Selbstständig machen als Ingenieur: 4 gravierende Fehler aus 6 Jahren als Unternehmer

Vor genau sechs Jahren war mein erster Tag in der Selbstständigkeit. Seitdem ist viel passiert. Ich habe viel gelernt und einige Fehler gemacht.

In dieser Folge beantworte ich eine klassische Bewerbungsfrage von Elon Musk: Was waren deine größten Fehler und was hast du daraus gelernt? Ich habe vier gravierende Fehler mitgebracht. Sie helfen dir auch dann, wenn du nicht den Weg der Selbstständigkeit gehst, sondern als Unternehmer im eigenen Unternehmen denkst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Wer statt was: Du kommst schneller voran, wenn du dir das richtige Wissen von den richtigen Leuten einkaufst, statt jeden Fehler selbst zu machen.
  • Entscheidung und Outcome trennen: Eine gute Entscheidung kann ein schlechtes Ergebnis bringen – und umgekehrt. Beurteile die Entscheidung, nicht nur das Ergebnis.
  • Pausen sind ein Skill: Energiemanagement ist ein Erfolgsfaktor. Auch High Performer müssen lernen, bewusst zu erholen.
  • Don’t overthink: Meistens reicht eine einfache Strategie, die du ultralange umsetzt. Vermeide die negativen Extreme, jage nicht den positiven hinterher.
  • Vergiss dein Warum nicht: Der Zweck eines Unternehmens ist nicht Geld oder Wachstum, sondern nützlich zu sein – ein echter Value Exchange.
  • Start where you want to end: Wenn du Unternehmer oder Führungskraft sein willst, fang heute an, es zu sein. Es ist ein Skill, den man lernt.

Selbstständig machen als Ingenieur im Detail

Fehler 1: Wer statt was – und Entscheidung vom Ergebnis trennen. Meine Faszination fürs Investieren kam nach dem Berufseinstieg. Damals habe ich „Rich Dad Poor Dad“ gelesen und Begeisterung für Aktien und Wertpapiere entwickelt. Mit dem Schritt ins Unternehmertum hat sich dieses Bild komplett gewandelt.

Eine wichtige Lektion kommt von Annie Duke. Sie hat in ihrem Buch „Thinking in Bets“ ein Grundprinzip beschrieben: Trenne deine Entscheidung immer von den Ergebnissen, die daraus folgen.

Ein Beispiel: Du kaufst eine Aktie, ohne sie analysiert zu haben. Aus Investitionssicht ist das eine schlechte Entscheidung. Trotzdem geht das Unternehmen durch die Decke. Die größte Gefahr ist jetzt, dass du glaubst, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Du hattest nur Glück.

Der eigentliche Fehler lässt sich in drei Worten zusammenfassen: wer statt was. Als ich ins Unternehmertum eingestiegen bin, wollte ich alles selbst machen. Die Zeit war da, das Geld war knapp. Irgendwann merkst du aber: Es geht viel schneller und erfolgreicher, wenn du nicht jeden Fehler selbst machen musst.

Im Unternehmertum gibt es keine Anleitung. Jede Entscheidung triffst du unter Unsicherheit. Niemand sagt dir, was du tun sollst. Dadurch bekommt Wissen plötzlich einen immensen Wert – vor allem Wissen zur richtigen Zeit.

Ende 2018 habe ich darum knapp 4.000 Euro in ein Business-Coaching investiert. Rückblickend die beste unternehmerische Entscheidung, die ich treffen konnte. Damals war ich unglaublich unsicher, ob ich das tun sollte. Kurz darauf habe ich mich in eine Unternehmergemeinschaft eingemietet – in Summe rund 10.000 Euro über mehrere Monate. Beides war die beste Investition meines Lebens.

Es gab aber auch Investitionen mit schlechtem Ergebnis. Eine externe Finanzberatung für 5.000 Euro: gute Entscheidung mit der damaligen Informationslage, aber das Timing war zu früh, wir waren zu klein. Eine Marketing-Beratung für rund 7.000 Euro: Wir haben ein paar Dinge gelernt, aber lange nicht das, was wir erwartet hatten. Eine spontane Mastermind in Paris für 3.000 Euro: hat sich enorm gelohnt.

Alles waren gute Entscheidungen – mit teils gutem, teils schlechtem Ergebnis. Hier gilt der Satz von Warren Buffett: Regel Nummer 1 ist, kein Geld zu verlieren. Der häufigste Grund, warum Unternehmen scheitern, ist fehlender Cashflow. Sei mutig, wenn es Upside gibt. Aber behalte die Downside im Blick.

Fehler 2: Pausen machen und Energiemanagement. Es gibt ein schönes Zitat von Naval Ravikant: Ein Unternehmen zu gründen fühlt sich an, als würdest du einen Marathon sprinten. Genau so haben sich die letzten Jahre angefühlt. Es ist ein langfristiges Vorhaben, aber es fühlt sich an wie ein Sprint nach dem nächsten.

Gerade wenn du ambitioniert bist, fällt es schwer, Pausen zu machen und Energie aufzutanken. Heute weiß ich: Energiemanagement ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor.

Vielleicht kennst du das Prinzip Tapering aus dem Sport. Vor einem Marathon oder einem großen Event tust du die Tage davor bewusst wenig. Im Sport ist das längst Standard. Es gilt aber genauso fürs Berufsleben.

Als Unternehmer gibt es keine Urlaubstage und keinen Schalter zum Abschalten. Ich mag das Wort „abschalten“ nicht besonders. Ich denke lieber in Energie. Es gibt Tätigkeiten, die deine Energie rauben, und solche, die sie auftanken. Arbeit ist eine Summe aus beidem. Arbeit raubt nicht per se Energie – das ist eine wichtige Unterscheidung.

In den ersten Jahren musst du viele Dinge tun, die niemand freiwillig macht: Rechnungen sortieren, Buchhaltungsprozesse aufsetzen, Bürokratie umsetzen. Mit steigenden Ausgaben wächst zugleich der Umsatzdruck. Druck erzeugt Stress – und je länger und größer das Unternehmen, desto wichtiger wird das Thema Erholung.

Darum habe ich entschieden, einfach mal zu pausieren. Genau das ist auch der Grund, warum in den letzten Monaten kaum neue Folgen erschienen sind. Manchmal ist es wichtig, Nein zu sagen, selbst wenn du ein Commitment eingegangen bist. Und du merkst schnell: So viel passiert gar nicht.

Energie ist begrenzt. Du kannst noch so gut schlafen, essen und dich bewegen – in einer Drucksituation brauchst du trotzdem gelernte Erholungsphasen. Das richtige Design dieser Phasen für sich zu finden, ist gar nicht banal. Das habe ich lange unterschätzt.

Fehler 3: Don’t overthink – simple Strategie, lange umgesetzt. Es würde mich brennend interessieren, wie viele Stunden Blindleistung ich betrieben habe, weil ich mir zu viele strategische Gedanken gemacht habe.

Strategie ist für viele Menschen extrem attraktiv. Ich liebe das auch. Unternehmertum ist für mich das spannendste Strategiespiel der Welt. Aber wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel. Es ist gefährlich, dauerhaft nach der smartesten Strategie zu suchen.

In der Regel ist es eine simple Strategie, die einfach nur ultralange umgesetzt wird. Egal wie hart du ruderst – viel wichtiger ist, in welchem Boot du sitzt. Es lohnt sich, zu überlegen, in welchem Markt du unterwegs sein willst. Kein schrumpfender Markt, ein wachsendes Unternehmen. Diese Gedanken sind wichtig.

Aber jetzt kommt das große Aber: Es ist falsch, perfektionistisch heranzugehen. Es gibt nicht das beste Unternehmen und nicht die smarteste Strategie. Es reicht, wenn du die Prinzipien verstanden hast und sagen kannst: gut genug.

Vermeide die negativen Extreme. Du brauchst aber nicht die positiven Extreme. Eine eher mittelmäßige Strategie, lange umgesetzt, macht dich extrem erfolgreich. Es gibt Hunderte Hidden Champions in Deutschland mit ziemlich langweiligen Strategien, die sie seit Jahrzehnten umsetzen – und die heute Weltmarktführer sind.

Die meisten machen den Fehler, dass sie auf die perfekte Gründungsidee warten. Die brauchst du nicht. Wenn du deine grobe Strategie nicht in zwei, drei Tagen auf eine Serviette schreiben kannst, reicht es meistens schon, um zu starten. Danach heißt es: monatelang umsetzen, reflektieren, vorankommen.

Die Entscheidung, diesen Podcast zu starten, habe ich 2019 getroffen. Sie ist unverändert gut und war ein No-Brainer. Es gibt ein schönes Prinzip von Derek Sivers: Hell yeah or no. Manchmal sind es einfache Entscheidungen und simple Strategien, an denen du einfach konsequent dranbleibst.

Fehler 4: Vergiss dein Warum nicht. Die Vergessenskurve des Menschen ist steil. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, warum ich überhaupt ins Unternehmertum gestartet bin. Man kommt in Dynamiken, andere Menschen sind involviert, andere geben dir Ratschläge.

Die wichtige Botschaft: Der Zweck eines Unternehmens ist niemals Geld verdienen oder wachsen. Der Zweck eines Unternehmens ist, nützlich zu sein – ein echter Value Exchange. Das gilt genauso in der Anstellung: Was gibst du dem Unternehmen, und was gibt es dir? Das ist der Zweck deiner Rolle.

