LinkedIn als Angestellter für die eigene Karriere zu nutzen, ist eine riesige Chance – gerade für ambitionierte Ingenieure, die in Richtung Führung oder Geschäftsführung wollen. Denn über 90 % dieser Positionen werden nie öffentlich ausgeschrieben. Sie laufen übers Netzwerk.
Diese Folge gibt dir 17 Tipps in drei Bereichen: dein Profil so einrichten, dass du als Experte wahrgenommen wirst, gezielt und modern netzwerken (auch als Introvertierter) und Schritt für Schritt sichtbar werden.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- LinkedIn ist nicht XING. XING ist eher ein Adressbuch, LinkedIn ein soziales Netzwerk – für die Karriere die deutlich größere Chance.
- Dein Profil ist dein erster Eindruck. Mit ein bis zwei Stunden Arbeit stichst du als Experte aus der Masse heraus.
- Recruiter suchen wie eine Suchmaschine. Die richtigen Begriffe (z. B. deine Kernkompetenzen) müssen im Profil auftauchen.
- Qualität über Quantität beim Netzwerken. Es zählt nicht die Zahl der Kontakte, sondern wertvolle Verbindungen – fremde Personen hinzuzufügen ist ausdrücklich erlaubt.
- Sichtbarkeit beginnt klein. Starte mit Kommentaren, wachse zu eigenen Beiträgen – immer mit Mehrwert fürs Netzwerk.
Die 17 LinkedIn-Tipps im Detail
Warum LinkedIn? XING ist im Kern ein Adressbuch, LinkedIn ein soziales Netzwerk – das „Facebook für Business“ mit hohem Anspruch und qualitativ hochwertigen Inhalten. Es wächst rasant, und die besten Führungspositionen entstehen über Beziehungen, nicht über Ausschreibungen. Das Schöne: Auch wenn du ungern netzwerkst oder eher introvertiert bist, kannst du es hier zielgerichtet und modern tun.
Bereich 1 – Profil einrichten (als Experte wahrgenommen werden).
- Titelbild: Der erste Eindruck zählt. Nutze ein persönliches Bild, das deine Positionierung zeigt – gern in Aktion, vor Gruppen oder auf der Bühne.
- Profilbild: Investiere in ein, zwei professionelle Aufnahmen. Das Gesicht muss im Fokus stehen, weil das Bild plattformweit klein gezeigt wird.
- Profil-Headline: Schreib nicht nur Position und Firma hinein. Bring in ein bis zwei Sätzen deine Kernwerte, deine Persönlichkeit und dein Expertenthema unter.
- Info-Text: Die Infobox nutzen die meisten gar nicht. Schreib ein kurzes Profil: Wer bist du, wofür stehst du, was sind deine langfristigen Ziele? Leicht und locker lesbar, keine Bandwurmsätze.
- Werdegang: Beschreibe, was du getan hast – die Rolle, nicht nur den Titel. Statt „Praktikum“ oder „Werkstudent“ die tatsächliche Tätigkeit. Ergänze zusätzliche Themen abseits des Standardwegs (z. B. Nebenrollen) und gern Bilder pro Station.
- Kenntnisse & Fähigkeiten: Hier zählt LinkedIn-SEO. Recruiter suchen nach Kompetenzen wie „Lean Management“ – diese Begriffe sollten in deinem Profil stehen. Nenne deine Kernkenntnisse (nicht bloß „Microsoft Office“).
- Empfehlungen: Bitte Menschen, die eng mit dir gearbeitet haben, um eine Empfehlung. Das schafft Glaubwürdigkeit und Expertenstatus.
- Qualifikationen & Auszeichnungen: Ein paar gezielte Einträge bringen Fleisch an den Knochen.
- Interessen: Runden das Bild ab – immer mit Blick darauf, wer auf dein Profil schaut.
Bereich 2 – Netzwerken (gezielt und modern).
- Qualität über Quantität: Nicht die Zahl der Kontakte zählt, sondern wertvolle Verbindungen und spannende Persönlichkeiten.
- Fremde hinzufügen ist erlaubt: LinkedIn ist kein Freundes-Adressbuch, sondern ein Netzwerk. Sobald du dich vernetzt, siehst du die Aktivitäten spannender Menschen – und sie deine.
- Locker begrüßen: Beim Hinzufügen eine kurze, lockere (nicht formelle) Nachricht, in der du deinen Anlass und dein Interesse benennst.
