Prokrastinieren bedeutet nicht, absolut nichts zu tun. Es bedeutet, Dinge zu tun, die nur am Rande nützlich sind (z.B. den Schreibtisch aufräumen oder Wäsche zusammenlegen).
Wer prokrastiniert, kann sich durchaus dazu motivieren, schwierige, zeitkritische und wichtige Aufgaben zu erledigen – solange diese Aufgaben ein Weg sind, etwas Wichtigeres nicht zu tun.
Diese Erkenntnis bietet Potenzial für eine Strategie:
Strukturierte Prokrastination.
Ein klassischer Tipp, um deine Produktivität zu steigern ist deinen Fokus voll und ganz auf die wichtigste Aufgabe auszurichten.
Doch daraus ergibt sich ein Problem:
Wenn du bei dieser Aufgabe prokrastiniert, bleibt nichts übrig. Deine weitere To Do Liste ist leer (linke To Do Liste).
Der Trick mit strukturierter Prokrastination besteht darin, deine To-do-Liste mit weiteren Aufgaben zu füllen – und die richtige Art von Aufgaben für die Spitze der Liste auszuwählen (rechte To-do-Liste).

Die ideale Art von Aufgabe für die Spitze hat 2 Eigenschaften:
- Sie scheinen klare Fristen zu haben (haben sie aber nicht).
- Sie scheinen furchtbar wichtig zu sein (sind sie aber in Wirklichkeit nicht).
Glücklicherweise gibt es im Leben eine Fülle solcher vermeintlich wichtiger Aufgaben.
Zwei Beispiele von mir persönlich:
- Ein altes MacBook verkaufen (verliert jeden Tag an wert)
- Reise-Gutschein einlösen (verliert demnächst seine Gültigkeit)
Wenn du Prokrastination klug einsetzt, kannst du einen unproduktiven Tag in einen durchaus produktiven Tag verwandeln.
