Der wichtigste Erfolgsfaktor in der Selbstständigkeit ist kein Geheimtipp und keine geniale Idee. Es ist Zeit.
In dieser Folge erkläre ich, warum der Erfolg über Nacht ein Mythos ist, warum du fehlendes Feedback aushalten musst und wie du mit Konstanz und Grit auch nach Rückschlägen dranbleibst.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Zeit ist Erfolgsfaktor Nr. 1. Konstanz und langfristiges Dranbleiben entscheiden mehr über deinen Erfolg als jede einzelne Idee.
- Overnight Success ist ein Mythos. Wie ein Eiswürfel, der erst bei 25 Grad schmilzt: Die harte Arbeit davor sehen wir nicht, aber ohne sie kippt nichts.
- Das Shiny-Object-Syndrom hält dich auf. Ständig neue Plattformen und Chancen lenken dich vom einen Thema ab, an dem du konstant bleiben müsstest.
- Fehlendes Feedback ist normal. Du steckst heute Arbeit rein und siehst erst Monate später Ergebnisse. Ursache und Wirkung lassen sich kaum zuordnen.
- Grit trägt dich durch Rückschläge. Leidenschaft plus Ausdauer für ein langfristiges Ziel machen dich widerstandsfähig, wenn Dinge scheitern.
Warum Konstanz über Erfolg entscheidet im Detail
Der Eiswürfel als Bild für Overnight Success. Stell dir einen Eiswürfel in einem gekühlten Raum vor. Du steigerst die Temperatur langsam von minus zehn Grad nach oben. Lange passiert scheinbar nichts. Erst bei 25 Grad fängt der Eiswürfel an zu schmelzen. In genau diesem Moment haben wir das Gefühl, jetzt sei der Erfolg da. Was wir nicht sehen, sind all die Temperaturschritte davor, die jeden für sich notwendig waren. Genauso ist es beim Overnight Success: Wer scheinbar über Nacht durchstartet, hat vorher über Jahre seine Kompetenzen aufgebaut.
Das Shiny-Object-Syndrom. Die größte Herausforderung für Selbstständige ist die Sucht nach dem Neuen. Kaum bist du auf einem Kanal aktiv, heißt es, du müsstest auch auf Instagram, TikTok, YouTube und überall sonst sein. Jemand kommt um die Ecke und bietet dir eine spannende Gelegenheit. All das sind Shiny Objects, die dich davon abhalten, konstant an einem Thema dranzubleiben. Ich habe einen Satz gehört, der hängen geblieben ist: Wenn du erfolgreich werden willst, musst du lernen, die Langeweile auszuhalten. Konstanz bedeutet, dieselben Dinge immer wieder zu tun.
Fehlendes und verzögertes Feedback. Gerade am Anfang steckst du viel Arbeit rein und bekommst kein Feedback. Du weißt nicht, ob es funktioniert, und spürst keinen Fortschritt. Es dauert einfach, bis sich deine Handlungen auswirken. Das Problem: Du vergisst, was du vor einem Monat getan hast, und kannst Ursache und Wirkung nicht mehr zusammenführen. Monate später knallt es plötzlich, und die Ergebnisse sprudeln, ohne dass du sie noch klar auf eine bestimmte Handlung zurückführen kannst.
Testen und iterieren. Als Selbstständiger hast du viele Hypothesen, die du testen musst. Viele Ideen, die auf dem Schreibtisch grandios aussehen, funktionieren einfach nicht. Du musst viele Iterationsschleifen durchlaufen. Das fühlt sich nicht gut an, wenn du von einer Idee überzeugt bist und ein paar Tage später merkst, dass sie überhaupt nicht angenommen wird. Genau das gehört dazu.
Rückschläge und Grit. Mein erster ganz kalt gewonnener externer Kunde war Feuer und Flamme. Ich habe voller Euphorie eine Auftragsbestätigung geschickt, bevor er mit seinem Chef gesprochen hatte. Am nächsten Tag lag eine wütende Mail des Chefs im Postfach: wie unverschämt und unprofessionell mein Vorgehen sei, er wolle nie wieder mit mir Geschäfte machen. Das war einer meiner schwersten Tage. Aufgerappelt habe ich mich trotzdem, weil ich mich diesem Weg committet hatte. Parallel las ich das Buch Grit von Angela Duckworth. Grit ist Leidenschaft und Ausdauer für ein langfristiges Ziel. Menschen mit Grit verlieren nach einem Rückschlag nicht den Mut, sondern beißen die Zähne zusammen und arbeiten weiter an sich.