Im operativen Alltag gerät das schnell in Vergessenheit. Plötzlich schaust du nur noch auf Umsatzzahlen und Kostenreduktion und vergisst, warum es dieses Unternehmen überhaupt gibt.

Das Erste, was wir mit unseren Mentees machen, ist eine Form der proaktiven Lebensgestaltung: ein persönliches Leitbild entwickeln. Was ist mein Warum? Was ist meine Identität? Was sind meine Werte, Ziele und Meilensteine?

Das zu erarbeiten ist wichtig. Noch wichtiger ist, sich stetig daran zu erinnern. Sonst steckst du irgendwann in einem Job fest, in dem du dreimal in Folge eine Gehaltserhöhung angenommen hast – und merkst, dass die Tätigkeiten gar nicht mehr das sind, was dich begeistert.

Geld und Purpose sind kein Widerspruch. Idealerweise hängen sie eng zusammen. Bei jeder wichtigen beruflichen Entscheidung solltest du dein Leitbild zücken und kurz reflektieren.

Start where you want to end. Zum Schluss ein Satz, der bei mir stark resoniert hat: Start where you want to end. Damals habe ich überlegt, ob ich direkt in die Selbstständigkeit springen oder vorher noch woanders etwas lernen sollte. Ich bin froh, dass ich es nicht aufgeschoben habe.

Wenn du Unternehmer sein willst, fang an, Unternehmer zu sein. Das ist kein Schalter, den man umlegt, sondern ein Skill, den man lernt. Dasselbe gilt im Berufsleben: Wenn du Führungskraft sein willst, werde es so schnell wie möglich.

Im Intra MBA begleiten wir inzwischen rund 150 Ingenieure. Wir sehen Abteilungsleiter mit Mitte 20 und Geschäftsführer unter 30. Vieles ist möglich. Der Glaube daran ist dabei immer Step 0 – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die bessere Frage ist nicht „Kann ich das erreichen?“, sondern „Ist es grundsätzlich möglich?“. Und in vielerlei Hinsicht lautet die Antwort: ja.

Diese vier Fehler hängen eng damit zusammen, ob du dich als Unternehmer selbstständig machst oder lieber angestellt bleibst. Vieles davon brauchst du auch, wenn du nur unternehmerisch denken willst, ohne den großen Schritt zu gehen. Wer kleiner anfangen möchte, findet im Aufbau eines Side Business einen guten Einstieg. Und weil viele Ingenieure beim Thema Verkaufen zögern, lohnt sich der Blick auf Sales-Skills für Ingenieure.

Häufige Fragen zur Selbstständigkeit als Ingenieur

Was sind die häufigsten Fehler, wenn man sich als Ingenieur selbstständig macht? Die vier häufigsten Fehler sind: zu lange alles selbst machen statt früh in Wissen und Umfeld zu investieren, keine bewussten Pausen einzuplanen, zu viel über die perfekte Strategie nachzudenken und das eigene Warum im operativen Alltag zu vergessen.

Wie unterscheide ich eine gute Entscheidung von einem guten Ergebnis? Entscheidung und Ergebnis sollten getrennt betrachtet werden. Eine gut analysierte Entscheidung kann durch Zufall ein schlechtes Ergebnis bringen, eine schlechte Entscheidung durch Glück ein gutes. Beurteile die Qualität der Entscheidung anhand deiner Informationslage zum Zeitpunkt der Entscheidung, nicht allein anhand des Ausgangs.

Wie wichtig ist die perfekte Strategie für den Start in die Selbstständigkeit? Eine perfekte Strategie ist nicht nötig. Meistens reicht eine einfache Strategie, die lange und konsequent umgesetzt wird. Entscheidend ist, die negativen Extreme zu vermeiden – etwa einen schrumpfenden Markt – nicht das positive Extrem zu erreichen.

Was ist der eigentliche Zweck eines Unternehmens? Der Zweck eines Unternehmens ist nicht Geld verdienen oder wachsen, sondern nützlich zu sein. Im Kern steht ein Value Exchange: echten Wert zu schaffen und zu liefern. Geld und Wachstum sind Folgen, nicht der Zweck.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Robert Kiyosaki – Rich Dad Poor Dad: das Buch, das Tims frühe Faszination fürs Investieren ausgelöst hat.
  • Annie Duke – Thinking in Bets: über das Trennen von Entscheidung und Ergebnis – Entscheidungen unter Unsicherheit bewerten, ohne sich vom Outcome täuschen zu lassen.

Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Gründung.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Business.

Transkript

Vor genau sechs Jahren war der erste Tag meiner Selbstständigkeit. Seitdem ist eine Menge passiert. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich habe viel gelernt und super viel mitgenommen. Ich möchte diese Folge nutzen, um eine typische Bewerbungsfrage von Elon Musk zu beantworten. Er stellt klassischerweise die Frage: Was waren die größten Fehler, die Sie gemacht haben, und was haben Sie daraus gelernt?

Ich möchte es auf die letzten sechs Jahre beziehen, auf meine Reise in der Selbstständigkeit. Da habe ich vier gravierende Fehler mitgebracht, die ich mit dir gemeinsam reflektieren möchte. Ich denke, da sind einige Nuggets dabei, die du für dich rausziehen kannst – auch dann, wenn du nicht unbedingt den Weg des Unternehmertums gehst. Denn eines ist klar: Wir reden in diesem Podcast immer sehr viel vom Intrapreneur, dem Unternehmer im Unternehmen. Alles, was ich hier sage, gilt genauso für dich, wenn du dich als Unternehmer im Unternehmen identifizierst. Steigen wir am besten gleich mit Punkt Nummer 1 ein.

Der erste Fehler dreht sich um das Thema investieren oder das Thema Geld im Allgemeinen. Ich habe meinen Background nach dem Berufseinstieg geprägt, indem ich „Rich Dad Poor Dad“ gelesen habe. Daraus ist eine Faszination fürs Investieren, für Aktien und Wertpapiere entstanden, und ich habe viel Erfahrung gesammelt. Mit dem Schritt ins Unternehmertum hat sich mein Bild davon, was investieren bedeutet, vollständig gewandelt und weiterentwickelt.

Bevor ich darauf eingehe, noch ein Satz zum Kontext. Eine ganz wichtige Lektion kommt von Annie Duke. Sie hatte Erfahrungen im Bereich Poker und hat ein spannendes Buch geschrieben: „Thinking in Bets“. Darin beschreibt sie ein wichtiges Grundprinzip: Deine Entscheidung und die Ergebnisse, die daraus resultieren, solltest du immer getrennt betrachten. Das ist für mich ein ganz wichtiges Learning.

Ich habe also zwei wichtige Learnings mitgebracht. Einmal die Trennung von Entscheidung und Ergebnis. Du kannst eine schlechte Entscheidung treffen – mein bestes Beispiel: Du kaufst eine Aktie, die du nicht analysiert hast. Aus Investitionssicht war das eine schlechte Entscheidung. Aber aus irgendwelchen Umständen, weil zum Beispiel Corona eintritt, gibt es einen guten Outcome. Das Unternehmen geht durch die Decke, Beispiel HelloFresh. Das ist die größte Gefahr: dass du das Gefühl hast, du hast eine gute Entscheidung getroffen. Dabei hast du eine schlechte Entscheidung getroffen und einfach Glück gehabt. Diese Trennung zwischen Entscheidung und Outcome ist eine Facette dieses ersten Fehlers.

Jetzt zum Thema investieren. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Geld für verschiedene Dinge ausgegeben. Den Fehler würde ich zusammenfassen mit: wer statt was. Als ich in die Reise des Unternehmertums eingestiegen bin, hatte ich das Gefühl, alles selbst machen zu wollen. Das ist auch klar: Man hat Zeit ohne Ende, das Geld ist begrenzt. Natürlich fokussiert man sich darauf, jedes Problem selbst zu lösen.

Irgendwann merkst du allerdings: Es geht viel, viel schneller voran und du kommst viel erfolgreicher voran, wenn du nicht alles selbst machen musst. Du musst nicht die gleichen Fehler selbst machen. Denn eines lernt man im Unternehmertum: Es gibt keine Anleitung. Jeden Tag wachst du auf, und jede Entscheidung, die du triffst, ist eine Entscheidung unter Unsicherheit. Es gibt keine klaren Antworten, niemanden, der dir sagt, was du zu tun hast. Du musst es immer wieder selbst überlegen. Das ist ein unheimlicher Struggle, eine unglaubliche Ungewissheit.

Dadurch ist auch bei mir der Drang größer geworden, Antworten zu suchen. Wissen hat plötzlich einen immensen Wert, den es in der vorherigen Phase nicht so stark hatte. Ich habe ein ganz anderes Verständnis davon gewonnen, wie viel Wissen zur richtigen Zeit – just in time – wert sein kann.

Glücklicherweise habe ich innerhalb des ersten Jahres, Ende 2018, eine wichtige Investitionsentscheidung getroffen. Ich habe in mich selbst investiert, in meine Ausbildung als Unternehmer: knapp 4.000 Euro in ein Business-Coaching und Mentoring. Das war rückblickend die beste unternehmerische Entscheidung, die ich treffen konnte. Damals war ich unglaublich unsicher, ob ich das machen soll. Ich habe mich trotzdem überwunden, und rückblickend war es ein absoluter No-Brainer.

