Unternehmerisch denken: 7 Eigenschaften, die befördert werden

Die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken, ist für die meisten Ingenieure das größte Potenzial, um persönlich und beruflich zu wachsen. Gute Vorgesetzte lieben proaktive Mitarbeiter, die mitdenken und über den Tellerrand hinausschauen. Ein Geschäftsführer hat einmal zu mir gesagt: „Unternehmerisch denkende Mitarbeiter sind für mich die wertvollsten.“

In dieser Folge bekommst du 7 Gründe, warum unternehmerisch denkende Mitarbeiter bei Beförderungen bevorzugt werden – kurz, knackig und mit einer ehrlichen Skala zur Selbsteinschätzung am Ende.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Owner-Mindset: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become one.“ Kurzfristig auf Ego-Bedürfnisse verzichten, um langfristig mehr zu profitieren.
  • Resilienz: Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – und hält den Gegenwind aus.
  • Vertrauen ist die wertvollste Währung: Sichtbarkeit und Reputation sorgen dafür, dass Führungskräfte blind vertrauen können.
  • Lernmaschine: „In einem Monat mehr lernen als andere in drei Jahren“ – No-Zero-Days, exponentielle Lernkurve.
  • Basics: Schlaf, Ernährung, Sport, Sonnenlicht – die Grundlage für Fokus und Produktivität.
  • Sich selbst verkaufen: Begeisterungsfähigkeit und Energie reißen andere mit.
  • Initiative: Nicht warten – handeln, auch wenn man sich nicht bereit fühlt.

Die 7 Eigenschaften im Detail

1. Owner-Mindset. Der zentrale Leitsatz: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become one.“ Wer im Sinne des Unternehmens denkt und handelt, stellt kurzfristige Ego-Bedürfnisse zurück, um langfristig deutlich mehr zu profitieren. Der Haken: Dieser Return ist nicht sofort sichtbar – es braucht echtes Vertrauen in dieses Prinzip. Wichtig ist die Unterscheidung von Adam Grant zwischen selbstlosen und selbstbewussten Gebern: Eine Gebermentalität ist wertvoll, aber man darf die eigenen Bedürfnisse nicht völlig vernachlässigen.

2. Resilienz. Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – gerade in Konzernen. Unternehmerisch denkende Mitarbeiter halten starken Gegenwind aus, bringen laufend neue Ideen, setzen sich gegen Bürokraten durch und treiben Verbesserungen voran.

3. Vertrauen als Währung. Vertrauen ist eine kostbare, aber unsichtbare Währung. Stephen Covey beschreibt jede Beziehung wie ein „Beziehungskonto“ mit Ein- und Auszahlungen. Wer gezielt sichtbar ist und an seiner Reputation arbeitet, dem können Führungskräfte blind vertrauen – und nur dann bekommt man größere Projekte und mehr Verantwortung.

4. Lernmaschine. „In einem Monat mehr lernen als andere in drei Jahren.“ Die Wissbegierigsten im Raum saugen täglich neue Ideen auf und lassen ihre Lernkurve exponentiell ansteigen. Der Schlüssel ist eine No-Zero-Days-Philosophie: jeden Tag in die eigene Entwicklung investieren.

5. Die Basics. Gut schlafen, gesund essen, viel Bewegung, Sonnenlicht, Achtsamkeit. Wer die Basics umsetzt, ist um ein Vielfaches fokussierter und produktiver als Kollegen, die nur am Kaffee hängen.

6. Sich selbst verkaufen. Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend. Wer ein hohes Energielevel ausstrahlt, reißt andere mit, wird als Führungspersönlichkeit wahrgenommen – und bekommt sogar in Bereichen ohne Erfahrung viel zugetraut.

7. Initiative ergreifen. Nicht warten – nicht aufs Jahresgespräch, nicht auf den Headhunter, nicht auf die freie Stelle, nicht auf perfekte Bedingungen. Die Initiative selbst ergreifen, auch wenn man sich nicht bereit fühlt (statt in die Prokrastinationsfalle zu tappen).

Eigenschaft 3 vertieft die Folge Vertrauen aufbauen, Eigenschaft 6 die Folge Selbstmarketing im Job. Wie all das konkret zur nächsten Beförderung führt (und welche Fehler sie verhindern), hörst du in Beförderung bekommen. Den vollständigen Überblick gibt der Artikel Der Intrapreneur-Vorteil.