Den Weg genießen und Burnout vermeiden. Zeit spielt für dich, wenn du sie lässt. Diese Erkenntnis hat mir viel Ruhe gegeben. Ich mache alles langfristig, nicht für den großen Durchbruch morgen. Burnout ist bei ambitionierten Menschen meistens hausgemacht: zu hohe Erwartungen, zu viel selbstgemachter Druck, das Gefühl, nicht zu genügen. Stress ist ein großer Killer, egal wie gesund du sonst lebst. Deshalb gilt: dranbleiben, aber die Reise genießen und ab und zu bewusst zurückschauen, was du schon erreicht hast.
Diese Folge ist Teil 2 meiner Learnings aus der Selbstständigkeit und schließt an Teil 1 an, in dem es ums Verkaufen ging. Wenn du diesen Weg selbst gehen willst, hör dir auch die Folge an, wie du dich selbstständig machen als Ingenieur kannst, und die Folge dazu, wie du ein Side Business starten kannst. Und weil der Erfolgsfaktor Zeit so zentral ist, passt die Folge dazu, warum es sich lohnt, langfristig denken zu lernen.
Häufige Fragen zum Durchhalten in der Selbstständigkeit
Was ist der wichtigste Erfolgsfaktor in der Selbstständigkeit? Der wichtigste Erfolgsfaktor ist Zeit, also Konstanz und langfristiges Dranbleiben an einem Thema. Ergebnisse kommen selten sofort, sondern entstehen durch viele kleine Schritte über Monate und Jahre hinweg.
Warum ist Overnight Success ein Mythos? Wer scheinbar über Nacht erfolgreich wird, hat vorher über Jahre Kompetenzen aufgebaut. Wie ein Eiswürfel, der erst bei 25 Grad schmilzt, sehen wir nur den sichtbaren Durchbruch, nicht die notwendige Arbeit davor.
Was ist das Shiny-Object-Syndrom? Das Shiny-Object-Syndrom ist der ständige Drang nach neuen Plattformen, Projekten und Chancen. Es hält dich davon ab, konstant an einem Thema dranzubleiben, und lässt den Erfolgsfaktor Zeit verpuffen.
Wie bleibe ich nach Rückschlägen motiviert? Du brauchst Grit, also Leidenschaft und Ausdauer für ein langfristiges Ziel. Wenn du dir bewusst machst, dass Rückschläge dazugehören und Zeit für dich arbeitet, fällt es leichter, dich aufzurappeln und weiterzumachen.
Bücher & Ressourcen aus der Folge
- Angela Duckworth – Grit: Warum Leidenschaft und Ausdauer für langfristige Ziele über Erfolg entscheiden.
- Phil Knight – Shoe Dog: Die Gründergeschichte von Nike und warum die Reise selbst den Wert ausmacht.
- Marc Randolph – That Will Never Work: Wie Netflix durch viele Iterationsschleifen und Tests entstanden ist.
- Darren Hardy – The Compound Effect: Wie tägliche, konstante Handlungen sich über die Zeit potenzieren.
Weitere Titel dazu findest du in meinen Buchempfehlungen zur Gründung.
Diese Folge gehört zum Thema Business.
Transkript
Herzlich willkommen zu Podcast-Episode Nummer 53. Das ist Teil 2 meiner Learnings aus der Selbstständigkeit. In der ersten Folge ging es um die wichtigste Kompetenz zum Start, also um Vertrieb, und um meine damaligen falschen Vorstellungen davon. Ich wollte auf keinen Fall in einem Vertrieb sein, der aufdringlich ist, der Leuten etwas andreht, was sie gar nicht haben wollen, und der nur das Geld im Fokus hat. Das hat mich lange davon abgehalten. Hör dir die Folge auf jeden Fall an, auch wenn das Thema Selbstständigkeit für dich noch nicht greifbar ist. Für mich war es super spannend.
In dieser Folge soll es um den Erfolgsfaktor Nummer eins für die Selbstständigkeit gehen. Aus meiner Sicht ist es wirklich der wichtigste Erfolgsfaktor, der sich für mich gezeigt hat, und er ist relativ einfach runterzubrechen. Der Erfolgsfaktor Nummer eins ist Zeit. Das bedeutet Konstanz und langfristiges Dranbleiben.