Kurz danach habe ich mich bis ins Jahr 2019 in eine Unternehmergemeinschaft eingemietet, in Summe knapp 10.000 Euro über etwa ein halbes bis acht Monate. Das ist eine Menge Geld, gerade wenn man ins Unternehmertum einsteigt, wo das Geld sehr begrenzt ist. Dennoch war es rückblickend die beste Investition meines Lebens. Ehrlicherweise war ich damals sehr naiv. Es hätte auch nach hinten losgehen können, ging es aber nicht. Ich hatte damals keine Ahnung, wie viel so etwas wirklich wert sein kann.

Ich nenne noch drei Beispiele, wo ich in den letzten Jahren als Unternehmer für die Weiterentwicklung investiert habe und es nicht immer einen guten Outcome gab. Letztes Jahr haben wir 5.000 Euro in eine finanzielle Beratungsleistung investiert: Cashflow-Management, Buchhaltung, Finanzcontrolling – also eine externe CFO mit an Bord geholt. In dem Moment war das mit meiner Informationslage eine gute Entscheidung. Der Outcome war aber schlecht, weil ich früh gemerkt habe: Das Timing war zu früh, wir waren viel zu klein dafür, es gab einfachere Lösungen. Das ist der Struggle als Unternehmer: Du hast immer nur begrenzte Zeit, du musst schnell Entscheidungen treffen. In den Modus des Perfektionismus zu verfallen und alle Informationen zusammenzutragen, ist ein Bremsfaktor.

Dieses Jahr waren es knapp 7.000 Euro für eine Marketing-Beratung. Die Erwartungshaltung war eine ganz andere. Am Ende habe ich ein bisschen gelernt, aber unterm Strich nicht ansatzweise das, was wir uns erhofft hatten. Für 7.000 Euro ist das eine ganze Menge Geld, nur um ein paar Learnings mitzunehmen. Auf der anderen Seite habe ich dieses Jahr spontan eine Mastermind in Paris gebucht. Das war auch etwas, woran man persönlich wächst, wenn man einen Tag vorher entscheidet, morgen nach Paris zu fliegen, und dann im Kreis mit 20, 30 Unternehmern über aktuelle Herausforderungen reflektiert. Eine sehr spontane Entscheidung, 3.000 Euro – alles Nettopreise im B2B-Kontext. Auch super viel gelernt, sogar nur an einem halben Tag. Ich durfte da unter anderem Ali Abdaal kennenlernen, eine super spannende Persönlichkeit. Das hat sich definitiv gelohnt.

Drei Entscheidungen: 5.000, 7.000 und 3.000 Euro. Alle waren gute Entscheidungen, teilweise mit gutem, teilweise mit schlechtem Outcome. Das Thema „wer statt was“ und die Unterscheidung zwischen Entscheidung und Outcome ist ein großes Learning. Meine Denkweise nach dem Berufseinstieg hat sich deutlich weiterentwickelt.

Zwangsweise gehört das zur persönlichen Entwicklung dazu, wenn man mehr Verantwortung übernimmt. Heute haben wir bei Mentorwerk monatliche Ausgaben von 20.000 bis 30.000 Euro. Daran gewöhnt man sich. Keine Privatperson hat normalerweise so große Ausgaben. Früher waren es vielleicht 20, 30 oder 100 Euro im Monat für ein Tool. Gerade in meiner Anfangsphase habe ich an solchen Entscheidungen ewig prokrastiniert. Heute sind das Peanuts, weil wir einen viel größeren Apparat haben.

Beim Thema Geld investieren darf man ruhig mutig sein, wenn es Upside gibt. Aber man muss auch den schönen Spruch von Warren Buffett im Kopf behalten: Regel Nummer 1 – verliere kein Geld. Der größte Grund, warum Unternehmen scheitern, ist fehlender Cashflow. Cashflow-Probleme können auch die Folge einer Reihe schlechter Investitionen sein. Dieses Thema hatte ich am Anfang nicht so auf dem Schirm, und man kann eine ganze Menge daraus ziehen. Das war Punkt Nummer 1.

Kommen wir zu Punkt Nummer 2. Das ist auch der Grund, warum ich die letzten beiden Monate kaum Folgen veröffentlicht habe: das Thema Pausen machen. Es gibt ein schönes Zitat von Naval Ravikant, der gesagt hat: Ein Unternehmen zu gründen ist, als würdest du einen Marathon sprinten. Genau so haben sich die letzten Jahre angefühlt. Ein Unternehmen aufzubauen ist ein Marathon, ein langfristiges Vorhaben. Aber es fühlt sich an wie ein Sprint nach dem nächsten. Es gibt kaum Pausen und kaum Zwischenräume, gerade wenn man ambitioniert ist. Ich weiß, es ist eine große Schwäche von mir, Pausen zu machen und Energie aufzutanken.

Heute weiß ich aber: Energiemanagement ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor. Vielleicht hast du schon mal vom Thema Tapering gehört, aus der Sportrichtung. Tapering bedeutet: Wenn du einen Marathon oder einen Ironman vor dir hast, ist es sinnvoll, die Tage vorher nichts zu tun, sogar eine Woche vorher. Im Sport ist das überall angekommen und ein No-Brainer. Das gilt aber auch fürs Berufsleben, gerade als Unternehmer. Da gibt es keinen Urlaub, keine Urlaubstage. Und selbst im Urlaub drehen sich deine Gedanken nur um ein Thema. Es ist schwer abzuschalten.

„Abschalten“ ist ein Wording, das ich nicht so gerne mag. Ich denke lieber in Energie. Es gibt Tätigkeiten, die deine Energie rauben, und andere, die Energie auftanken. Arbeit ist eine Summe aus beidem. Arbeit ist nicht per se etwas, das nur Energie raubt – das ist eine wichtige Unterscheidung.

Gerade in den ersten Jahren als Unternehmer musst du viele Dinge machen, die du freiwillig nicht tun würdest. Keiner hat Spaß daran, ewig Rechnungen zu sortieren und Buchhaltungsprozesse umzusetzen. Aber wenn du allein bist oder ein kleines Team hast, fällt das nicht weg. Diese Dinge müssen funktionieren. Mit steigenden monatlichen Ausgaben wächst auch der Umsatzdruck. Druck ist immer vorhanden, und Druck erzeugt Stress. Mit weiterem Wachstum wird das Thema Erholung immer wichtiger.

Vor diesem Hintergrund habe ich vor knapp zwei Monaten entschieden, einfach mal zu pausieren. Man baut sich einen gewissen Druck auf. Ich liebe es, diesen Podcast zu machen, den Newsletter zu schreiben und unsere Mentees zu begleiten. Trotzdem ist es manchmal wichtig, eine Pause zu machen und Nein zu sagen – selbst dann, wenn man ein eigenes Commitment eingegangen ist. Und man merkt schnell: So viel passiert gar nicht. Das ist eine Schwäche, an der ich in den letzten Jahren arbeiten durfte und immer noch arbeite – zu lernen, wie man als High Performer Energiemanagement richtig umsetzt.

Falls du coole Tipps hast, jederzeit her damit, gerne über LinkedIn. Ich habe viele Dinge, die ich in den nächsten Monaten testen werde. Es lohnt sich vielleicht, dazu eine eigene Folge zu machen. Jeder Mensch hat nur begrenzte Energie. Du kannst noch so gut schlafen, essen und dich bewegen – das ist alles wichtig, um deine Brainpower zu heben. Trotzdem braucht es in einer Drucksituation gelernte Erholungsphasen. Das richtige Design dieser Phasen für sich zu finden, ist gar nicht banal. Das habe ich lange unterschätzt und gehe es dieses Jahr deutlich aktiver an. Das war Punkt Nummer 2.

Punkt Nummer 3 ist relativ simpel: Don’t overthink. Es würde mich brennend interessieren, wie viele Stunden Blindleistung ich betrieben habe, weil ich mir zu viele Gedanken zu strategischen Überlegungen gemacht habe. Strategie ist für viele Leute extrem attraktiv, und für mich auch. Ich kann mich stark damit identifizieren, ich habe früher schon Strategiespiele geliebt. Heute ist Unternehmertum für mich das spannendste Strategiespiel der Welt. Aber wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel. So ist das Thema Strategie für mich.

Was ich aber lernen durfte: Am Ende kommt es gar nicht so sehr auf die Strategie an. Es ist gefährlich, dauerhaft nach der smartesten Strategie zu suchen. Natürlich ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, wie die Strategie aussieht. Aber meistens ist es eine simple Strategie, die einfach nur ultralange umgesetzt wird. Im beruflichen Kontext heißt das: Egal wie hart du ruderst, viel wichtiger ist, in welchem Boot du sitzt. Auch im Unternehmertum ist es wichtig, sich zu überlegen, in welchem Markt du unterwegs sein möchtest. Kein sinkender oder schrumpfender Markt. Auch für dich persönlich: In welcher Branche, in welcher Industrie, in welchem Unternehmen bist du unterwegs? Ist es ein wachsendes Unternehmen? Das sind wichtige Voraussetzungen, die das Leben einfacher oder schwerer machen können.

