LinkedIn ist für viele Ingenieure ein blinder Fleck. Dabei ist genau hier ein riesiger Hebel für deine berufliche Entwicklung versteckt – wenn du es richtig nutzt.
Das Problem: Die meisten machen immer wieder dieselben Fehler. In dieser Folge gehe ich fünf typische LinkedIn-Fehler durch und zeige dir, wie du sie vermeidest und dein Profil zu einem echten Werkzeug machst.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Dein Profil ist keine Lebenslauf-Kopie, sondern eine Verkaufsseite. Du verkaufst dich selbst.
- Bilder sind unterschätzt. Profilbild, Titelbild und Bilder in den Stationen erzählen deine Geschichte.
- LinkedIn ist ein Netzwerk-Tool, kein Adressbuch. Es ist da, um neue Menschen kennenzulernen – ein Geschenk gerade für Introvertierte.
- Sei Produzent, nicht nur Konsument. Wer Mehrwert teilt, hebt sich von der Masse ab.
- Empfehlungen sind sozialer Beweis. Aktiv danach zu fragen, lässt dein Profil deutlich herausstechen.
- Sichtbarkeit und Selbstvermarktung entscheiden mit über beruflichen Erfolg. Leistung allein reicht nicht, wenn keiner davon weiß.
Die 5 LinkedIn-Fehler im Detail
LinkedIn ist gerade für Ingenieure ein Thema mit großem blindem Fleck. Wir denken oft, Leistung allein zählt. Sie ist auch wichtig. Aber wenn keiner von deiner Leistung weiß, wenn du dich nicht sichtbar machen kannst, bringt sie wenig. Reid Hoffman, der Gründer von LinkedIn, hat es sinngemäß gesagt: Der beste Zeitpunkt, dein Netzwerk zu pflegen, ist, bevor du es brauchst. Du nutzt LinkedIn also nicht erst, wenn du einen neuen Job suchst – sondern um deine jetzige Arbeit besser zu machen.
Fehler 1: Das Profil wie einen Lebenslauf schreiben. Viele behandeln ihr Profil wie ein Dokument, das vollständig sein muss. Vergiss die Vollständigkeit. Betrachte dein Profil als Verkaufsseite. Du möchtest dich selbst verkaufen. Stell dir beim Schreiben zwei Fragen: Unterstützt mich meine LinkedIn-Präsenz dabei, einen Ruf als ambitionierte, vertrauenswürdige Persönlichkeit aufzubauen? Und: Hilft sie Menschen, mit meinem Namen auf positive Weise vertraut zu werden? Wenn du den Begriff Copywriting noch nie gehört hast, lohnt sich ein Blick darauf – die Kunst und Wissenschaft, Verkaufstexte zu schreiben. Schreib deine Texte so, dass sie dich ins richtige Licht rücken. Nicht zu nüchtern, ein bisschen Musik darf rein.
Fehler 2: Keine Bilder oder schlechte Bilder. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wer kein Profilbild hat, verschenkt sehr viel. Schon beim Titelbild trennt sich die Spreu vom Weizen – die wenigsten nutzen es. Dann gibt es den Bereich „Im Fokus“, in dem du Beiträge, Bilder und Links zeigen kannst. Und auch deine Berufserfahrung kannst du mit Bildern füllen, und sei es nur mit einem Link zur Website der Firma. Es geht nicht darum, dich perfekt darzustellen oder auf jedem Bild zu sein. Es geht darum, deine Geschichte zu untermauern: Wer bist du, welche Kompetenzen hast du, welche Ziele und Werte treiben dich? Die Bilder müssen nicht vom Fotografen sein. Die Qualität eines Smartphones reicht heute völlig.
Fehler 3: Zu wählerisch mit dem eigenen Netzwerk sein. LinkedIn ist kein Adressbuch für Kontakte, die du im echten Leben schon kennst. Es ist ein Netzwerk-Tool, um neue Menschen kennenzulernen und wertvolle berufliche Beziehungen aufzubauen. Für Introvertierte ist das ein Geschenk: ein leichter, charmanter Weg, Netzwerken anzugehen, ohne auf jedes Event gehen zu müssen. Kaum jemand nutzt die LinkedIn-Personensuche. Nimm dir ein paar Minuten, wirf Suchbegriffe rein und filtere. Du findest Gleichgesinnte mit ähnlichen Zielen und Menschen, die schon dort sind, wo du hinwillst – mögliche Mentoren. Zwei kleine Routinen helfen: Gewöhne dir eine Follow-up-Routine an. Jedes Mal, wenn du beruflich mit jemandem Kontakt hattest – Kunde, Lieferant, Projektpartner – füge die Person hinzu und schreib eine nette Nachricht. Und binde dein LinkedIn-Profil in deine E-Mail-Signatur ein.