Du kennst vielleicht den Begriff Overnight Success, den Erfolg, der scheinbar über Nacht kommt. Ich möchte klarmachen, dass das ein Mythos ist. Genau darauf hofft man natürlich: dass man irgendwann auf so eine goldene Idee stößt und die Nachfrage dann riesengroß ist. Das war meine größte Erkenntnis. Man geht mit gewissen Erwartungen in die Selbstständigkeit und möchte bestimmte Ziele schnell erreichen. Der größte Erfolgsfaktor ist Zeit, aber genau das ist auch die größte Herausforderung. Wenn man falsche Erwartungen hat, kann einem das schnell vor die Füße fallen, weil man keine spürbaren Fortschritte macht und das Gefühl hat, sehr langsam zu sein.
Ein Beispiel zum Thema Overnight Success: Stell dir einen Eiswürfel vor. Bei vielen Menschen entsteht das Gefühl, es gebe einen plötzlichen Durchbruch, gerade im Musikbusiness, wo jemand scheinbar über Nacht erfolgreich wird. Man darf aber niemals vergessen, dass diese Person über Jahre hinweg ihre Kompetenzen aufgebaut hat. Dieser Erfolg ist die Basis von vielen, vielen Dingen, die man über Jahre gemacht hat.
Das Bild, das ich einmal gehört habe, geht so: Du liegst mit Eiswürfeln in einem gekühlten Raum, und die Temperatur wird langsam gesteigert, von minus zehn Grad auf plus dreißig Grad. Während der meisten Zeit passiert nichts, der Eiswürfel bleibt einfach ein Eiswürfel. Irgendwann gibt es diesen einen Punkt, an dem es kippt und der Eiswürfel anfängt zu schmelzen. Das ist genau das Prinzip beim Overnight Success. In dem Moment, wo es schmilzt, haben wir das Gefühl, jetzt sei der Erfolg da. Was wir nicht sehen, sind die ganzen Temperatursteigerungen vorher, die alle eine wichtige Rolle spielen. Der Eiswürfel fängt vielleicht bei 25 Grad an zu schmelzen. Von minus zehn bis 24 Grad passiert auch etwas mit ihm, aber wir sehen es erst, wenn es sichtbar wird. Die Erkenntnis ist: Diese minus zehn bis 24 Grad, das ist die harte Arbeit, die man reinstecken muss. Es braucht viel Zeit und Konstanz, um zu diesen 25 Grad zu kommen. Am Ende ist Zeit einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Die größte Herausforderung ist ein ganz klassisches Thema für Unternehmer und Selbstständige: das sogenannte Shiny-Object-Syndrom. Das bedeutet, dass man ständig nach Neuem sucht. Ein typisches Beispiel: Ich bin auf LinkedIn sehr aktiv, und es gibt Leute, die sagen, du musst auf Instagram sein, du musst jetzt auf TikTok, du musst einen YouTube-Channel machen oder einen Podcast oder alles Mögliche. Das sind ganz viele Shiny Objects, die einen davon abhalten, sich wirklich konstant auf ein Thema zu fokussieren und dranzubleiben. Das kenne ich auch von vielen mittelständischen Unternehmen: Es ist super schwer, sich zu fokussieren und diesen Fokus über eine längere Zeit beizubehalten.
Ich habe einen Satz gehört, der hängen geblieben ist: Wenn du erfolgreich werden willst, musst du lernen, die Langeweile auszuhalten. Denn irgendwann kommst du dazu, gewisse Tätigkeiten immer und immer wieder zu tun, einfach um konstant dranzubleiben. Und wenn du Dinge immer wieder tust, werden sie irgendwann langweilig, du verfällst in eine Routine. Dann erscheinen plötzlich Dinge am Horizont, die super spannend aussehen. Ständig kommt jemand um die Ecke und sagt: Hast du nicht Lust, einen Vortrag zu halten, mein Team zu coachen oder dieses und jenes zu machen? Das sind alles englische Opportunities, aber eben auch Shiny Objects, die mich davon abhalten, ganz fokussiert und konstant an einem Thema dranzubleiben. Ein riesengroßes Thema, mit dem ich mich intensiv befasst habe und das ich des Öfteren zu spüren bekommen habe. Es gibt das im beruflichen Kontext genauso, wenn man das Gefühl hat, etwas werde langweilig oder Routine, und man möchte etwas Neues probieren. Ein Shiny Object kann in jedem Fall dazu führen, dass du nicht konstant an einem Thema bleibst, nicht langfristig denkst und den Erfolgsfaktor Zeit verpuffen lässt.