Aber jetzt das große Aber: Es ist falsch, perfektionistisch heranzugehen. Es gibt nicht das beste Unternehmen und nicht die smarteste Strategie. Es reicht, wenn du diese Prinzipien verstanden hast und das Gefühl hast: Das ist gut genug. Der Markt ist gut genug, das Unternehmen passt. Es ist wichtig, die negativen Extreme zu vermeiden, aber du brauchst nicht die positiven Extreme. Du kannst eine gute, wenn auch eher mittelmäßige Strategie haben – wenn du sie lange umsetzt, wirst du extrem erfolgreich sein.

Es gibt Dutzende, Hunderte Hidden Champions in Deutschland, mittelständische Unternehmen mit ziemlich langweiligen Strategien, die sie aber seit Jahrzehnten umsetzen. Sie sind Weltmarktführer, unglaublich profitabel, mit spannenden Aufgaben und tollen Teams – in Märkten, die nicht unbedingt sexy sind. Das Gleiche gilt fürs Berufsleben. Du musst nicht am Puls der Zeit im Bereich erneuerbare Energien sein. Vermeide die richtig negativen Dinge, die Downsides. Aber verlier dich nicht in Perfektion und verschwende nicht Stunden, Wochen und Monate damit, die perfekte Strategie zu suchen.

Genau diesen Fehler machen die meisten, wenn sie ins Unternehmertum einsteigen wollen: Sie sagen, ich brauche die perfekte Gründungsidee. Die brauchst du überhaupt nicht. Du brauchst eine grobe Strategie. Wenn du sie nicht in zwei, drei Tagen auf eine Serviette schreiben kannst, muss das reichen, um zu starten. Dann heißt es: monatelang umsetzen, reflektieren und dich aufs nächste Level heben.

Die Strategien, die im ersten Jahr entstanden sind, reichen bis heute. Die Entscheidung, diesen Podcast zu starten, habe ich 2019 getroffen. Sie ist unverändert gut und war eine No-Brainer-Entscheidung. Es gibt ein schönes Prinzip von Derek Sivers: Hell yeah or no. Es muss ein klares Ja sein. Manchmal sind es einfache Entscheidungen und simple Strategien, an denen man einfach lange und konsequent dranbleiben muss.

Kommen wir zum letzten Punkt, Nummer 4: Vergiss dein Warum nicht. Die Vergessenskurve des Menschen ist sehr steil. Das ging mir immer wieder so. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, warum ich ins Unternehmertum gestartet bin. Man kommt in Dynamiken, andere Leute sind involviert und geben dir Ratschläge. Gerade als Unternehmer ist es wichtig, niemals den Zweck des Unternehmens zu vergessen. Und die wichtige Message ist: Der Zweck eines Unternehmens ist niemals Geld verdienen oder wachsen. Unternehmenswachstum, Umsatz oder Geld verdienen ist niemals der Zweck.

Der Zweck eines Unternehmens ist, nützlich zu sein – ein Value Exchange. Das macht den Kern eines Unternehmens aus. Genauso ist es im beruflichen Kontext, in der Anstellung. Der Value Exchange: Was gibst du dem Unternehmen, und was gibt das Unternehmen dir? Das ist der Zweck deiner Rolle, den solltest du nie vergessen. Im operativen Alltag gerät das schnell in Vergessenheit. Gerade wenn man sich plötzlich mit Buchhaltung, Cashflow-Management, Teamaufbau, Ausgaben und Investitionen befassen muss, wandert der Fokus auf Umsatzzahlen und Kostenreduktion – und du vergisst, warum es dieses Unternehmen eigentlich gibt.

Das Erste, was wir mit all unseren Mentees machen, ist eine Form der proaktiven Lebensgestaltung: ein persönliches Leitbild zu entwickeln. Das sollte jede Person tun, die von sich sagt, dass sie proaktiv ist. Ein persönliches Leitbild ist ein bisschen der Zweck des eigenen Lebens, aber auch der Zweck der eigenen Rolle und der aktuellen Lebensphase. Was ist mein Warum? Was ist meine Identität? Was ist mir wichtig? Was sind meine Werte? Was sind wichtige Ziele und Meilensteine, die ich erreichen möchte?

Das zu erarbeiten ist unglaublich wichtig. Aber der zweite Punkt ist noch wichtiger: Wenn man es einmal hat, sich stetig daran zu erinnern. Denn das kann schnell in Vergessenheit geraten. Plötzlich steckst du in einem Job fest, in dem du dreimal in Folge eine Gehaltserhöhung angenommen hast, und merkst: Die Tätigkeiten sind gar nicht mehr das, was dir Spaß macht. Du machst nur noch Sachen fürs Geld, aber nicht mehr das, was dich begeistert. Das muss kein Widerspruch sein. Wir reden hier nicht davon, dass Geld etwas Negatives ist. Idealerweise hängen Geld und Purpose stark zusammen. Bei jeder wichtigen beruflichen Entscheidung solltest du dein Leitbild zücken und kurz reflektieren – und auch überlegen: Ist das eine gute oder schlechte Entscheidung, und wie ist der Outcome?

Das waren meine vier Punkte. Der erste: wer statt was. Der Fehler war, zu Beginn nicht erkannt zu haben, wie wertvoll es sein kann, sich das richtige Wissen von den richtigen Leuten einzukaufen und ein gutes Umfeld zu schaffen. Das ist auch ein Grund, warum wir den Intra MBA geschaffen haben – um genau das ambitionierten Ingenieuren zu ermöglichen. Lange Zeit meines Berufslebens hatte ich das Gefühl, mit meinen Herausforderungen völlig allein zu sein. Stagnationsphasen, schwierige Situationen mit Kollegen, Entscheidungen, die man treffen musste – das habe ich mit mir selbst oder mit Familie und Freunden ausgemacht. Ehrlicherweise sind Familie und Freunde sehr selten gute Ratgeber. Die besten Ratgeber sind diejenigen, die praktische Erfahrung genau bei deiner Fragestellung haben, nicht nur theoretische Überlegungen.

Punkt Nummer 2: Pausen machen, Energiemanagement, Erholungsphasen. Das ist ein Skill, den man als High Performer lernen kann und muss. Punkt Nummer 3: Don’t overthink. Meistens sind es simple Strategien, die man einfach nur ultralange umsetzen muss und bei denen man dranbleibt. Es geht darum, die Downsides zu vermeiden, keine dummen Strategien. Im richtigen Boot zu sitzen ist die richtige Frage, aber du musst nicht im besten Boot aller Zeiten sitzen. Das braucht es nicht, es sei denn, du willst der reichste Mensch der Welt werden. Wenn du Profifußballer werden willst, musst du nicht Lionel Messi werden. Wenn du in die NBA willst, musst du nicht LeBron James werden. Du brauchst keine extremen Körpermaße. Die Strategie kann relativ simpel sein, du musst sie nur ultralange und konsequent umsetzen.

Letzter Punkt: Vergiss dein Warum nicht. Das Thema Leitbild ist ein ganz wichtiges Instrument – für ein Unternehmen, aber genauso für Privatpersonen und für jeden, der unternehmerisch denkt. Wenn man proaktiv ans Berufsleben herangehen möchte, sollte das nicht fehlen.

Zu guter Letzt ein dickes Learning, für das ich sehr dankbar bin, dass ich damals den Mut hatte. Ich habe letztens einen Satz gehört: Start where you want to end. Man kann sich schnell rechtfertigen. Damals hatte ich viele Überlegungen: Ist es sinnvoll, direkt in die Selbstständigkeit zu springen, oder sollte ich vorher noch einen Zwischenschritt gehen, um woanders etwas zu lernen, damit ich später einsteigen kann? Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, dass ich das nicht getan habe. Der Satz hat bei mir stark resoniert: Start where you want to end. Wenn du Unternehmer sein möchtest, fang an, Unternehmer zu sein. Das ist kein Schalter, den man umlegt, sondern ein Skill, den man lernen muss.

Das Gleiche gilt im Berufsleben. Wenn du Führungskraft sein möchtest, versuche es so schnell wie möglich zu sein. Ich kenne Personen, die mit 23 Jahren Abteilungsleiter eines mittelständischen oder großen Unternehmens sind. Wir begleiten mittlerweile rund 150 Ingenieure im Intra MBA. Wir haben alles schon gesehen: Geschäftsführer mit 30 oder unter 30, Abteilungsleiter, die die Jüngsten in ihrem Team sind und trotzdem 30 Mitarbeiter führen. Gehaltserhöhungen von 30 Prozent, Gehälter von über 100.000 Euro – alles Ende der 20er, Anfang der 30er. Das ist alles möglich. Wenn dich das Thema Führung reizt, gibt es keinen Grund zu warten.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Manchmal hilft das richtige Umfeld, um zu sehen, dass es möglich ist. Wenn du das siehst, fällt es leichter, diesen Schritt zu gehen. Der Glaube ist sowieso immer Step 0. Wenn du nicht glaubst, dass du mit 28 Jahren Führungskraft im Konzern sein kannst, dann wirst du es auch nicht – das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Aber es kann helfen, in einem Umfeld mit 100 oder 150 Ingenieuren zu sein, in dem man verschiedene Dinge sieht. Die bessere Frage ist nicht „Kann ich das erreichen?“, sondern „Ist es grundsätzlich möglich?“. Und in vielerlei Hinsicht können wir sagen: Ja, es ist grundsätzlich möglich. Dafür gibt es viele Beispiele.

