Besser kommunizieren: die 5 Grundsätze gelungener Kommunikation

Jeder hat sich schon mit Kommunikation beschäftigt, tausend Tipps gehört – und trotzdem ist es erstaunlich schwer, wirklich besser zu kommunizieren. Woran liegt das? Die Herausforderung ist nicht, die Dinge zu verstehen, sondern sie in der Praxis umzusetzen – gegen tief eingeschliffene Kommunikationsgewohnheiten.

In dieser Folge bekommst du beides: die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation (vieles davon banal im Verständnis, schwer in der Umsetzung) – und vor allem die Methode, wie du sie zur echten Gewohnheit machst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Verstehen ist leicht, Anwenden ist schwer. Kommunikation ist eine Fähigkeit – sie verbessert sich nur durch Übung, gegen den Widerstand alter Gewohnheiten.
  • 1. Positive Haltung: stets positiv und freundlich. Robert Iger: „Nobody wants to follow a pessimist.“
  • 2. Selbstlosigkeit & Perspektivwechsel: Sprich über das, was die andere Person interessiert. Wer selbstlos dient, steht laut Carnegie „praktisch konkurrenzlos da“.
  • 3. Ehrliches Interesse: die richtigen Fragen stellen und aktiv zuhören. „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“
  • 4. Aufrichtige Anerkennung: Leistung anderer sehen und wertschätzen – Menschen erinnern sich jahrelang daran.
  • 5. Geber-Mentalität: geben, ohne etwas zu verlangen, statt in den Tauschmodus zu verfallen (Adam Grant: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich“).
  • Die Methode: visualisieren → vor Gesprächen erinnern → danach reflektieren. Meisterschaft braucht Monate und Jahre.

Besser kommunizieren: die Kernidee

Warum es so schwer ist (obwohl es banal klingt)

Viele der folgenden Punkte wirst du banal finden – und genau das ist die Falle. Jeder von uns hat über Jahre Kommunikationsgewohnheiten entwickelt, und Gewohnheiten zu verändern ist langwierig. Du kannst alles verstehen, was hier kommt – entscheidend ist, es anzuwenden und stetig dranzubleiben. Deshalb zwei Teile: erst die fünf Grundsätze, dann (noch wichtiger) wie du sie anwendest.

Die 5 Grundsätze gelungener Kommunikation

Vieles davon stammt aus Dale Carnegies Wie man Freunde gewinnt. Erstens, positive Haltung: sei stets positiv und freundlich – ein grundlegender Hebel in jeder Form der Kommunikation. Robert Iger bringt es auf den Punkt: „Nobody wants to follow a pessimist.“ Das gilt für alle, die mehr Verantwortung übernehmen oder eine Führungsrolle anstreben – aber genauso aus Sicht jedes Mitarbeiters. Zweitens, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel: Die meisten denken nur an ihre eigenen Probleme. Carnegie: „Die Welt ist voll von selbstsüchtigen Menschen. Die wenigen, die selbstlos versuchen, anderen zu dienen, haben einen ungeheuren Vorteil – sie stehen praktisch konkurrenzlos da.“ Sprich über das, was dein Gegenüber interessiert, und bring es dazu, über sich selbst zu sprechen. Drittens, ehrliches Interesse: die richtigen, anregenden Fragen stellen und wirklich aktiv zuhören. Carnegie: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“ Viertens, aufrichtige Anerkennung: respektiere und schätze die Leistung anderer – und nimm dir wirklich Zeit dafür. Aufrichtig anerkannt, bewahren Menschen deine Worte und erinnern sich noch Jahre daran. (Frag dich: Wann hast du das letzte Mal einem Mitarbeiter oder Kollegen ehrlich gedankt? Es passiert viel zu selten.) Fünftens, Geber-Mentalität: etwas geben, ohne sofort etwas zu verlangen – nicht in den Tauschmodus verfallen, in dem ein Gefallen den anderen „schuldig“ macht. Adam Grant zeigt in Geben und Nehmen: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich.“

Der entscheidende Teil: Anwenden, nicht nur verstehen

Das ist keine Rocket Science – und genau deshalb übersehen die meisten den wichtigsten Punkt: Es geht nicht ums Verstehen (schnell erledigt), sondern ums Anwenden gegen einen Berg an Gewohnheiten. Kommunikation ist eine Fähigkeit, und jede Fähigkeit braucht Übung, Übung, Übung. Wie beim Freistoßtraining im Fußball: Es reicht nicht, die Anleitung zu lesen – du musst stunden- und jahrelang üben und reflektieren. Der Zyklus: erst verstehen (die fünf Grundsätze), dann visualisieren (z. B. ein Zettel mit den fünf Punkten am Schreibtisch), vor wichtigen Gesprächen bewusst erinnern (etwa 10 Minuten vorher einen Kalender-Reminder „an die fünf Grundsätze denken“), und danach reflektieren (kurz notieren: Was lief gut, was nicht?). Meisterschaft kommt nicht über Nacht – sie braucht Monate und Jahre.