- Interessierter Austausch: Hier wird Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie praktisch: echtes Interesse zeigen, neugierig sein, Fragen stellen. Der Weg zu spannenden Persönlichkeiten ist oft nur zwei, drei Nachrichten lang.
- Tiefer gehen bei echtem Mehrwert: Wenn ein Austausch beidseitig wertvoll ist, geh über Nachrichten hinaus – Telefon, Video-Call, persönliches Treffen. Gerade gezielt: Welche Wunschunternehmen gibt es in deiner Branche, welche Persönlichkeiten dort? So baust du Beziehung und Vertrauen auf und bist schon Kandidat, bevor eine Stelle ausgeschrieben wird.
Bereich 3 – Sichtbarkeit (durch Beiträge und Kommentare).
- Mehrwert geben: Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck. Es geht darum, dem Netzwerk etwas Nützliches zu bieten – fachlich oder persönlich.
- Mit Kommentaren starten: Der einfachste Einstieg sind kurze, gute Kommentare unter Beiträgen. Kommentierst du, werden andere auf dein Profil aufmerksam, besuchen es und vernetzen sich.
- Beiträge schreiben: Die größere Hürde – aber wichtig. Sich selbst zu verkaufen ist eine lernbare Kompetenz. Fang klein an; solange du Mehrwert gibst, kannst du nichts falsch machen.
Wie du speziell dein Profil zur Führungspersönlichkeit schärfst, vertiefst du in LinkedIn-Profil optimieren. Wie du dein Netzwerk strategisch aufbaust und nutzt, hörst du in Netzwerk nutzen. Warum stille Performer sichtbar werden müssen, zeigt Selbstmarketing. Und wie du über LinkedIn die richtigen Vorbilder und Mentoren findest, erfährst du in Mentor finden.
Häufige Fragen zu LinkedIn für die Karriere
Warum LinkedIn und nicht XING? XING ist im Kern ein Adressbuch, LinkedIn ein soziales Netzwerk mit qualitativ hochwertigen Inhalten und hohem Anspruch. Für die Karriere – besonders Richtung Führung – ist LinkedIn die deutlich größere Chance.
Wie optimiere ich mein LinkedIn-Profil? Arbeite an Titelbild, Profilbild, Headline, Info-Text und Werdegang, beschreibe Rollen statt nur Titel und hinterlege deine Kernkompetenzen als Suchbegriffe. Ziel ist, als Experte wahrgenommen zu werden – mit ein bis zwei Stunden Arbeit stichst du heraus.
Wie netzwerke ich richtig auf LinkedIn? Setze auf Qualität statt Quantität, füge auch fremde, spannende Persönlichkeiten hinzu, begrüße sie locker und geh in einen interessierten Austausch (Interesse zeigen, Fragen stellen). Bei echtem Mehrwert führt der Weg zu Telefonat, Video-Call oder Treffen.
Wie werde ich auf LinkedIn sichtbar? Gib dem Netzwerk Mehrwert. Starte mit kurzen, guten Kommentaren unter Beiträgen und wachse mit der Zeit zu eigenen Posts. Sichtbarkeit ist eine Übungssache und eine lernbare Kompetenz.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt: das Standardwerk für den interessierten Austausch und den Umgang mit Menschen – die beste Übungsgrundlage fürs Netzwerken.
Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Kommunikation.
Diese Folge gehört zum Thema Karriere und Kommunikation.
Transkript
Heute geht es um das Thema: Karriere beschleunigen mit LinkedIn – 17 einfache Tipps. Wer diesen Podcast länger verfolgt, weiß, dass ich auf LinkedIn sehr aktiv bin. Mir wird immer wieder bewusst, welch riesige Chance es ist, LinkedIn gerade als Angestellter für die eigene Karriere zu nutzen und sie damit zu beschleunigen. Es geht um drei Kernbereiche: wie du dein Profil einrichtest, wie du netzwerkst und wie du deine Sichtbarkeit steigerst.
Warum ist das so eine große Chance? LinkedIn versus XING: XING ist derzeit im Kern ein Adressbuch, LinkedIn ein soziales Netzwerk – ein bisschen das „Facebook für Business“, aber für qualitativ hochwertige Inhalte mit hohem Anspruch. Wichtig: LinkedIn ist nicht gleich Facebook und nicht in der gleichen Kategorie wie XING. LinkedIn wächst rasant, gerade auch international, und die Chancen liegen auf der Hand. Es ist modernes, zielgerichtetes Netzwerken – und selbst wenn du, wie ich, ungern netzwerkst oder eher introvertiert bist, ist es die perfekte Möglichkeit, das gezielt anzugehen.