Genau das soll es für diese Folge gewesen sein. Ich hoffe, da waren einige spannende Impulse für dich dabei. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Selbstständig machen als Ingenieur: 4 gravierende Fehler aus 6 Jahren als Unternehmer

Vor genau sechs Jahren war mein erster Tag in der Selbstständigkeit. Seitdem ist viel passiert. Ich habe viel gelernt und einige Fehler gemacht.

In dieser Folge beantworte ich eine klassische Bewerbungsfrage von Elon Musk: Was waren deine größten Fehler und was hast du daraus gelernt? Ich habe vier gravierende Fehler mitgebracht. Sie helfen dir auch dann, wenn du nicht den Weg der Selbstständigkeit gehst, sondern als Unternehmer im eigenen Unternehmen denkst.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Wer statt was: Du kommst schneller voran, wenn du dir das richtige Wissen von den richtigen Leuten einkaufst, statt jeden Fehler selbst zu machen.
  • Entscheidung und Outcome trennen: Eine gute Entscheidung kann ein schlechtes Ergebnis bringen – und umgekehrt. Beurteile die Entscheidung, nicht nur das Ergebnis.
  • Pausen sind ein Skill: Energiemanagement ist ein Erfolgsfaktor. Auch High Performer müssen lernen, bewusst zu erholen.
  • Don’t overthink: Meistens reicht eine einfache Strategie, die du ultralange umsetzt. Vermeide die negativen Extreme, jage nicht den positiven hinterher.
  • Vergiss dein Warum nicht: Der Zweck eines Unternehmens ist nicht Geld oder Wachstum, sondern nützlich zu sein – ein echter Value Exchange.
  • Start where you want to end: Wenn du Unternehmer oder Führungskraft sein willst, fang heute an, es zu sein. Es ist ein Skill, den man lernt.

Selbstständig machen als Ingenieur im Detail

Fehler 1: Wer statt was – und Entscheidung vom Ergebnis trennen. Meine Faszination fürs Investieren kam nach dem Berufseinstieg. Damals habe ich „Rich Dad Poor Dad“ gelesen und Begeisterung für Aktien und Wertpapiere entwickelt. Mit dem Schritt ins Unternehmertum hat sich dieses Bild komplett gewandelt.

Eine wichtige Lektion kommt von Annie Duke. Sie hat in ihrem Buch „Thinking in Bets“ ein Grundprinzip beschrieben: Trenne deine Entscheidung immer von den Ergebnissen, die daraus folgen.

Ein Beispiel: Du kaufst eine Aktie, ohne sie analysiert zu haben. Aus Investitionssicht ist das eine schlechte Entscheidung. Trotzdem geht das Unternehmen durch die Decke. Die größte Gefahr ist jetzt, dass du glaubst, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Du hattest nur Glück.

Der eigentliche Fehler lässt sich in drei Worten zusammenfassen: wer statt was. Als ich ins Unternehmertum eingestiegen bin, wollte ich alles selbst machen. Die Zeit war da, das Geld war knapp. Irgendwann merkst du aber: Es geht viel schneller und erfolgreicher, wenn du nicht jeden Fehler selbst machen musst.

Im Unternehmertum gibt es keine Anleitung. Jede Entscheidung triffst du unter Unsicherheit. Niemand sagt dir, was du tun sollst. Dadurch bekommt Wissen plötzlich einen immensen Wert – vor allem Wissen zur richtigen Zeit.

Ende 2018 habe ich darum knapp 4.000 Euro in ein Business-Coaching investiert. Rückblickend die beste unternehmerische Entscheidung, die ich treffen konnte. Damals war ich unglaublich unsicher, ob ich das tun sollte. Kurz darauf habe ich mich in eine Unternehmergemeinschaft eingemietet – in Summe rund 10.000 Euro über mehrere Monate. Beides war die beste Investition meines Lebens.

Es gab aber auch Investitionen mit schlechtem Ergebnis. Eine externe Finanzberatung für 5.000 Euro: gute Entscheidung mit der damaligen Informationslage, aber das Timing war zu früh, wir waren zu klein. Eine Marketing-Beratung für rund 7.000 Euro: Wir haben ein paar Dinge gelernt, aber lange nicht das, was wir erwartet hatten. Eine spontane Mastermind in Paris für 3.000 Euro: hat sich enorm gelohnt.

Alles waren gute Entscheidungen – mit teils gutem, teils schlechtem Ergebnis. Hier gilt der Satz von Warren Buffett: Regel Nummer 1 ist, kein Geld zu verlieren. Der häufigste Grund, warum Unternehmen scheitern, ist fehlender Cashflow. Sei mutig, wenn es Upside gibt. Aber behalte die Downside im Blick.

Fehler 2: Pausen machen und Energiemanagement. Es gibt ein schönes Zitat von Naval Ravikant: Ein Unternehmen zu gründen fühlt sich an, als würdest du einen Marathon sprinten. Genau so haben sich die letzten Jahre angefühlt. Es ist ein langfristiges Vorhaben, aber es fühlt sich an wie ein Sprint nach dem nächsten.

Gerade wenn du ambitioniert bist, fällt es schwer, Pausen zu machen und Energie aufzutanken. Heute weiß ich: Energiemanagement ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor.

Vielleicht kennst du das Prinzip Tapering aus dem Sport. Vor einem Marathon oder einem großen Event tust du die Tage davor bewusst wenig. Im Sport ist das längst Standard. Es gilt aber genauso fürs Berufsleben.

Als Unternehmer gibt es keine Urlaubstage und keinen Schalter zum Abschalten. Ich mag das Wort „abschalten“ nicht besonders. Ich denke lieber in Energie. Es gibt Tätigkeiten, die deine Energie rauben, und solche, die sie auftanken. Arbeit ist eine Summe aus beidem. Arbeit raubt nicht per se Energie – das ist eine wichtige Unterscheidung.

In den ersten Jahren musst du viele Dinge tun, die niemand freiwillig macht: Rechnungen sortieren, Buchhaltungsprozesse aufsetzen, Bürokratie umsetzen. Mit steigenden Ausgaben wächst zugleich der Umsatzdruck. Druck erzeugt Stress – und je länger und größer das Unternehmen, desto wichtiger wird das Thema Erholung.

Darum habe ich entschieden, einfach mal zu pausieren. Genau das ist auch der Grund, warum in den letzten Monaten kaum neue Folgen erschienen sind. Manchmal ist es wichtig, Nein zu sagen, selbst wenn du ein Commitment eingegangen bist. Und du merkst schnell: So viel passiert gar nicht.

Energie ist begrenzt. Du kannst noch so gut schlafen, essen und dich bewegen – in einer Drucksituation brauchst du trotzdem gelernte Erholungsphasen. Das richtige Design dieser Phasen für sich zu finden, ist gar nicht banal. Das habe ich lange unterschätzt.

Fehler 3: Don’t overthink – simple Strategie, lange umgesetzt. Es würde mich brennend interessieren, wie viele Stunden Blindleistung ich betrieben habe, weil ich mir zu viele strategische Gedanken gemacht habe.

Strategie ist für viele Menschen extrem attraktiv. Ich liebe das auch. Unternehmertum ist für mich das spannendste Strategiespiel der Welt. Aber wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel. Es ist gefährlich, dauerhaft nach der smartesten Strategie zu suchen.

In der Regel ist es eine simple Strategie, die einfach nur ultralange umgesetzt wird. Egal wie hart du ruderst – viel wichtiger ist, in welchem Boot du sitzt. Es lohnt sich, zu überlegen, in welchem Markt du unterwegs sein willst. Kein schrumpfender Markt, ein wachsendes Unternehmen. Diese Gedanken sind wichtig.

Aber jetzt kommt das große Aber: Es ist falsch, perfektionistisch heranzugehen. Es gibt nicht das beste Unternehmen und nicht die smarteste Strategie. Es reicht, wenn du die Prinzipien verstanden hast und sagen kannst: gut genug.

Vermeide die negativen Extreme. Du brauchst aber nicht die positiven Extreme. Eine eher mittelmäßige Strategie, lange umgesetzt, macht dich extrem erfolgreich. Es gibt Hunderte Hidden Champions in Deutschland mit ziemlich langweiligen Strategien, die sie seit Jahrzehnten umsetzen – und die heute Weltmarktführer sind.

Die meisten machen den Fehler, dass sie auf die perfekte Gründungsidee warten. Die brauchst du nicht. Wenn du deine grobe Strategie nicht in zwei, drei Tagen auf eine Serviette schreiben kannst, reicht es meistens schon, um zu starten. Danach heißt es: monatelang umsetzen, reflektieren, vorankommen.

Die Entscheidung, diesen Podcast zu starten, habe ich 2019 getroffen. Sie ist unverändert gut und war ein No-Brainer. Es gibt ein schönes Prinzip von Derek Sivers: Hell yeah or no. Manchmal sind es einfache Entscheidungen und simple Strategien, an denen du einfach konsequent dranbleibst.

Fehler 4: Vergiss dein Warum nicht. Die Vergessenskurve des Menschen ist steil. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, warum ich überhaupt ins Unternehmertum gestartet bin. Man kommt in Dynamiken, andere Menschen sind involviert, andere geben dir Ratschläge.

Die wichtige Botschaft: Der Zweck eines Unternehmens ist niemals Geld verdienen oder wachsen. Der Zweck eines Unternehmens ist, nützlich zu sein – ein echter Value Exchange. Das gilt genauso in der Anstellung: Was gibst du dem Unternehmen, und was gibt es dir? Das ist der Zweck deiner Rolle.