Diese fünf Grundsätze sind das Fundament; zwei verwandte Folgen zeigen die Anwendung: Wie du dadurch souverän und selbstsicher wirkst, hörst du in Souverän auftreten. Wie du dieselbe Haltung nutzt, um im Job sichtbar zu werden, zeigt Sichtbarkeit im Job und Selbstmarketing für stille Performer. Welche konkreten Fragen Gespräche sofort tiefer machen, hörst du in Bessere Fragen stellen.

Häufige Fragen zum Thema besser kommunizieren

Was sind die wichtigsten Grundsätze gelungener Kommunikation? Fünf: positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse (Fragen stellen und aktiv zuhören), aufrichtige Anerkennung und eine Geber-Mentalität. Sie sind im Verständnis einfach – die Kunst liegt in der konsequenten Anwendung.

Warum fällt es so schwer, besser zu kommunizieren, obwohl man die Tipps kennt? Weil Kommunikation eine über Jahre eingeschliffene Gewohnheit ist. Wissen allein verändert nichts – du musst die Grundsätze aktiv gegen deine bestehenden Gewohnheiten anwenden und üben. Genau diesen Umsetzungsschritt überspringen die meisten.

Wie verbessere ich meine Kommunikation konkret? Über einen Übungszyklus: die Grundsätze visualisieren (sichtbarer Zettel), vor Gesprächen bewusst daran erinnern (Kalender-Reminder) und danach reflektieren (was lief gut/schlecht?). Wiederhole das über Monate – wie beim Trainieren jeder anderen Fähigkeit.

Welches Buch ist die Grundlage? Vieles geht auf Dale Carnegies Wie man Freunde gewinnt zurück, ergänzt um Adam Grants Geben und Nehmen (Geber-Mentalität) und Robert Igers Leitsatz „Nobody wants to follow a pessimist“.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Kommunikation & Gesprächsführung und persönliche Entwicklung.

Transkript

Herzlich willkommen zur Episode 64: Besser kommunizieren – die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation. Jeder hat sich schon mit dem Thema Kommunikation auseinandergesetzt, jeder hat tausend Dinge gehört – und trotzdem ist es unglaublich schwer, seine Kommunikation zu verbessern und darin Meister zu werden. Einiges, das ich heute erkläre, wirst du als sehr banal betrachten. Das liegt an Folgendem: Die Herausforderung besteht nicht darin, die Dinge zu verstehen, sondern darin, sie in der Praxis umzusetzen. Warum? Weil jeder von uns über Jahre und Jahrzehnte Kommunikationsgewohnheiten entwickelt hat – und wir alle wissen, wie schwer es ist, Gewohnheiten zu verändern. Du kannst also alles verstehen, was ich heute sage, aber es anzuwenden und stetig dranzubleiben ist viel wichtiger. Deshalb betrachten wir beides: erst die Grundsätze, damit du sie verstehst, und dann – viel wichtiger – wie man sie anwendet.

Kurz in die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation. Vieles stammt aus Carnegies Wie man Freunde gewinnt; wenn du es gelesen hast, wirst du einiges kennen. Punkt eins: positive Haltung. Es klingt banal, in der Umsetzung ist es schwer: Sei stets positiv und freundlich – ein grundlegender Hebel, egal in welcher Form der Kommunikation. Robert Iger hat so schön gesagt: „Nobody wants to follow a pessimist.“ Für alle, die mehr Verantwortung übernehmen oder in eine Führungsposition kommen wollen – und auch für die, die schon führen –, lohnt es sich, diesen Satz aufzuschreiben. Aber auch aus Sicht eines Mitarbeiters gilt er.