Gerade wenn du anspruchsvollere Positionen Richtung Führung oder Geschäftsführung übernehmen möchtest, ist das entscheidend: Mehr als 90 % dieser Stellen werden gar nicht ausgeschrieben, das läuft alles übers Netzwerk – „Vitamin B“, wenn man so will. Bei einem Massenthema wie LinkedIn kannst du mitspielen und deine Karriere beschleunigen. Du schaffst dir damit Chancen, und dafür braucht es gar nicht viel – nur eine Handvoll Dinge. Wenn du noch nicht angemeldet bist, solltest du das spätestens jetzt tun und das Thema ernst nehmen.
Erster Bereich: dein Profil einrichten – so, dass du von anderen als Experte wahrgenommen wirst. Frag dich zuerst: Wer sind diese „anderen“, in welchem Gebiet möchtest du dich positionieren? Sind es Personaler, sind es Experten der Branche? Denk anfangs gar nicht zu groß, das kommt mit der Zeit. Einige Komponenten machen den Unterschied. Erstens das Titelbild – viele verschenken diese Chance. Der erste Eindruck zählt: Nimm möglichst ein persönliches Bild, das deine Positionierung ausdrückt; gern gesehen sind Aufnahmen, wenn du auf der Bühne stehst, vor Gruppen sprichst oder in Gruppen bist. Zweitens das Profilbild: Es lohnt sich, in ein, zwei professionelle Fotos zu investieren. Wichtig ist ein Gesicht im Fokus, weil das Bild plattformweit klein dargestellt wird.
Drittens die Profil-Headline: Hier kannst du überlegen, wofür du stehst und was deine Kernwerte sind – ein bis zwei kurze Sätze, die dich, deine Persönlichkeit und deine Interessen ausdrücken und zeigen, wo dein Expertenthema liegt. Ich rate davon ab, einfach nur Position und Unternehmen hineinzuschreiben; werde kreativer. Der Klassiker ist, dass Leute nur ihre Position und Firma oder ein 08/15-Zitat hinterlegen. Viertens der Info-Text: Diese Infobox nutzen viele gar nicht. Schreib in zwei bis drei Sätzen ein kurzes Profil: Wer bist du, was zeichnet dich aus, was sind deine Werte und deine langfristigen Ziele? Es ist kein wissenschaftlicher Text – es muss Spaß machen, das zu lesen, locker und leicht geschrieben sein, keine zehn Bandwurmsätze.
Fünftens der Werdegang: Bei jeder Station ist die Beschreibung der Position wichtig. Schreib nicht einfach „Praktikum“ oder „Werkstudent“ als Titel, sondern was du tatsächlich getan hast – die Rollenbeschreibung. Du kannst Dinge ergänzen, die über den normalen Werdegang hinausgehen; ich habe zum Beispiel meine Rolle als Gastdozent und den Podcast aufgenommen. Bilder pro Position lockern das Profil auf. Wichtig zu verstehen: Die Beschreibung muss nicht im Detail Mehrwert liefern – die wenigsten lesen sie ganz. Entscheidend ist die LinkedIn-Suche: Personaler und Recruiter suchen über die Suchfunktion nach Personen und Kompetenzen. Sucht jemand nach „Lean Management“, sollte genau dieser Begriff in deinem Profil auftauchen. Das ist klassische Suchmaschinenoptimierung – überleg also, wonach Personaler suchen könnten, und bringe diese Begriffe unter.
Sechstens Kenntnisse und Fähigkeiten – ebenfalls relevant für die Suche. Was sind die drei Kernkenntnisse, die dich auszeichnen? Schreib nicht einfach „Microsoft Office“, sondern mach dir ein paar Gedanken. Du kannst dir Kenntnisse von Freunden und deinem engeren Netzwerk bestätigen lassen, das stärkt deinen Expertenstatus. Siebtens Empfehlungen: Wenn es Personen gibt, die lange und eng mit dir gearbeitet haben, bitte sie um eine Empfehlung – das ist unheimlich wertvoll für den Eindruck von außen. Achtens Qualifikationen und Auszeichnungen, neuntens Interessen – ein paar Dinge, die das Profil abrunden. Wenn du dir dafür ein, zwei Stunden Zeit nimmst, Bilder einbringst und die Texte optimierst, stichst du aus der Masse heraus und wirst eher als Experte wahrgenommen.