Im operativen Alltag gerät das schnell in Vergessenheit. Plötzlich schaust du nur noch auf Umsatzzahlen und Kostenreduktion und vergisst, warum es dieses Unternehmen überhaupt gibt.

Das Erste, was wir mit unseren Mentees machen, ist eine Form der proaktiven Lebensgestaltung: ein persönliches Leitbild entwickeln. Was ist mein Warum? Was ist meine Identität? Was sind meine Werte, Ziele und Meilensteine?

Das zu erarbeiten ist wichtig. Noch wichtiger ist, sich stetig daran zu erinnern. Sonst steckst du irgendwann in einem Job fest, in dem du dreimal in Folge eine Gehaltserhöhung angenommen hast – und merkst, dass die Tätigkeiten gar nicht mehr das sind, was dich begeistert.

Geld und Purpose sind kein Widerspruch. Idealerweise hängen sie eng zusammen. Bei jeder wichtigen beruflichen Entscheidung solltest du dein Leitbild zücken und kurz reflektieren.

Start where you want to end. Zum Schluss ein Satz, der bei mir stark resoniert hat: Start where you want to end. Damals habe ich überlegt, ob ich direkt in die Selbstständigkeit springen oder vorher noch woanders etwas lernen sollte. Ich bin froh, dass ich es nicht aufgeschoben habe.

Wenn du Unternehmer sein willst, fang an, Unternehmer zu sein. Das ist kein Schalter, den man umlegt, sondern ein Skill, den man lernt. Dasselbe gilt im Berufsleben: Wenn du Führungskraft sein willst, werde es so schnell wie möglich.

Im Intra MBA begleiten wir inzwischen rund 150 Ingenieure. Wir sehen Abteilungsleiter mit Mitte 20 und Geschäftsführer unter 30. Vieles ist möglich. Der Glaube daran ist dabei immer Step 0 – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die bessere Frage ist nicht „Kann ich das erreichen?“, sondern „Ist es grundsätzlich möglich?“. Und in vielerlei Hinsicht lautet die Antwort: ja.

Diese vier Fehler hängen eng damit zusammen, ob du dich als Unternehmer selbstständig machst oder lieber angestellt bleibst. Vieles davon brauchst du auch, wenn du nur unternehmerisch denken willst, ohne den großen Schritt zu gehen. Wer kleiner anfangen möchte, findet im Aufbau eines Side Business einen guten Einstieg. Und weil viele Ingenieure beim Thema Verkaufen zögern, lohnt sich der Blick auf Sales-Skills für Ingenieure.

Häufige Fragen zur Selbstständigkeit als Ingenieur

Was sind die häufigsten Fehler, wenn man sich als Ingenieur selbstständig macht? Die vier häufigsten Fehler sind: zu lange alles selbst machen statt früh in Wissen und Umfeld zu investieren, keine bewussten Pausen einzuplanen, zu viel über die perfekte Strategie nachzudenken und das eigene Warum im operativen Alltag zu vergessen.

Wie unterscheide ich eine gute Entscheidung von einem guten Ergebnis? Entscheidung und Ergebnis sollten getrennt betrachtet werden. Eine gut analysierte Entscheidung kann durch Zufall ein schlechtes Ergebnis bringen, eine schlechte Entscheidung durch Glück ein gutes. Beurteile die Qualität der Entscheidung anhand deiner Informationslage zum Zeitpunkt der Entscheidung, nicht allein anhand des Ausgangs.

Wie wichtig ist die perfekte Strategie für den Start in die Selbstständigkeit? Eine perfekte Strategie ist nicht nötig. Meistens reicht eine einfache Strategie, die lange und konsequent umgesetzt wird. Entscheidend ist, die negativen Extreme zu vermeiden – etwa einen schrumpfenden Markt – nicht das positive Extrem zu erreichen.

Was ist der eigentliche Zweck eines Unternehmens? Der Zweck eines Unternehmens ist nicht Geld verdienen oder wachsen, sondern nützlich zu sein. Im Kern steht ein Value Exchange: echten Wert zu schaffen und zu liefern. Geld und Wachstum sind Folgen, nicht der Zweck.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Robert Kiyosaki – Rich Dad Poor Dad: das Buch, das Tims frühe Faszination fürs Investieren ausgelöst hat.
  • Annie Duke – Thinking in Bets: über das Trennen von Entscheidung und Ergebnis – Entscheidungen unter Unsicherheit bewerten, ohne sich vom Outcome täuschen zu lassen.

Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Gründung.

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Diese Folge gehört zum Thema Business.

Transkript

Vor genau sechs Jahren war der erste Tag meiner Selbstständigkeit. Seitdem ist eine Menge passiert. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich habe viel gelernt und super viel mitgenommen. Ich möchte diese Folge nutzen, um eine typische Bewerbungsfrage von Elon Musk zu beantworten. Er stellt klassischerweise die Frage: Was waren die größten Fehler, die Sie gemacht haben, und was haben Sie daraus gelernt?

Ich möchte es auf die letzten sechs Jahre beziehen, auf meine Reise in der Selbstständigkeit. Da habe ich vier gravierende Fehler mitgebracht, die ich mit dir gemeinsam reflektieren möchte. Ich denke, da sind einige Nuggets dabei, die du für dich rausziehen kannst – auch dann, wenn du nicht unbedingt den Weg des Unternehmertums gehst. Denn eines ist klar: Wir reden in diesem Podcast immer sehr viel vom Intrapreneur, dem Unternehmer im Unternehmen. Alles, was ich hier sage, gilt genauso für dich, wenn du dich als Unternehmer im Unternehmen identifizierst. Steigen wir am besten gleich mit Punkt Nummer 1 ein.

Der erste Fehler dreht sich um das Thema investieren oder das Thema Geld im Allgemeinen. Ich habe meinen Background nach dem Berufseinstieg geprägt, indem ich „Rich Dad Poor Dad“ gelesen habe. Daraus ist eine Faszination fürs Investieren, für Aktien und Wertpapiere entstanden, und ich habe viel Erfahrung gesammelt. Mit dem Schritt ins Unternehmertum hat sich mein Bild davon, was investieren bedeutet, vollständig gewandelt und weiterentwickelt.

Bevor ich darauf eingehe, noch ein Satz zum Kontext. Eine ganz wichtige Lektion kommt von Annie Duke. Sie hatte Erfahrungen im Bereich Poker und hat ein spannendes Buch geschrieben: „Thinking in Bets“. Darin beschreibt sie ein wichtiges Grundprinzip: Deine Entscheidung und die Ergebnisse, die daraus resultieren, solltest du immer getrennt betrachten. Das ist für mich ein ganz wichtiges Learning.

Ich habe also zwei wichtige Learnings mitgebracht. Einmal die Trennung von Entscheidung und Ergebnis. Du kannst eine schlechte Entscheidung treffen – mein bestes Beispiel: Du kaufst eine Aktie, die du nicht analysiert hast. Aus Investitionssicht war das eine schlechte Entscheidung. Aber aus irgendwelchen Umständen, weil zum Beispiel Corona eintritt, gibt es einen guten Outcome. Das Unternehmen geht durch die Decke, Beispiel HelloFresh. Das ist die größte Gefahr: dass du das Gefühl hast, du hast eine gute Entscheidung getroffen. Dabei hast du eine schlechte Entscheidung getroffen und einfach Glück gehabt. Diese Trennung zwischen Entscheidung und Outcome ist eine Facette dieses ersten Fehlers.

Jetzt zum Thema investieren. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Geld für verschiedene Dinge ausgegeben. Den Fehler würde ich zusammenfassen mit: wer statt was. Als ich in die Reise des Unternehmertums eingestiegen bin, hatte ich das Gefühl, alles selbst machen zu wollen. Das ist auch klar: Man hat Zeit ohne Ende, das Geld ist begrenzt. Natürlich fokussiert man sich darauf, jedes Problem selbst zu lösen.

Irgendwann merkst du allerdings: Es geht viel, viel schneller voran und du kommst viel erfolgreicher voran, wenn du nicht alles selbst machen musst. Du musst nicht die gleichen Fehler selbst machen. Denn eines lernt man im Unternehmertum: Es gibt keine Anleitung. Jeden Tag wachst du auf, und jede Entscheidung, die du triffst, ist eine Entscheidung unter Unsicherheit. Es gibt keine klaren Antworten, niemanden, der dir sagt, was du zu tun hast. Du musst es immer wieder selbst überlegen. Das ist ein unheimlicher Struggle, eine unglaubliche Ungewissheit.

Dadurch ist auch bei mir der Drang größer geworden, Antworten zu suchen. Wissen hat plötzlich einen immensen Wert, den es in der vorherigen Phase nicht so stark hatte. Ich habe ein ganz anderes Verständnis davon gewonnen, wie viel Wissen zur richtigen Zeit – just in time – wert sein kann.

Glücklicherweise habe ich innerhalb des ersten Jahres, Ende 2018, eine wichtige Investitionsentscheidung getroffen. Ich habe in mich selbst investiert, in meine Ausbildung als Unternehmer: knapp 4.000 Euro in ein Business-Coaching und Mentoring. Das war rückblickend die beste unternehmerische Entscheidung, die ich treffen konnte. Damals war ich unglaublich unsicher, ob ich das machen soll. Ich habe mich trotzdem überwunden, und rückblickend war es ein absoluter No-Brainer.