Häufige Fragen

Was bedeutet unternehmerisch denken als Angestellter? Im Sinne des Unternehmens zu denken und zu handeln, als wäre es das eigene – Verantwortung übernehmen, Probleme proaktiv lösen und kurzfristige Ego-Bedürfnisse zugunsten des langfristigen Erfolgs zurückstellen.

Warum werden unternehmerisch denkende Mitarbeiter befördert? Weil Führungskräfte ihnen blind vertrauen können. Sie sind resilient, lernen schnell, ergreifen Initiative und reißen andere mit – Eigenschaften, die mit mehr Verantwortung belohnt werden.

Ist man entweder unternehmerisch oder nicht? Nein, es ist eine Skala. Ein guter Indikator: Welche Aufgaben bekommst du heute schon übertragen? Wer früh anspruchsvolle Projekte und Verantwortung erhält, ist auf einem guten Weg.

Wie fange ich an, unternehmerisch zu denken? Bei den eigenen Eigenschaften: Vertrauen aufbauen (sichtbar werden), eine No-Zero-Days-Lernroutine etablieren, die Basics pflegen und Initiative ergreifen, statt auf den perfekten Moment zu warten.

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Diese Folge gehört zum Thema Business und Karriere.

Transkript

Die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken, ist für die meisten Ingenieure das größte Potenzial, um persönlich und beruflich zu wachsen. Gute Vorgesetzte lieben proaktive Mitarbeiter, die mitdenken und über den Tellerrand hinausschauen. Ein Geschäftsführer hat mir mal gesagt: Unternehmerisch denkende Mitarbeiter sind für mich die wertvollsten. In dieser Folge gebe ich dir 7 Gründe, warum sie bei Beförderungen bevorzugt werden. Die 7 Gründe sind kurz und knackig – wir gehen zielstrebig durch und machen danach noch eine zweite Runde zur Zusammenfassung.

Punkt 1: Es gibt einen zentralen Leitsatz, den ich schon einige Male im Podcast genannt habe: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become an owner.“ Wenn du denkst und handelst wie ein Unternehmer, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du selbst ein Unternehmen führst. Mit dieser Überzeugung denken und handeln unternehmerische Mitarbeiter immer im Sinne des Unternehmens – sie stellen ihre Ego-Bedürfnisse hinten an. Im Kern heißt das: kurzfristig auf Ego-Bedürfnisse verzichten, um langfristig deutlich mehr davon zu profitieren.

Punkt 2: Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – gerade in Konzernen kennen das viele. Sie halten teils sehr starken Gegenwind aus, bringen laufend neue Ideen, setzen sich gegen Bürokraten durch und treiben Verbesserungen im Unternehmen voran. Große Resilienz ist also ein klares Merkmal.

Punkt 3: Vertrauen ist eine kostbare Währung in der Businesswelt. Die meisten haben da einen blinden Fleck, weil man Vertrauen nicht sehen kann. Erst wenn man jede Beziehung wie eine Art Beziehungskonto betrachtet – wie Stephen Covey sagt, mit Einzahlungen und Auszahlungen –, erkennt man, wie groß das Vertrauen in den jeweiligen Beziehungen ist. Unternehmerische Mitarbeiter wissen das: Sie sind gezielt sichtbar und arbeiten an ihrer Reputation, damit Geschäftsführer und hohe Führungskräfte ihnen blind vertrauen können. Du bekommst nur mehr Verantwortung, wenn dir die Unternehmenslenker blind vertrauen können – und das muss man sich erarbeiten, dazu muss man sichtbar sein und Reputation haben.

Punkt 4: Sie lernen in einem Monat mehr als andere in drei Jahren. Sie sind die Wissbegierigsten im Raum; Bürokraten sind mit diesem Growth Mindset meist überfordert. Jeden Tag saugen sie Dutzende neue Ideen auf, die ihre Lernkurve exponentiell ansteigen lassen. Schau mal nach links und rechts: Hast du das Gefühl, deine Lernkurve ist deutlich schneller als die deiner Kollegen? Wenn ja, bist du auf einem guten Weg. Es geht dabei nicht nur ums Lesen – es gibt 1000 Möglichkeiten zu lernen.