Fehler 4: Nur konsumieren statt nutzen. Wie jede Plattform fördert der Feed das Konsumverhalten – endlos scrollen. Tritt nicht in diese Falle. Werde aktiv. Kontakte knüpfen, zum Geburtstag gratulieren, zu Anlässen gratulieren, und wenn du etwas Spannendes entdeckst: dein Wissen teilen. Poste einen Beitrag, ohne sofort den Verkaufsgedanken im Kopf zu haben. Wer Mehrwert gibt, wird zum Produzenten – und genau das machen die meisten nicht. Sie sehen LinkedIn als Ort, an dem irgendwann Recruiter auf sie zukommen. Das ist nur ein winziger Teil. Aktiv genutzt hat das Tool viel größere Macht.
Fehler 5: Nicht aktiv nach Empfehlungen fragen. Selbst erfahrene Menschen mit vielen Stationen haben oft keine Empfehlungen, weil sie sich scheuen, andere darum zu bitten. Genau das ist deine Chance. Empfehlungen sind sozialer Beweis – die guten Worte anderer. Fünf bis zehn davon lassen dein Profil deutlich herausstechen. Geh es in kleinen Schritten an: Überleg dir Freunde und Kollegen, auch aus deiner Historie, die bereit wären. Mach es ihnen leicht, gib Impulse oder eine Vorlage mit. Und schreib auch selbst Empfehlungen für Menschen, die du auf deinem Weg kennengelernt hast. Das kostet ein paar Minuten, ist eine schöne Wertschätzung – und gibt dir selbst ein gutes Gefühl.
Sichtbarkeit und gezieltes Netzwerken sind kein Nice-to-have, sondern eine eigene Disziplin. Wenn dich das Thema Selbstvermarktung tiefer interessiert, schau dir die konkreten LinkedIn-Tipps für mehr Reichweite an und arbeite parallel an deinem LinkedIn-Profil, das überzeugt. Wer das Ganze als System versteht, verbindet es mit Selbstmarketing ohne Selbstdarstellung und mehr Sichtbarkeit im Job. Und wer sein Netzwerk wirklich nutzen will, fängt genau hier an – bevor er es braucht.
Häufige Fragen zu LinkedIn-Fehlern
Was ist der häufigste LinkedIn-Fehler? Der häufigste Fehler ist, das Profil wie einen Lebenslauf zu schreiben. Statt auf Vollständigkeit zu achten, solltest du dein Profil als Verkaufsseite betrachten: Es soll dir helfen, einen Ruf als ambitionierte, vertrauenswürdige Persönlichkeit aufzubauen und Menschen positiv mit deinem Namen vertraut zu machen.
Sind Bilder auf LinkedIn wirklich wichtig? Ja. Wer kein Profilbild hat, verschenkt viel Vertrauen. Auch das Titelbild, der Bereich „Im Fokus“ und Bilder bei den einzelnen Berufsstationen werden kaum genutzt – dabei untermauern sie deine Geschichte. Die Bilder müssen nicht professionell sein, Smartphone-Qualität reicht.
Wie nutze ich LinkedIn zum Netzwerken richtig? LinkedIn ist ein Netzwerk-Tool, kein Adressbuch. Nutze die Personensuche, um gezielt Gleichgesinnte und potenzielle Mentoren zu finden. Gewöhne dir eine Follow-up-Routine an: Wer dir beruflich begegnet, kommt ins Netzwerk und bekommt eine kurze Nachricht. Binde dein Profil zusätzlich in deine E-Mail-Signatur ein.
Sollte ich auf LinkedIn um Empfehlungen bitten? Ja. Die meisten Menschen haben keine Empfehlungen, weil sie sich scheuen zu fragen. Genau deshalb hebst du dich mit fünf bis zehn Empfehlungen ab. Frag Kollegen und Wegbegleiter aktiv, mach es ihnen mit einer Vorlage leicht – und schreib auch selbst Empfehlungen für andere.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
Cal Newport – Deep Work: Newports Plädoyer für hochkonzentriertes, fokussiertes Arbeiten – und die Kunst, zu vielem bewusst Nein zu sagen, um Raum für die wichtige Arbeit zu schaffen.
Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Kommunikation.
Diese Folge ist Teil des Themen-Hubs Kommunikation, wo Sichtbarkeit, Selbstvermarktung und Beziehungen zusammenlaufen.
Transkript
Herzlich willkommen zu dieser Podcast-Episode. Bevor wir einsteigen, kurz etwas in eigener Sache: Wer diesen Podcast schon länger verfolgt, hat vielleicht gemerkt, dass ich zuletzt weniger veröffentlicht habe. Der Grund ist nicht, dass ich faul war – im Gegenteil. Ich habe an einem neuen Programm gearbeitet, rund um LinkedIn, gezieltes Netzwerken, sichtbarer werden und die eigene Reputation aufbauen. Mir ist immer stärker bewusst geworden, was für ein Hebel darin steckt – und wie groß der blinde Fleck auf der anderen Seite ist.