Kurz danach habe ich mich bis ins Jahr 2019 in eine Unternehmergemeinschaft eingemietet, in Summe knapp 10.000 Euro über etwa ein halbes bis acht Monate. Das ist eine Menge Geld, gerade wenn man ins Unternehmertum einsteigt, wo das Geld sehr begrenzt ist. Dennoch war es rückblickend die beste Investition meines Lebens. Ehrlicherweise war ich damals sehr naiv. Es hätte auch nach hinten losgehen können, ging es aber nicht. Ich hatte damals keine Ahnung, wie viel so etwas wirklich wert sein kann.

Ich nenne noch drei Beispiele, wo ich in den letzten Jahren als Unternehmer für die Weiterentwicklung investiert habe und es nicht immer einen guten Outcome gab. Letztes Jahr haben wir 5.000 Euro in eine finanzielle Beratungsleistung investiert: Cashflow-Management, Buchhaltung, Finanzcontrolling – also eine externe CFO mit an Bord geholt. In dem Moment war das mit meiner Informationslage eine gute Entscheidung. Der Outcome war aber schlecht, weil ich früh gemerkt habe: Das Timing war zu früh, wir waren viel zu klein dafür, es gab einfachere Lösungen. Das ist der Struggle als Unternehmer: Du hast immer nur begrenzte Zeit, du musst schnell Entscheidungen treffen. In den Modus des Perfektionismus zu verfallen und alle Informationen zusammenzutragen, ist ein Bremsfaktor.

Dieses Jahr waren es knapp 7.000 Euro für eine Marketing-Beratung. Die Erwartungshaltung war eine ganz andere. Am Ende habe ich ein bisschen gelernt, aber unterm Strich nicht ansatzweise das, was wir uns erhofft hatten. Für 7.000 Euro ist das eine ganze Menge Geld, nur um ein paar Learnings mitzunehmen. Auf der anderen Seite habe ich dieses Jahr spontan eine Mastermind in Paris gebucht. Das war auch etwas, woran man persönlich wächst, wenn man einen Tag vorher entscheidet, morgen nach Paris zu fliegen, und dann im Kreis mit 20, 30 Unternehmern über aktuelle Herausforderungen reflektiert. Eine sehr spontane Entscheidung, 3.000 Euro – alles Nettopreise im B2B-Kontext. Auch super viel gelernt, sogar nur an einem halben Tag. Ich durfte da unter anderem Ali Abdaal kennenlernen, eine super spannende Persönlichkeit. Das hat sich definitiv gelohnt.

Drei Entscheidungen: 5.000, 7.000 und 3.000 Euro. Alle waren gute Entscheidungen, teilweise mit gutem, teilweise mit schlechtem Outcome. Das Thema „wer statt was“ und die Unterscheidung zwischen Entscheidung und Outcome ist ein großes Learning. Meine Denkweise nach dem Berufseinstieg hat sich deutlich weiterentwickelt.

Zwangsweise gehört das zur persönlichen Entwicklung dazu, wenn man mehr Verantwortung übernimmt. Heute haben wir bei Mentorwerk monatliche Ausgaben von 20.000 bis 30.000 Euro. Daran gewöhnt man sich. Keine Privatperson hat normalerweise so große Ausgaben. Früher waren es vielleicht 20, 30 oder 100 Euro im Monat für ein Tool. Gerade in meiner Anfangsphase habe ich an solchen Entscheidungen ewig prokrastiniert. Heute sind das Peanuts, weil wir einen viel größeren Apparat haben.

Beim Thema Geld investieren darf man ruhig mutig sein, wenn es Upside gibt. Aber man muss auch den schönen Spruch von Warren Buffett im Kopf behalten: Regel Nummer 1 – verliere kein Geld. Der größte Grund, warum Unternehmen scheitern, ist fehlender Cashflow. Cashflow-Probleme können auch die Folge einer Reihe schlechter Investitionen sein. Dieses Thema hatte ich am Anfang nicht so auf dem Schirm, und man kann eine ganze Menge daraus ziehen. Das war Punkt Nummer 1.

Kommen wir zu Punkt Nummer 2. Das ist auch der Grund, warum ich die letzten beiden Monate kaum Folgen veröffentlicht habe: das Thema Pausen machen. Es gibt ein schönes Zitat von Naval Ravikant, der gesagt hat: Ein Unternehmen zu gründen ist, als würdest du einen Marathon sprinten. Genau so haben sich die letzten Jahre angefühlt. Ein Unternehmen aufzubauen ist ein Marathon, ein langfristiges Vorhaben. Aber es fühlt sich an wie ein Sprint nach dem nächsten. Es gibt kaum Pausen und kaum Zwischenräume, gerade wenn man ambitioniert ist. Ich weiß, es ist eine große Schwäche von mir, Pausen zu machen und Energie aufzutanken.

Heute weiß ich aber: Energiemanagement ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor. Vielleicht hast du schon mal vom Thema Tapering gehört, aus der Sportrichtung. Tapering bedeutet: Wenn du einen Marathon oder einen Ironman vor dir hast, ist es sinnvoll, die Tage vorher nichts zu tun, sogar eine Woche vorher. Im Sport ist das überall angekommen und ein No-Brainer. Das gilt aber auch fürs Berufsleben, gerade als Unternehmer. Da gibt es keinen Urlaub, keine Urlaubstage. Und selbst im Urlaub drehen sich deine Gedanken nur um ein Thema. Es ist schwer abzuschalten.

„Abschalten“ ist ein Wording, das ich nicht so gerne mag. Ich denke lieber in Energie. Es gibt Tätigkeiten, die deine Energie rauben, und andere, die Energie auftanken. Arbeit ist eine Summe aus beidem. Arbeit ist nicht per se etwas, das nur Energie raubt – das ist eine wichtige Unterscheidung.

Gerade in den ersten Jahren als Unternehmer musst du viele Dinge machen, die du freiwillig nicht tun würdest. Keiner hat Spaß daran, ewig Rechnungen zu sortieren und Buchhaltungsprozesse umzusetzen. Aber wenn du allein bist oder ein kleines Team hast, fällt das nicht weg. Diese Dinge müssen funktionieren. Mit steigenden monatlichen Ausgaben wächst auch der Umsatzdruck. Druck ist immer vorhanden, und Druck erzeugt Stress. Mit weiterem Wachstum wird das Thema Erholung immer wichtiger.

Vor diesem Hintergrund habe ich vor knapp zwei Monaten entschieden, einfach mal zu pausieren. Man baut sich einen gewissen Druck auf. Ich liebe es, diesen Podcast zu machen, den Newsletter zu schreiben und unsere Mentees zu begleiten. Trotzdem ist es manchmal wichtig, eine Pause zu machen und Nein zu sagen – selbst dann, wenn man ein eigenes Commitment eingegangen ist. Und man merkt schnell: So viel passiert gar nicht. Das ist eine Schwäche, an der ich in den letzten Jahren arbeiten durfte und immer noch arbeite – zu lernen, wie man als High Performer Energiemanagement richtig umsetzt.

Falls du coole Tipps hast, jederzeit her damit, gerne über LinkedIn. Ich habe viele Dinge, die ich in den nächsten Monaten testen werde. Es lohnt sich vielleicht, dazu eine eigene Folge zu machen. Jeder Mensch hat nur begrenzte Energie. Du kannst noch so gut schlafen, essen und dich bewegen – das ist alles wichtig, um deine Brainpower zu heben. Trotzdem braucht es in einer Drucksituation gelernte Erholungsphasen. Das richtige Design dieser Phasen für sich zu finden, ist gar nicht banal. Das habe ich lange unterschätzt und gehe es dieses Jahr deutlich aktiver an. Das war Punkt Nummer 2.

Punkt Nummer 3 ist relativ simpel: Don’t overthink. Es würde mich brennend interessieren, wie viele Stunden Blindleistung ich betrieben habe, weil ich mir zu viele Gedanken zu strategischen Überlegungen gemacht habe. Strategie ist für viele Leute extrem attraktiv, und für mich auch. Ich kann mich stark damit identifizieren, ich habe früher schon Strategiespiele geliebt. Heute ist Unternehmertum für mich das spannendste Strategiespiel der Welt. Aber wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel. So ist das Thema Strategie für mich.

Was ich aber lernen durfte: Am Ende kommt es gar nicht so sehr auf die Strategie an. Es ist gefährlich, dauerhaft nach der smartesten Strategie zu suchen. Natürlich ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, wie die Strategie aussieht. Aber meistens ist es eine simple Strategie, die einfach nur ultralange umgesetzt wird. Im beruflichen Kontext heißt das: Egal wie hart du ruderst, viel wichtiger ist, in welchem Boot du sitzt. Auch im Unternehmertum ist es wichtig, sich zu überlegen, in welchem Markt du unterwegs sein möchtest. Kein sinkender oder schrumpfender Markt. Auch für dich persönlich: In welcher Branche, in welcher Industrie, in welchem Unternehmen bist du unterwegs? Ist es ein wachsendes Unternehmen? Das sind wichtige Voraussetzungen, die das Leben einfacher oder schwerer machen können.