Zweiter Bereich: Netzwerken. Das Profil ist die Grundvoraussetzung, der erste Baustein. Jetzt bringt das Netzwerken die Sache ins Rollen. Dein Netzwerk ist ein hohes Gut. Du wirst, wenn du aktiver wirst, auch mal Anfragen von Leuten bekommen, die dir etwas verkaufen wollen – die brauchst du nicht. Die Maxime lautet: Qualität über Quantität. Es geht nicht um die Zahl der Kontakte, sondern um wertvolle Verbindungen und spannende Persönlichkeiten. Wichtig: Es ist ausdrücklich erlaubt, auch fremde Personen hinzuzufügen. LinkedIn ist kein Freundes-Adressbuch, sondern ein Netzwerk. Stell dir eine Networking-Veranstaltung vor: Da kennst du die meisten auch nicht, kommst aber mit spannenden Menschen in Kontakt. Sobald du dich vernetzt, siehst du deren Aktivitäten und sie deine.
Das geht einher mit einer lockeren Begrüßung. Wenn du eine fremde, spannende Persönlichkeit hinzufügst, schreib keine formelle, sondern eine lockere Nachricht, benenne deinen Anlass und bekunde dein Interesse. Und jetzt ganz wichtig: Wenn du Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie noch nicht gelesen hast, ist jetzt der Zeitpunkt. Denn hier geht es um den interessierten, interessanten Austausch – mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen. Interesse bekunden, neugierig sein, Fragen stellen: All das kannst du auf LinkedIn praktisch anwenden. Der Weg zu spannenden Persönlichkeiten, die beruflich deutlich weiter sind, ist oft sehr kurz – mit zwei, drei Nachrichten kommst du gut mit ihnen in Kontakt.
Wenn ein Austausch echten Mehrwert bringt, von dem beide profitieren, dann bleib nicht bei Nachrichten, sondern telefoniere, mach einen Video-Call oder triff dich. Gerade gezielt: Überleg dir, in welchem Wunsch- oder Traumunternehmen deiner Branche du gerne arbeiten würdest, und wer dort spannende Persönlichkeiten, Führungskräfte oder Personaler sind. So kannst du Schritt für Schritt vorgehen, dich vernetzen, in den Austausch gehen und dich sichtbar machen. Dabei baust du Beziehung und Vertrauen auf – und wenn eine Stelle frei wird, bist du schon auf dem Zettel, bevor sie überhaupt ausgeschrieben ist.
Dritter Bereich: Sichtbarkeit durch Beiträge und Kommentare. Wenn du dir ein Netzwerk aus spannenden Persönlichkeiten aufgebaut hast, kann es sich lohnen, darin sichtbar zu werden. Schreibst du einen Beitrag oder kommentierst und likest du andere Beiträge, tauchst du in deren Feed auf. Die Grundregel: Mehrwert für das Netzwerk geben. Es geht nicht darum, um jeden Preis sichtbar zu sein, sondern etwas Nützliches beizutragen – fachlich oder persönlich. Der einfachste Einstieg sind Kommentare: ein kurzer, guter Satz unter einem Beitrag. Kommentierst du den Post von jemandem und ein Personaler sieht deinen Satz, wird er auf dein Profil aufmerksam – so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere mit dir in Kontakt treten. Die größere Variante ist, eigene Beiträge zu schreiben, auch Videos. Für die meisten ist das eine große Hürde, aber sich selbst zu verkaufen ist eine Kompetenz, die man lernt. Fang mit kleinen Schritten an: hier und da ein Kommentar. Solange du dem Netzwerk Mehrwert gibst, kannst du nichts falsch machen, und mit der Zeit wächst du zu eigenen Beiträgen.
Fassen wir zusammen: drei Bereiche – Profil einrichten (professionell auftreten und als Experte wahrgenommen werden), zielgerichtetes Netzwerken (Vorbilder und spannende Persönlichkeiten deiner Branche finden und mit ihnen in Austausch gehen) und Sichtbarkeit durch Beiträge und Kommentare. Einer der wichtigsten Punkte überhaupt: Mentoren und Vorbilder finden und von ihnen lernen. Wenn du dir eine gewisse Basis aufgebaut hast – ein professionelles Profil und ein Netzwerk – und dann sichtbar wirst, kann ich dir sagen: Du wirst mit Chancen und Anfragen überrascht, die du vorher nicht für möglich gehalten hast. LinkedIn ist eine riesige Chance, deine Karriere zu beschleunigen. Das soll es für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.