Punkt zwei, nicht weniger wichtig: Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel. Carnegie sagt sinngemäß, jeder denkt nur an seine eigenen Probleme – und das beobachtet man tatsächlich. Man trifft selten auf wirklich selbstlose Menschen, die einen echten Perspektivwechsel leben. Carnegie: „Die Welt ist voll von selbstsüchtigen Menschen. Die wenigen, die selbstlos versuchen, anderen zu dienen, haben einen ungeheuren Vorteil – sie stehen praktisch konkurrenzlos da.“ Sprich also darüber, was die andere Person interessiert, und bewege sie dazu, über sich selbst zu sprechen. Allein diese beiden Punkte – positiv sein und andere über sich sprechen lassen – verbessern dein Kommunikations-Game radikal.

Punkt drei: ehrliches Interesse. Es geht Hand in Hand mit Punkt zwei und ergänzt die Fähigkeit, anregende Fragen zu stellen und wirklich aktiv zuzuhören. Jeder hat von aktivem Zuhören gehört – versuch wirklich, es umzusetzen. Carnegie: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“ Da steckt viel Wahrheit drin.

Punkt vier: aufrichtige Anerkennung. Respektiere und schätze die Arbeit und Leistung anderer – wir gehen viel zu schnell darüber hinweg. Nimm dir die Zeit, wenn andere von ihren Erfolgen berichten, und zeige aufrichtige Anerkennung. Bei aufrichtiger Anerkennung bewahren Menschen unsere Worte und erinnern sich noch Jahre daran, lange nachdem wir sie selbst längst vergessen haben. Ich erlebe immer wieder, dass sich Menschen monate- oder jahrelang an solche Momente erinnern – ein schönes, aber im Berufsleben seltenes Phänomen. Ich habe dazu auf LinkedIn die Frage gestellt, wann Führungskräfte ihren Mitarbeitern das letzte Mal gedankt haben – und wie selten das passiert.

Punkt fünf, der letzte im Bunde: die Geber-Mentalität. Gib, ohne sofort etwas zu verlangen. Wir verfallen schnell in einen Tauschmodus, in dem wir einen Gefallen tun und das Gefühl haben, der andere sei ihn uns schuldig. Lege stattdessen eine Geber-Mentalität an den Tag. Ein Klassiker dazu ist Adam Grants Geben und Nehmen: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich.“

Du merkst: Das ist keine Rocket Science – positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse, aufrichtige Anerkennung und Geber-Mentalität. Aber jetzt der wichtigere Punkt: Es geht nicht nur darum, das zu verstehen und zu verinnerlichen – das ist schnell gemacht –, sondern darum, es anzuwenden. Und da prallst du auf deine Kommunikationsgewohnheiten, einen Berg an Erfahrung, der über Jahre entstanden ist und entsprechend schwer zu kippen ist. Genau das wollen wir gemeinsam angehen. Wichtig zu verstehen: Es geht um eine Fähigkeit, und eine Fähigkeit braucht zur Verbesserung immer Übung, Übung, Übung. Ein plakatives Beispiel aus dem Fußball: Wenn du Freistöße üben willst, heißt das, stundenlang zu üben – und nicht nur zu üben, sondern auch zu reflektieren.

Vorausgeht idealerweise zu schauen, wie es funktioniert – das haben wir hier mit den fünf Grundsätzen gemacht. Diese Grundsätze solltest du dir immer wieder vor Augen führen, also visualisieren. Leg dir die fünf Punkte sichtbar an den Schreibtisch. Visualisierung allein reicht aber nicht: Wenn du bestimmte Meetings oder Gespräche hast – etwa ein Mitarbeitergespräch –, schau in deinen Kalender, und setz dir zehn Minuten vorher einen kurzen Reminder „an die Grundsätze gelungener Kommunikation denken“. Dann schnapp dir den Zettel und schau drauf. Das schafft das nötige Bewusstsein während des Gesprächs. Und im Nachgang reflektierst du kurz: Was lief gut, was nicht? Idealerweise sprichst du sogar mit jemandem darüber. Dieser Zyklus – vorher daran denken, Bewusstsein schaffen, danach reflektieren – ist entscheidend. So funktioniert Übung. Und ich kann dir versichern: Bis du Meister dieser fünf Punkte bist, vergehen Monate und Jahre. Das veränderst du nicht von heute auf morgen.

Zusammengefasst: ein banales Thema in der Theorie, in der Praxis aber schwer. Die fünf Punkte sind positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse, aufrichtige Anerkennung und Geber-Mentalität. Visualisiere die Grundsätze, reflektiere und integriere diesen Übungsprozess in deinen Alltag. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Besser kommunizieren: die 5 Grundsätze gelungener Kommunikation

Jeder hat sich schon mit Kommunikation beschäftigt, tausend Tipps gehört – und trotzdem ist es erstaunlich schwer, wirklich besser zu kommunizieren. Woran liegt das? Die Herausforderung ist nicht, die Dinge zu verstehen, sondern sie in der Praxis umzusetzen – gegen tief eingeschliffene Kommunikationsgewohnheiten.