Aber jetzt das große Aber: Es ist falsch, perfektionistisch heranzugehen. Es gibt nicht das beste Unternehmen und nicht die smarteste Strategie. Es reicht, wenn du diese Prinzipien verstanden hast und das Gefühl hast: Das ist gut genug. Der Markt ist gut genug, das Unternehmen passt. Es ist wichtig, die negativen Extreme zu vermeiden, aber du brauchst nicht die positiven Extreme. Du kannst eine gute, wenn auch eher mittelmäßige Strategie haben – wenn du sie lange umsetzt, wirst du extrem erfolgreich sein.

Es gibt Dutzende, Hunderte Hidden Champions in Deutschland, mittelständische Unternehmen mit ziemlich langweiligen Strategien, die sie aber seit Jahrzehnten umsetzen. Sie sind Weltmarktführer, unglaublich profitabel, mit spannenden Aufgaben und tollen Teams – in Märkten, die nicht unbedingt sexy sind. Das Gleiche gilt fürs Berufsleben. Du musst nicht am Puls der Zeit im Bereich erneuerbare Energien sein. Vermeide die richtig negativen Dinge, die Downsides. Aber verlier dich nicht in Perfektion und verschwende nicht Stunden, Wochen und Monate damit, die perfekte Strategie zu suchen.

Genau diesen Fehler machen die meisten, wenn sie ins Unternehmertum einsteigen wollen: Sie sagen, ich brauche die perfekte Gründungsidee. Die brauchst du überhaupt nicht. Du brauchst eine grobe Strategie. Wenn du sie nicht in zwei, drei Tagen auf eine Serviette schreiben kannst, muss das reichen, um zu starten. Dann heißt es: monatelang umsetzen, reflektieren und dich aufs nächste Level heben.

Die Strategien, die im ersten Jahr entstanden sind, reichen bis heute. Die Entscheidung, diesen Podcast zu starten, habe ich 2019 getroffen. Sie ist unverändert gut und war eine No-Brainer-Entscheidung. Es gibt ein schönes Prinzip von Derek Sivers: Hell yeah or no. Es muss ein klares Ja sein. Manchmal sind es einfache Entscheidungen und simple Strategien, an denen man einfach lange und konsequent dranbleiben muss.

Kommen wir zum letzten Punkt, Nummer 4: Vergiss dein Warum nicht. Die Vergessenskurve des Menschen ist sehr steil. Das ging mir immer wieder so. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, warum ich ins Unternehmertum gestartet bin. Man kommt in Dynamiken, andere Leute sind involviert und geben dir Ratschläge. Gerade als Unternehmer ist es wichtig, niemals den Zweck des Unternehmens zu vergessen. Und die wichtige Message ist: Der Zweck eines Unternehmens ist niemals Geld verdienen oder wachsen. Unternehmenswachstum, Umsatz oder Geld verdienen ist niemals der Zweck.

Der Zweck eines Unternehmens ist, nützlich zu sein – ein Value Exchange. Das macht den Kern eines Unternehmens aus. Genauso ist es im beruflichen Kontext, in der Anstellung. Der Value Exchange: Was gibst du dem Unternehmen, und was gibt das Unternehmen dir? Das ist der Zweck deiner Rolle, den solltest du nie vergessen. Im operativen Alltag gerät das schnell in Vergessenheit. Gerade wenn man sich plötzlich mit Buchhaltung, Cashflow-Management, Teamaufbau, Ausgaben und Investitionen befassen muss, wandert der Fokus auf Umsatzzahlen und Kostenreduktion – und du vergisst, warum es dieses Unternehmen eigentlich gibt.

Das Erste, was wir mit all unseren Mentees machen, ist eine Form der proaktiven Lebensgestaltung: ein persönliches Leitbild zu entwickeln. Das sollte jede Person tun, die von sich sagt, dass sie proaktiv ist. Ein persönliches Leitbild ist ein bisschen der Zweck des eigenen Lebens, aber auch der Zweck der eigenen Rolle und der aktuellen Lebensphase. Was ist mein Warum? Was ist meine Identität? Was ist mir wichtig? Was sind meine Werte? Was sind wichtige Ziele und Meilensteine, die ich erreichen möchte?

Das zu erarbeiten ist unglaublich wichtig. Aber der zweite Punkt ist noch wichtiger: Wenn man es einmal hat, sich stetig daran zu erinnern. Denn das kann schnell in Vergessenheit geraten. Plötzlich steckst du in einem Job fest, in dem du dreimal in Folge eine Gehaltserhöhung angenommen hast, und merkst: Die Tätigkeiten sind gar nicht mehr das, was dir Spaß macht. Du machst nur noch Sachen fürs Geld, aber nicht mehr das, was dich begeistert. Das muss kein Widerspruch sein. Wir reden hier nicht davon, dass Geld etwas Negatives ist. Idealerweise hängen Geld und Purpose stark zusammen. Bei jeder wichtigen beruflichen Entscheidung solltest du dein Leitbild zücken und kurz reflektieren – und auch überlegen: Ist das eine gute oder schlechte Entscheidung, und wie ist der Outcome?

Das waren meine vier Punkte. Der erste: wer statt was. Der Fehler war, zu Beginn nicht erkannt zu haben, wie wertvoll es sein kann, sich das richtige Wissen von den richtigen Leuten einzukaufen und ein gutes Umfeld zu schaffen. Das ist auch ein Grund, warum wir den Intra MBA geschaffen haben – um genau das ambitionierten Ingenieuren zu ermöglichen. Lange Zeit meines Berufslebens hatte ich das Gefühl, mit meinen Herausforderungen völlig allein zu sein. Stagnationsphasen, schwierige Situationen mit Kollegen, Entscheidungen, die man treffen musste – das habe ich mit mir selbst oder mit Familie und Freunden ausgemacht. Ehrlicherweise sind Familie und Freunde sehr selten gute Ratgeber. Die besten Ratgeber sind diejenigen, die praktische Erfahrung genau bei deiner Fragestellung haben, nicht nur theoretische Überlegungen.

Punkt Nummer 2: Pausen machen, Energiemanagement, Erholungsphasen. Das ist ein Skill, den man als High Performer lernen kann und muss. Punkt Nummer 3: Don’t overthink. Meistens sind es simple Strategien, die man einfach nur ultralange umsetzen muss und bei denen man dranbleibt. Es geht darum, die Downsides zu vermeiden, keine dummen Strategien. Im richtigen Boot zu sitzen ist die richtige Frage, aber du musst nicht im besten Boot aller Zeiten sitzen. Das braucht es nicht, es sei denn, du willst der reichste Mensch der Welt werden. Wenn du Profifußballer werden willst, musst du nicht Lionel Messi werden. Wenn du in die NBA willst, musst du nicht LeBron James werden. Du brauchst keine extremen Körpermaße. Die Strategie kann relativ simpel sein, du musst sie nur ultralange und konsequent umsetzen.

Letzter Punkt: Vergiss dein Warum nicht. Das Thema Leitbild ist ein ganz wichtiges Instrument – für ein Unternehmen, aber genauso für Privatpersonen und für jeden, der unternehmerisch denkt. Wenn man proaktiv ans Berufsleben herangehen möchte, sollte das nicht fehlen.

Zu guter Letzt ein dickes Learning, für das ich sehr dankbar bin, dass ich damals den Mut hatte. Ich habe letztens einen Satz gehört: Start where you want to end. Man kann sich schnell rechtfertigen. Damals hatte ich viele Überlegungen: Ist es sinnvoll, direkt in die Selbstständigkeit zu springen, oder sollte ich vorher noch einen Zwischenschritt gehen, um woanders etwas zu lernen, damit ich später einsteigen kann? Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, dass ich das nicht getan habe. Der Satz hat bei mir stark resoniert: Start where you want to end. Wenn du Unternehmer sein möchtest, fang an, Unternehmer zu sein. Das ist kein Schalter, den man umlegt, sondern ein Skill, den man lernen muss.

Das Gleiche gilt im Berufsleben. Wenn du Führungskraft sein möchtest, versuche es so schnell wie möglich zu sein. Ich kenne Personen, die mit 23 Jahren Abteilungsleiter eines mittelständischen oder großen Unternehmens sind. Wir begleiten mittlerweile rund 150 Ingenieure im Intra MBA. Wir haben alles schon gesehen: Geschäftsführer mit 30 oder unter 30, Abteilungsleiter, die die Jüngsten in ihrem Team sind und trotzdem 30 Mitarbeiter führen. Gehaltserhöhungen von 30 Prozent, Gehälter von über 100.000 Euro – alles Ende der 20er, Anfang der 30er. Das ist alles möglich. Wenn dich das Thema Führung reizt, gibt es keinen Grund zu warten.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Manchmal hilft das richtige Umfeld, um zu sehen, dass es möglich ist. Wenn du das siehst, fällt es leichter, diesen Schritt zu gehen. Der Glaube ist sowieso immer Step 0. Wenn du nicht glaubst, dass du mit 28 Jahren Führungskraft im Konzern sein kannst, dann wirst du es auch nicht – das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Aber es kann helfen, in einem Umfeld mit 100 oder 150 Ingenieuren zu sein, in dem man verschiedene Dinge sieht. Die bessere Frage ist nicht „Kann ich das erreichen?“, sondern „Ist es grundsätzlich möglich?“. Und in vielerlei Hinsicht können wir sagen: Ja, es ist grundsätzlich möglich. Dafür gibt es viele Beispiele.

Genau das soll es für diese Folge gewesen sein. Ich hoffe, da waren einige spannende Impulse für dich dabei. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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