schnell, oder ich verzichte auf Wachstum, aber ich möchte nicht angegriffen werden und nicht sichtbar sein. Für mich war das keine Option. Wenn dieser Person das Gestalten nicht so wichtig ist, dann ist sie mit Mittelmaß zufrieden. Ich kenne viele Personen mit deutlich größeren Reichweiten als ich, die sagen: Wenn du etwas in der Welt verändern willst, ist das teilweise ein Preis, den man zahlt. Auf der anderen Seite gibt es Skills und Techniken, gut damit umzugehen.
Jeder, der Verantwortung übernimmt, der gestalten will, gerade wenn du Führung übernommen hast, als Teamleiter oder Abteilungsleiter, kennt das. Nicht ohne Grund ist Change Management und Organisationsentwicklung ein heikles Thema, weil es immer wieder Leute gibt, die sich entgegenstellen.
Was kann man tun? Zunächst: Du kannst dich nur dafür entscheiden. Wenn du Ambitionen hast und Dinge gestalten und verändern willst, ist Widerstand eine Folge davon. Je nach Bereich ist es mal stärker, mal weniger ausgeprägt. Bei mir ist es heute in diesem Kontext eher weniger ausgeprägt, in anderen Bereichen deutlich stärker, je nachdem, welche Personen im Arbeitsumfeld unterwegs sind. Fakt bleibt: Wenn du ambitioniert und proaktiv bist und Innovation vorantreibst, wird es Gegner geben, die dich als Feindbild ansehen.
Deshalb ist es wichtig zu lernen, damit umzugehen. Das bedeutet, sich ein dickes Fell anzueignen, resilient zu werden und sich nicht entmutigen zu lassen. Das ist einfacher gesagt als getan. Genau aus dem Grund legen wir im IntraMBA am Anfang sehr großen Wert auf das eigene Leitbild: das eigene Zielbild und die eigenen Ambitionen wirklich zu hinterfragen und eine klare Überzeugung der eigenen Werte und Ziele zu bekommen. Je stärker diese ist, desto resilienter wirst du.
Eines ist klar: Unsicherheit ist der Inbegriff von Unternehmertum. Egal ob als Unternehmer oder als treibende Kraft im Unternehmen, du bewegst dich immer an der Innovationsgrenze. Du bist teilweise Pionier und betrittst Neuland, und das ist immer ein Prozess der Unsicherheit. Das Thema Lean Startup kann ich sehr empfehlen. Wer ein Geschäftsmodell aufbaut oder innerhalb eines Unternehmens neue Ideen und Innovationen vorantreiben möchte, muss sich mit dieser Unsicherheit auseinandersetzen. Aus methodischer Sicht ist die Lean-Startup-Methode sehr sinnvoll, weil es dort um schnelles Handeln, schnelles Daten sammeln und Iterieren geht. Perfektion kommt durch Iteration.
Es gibt tausende Beispiele von Unternehmen, die gescheitert sind, weil sie sich jahrelang eingeschlossen und in der Theorie tolle Modelle überlegt haben. Sobald es auf die Praxis prallte, merkten sie: Das funktioniert nicht. Da kommen die iterativen Methoden ins Spiel. Aber das ist alles die methodische Ebene, um eine Idee zum Funktionieren zu bringen.
Die Unsicherheit, von der ich spreche, ist die psychologische Unsicherheit. Du hast eine Idee, wie man etwas verbessern könnte. Du machst dir Gedanken, wie du das bestmöglich kommunizierst, vielleicht in einer Präsentation vor zwei Personen im Unternehmen. Das ist ein Prozess, in dem du dich angreifbar machst und nicht genau weißt, wie die Idee ankommt: Wird sie sofort zerschlagen oder stößt sie auf fruchtbaren Boden? Diese Unsicherheit kannst du nicht negieren, du kannst nur besser darin werden, mit ihr umzugehen. Das Bewusstsein darüber ist schon der erste Schritt: Unsicherheit ist nichts Schlechtes, sie gehört dazu.
Im Umkehrschluss: Wenn du dich sicher fühlst, bewegst du dich nicht im Feld des Gestaltens. Dann bist du eher im ganz normalen angestellten Dasein, sehr reaktiv, in der Komfortzone, im sicheren Hafen. Du tust nur das, was von dir verlangt wird, nicht proaktiv, nicht eigeninitiativ. Sobald du eigene Projekte und Gedanken proaktiv initiierst, hast du automatisch diese Unsicherheit dabei. Das ist etwas, das man üben muss. Je mehr du unternehmerisches Denken und Handeln lebst, desto besser wirst du im Umgang mit der Unsicherheit.
Viele sagen: Klar, ich denke schon unternehmerisch. Aber wenn man ehrlich in sich hineinhorcht, wie viel Unsicherheit steckt wirklich im Handeln? Die meisten haben ein leicht verzerrtes Bild davon, wie viel proaktives Denken schon in ihnen steckt. Zwischen Selbst- und Fremdbild gibt es große Unterschiede, genauso wie es in der Unternehmenswelt große Skill-Unterschiede gibt. Du kannst dir morgen ein Gewerbe anmelden und bist trotzdem noch kein souveräner Unternehmer. Ein solcher Skill-Unterschied ist genau der Umgang mit Unsicherheit.