In dieser Folge bekommst du beides: die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation (vieles davon banal im Verständnis, schwer in der Umsetzung) – und vor allem die Methode, wie du sie zur echten Gewohnheit machst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Verstehen ist leicht, Anwenden ist schwer. Kommunikation ist eine Fähigkeit – sie verbessert sich nur durch Übung, gegen den Widerstand alter Gewohnheiten.
  • 1. Positive Haltung: stets positiv und freundlich. Robert Iger: „Nobody wants to follow a pessimist.“
  • 2. Selbstlosigkeit & Perspektivwechsel: Sprich über das, was die andere Person interessiert. Wer selbstlos dient, steht laut Carnegie „praktisch konkurrenzlos da“.
  • 3. Ehrliches Interesse: die richtigen Fragen stellen und aktiv zuhören. „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“
  • 4. Aufrichtige Anerkennung: Leistung anderer sehen und wertschätzen – Menschen erinnern sich jahrelang daran.
  • 5. Geber-Mentalität: geben, ohne etwas zu verlangen, statt in den Tauschmodus zu verfallen (Adam Grant: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich“).
  • Die Methode: visualisieren → vor Gesprächen erinnern → danach reflektieren. Meisterschaft braucht Monate und Jahre.

Besser kommunizieren: die Kernidee

Warum es so schwer ist (obwohl es banal klingt)

Viele der folgenden Punkte wirst du banal finden – und genau das ist die Falle. Jeder von uns hat über Jahre Kommunikationsgewohnheiten entwickelt, und Gewohnheiten zu verändern ist langwierig. Du kannst alles verstehen, was hier kommt – entscheidend ist, es anzuwenden und stetig dranzubleiben. Deshalb zwei Teile: erst die fünf Grundsätze, dann (noch wichtiger) wie du sie anwendest.

Die 5 Grundsätze gelungener Kommunikation

Vieles davon stammt aus Dale Carnegies Wie man Freunde gewinnt. Erstens, positive Haltung: sei stets positiv und freundlich – ein grundlegender Hebel in jeder Form der Kommunikation. Robert Iger bringt es auf den Punkt: „Nobody wants to follow a pessimist.“ Das gilt für alle, die mehr Verantwortung übernehmen oder eine Führungsrolle anstreben – aber genauso aus Sicht jedes Mitarbeiters. Zweitens, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel: Die meisten denken nur an ihre eigenen Probleme. Carnegie: „Die Welt ist voll von selbstsüchtigen Menschen. Die wenigen, die selbstlos versuchen, anderen zu dienen, haben einen ungeheuren Vorteil – sie stehen praktisch konkurrenzlos da.“ Sprich über das, was dein Gegenüber interessiert, und bring es dazu, über sich selbst zu sprechen. Drittens, ehrliches Interesse: die richtigen, anregenden Fragen stellen und wirklich aktiv zuhören. Carnegie: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“ Viertens, aufrichtige Anerkennung: respektiere und schätze die Leistung anderer – und nimm dir wirklich Zeit dafür. Aufrichtig anerkannt, bewahren Menschen deine Worte und erinnern sich noch Jahre daran. (Frag dich: Wann hast du das letzte Mal einem Mitarbeiter oder Kollegen ehrlich gedankt? Es passiert viel zu selten.) Fünftens, Geber-Mentalität: etwas geben, ohne sofort etwas zu verlangen – nicht in den Tauschmodus verfallen, in dem ein Gefallen den anderen „schuldig“ macht. Adam Grant zeigt in Geben und Nehmen: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich.“

Der entscheidende Teil: Anwenden, nicht nur verstehen

Das ist keine Rocket Science – und genau deshalb übersehen die meisten den wichtigsten Punkt: Es geht nicht ums Verstehen (schnell erledigt), sondern ums Anwenden gegen einen Berg an Gewohnheiten. Kommunikation ist eine Fähigkeit, und jede Fähigkeit braucht Übung, Übung, Übung. Wie beim Freistoßtraining im Fußball: Es reicht nicht, die Anleitung zu lesen – du musst stunden- und jahrelang üben und reflektieren. Der Zyklus: erst verstehen (die fünf Grundsätze), dann visualisieren (z. B. ein Zettel mit den fünf Punkten am Schreibtisch), vor wichtigen Gesprächen bewusst erinnern (etwa 10 Minuten vorher einen Kalender-Reminder „an die fünf Grundsätze denken“), und danach reflektieren (kurz notieren: Was lief gut, was nicht?). Meisterschaft kommt nicht über Nacht – sie braucht Monate und Jahre.