Ein weiteres Thema, gerade am Anfang: Es gibt einen Effekt, bei dem du heute unglaublich viel Arbeit reinsteckst und kein Feedback bekommst. In der Selbstständigkeit war das für mich ein sehr großes Problem. Du weißt nicht, ob es funktioniert, du hast keinen spürbaren Fortschritt. Es kann einfach eine gewisse Zeit dauern, bis sich deine Handlungen auswirken. Das Problem ist, dass du zum Teil vergisst, was du vor einem Monat gemacht hast, und Ursache und Wirkung nicht mehr zusammenführen kannst. Man hat das Gefühl, keinen Fortschritt zu machen. Von einer früheren Podcast-Folge kenne ich das Bild des Ruderns: Du bist jeden Tag sehr aktiv unterwegs und hast das Gefühl, keinen Fortschritt zu machen. Ein paar Monate später knallt es plötzlich, und die Ergebnisse sprudeln. Man hat Erfolge ohne Ende, kann sie aber nicht mehr auf die Dinge zurückführen, die man vor drei, vier Monaten gemacht hat. Da sind wir wieder beim Eiswürfel: Die Dinge, die du zwischen minus zehn und null Grad tust, um dich Richtung 25 Grad zu entwickeln, spürst du nicht als Fortschritt. Die Fortschritte sind nicht sichtbar, aber notwendig.
Wichtig entlang des Weges: Als Selbstständiger hast du viele Hypothesen, die du testen musst. Du wirst merken, dass viele Ideen, die du dir auf dem Schreibtisch ausmalst, einfach nicht funktionieren. Ich habe ein Hörbuch gehört, das Buch von Netflix, That Will Never Work von Marc Randolph. Das war die Fantasie: Es geht wirklich ums Testen und Ausprobieren. Man muss viele Iterationsschleifen durchlaufen. Das fühlt sich nicht gut an, wenn du eine ultratolle Idee hast, von der du denkst, sie lässt dich durchstarten, und ein paar Tage später merkst, dass sie überhaupt nicht angenommen wird. Das kann deprimierend sein.
Unabhängig von der Langeweile gibt es noch ein weiteres Thema: Rückschläge. Dazu habe ich ein Beispiel. Mein erster externer Kunde, den ich nicht über warme Kontakte, sondern wirklich ganz kalt aufgebaut hatte, war Feuer und Flamme. Wir hatten uns abgesprochen, das Budget stand, und wir wollten gemeinsam starten. Er hat sich riesig gefreut und meinte, ich müsse es nur noch beim Chef bescheid sagen, dann könne es losgehen. Ich war so Feuer und Flamme, dass ich naiverweise dem Chef direkt eine Auftragsbestätigung geschickt habe. Einen Tag später hatte ich eine Mail des Chefs im Postfach: wie unverschämt und unprofessionell meine Vorgehensweise sei, dass ich ihm direkt eine Auftragsbestätigung geschickt habe, ohne mich mit ihm abzusprechen. Er würde niemals wieder mit mir Geschäfte machen wollen. Das war einer der schwersten Tage überhaupt für mich, ein Rückschlag, an dem ich gar keine Motivation hatte, weiterzuarbeiten. Aber weil mir bewusst war, wie wichtig Zeit ist und dass solche Dinge dazugehören, fiel es mir nicht schwer, mich wieder aufzurappeln und weiterzumachen.
Witzigerweise las ich parallel das Buch Grit von Angela Duckworth. Das kann ich jedem empfehlen. Es geht um eine Kompetenz namens Grit, übersetzt etwa Durchhaltevermögen. Im Buch wird sie beschrieben als Leidenschaft und Ausdauer für langfristige Ziele. Du brauchst zwei Komponenten: diese Leidenschaft und das Bild dieses langfristigen Ziels. Genau das habe ich gespürt. Ich möchte Menschen ermöglichen, sich zu entwickeln, ambitionierte Ingenieure zu Führungskräften machen, eine moderne Art der Führung prägen, mein Wissen weitergeben und Menschen befähigen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sie gerne arbeiten und parallel super Ergebnisse erzielen. Zu diesem Ziel habe ich mich klar committet. Dadurch hat sich eine Resilienz gebildet, und es war kein Problem, die Rückschläge auszuhalten. Das Fazit des Buches: Um mit schwierigen Phasen und Rückschlägen motiviert dranzubleiben, brauchst du Grit. Menschen, die nach einem Rückschlag nicht den Mut verlieren, sondern die Zähne zusammenbeißen, durchhalten, ständig an sich arbeiten und sich durch einen starken inneren Antrieb auszeichnen, die haben Grit. Es gibt auch einen TED-Vortrag von Angela Duckworth, den du dir anschauen kannst.