Passend dazu kann ich dir ein Buch empfehlen: „Deep Work“ von Cal Newport. Ich habe in der Zeit wirklich zu allem Nein gesagt, mich im Homeoffice eingeschlossen und versucht, mehrere Stunden hochkonzentriert zu arbeiten. Das bedeutet, dass man zu vielem Nein sagt. Spannend: In dem Buch beschreibt Newport unter anderem Adam Grant als Beispiel. Wer mich verfolgt, weiß, dass Adam Grant einer meiner Lieblingsautoren ist – ein sehr junger, herausragender Professor für Organisationspsychologie in den USA, der enorm viel leistet und das tiefe Arbeiten sehr gut beherrscht.
Jetzt aber zum Thema dieser Folge: fünf typische Fehler bei LinkedIn, die immer wieder passieren. Wenn du die Basics willst, hör dir die Folge zum Thema Karriere beschleunigen mit LinkedIn an. Gerade bei Ingenieuren ist Sichtbarkeit und Selbstvermarktung eine wichtige Komponente für beruflichen Erfolg. Für deinen Weg ist Leistung natürlich ausschlaggebend. Aber wenn keiner davon weiß und du dich nicht gut sichtbar machst, bringt alles nichts.
Reid Hoffman, der Gründer von LinkedIn, hat sinngemäß gesagt: Der beste Zeitpunkt, dein Netzwerk zu pflegen, ist, bevor du es brauchst. Das heißt: Du nutzt LinkedIn nicht nur, wenn du einen neuen Job suchst, sondern um deine jetzige Arbeit zu verbessern. Mit dem Thema Netzwerken kann man nicht früh genug anfangen. Deshalb hier ein paar Tipps. Kommen wir zu den fünf typischen Fehlern bei LinkedIn.
Fehler eins: Das Profil wie einen Lebenslauf zu schreiben. Beim Lebenslauf denkt man an Vollständigkeit. Genau das machen viele auch mit ihrem LinkedIn-Profil. Eine bessere Herangehensweise ist, dein Profil nicht als Lebenslauf, sondern als Verkaufsseite zu betrachten. Du möchtest dich selbst verkaufen. Stell dir zwei Fragen: Unterstützt mich meine LinkedIn-Präsenz dabei, einen Ruf als ambitionierte, vertrauenswürdige Persönlichkeit aufzubauen? Und: Hilft sie Menschen, mit meinem Namen auf positive Weise vertraut zu werden? Wenn ja, ist alles gut. Wenn nein, schau dir dein Profil noch einmal an. Versuch nicht zu nüchtern zu sein, bring ein bisschen Musik rein. Auch wenn du den Begriff Copywriting nie gehört hast, solltest du ihn googeln – die Kunst und Wissenschaft, Verkaufstexte zu schreiben. Und du verkaufst jetzt dich selbst. Formuliere deine Texte so, dass sie dich ins richtige Licht rücken und einen positiven Eindruck hinterlassen.
Fehler zwei: keine Bilder oder schlechte Bilder. Erstklassige Profile erzählen ihre eigene persönliche Story. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wer kein Profilbild hat, verschenkt sehr viel. Beim Titelbild trennt sich schon die Spreu vom Weizen, denn das nutzen die wenigsten. Dann gibt es den Bereich „Im Fokus“, den du dir freischalten kannst und in dem du Beiträge, Bilder und Links zeigst. Auch deine Berufserfahrung solltest du mit Bildern füllen, und sei es nur mit Links zur Website der Firma. Es geht nicht darum, dich immer perfekt darzustellen oder auf jedem Bild zu sein. Es geht darum, deine Geschichte zu untermauern: Wer bist du, welche Kompetenzen hast du, welche beruflichen und langfristigen Ziele, welche Werte, welche Motivation? Welche Menschen sollen auf dein Profil schauen und denken: spannende Persönlichkeit. Bring Bilder mit rein. Sie müssen nicht vom Fotografen sein – die Qualität eines iPhones reicht, gerade in Situationen an deinem Arbeitsplatz.
