Mein erster Chef war ein echter Leader. Egal, ob er vor 100 Mitarbeitern eine Rede gehalten oder mit potenziellen Kunden über Aufträge in Millionenhöhe verhandelt hat. Er war immer souverän und gelassen.
Als junger Ingenieur war ich das genaue Gegenteil: zurückhaltend, unsicher, nervös. Niemand hätte mein Auftreten als souverän bezeichnet.
Jedes Mal, wenn ich seine Präsenz als Leader spürte, kamen Zweifel in mir auf:
Bin ich überhaupt als Führungskraft geeignet?
Seit Jahrhunderten gibt es auf diese Frage eine klare Antwort, die Great Man Theorie. Sie besagt: Führungskompetenzen sind angeboren, Führung kann man nicht lernen.
Doch die Great Man Theorie hat ein Problem: Sie ist falsch.
Die Wahrheit ist eine andere:
Große Leader starten nicht als solche, sie transformieren sich zu großen Leadern.
Wir sehen souveräne Persönlichkeiten gerne als „Übermenschen“, die von Geburt an anders sind als wir.
Wir erkennen sie ungern als gewöhnliche Menschen, die sich selbst zu etwas Außergewöhnlichem gemacht haben.
Aber genau das ist Führung:
Du musst nicht als souveräne Führungskraft starten. Du musst bereit sein, dich zu einer zu entwickeln.