Ein zweites Buch aus dieser Zeit ist The Compound Effect von Darren Hardy, der kleine Vorsprung. Auch das kann ich jedem empfehlen, eine unglaubliche Bereicherung. Es prägt diese langfristige Denkweise: Wenn du jeden Tag dran bist, jeden Tag arbeitest, kommt der Erfolgsfaktor Zeit von allein zum Tragen. Wenn du konstant und langfristig an einem Thema arbeitest, bekommst du eine Art Zinseszinseffekt für deine Tätigkeiten.
Anfang des Jahres habe ich in den USA einen Vortrag gehört. Ich weiß nicht mehr genau, was das Thema war, aber die Vortragende hat einen Punkt gesagt, der zum Erfolgsfaktor Zeit passt. Egal in welchem Kontext du zu Erfolg kommen möchtest, Zeit ist ein ganz wichtiger Faktor. Also täglich dran sein, immer wieder präsent sein, am Thema arbeiten, aber am Ende auch die Zeit ihre Arbeit machen lassen. Wir haben uns im Büro ein großes Bild aufgehängt, auf dem steht: Good things take time. Das war für mich eine ganz wichtige Erkenntnis, die mir viel Ruhe gegeben hat. Auf der einen Seite zu wissen, ich tue alles, auf der anderen Seite zu wissen, dass ich das langfristig mache und nicht für den riesengroßen Durchbruch morgen. Eigentlich möchte ich mehr die Reise genießen und mehr Spaß an der ganzen Geschichte haben.
Für all diejenigen, die das Buch Shoe Dog gehört oder gelesen haben: Das ist die Unternehmergeschichte von Phil Knight, dem Gründer von Nike. Eine seiner Kernaussagen am Ende des Buches: Am liebsten würde er wieder ganz am Anfang stehen und den Prozess noch einmal durchlaufen und ihn einfach genießen. Denn rückblickend waren diese Phasen, dieses Auf und Ab, so unfassbar spannend und lehrreich, und über die Zeit hinweg hat die Konstanz einen großen Teil dazu beigetragen, dass es funktioniert hat. Im Kern geht es darum, diese Zeit und diese Phasen zu nutzen, Spaß zu haben, sie zu genießen und sich nicht zu viel Druck zu machen.
Ich habe mir selbst sehr hohe Erwartungen gesetzt und sehr viel Druck gemacht. Das ist auch das Thema Burnout. Für viele sehr ambitionierte Menschen ist das ein wichtiges Thema, und Burnout ist meistens hausgemacht. Du machst dir selbst sehr viel Druck, hast sehr hohe Erwartungen an dich und das Gefühl, ihnen nicht gerecht zu werden. Wenn du keinen Fortschritt spürst und Rückschläge hast, kann das schnell zu Burnout führen und die Motivation nehmen. Du kannst eine noch so gesunde Lebensweise haben, dich noch so gesund ernähren: Stress ist ein ganz großer Killer. Das Bewusstsein, dass Zeit eine große Rolle spielt, hat mir viel Gelassenheit gegeben. Ich genieße den Weg mehr. Ich weiß, dass es nur darauf ankommt, dran zu sein und immer wieder dranzubleiben. Und das gilt nicht nur für die Selbstständigkeit, sondern für alle Themen, die du machst. Genieße die Zeit, auch beim Bücherlesen. Es wird Phasen geben, die langweilig sind, Wochen mit Rückschlägen, in denen Fortschritte ausbleiben. In der Regel hast du so viel Ambition, wenn du diesen Podcast hörst, dass du so oder so eine tolle Karriere gehen wirst, egal wohin sie dich führt.
Deshalb ist es hilfreich, ab und zu einen Schritt zurückzugehen und zu schauen, was man schon erreicht hat, mit welchen tollen Leuten man zusammenarbeitet und welche Beziehungen man aufgebaut hat. Für mich eine ganz wichtige Erkenntnis: Es geht nicht immer nur darum, Vollgas zu geben. Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle, und den Weg zu genießen ist ganz wichtig.
Ich hoffe, der Punkt ist einigermaßen klar geworden, auch wenn es nicht ganz einfach war, dieses Thema auf den Punkt zu bringen. Es sind einige Dinge, die dich davon abhalten, konstant dranzubleiben und die nötige Disziplin aufzubringen. Ich habe ein paar Punkte genannt, die dabei helfen können. Wenn dich das Thema interessiert, schau gern in weitere Podcast-Folgen. Und wenn du Fragen hast oder ähnliche Hürden erlebst, melde dich gern. Manchmal hilft schon ein kleiner Austausch für die ersten Quick Tipps. Lieber Gruß aus Hamburg, und ich hoffe, du konntest wieder einige Impulse mitnehmen.