Punkt 5: Sie legen Wert auf die Basics. Sie schlafen gut, essen gesund, sind sehr sportlich, bekommen viel Sonnenlicht, meditieren. Dadurch sind sie zehnmal fokussierter und produktiver als der Großteil ihrer Kollegen, die oft nur am Kaffee hängen und in ein tiefes Loch fallen, wenn sie das weglassen, weil sie keine der Basics umsetzen.

Punkt 6: Sich selbst verkaufen. Sie können sich hervorragend verkaufen, reißen andere mit und werden als Führungspersönlichkeiten wahrgenommen. Wer sich mit ihnen umgibt, spürt die Motivation im Raum steigen. Auch in Bereichen, in denen sie keinerlei Erfahrung haben, traut man ihnen viel zu. Begeisterungsfähigkeit ist unglaublich ansteckend – kennst du eine Führungskraft oder Kollegin, die, sobald sie im Raum ist, die Energie aller bereichert? Genau das.

Punkt 7: Sie warten nicht. Nicht bis zum nächsten Jahresgespräch, nicht bis sich ein Headhunter meldet, nicht bis eine Stelle frei wird, nicht bis es perfekte Bedingungen gibt, nicht bis das Unternehmen ein Schulungsbudget freistellt. Sie ergreifen selbst die Initiative – auch dann, wenn sie sich nicht bereit fühlen.

Zur Zusammenfassung noch einmal: Erstens der Leitsatz „If you think and act like an owner …“ – eine tief verankerte Philosophie. Im Berufsalltag gibt es ständig Entscheidungen: Wählst du deine Ego-Bedürfnisse oder die Bedürfnisse des Unternehmens? Entscheidend ist, dass der Return beim Verzicht nicht direkt sichtbar ist; man braucht echtes Vertrauen, dass dieser Satz stimmt. Hier kommt auch Adam Grants Thema der Gebermentalität ins Spiel: Es gibt einen Unterschied zwischen selbstlosen Gebern, die die eigenen Bedürfnisse völlig vernachlässigen, und selbstbewussten Gebern, die wissen, wie wichtig Geben und Reziprozität sind, aber nicht alles nur ins Geben stecken.

Zweitens Resilienz: starken Gegenwind aushalten, Ideen bringen, sich gegen Bürokraten durchsetzen. Drittens Vertrauen als kostbare Währung: gezielt sichtbar sein und Reputation aufbauen, damit die Geschäftsführung blind vertrauen kann – dann bekommst du ganz andere Aufgaben, größere Projekte, mehr Verantwortung und mehr Freiheitsgrade. Viertens die Lernmaschine: exponentielles Wachstum, das die wenigsten erleben, weil die wenigsten eine No-Zero-Days-Philosophie leben. Fünftens die Basics: Schlaf, Ernährung, Sport, Sonnenlicht, Achtsamkeit – das macht zehnmal produktiver und fokussierter. Sechstens sich selbst verkaufen: hohes Energielevel und Begeisterungsfähigkeit, die mitreißt. Ein Meeting mit solchen Menschen wird deutlich energiegeladener und optimistischer. Siebtens Initiative ergreifen: nicht warten, sondern handeln, auch wenn man sich nicht bereit fühlt, statt in die Prokrastinationsfalle zu tappen.

Das waren 7 Gründe – und das gilt für kleine wie große Unternehmen, das sind quasi universelle Gesetze. Ich hoffe, es waren einige Impulse für dich dabei, auch als Reflexion, wo du auf dieser Skala stehst. Es ist nicht schwarz-weiß: Unternehmerisch denken ist eine Skala. Ein guter Indikator ist, welche Aufgaben du heute schon übertragen bekommst – wenn du im Führungskreis deutlich jünger bist als die nächste Person, bist du auf einem guten Weg. Der große Unterschied liegt zwischen dem, was man glaubt und als Identität fühlt, und dem, was die Fakten im Output und in deiner Arbeitsumgebung wirklich zeigen. Das war es für diese Folge. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Unternehmerisch denken: 7 Eigenschaften, die befördert werden

Die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken, ist für die meisten Ingenieure das größte Potenzial, um persönlich und beruflich zu wachsen. Gute Vorgesetzte lieben proaktive Mitarbeiter, die mitdenken und über den Tellerrand hinausschauen. Ein Geschäftsführer hat einmal zu mir gesagt: „Unternehmerisch denkende Mitarbeiter sind für mich die wertvollsten.“