Diese fünf Grundsätze sind das Fundament; zwei verwandte Folgen zeigen die Anwendung: Wie du dadurch souverän und selbstsicher wirkst, hörst du in Souverän auftreten. Wie du dieselbe Haltung nutzt, um im Job sichtbar zu werden, zeigt Sichtbarkeit im Job und Selbstmarketing für stille Performer. Welche konkreten Fragen Gespräche sofort tiefer machen, hörst du in Bessere Fragen stellen.

Häufige Fragen zum Thema besser kommunizieren

Was sind die wichtigsten Grundsätze gelungener Kommunikation? Fünf: positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse (Fragen stellen und aktiv zuhören), aufrichtige Anerkennung und eine Geber-Mentalität. Sie sind im Verständnis einfach – die Kunst liegt in der konsequenten Anwendung.

Warum fällt es so schwer, besser zu kommunizieren, obwohl man die Tipps kennt? Weil Kommunikation eine über Jahre eingeschliffene Gewohnheit ist. Wissen allein verändert nichts – du musst die Grundsätze aktiv gegen deine bestehenden Gewohnheiten anwenden und üben. Genau diesen Umsetzungsschritt überspringen die meisten.

Wie verbessere ich meine Kommunikation konkret? Über einen Übungszyklus: die Grundsätze visualisieren (sichtbarer Zettel), vor Gesprächen bewusst daran erinnern (Kalender-Reminder) und danach reflektieren (was lief gut/schlecht?). Wiederhole das über Monate – wie beim Trainieren jeder anderen Fähigkeit.

Welches Buch ist die Grundlage? Vieles geht auf Dale Carnegies Wie man Freunde gewinnt zurück, ergänzt um Adam Grants Geben und Nehmen (Geber-Mentalität) und Robert Igers Leitsatz „Nobody wants to follow a pessimist“.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Kommunikation & Gesprächsführung und persönliche Entwicklung.

Transkript

Herzlich willkommen zur Episode 64: Besser kommunizieren – die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation. Jeder hat sich schon mit dem Thema Kommunikation auseinandergesetzt, jeder hat tausend Dinge gehört – und trotzdem ist es unglaublich schwer, seine Kommunikation zu verbessern und darin Meister zu werden. Einiges, das ich heute erkläre, wirst du als sehr banal betrachten. Das liegt an Folgendem: Die Herausforderung besteht nicht darin, die Dinge zu verstehen, sondern darin, sie in der Praxis umzusetzen. Warum? Weil jeder von uns über Jahre und Jahrzehnte Kommunikationsgewohnheiten entwickelt hat – und wir alle wissen, wie schwer es ist, Gewohnheiten zu verändern. Du kannst also alles verstehen, was ich heute sage, aber es anzuwenden und stetig dranzubleiben ist viel wichtiger. Deshalb betrachten wir beides: erst die Grundsätze, damit du sie verstehst, und dann – viel wichtiger – wie man sie anwendet.

Kurz in die fünf Grundsätze gelungener Kommunikation. Vieles stammt aus Carnegies Wie man Freunde gewinnt; wenn du es gelesen hast, wirst du einiges kennen. Punkt eins: positive Haltung. Es klingt banal, in der Umsetzung ist es schwer: Sei stets positiv und freundlich – ein grundlegender Hebel, egal in welcher Form der Kommunikation. Robert Iger hat so schön gesagt: „Nobody wants to follow a pessimist.“ Für alle, die mehr Verantwortung übernehmen oder in eine Führungsposition kommen wollen – und auch für die, die schon führen –, lohnt es sich, diesen Satz aufzuschreiben. Aber auch aus Sicht eines Mitarbeiters gilt er.

Punkt zwei, nicht weniger wichtig: Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel. Carnegie sagt sinngemäß, jeder denkt nur an seine eigenen Probleme – und das beobachtet man tatsächlich. Man trifft selten auf wirklich selbstlose Menschen, die einen echten Perspektivwechsel leben. Carnegie: „Die Welt ist voll von selbstsüchtigen Menschen. Die wenigen, die selbstlos versuchen, anderen zu dienen, haben einen ungeheuren Vorteil – sie stehen praktisch konkurrenzlos da.“ Sprich also darüber, was die andere Person interessiert, und bewege sie dazu, über sich selbst zu sprechen. Allein diese beiden Punkte – positiv sein und andere über sich sprechen lassen – verbessern dein Kommunikations-Game radikal.