Diesen Skill kann man aus psychologischer Sicht trainieren. Punkt eins, den ich genannt habe, ist das Leitbild. Das ist nichts Einmaliges, es entsteht über iterative Prozesse. Je öfter du dich mit den Fragen rund um dein langfristiges Zielbild, die nächsten Schritte und dein Werte-Paket befasst, desto gefestigter und sicherer bist du in dir selbst. Desto weniger lässt du dich ins Wanken bringen. Sich mit dem eigenen Leitbild, dem eigenen Wertebild und der eigenen Persönlichkeit zu befassen, ist ein ganz wichtiger Punkt.
Der zweite Gedanke ist ein Netzwerk aus Gleichgesinnten. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist das eines der besten Hilfsmittel überhaupt. Es bedeutet, einen geschützten Raum aus Personen zu haben, die einen verstehen. Wenn du in einer Situation unsicher bist, nicht weißt, ob du die richtige Entscheidung triffst, oder durch Kollegen verunsichert wurdest, hast du die Möglichkeit, in den Austausch zu gehen und das in den Raum zu werfen.
Was ich in solchen Runden immer wieder gemerkt habe: Es dauert keine drei Minuten, und die Gruppe hat sich wieder eingefangen. Denn eine solche Gruppe teilt deine Werte und ist dadurch viel stärker darin, dieses Wertebild aufrechtzuerhalten und dich daran zu erinnern, was dir wichtig ist, wofür du stehst und dass du den Kopf nicht hängen lassen sollst. Man geht aus so einer Runde immer wieder motiviert heraus, mit dem Gefühl: Okay, ich bin auf dem richtigen Weg.
Es ist unglaublich hilfreich, ein Personal Board of Directors zu haben, ein Netzwerk aus Gleichgesinnten, mit dem du in den Austausch gehen oder einfach zum Hörer greifen kannst. Es muss nicht immer ein Mentor sein, der dir alles vorgibt. Manchmal sind es einfach Gleichgesinnte auf genau der gleichen Reise. Wenn du in einer emotionalen Situation bist, ist es hilfreich, mit ein, zwei Personen zu sprechen, die gerade nicht in dieser Situation sind und dir den Spiegel vorhalten: Lass den Kopf nicht hängen.
Wenn du das Gefühl hast, du steckst in einer Situation, bist unsicher und lässt dich schnell entmutigen, obwohl du eigentlich proaktiv vorangehen und in deinem Skillset besser werden willst, aber Respekt oder Sorge vor den alteingesessenen Leuten hast, dann schreib mir auf LinkedIn. Jemand, der vielleicht zwanzig, dreißig Jahre älter ist und dich im Meeting immer wieder mit Sprüchen verunsichert und schlagfertig ist, kann sehr verunsichern und dazu führen, dass man resigniert. Wenn das bei dir der Fall ist, lass uns in den Austausch gehen. Nichts tut mir mehr weh als ein ambitionierter Ingenieur, der sich proaktiv einbringen möchte und dann von seinem Umfeld entmutigt wird. Auf LinkedIn bin ich jederzeit ansprechbar.
Zu guter Letzt möchte ich einen Satz betonen, den ich nicht häufig genug sagen kann. Er ist einer der wichtigsten Punkte und ein Skill, der dazugehört: Lass die Grenzen deines Umfelds nicht zu deinen Grenzen werden. Egal ob es dein direkter Vorgesetzter ist, die Struktur und Kultur des Unternehmens oder eine alteingesessene Person, die dich mit ihrer Schlagfertigkeit immer wieder verunsichert. Das sind die Grenzen des Umfelds, und es ist wichtig, damit umzugehen und dafür zu sorgen, dass du dich nicht begrenzen lässt.
Auch das ist einfacher gesagt als getan. Manchmal ist das nicht über Nacht erledigt, manchmal braucht es Wochen oder Monate der Reflexion, bis man an den Punkt kommt: Bis hierhin und nicht weiter, ich lasse mich künftig nicht mehr begrenzen. Leider ist es oft so, dass man dann schon zu tief in der Stagnationsfalle steckt. Deshalb ist es wichtig, feinfühlig zu sein, die Augen und Ohren offen zu halten und zu spüren: Habe ich ein Umfeld, das mich beflügelt und meine Entwicklung vorantreibt, Personen, die mich pushen und supporten wollen? Oder habe ich eher eine Liste an Themen, bei denen ich das Gefühl habe, sie begrenzen mich?
Wenn da Personen sind, die immer wieder reingrätschen und dich als Feindbild sehen, kann es zu einem Punkt kommen, an dem die Grenzen deines Umfelds dich bremsen. Das ist etwas, das quasi verheiratet ist mit dem Weg des unternehmerischen Denkens und Handelns. Wer gestalten möchte, wer die Zukunft des Unternehmens, der Wirtschaft und der Branche verändern und gestalten möchte, muss sich bewusst werden, dass dieses Thema dazugehört.
Ich hoffe, es waren einige Punkte für dich dabei zum Thema Schattenseite. Für mich persönlich habe ich mittlerweile einen guten Weg gefunden, damit umzugehen. Ich habe zwei Instrumente genannt. Wenn dazu noch Fragen oder Gedanken sind, weißt du, wo du mich findest. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.