In dieser Folge bekommst du 7 Gründe, warum unternehmerisch denkende Mitarbeiter bei Beförderungen bevorzugt werden – kurz, knackig und mit einer ehrlichen Skala zur Selbsteinschätzung am Ende.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Owner-Mindset: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become one.“ Kurzfristig auf Ego-Bedürfnisse verzichten, um langfristig mehr zu profitieren.
  • Resilienz: Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – und hält den Gegenwind aus.
  • Vertrauen ist die wertvollste Währung: Sichtbarkeit und Reputation sorgen dafür, dass Führungskräfte blind vertrauen können.
  • Lernmaschine: „In einem Monat mehr lernen als andere in drei Jahren“ – No-Zero-Days, exponentielle Lernkurve.
  • Basics: Schlaf, Ernährung, Sport, Sonnenlicht – die Grundlage für Fokus und Produktivität.
  • Sich selbst verkaufen: Begeisterungsfähigkeit und Energie reißen andere mit.
  • Initiative: Nicht warten – handeln, auch wenn man sich nicht bereit fühlt.

Die 7 Eigenschaften im Detail

1. Owner-Mindset. Der zentrale Leitsatz: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become one.“ Wer im Sinne des Unternehmens denkt und handelt, stellt kurzfristige Ego-Bedürfnisse zurück, um langfristig deutlich mehr zu profitieren. Der Haken: Dieser Return ist nicht sofort sichtbar – es braucht echtes Vertrauen in dieses Prinzip. Wichtig ist die Unterscheidung von Adam Grant zwischen selbstlosen und selbstbewussten Gebern: Eine Gebermentalität ist wertvoll, aber man darf die eigenen Bedürfnisse nicht völlig vernachlässigen.

2. Resilienz. Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – gerade in Konzernen. Unternehmerisch denkende Mitarbeiter halten starken Gegenwind aus, bringen laufend neue Ideen, setzen sich gegen Bürokraten durch und treiben Verbesserungen voran.

3. Vertrauen als Währung. Vertrauen ist eine kostbare, aber unsichtbare Währung. Stephen Covey beschreibt jede Beziehung wie ein „Beziehungskonto“ mit Ein- und Auszahlungen. Wer gezielt sichtbar ist und an seiner Reputation arbeitet, dem können Führungskräfte blind vertrauen – und nur dann bekommt man größere Projekte und mehr Verantwortung.

4. Lernmaschine. „In einem Monat mehr lernen als andere in drei Jahren.“ Die Wissbegierigsten im Raum saugen täglich neue Ideen auf und lassen ihre Lernkurve exponentiell ansteigen. Der Schlüssel ist eine No-Zero-Days-Philosophie: jeden Tag in die eigene Entwicklung investieren.

5. Die Basics. Gut schlafen, gesund essen, viel Bewegung, Sonnenlicht, Achtsamkeit. Wer die Basics umsetzt, ist um ein Vielfaches fokussierter und produktiver als Kollegen, die nur am Kaffee hängen.

6. Sich selbst verkaufen. Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend. Wer ein hohes Energielevel ausstrahlt, reißt andere mit, wird als Führungspersönlichkeit wahrgenommen – und bekommt sogar in Bereichen ohne Erfahrung viel zugetraut.

7. Initiative ergreifen. Nicht warten – nicht aufs Jahresgespräch, nicht auf den Headhunter, nicht auf die freie Stelle, nicht auf perfekte Bedingungen. Die Initiative selbst ergreifen, auch wenn man sich nicht bereit fühlt (statt in die Prokrastinationsfalle zu tappen).

Eigenschaft 3 vertieft die Folge Vertrauen aufbauen, Eigenschaft 6 die Folge Selbstmarketing im Job. Wie all das konkret zur nächsten Beförderung führt (und welche Fehler sie verhindern), hörst du in Beförderung bekommen. Den vollständigen Überblick gibt der Artikel Der Intrapreneur-Vorteil.

Häufige Fragen

Was bedeutet unternehmerisch denken als Angestellter? Im Sinne des Unternehmens zu denken und zu handeln, als wäre es das eigene – Verantwortung übernehmen, Probleme proaktiv lösen und kurzfristige Ego-Bedürfnisse zugunsten des langfristigen Erfolgs zurückstellen.