Punkt drei: ehrliches Interesse. Es geht Hand in Hand mit Punkt zwei und ergänzt die Fähigkeit, anregende Fragen zu stellen und wirklich aktiv zuzuhören. Jeder hat von aktivem Zuhören gehört – versuch wirklich, es umzusetzen. Carnegie: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der in zwei Jahren versucht, andere für sich zu interessieren.“ Da steckt viel Wahrheit drin.

Punkt vier: aufrichtige Anerkennung. Respektiere und schätze die Arbeit und Leistung anderer – wir gehen viel zu schnell darüber hinweg. Nimm dir die Zeit, wenn andere von ihren Erfolgen berichten, und zeige aufrichtige Anerkennung. Bei aufrichtiger Anerkennung bewahren Menschen unsere Worte und erinnern sich noch Jahre daran, lange nachdem wir sie selbst längst vergessen haben. Ich erlebe immer wieder, dass sich Menschen monate- oder jahrelang an solche Momente erinnern – ein schönes, aber im Berufsleben seltenes Phänomen. Ich habe dazu auf LinkedIn die Frage gestellt, wann Führungskräfte ihren Mitarbeitern das letzte Mal gedankt haben – und wie selten das passiert.

Punkt fünf, der letzte im Bunde: die Geber-Mentalität. Gib, ohne sofort etwas zu verlangen. Wir verfallen schnell in einen Tauschmodus, in dem wir einen Gefallen tun und das Gefühl haben, der andere sei ihn uns schuldig. Lege stattdessen eine Geber-Mentalität an den Tag. Ein Klassiker dazu ist Adam Grants Geben und Nehmen: „Je mehr ich anderen helfe, desto erfolgreicher werde ich.“

Du merkst: Das ist keine Rocket Science – positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse, aufrichtige Anerkennung und Geber-Mentalität. Aber jetzt der wichtigere Punkt: Es geht nicht nur darum, das zu verstehen und zu verinnerlichen – das ist schnell gemacht –, sondern darum, es anzuwenden. Und da prallst du auf deine Kommunikationsgewohnheiten, einen Berg an Erfahrung, der über Jahre entstanden ist und entsprechend schwer zu kippen ist. Genau das wollen wir gemeinsam angehen. Wichtig zu verstehen: Es geht um eine Fähigkeit, und eine Fähigkeit braucht zur Verbesserung immer Übung, Übung, Übung. Ein plakatives Beispiel aus dem Fußball: Wenn du Freistöße üben willst, heißt das, stundenlang zu üben – und nicht nur zu üben, sondern auch zu reflektieren.

Vorausgeht idealerweise zu schauen, wie es funktioniert – das haben wir hier mit den fünf Grundsätzen gemacht. Diese Grundsätze solltest du dir immer wieder vor Augen führen, also visualisieren. Leg dir die fünf Punkte sichtbar an den Schreibtisch. Visualisierung allein reicht aber nicht: Wenn du bestimmte Meetings oder Gespräche hast – etwa ein Mitarbeitergespräch –, schau in deinen Kalender, und setz dir zehn Minuten vorher einen kurzen Reminder „an die Grundsätze gelungener Kommunikation denken“. Dann schnapp dir den Zettel und schau drauf. Das schafft das nötige Bewusstsein während des Gesprächs. Und im Nachgang reflektierst du kurz: Was lief gut, was nicht? Idealerweise sprichst du sogar mit jemandem darüber. Dieser Zyklus – vorher daran denken, Bewusstsein schaffen, danach reflektieren – ist entscheidend. So funktioniert Übung. Und ich kann dir versichern: Bis du Meister dieser fünf Punkte bist, vergehen Monate und Jahre. Das veränderst du nicht von heute auf morgen.

Zusammengefasst: ein banales Thema in der Theorie, in der Praxis aber schwer. Die fünf Punkte sind positive Haltung, Selbstlosigkeit und Perspektivwechsel, ehrliches Interesse, aufrichtige Anerkennung und Geber-Mentalität. Visualisiere die Grundsätze, reflektiere und integriere diesen Übungsprozess in deinen Alltag. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

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