Fehler drei: zu wählerisch mit dem eigenen Netzwerk. Hier liegt riesiges Potenzial brach. LinkedIn ist ein Netzwerk-Tool, kein Adressbuch für bestehende Kontakte aus dem echten Leben. Du kannst und solltest es nutzen, um neue Menschen kennenzulernen und wertvolle berufliche Beziehungen aufzubauen. Gerade für Introvertierte ist LinkedIn ein Geschenk: ein leichter, charmanter Einstieg ins Netzwerken, ohne auf jedes Event gehen zu müssen. Manchmal hat man das Gefühl, es sei unfair, dass Menschen befördert werden oder Jobs finden, nur weil sie besser vernetzt sind. Das eine ist, darüber zu meckern. Das andere ist, selbst proaktiv zu werden. Kaum jemand nutzt die LinkedIn-Personensuche. Nimm dir ein paar Minuten, öffne sie, filtere und wirf Suchbegriffe rein. Du findest Gleichgesinnte mit ähnlichen Zielen und Menschen, die schon auf höheren Ebenen stehen und die du als Mentoren gewinnen kannst. Vernetz dich, komm ins Gespräch, durchbrich diese Hürde. Zwei kleine Tipps: Gewöhn dir eine Follow-up-Routine an. Jedes Mal, wenn du beruflich mit jemandem Kontakt hattest – Kunde, Lieferant, Projektpartner – füge die Person sofort auf LinkedIn hinzu und schreib eine nette Nachricht. Und binde dein LinkedIn-Profil in deine E-Mail-Signatur ein. Je professioneller du auf LinkedIn aufgestellt bist, desto weniger musst du dich scheuen, es zu zeigen.
Fehler vier: nur konsumieren statt nutzen. Die meisten sind auf LinkedIn nur Konsumenten und nicht aktiv. Der Feed fördert, wie jede Social-Media-Plattform, das Konsumverhalten – ewig lange scrollen. Tritt nicht in diese Konsumenten-Falle. Werde aktiv und überleg, wie du das Tool nutzt, um deine berufliche Entwicklung zu beflügeln. Bau dein Profil auf, aber nicht einmalig, sondern kontinuierlich. Knüpf neue Kontakte. Treib den Austausch auf kreative Weise voran. Das müssen keine großen Dinge sein: zum Geburtstag gratulieren, zu Anlässen gratulieren, und wenn du etwas Spannendes entdeckst, dein Wissen teilen. Poste einfach mal einen Beitrag, ohne den Verkaufsgedanken im Kopf. Das machen die meisten nicht. Sie sehen LinkedIn als Ort, an dem irgendwann Recruiter auf sie zukommen. Das ist ein winziger Teil. Aktiv genutzt hat das Tool viel größere Macht.
Fehler fünf: nicht aktiv nach Empfehlungen fragen. Selbst erfahrene Menschen mit vielen Stationen haben oft keine Empfehlungen, weil sie sich scheuen zu fragen. Das ist dein Vorteil: Es ist relativ simpel, fünf bis zehn Empfehlungen – guten Worten anderer, den sogenannten Social Proof – zu bekommen, und damit stichst du heraus. Zur Vorgehensweise: Überleg dir erst einmal Freunde und Kollegen, auch aus der Historie, die bereit wären, dir eine Empfehlung zu geben. Du kannst Impulse mitgeben oder eine Vorlage anbieten und es ihnen so leichter machen, denn auch eine kurze Empfehlung kostet ein paar Minuten. Der erste Anstoß ist, einfach darum zu bitten. Es gibt enorm viele Menschen, die das ohne Probleme machen. Und schreib auch selbst Empfehlungen für die tollen Persönlichkeiten, die du entlang deines Weges kennengelernt hast. Nimm dir ein paar Minuten und schreib eine schöne Empfehlung. Das ist ein super Mehrwert, eine echte Wertschätzung – und es gibt dir selbst ein gutes Gefühl.
Fassen wir die fünf typischen Fehler bei LinkedIn zusammen. Erstens: das Profil wie einen Lebenslauf schreiben statt wie eine Verkaufsseite. Zweitens: keine oder schlechte Bilder – nutze die vielen Möglichkeiten, Bilder einzubringen, und erzähl eine persönliche Story. Drittens: zu wählerisch mit dem eigenen Netzwerk sein – nutze LinkedIn wirklich als Tool, mit Follow-up-Routine und E-Mail-Signatur. Viertens: nur konsumieren statt nutzen – werde zum Produzenten, indem du Mehrwert teilst, und verfall nicht in die Social-Media-Falle. Fünftens: nicht aktiv nach Empfehlungen fragen – überwinde die Hürde, frag danach und schreib auch selbst Empfehlungen.
Ich kann dich nur einladen, LinkedIn stärker zu nutzen. Wenn du Fragen zu dieser Folge oder zu deiner beruflichen Entwicklung hast, schreib mir auf LinkedIn. Das ist der Kanal, über den du mich am schnellsten erreichst. Ich freue mich über deine Kontaktanfrage. Ich hoffe, die Folge hat dir Mehrwert gebracht. Wenn du glaubst, dass sie auch für andere interessant ist, teile sie gern. Bis zum nächsten Mal.