Warum werden unternehmerisch denkende Mitarbeiter befördert? Weil Führungskräfte ihnen blind vertrauen können. Sie sind resilient, lernen schnell, ergreifen Initiative und reißen andere mit – Eigenschaften, die mit mehr Verantwortung belohnt werden.

Ist man entweder unternehmerisch oder nicht? Nein, es ist eine Skala. Ein guter Indikator: Welche Aufgaben bekommst du heute schon übertragen? Wer früh anspruchsvolle Projekte und Verantwortung erhält, ist auf einem guten Weg.

Wie fange ich an, unternehmerisch zu denken? Bei den eigenen Eigenschaften: Vertrauen aufbauen (sichtbar werden), eine No-Zero-Days-Lernroutine etablieren, die Basics pflegen und Initiative ergreifen, statt auf den perfekten Moment zu warten.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

Mehr dazu in meinen Buchempfehlungen zu Karriere.

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Diese Folge gehört zum Thema Business und Karriere.

Transkript

Die Fähigkeit, unternehmerisch zu denken, ist für die meisten Ingenieure das größte Potenzial, um persönlich und beruflich zu wachsen. Gute Vorgesetzte lieben proaktive Mitarbeiter, die mitdenken und über den Tellerrand hinausschauen. Ein Geschäftsführer hat mir mal gesagt: Unternehmerisch denkende Mitarbeiter sind für mich die wertvollsten. In dieser Folge gebe ich dir 7 Gründe, warum sie bei Beförderungen bevorzugt werden. Die 7 Gründe sind kurz und knackig – wir gehen zielstrebig durch und machen danach noch eine zweite Runde zur Zusammenfassung.

Punkt 1: Es gibt einen zentralen Leitsatz, den ich schon einige Male im Podcast genannt habe: „If you think and act like an owner, it’s only a matter of time until you become an owner.“ Wenn du denkst und handelst wie ein Unternehmer, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du selbst ein Unternehmen führst. Mit dieser Überzeugung denken und handeln unternehmerische Mitarbeiter immer im Sinne des Unternehmens – sie stellen ihre Ego-Bedürfnisse hinten an. Im Kern heißt das: kurzfristig auf Ego-Bedürfnisse verzichten, um langfristig deutlich mehr davon zu profitieren.

Punkt 2: Wer Innovation vorantreibt, hat viele Gegner – gerade in Konzernen kennen das viele. Sie halten teils sehr starken Gegenwind aus, bringen laufend neue Ideen, setzen sich gegen Bürokraten durch und treiben Verbesserungen im Unternehmen voran. Große Resilienz ist also ein klares Merkmal.

Punkt 3: Vertrauen ist eine kostbare Währung in der Businesswelt. Die meisten haben da einen blinden Fleck, weil man Vertrauen nicht sehen kann. Erst wenn man jede Beziehung wie eine Art Beziehungskonto betrachtet – wie Stephen Covey sagt, mit Einzahlungen und Auszahlungen –, erkennt man, wie groß das Vertrauen in den jeweiligen Beziehungen ist. Unternehmerische Mitarbeiter wissen das: Sie sind gezielt sichtbar und arbeiten an ihrer Reputation, damit Geschäftsführer und hohe Führungskräfte ihnen blind vertrauen können. Du bekommst nur mehr Verantwortung, wenn dir die Unternehmenslenker blind vertrauen können – und das muss man sich erarbeiten, dazu muss man sichtbar sein und Reputation haben.

Punkt 4: Sie lernen in einem Monat mehr als andere in drei Jahren. Sie sind die Wissbegierigsten im Raum; Bürokraten sind mit diesem Growth Mindset meist überfordert. Jeden Tag saugen sie Dutzende neue Ideen auf, die ihre Lernkurve exponentiell ansteigen lassen. Schau mal nach links und rechts: Hast du das Gefühl, deine Lernkurve ist deutlich schneller als die deiner Kollegen? Wenn ja, bist du auf einem guten Weg. Es geht dabei nicht nur ums Lesen – es gibt 1000 Möglichkeiten zu lernen.

Punkt 5: Sie legen Wert auf die Basics. Sie schlafen gut, essen gesund, sind sehr sportlich, bekommen viel Sonnenlicht, meditieren. Dadurch sind sie zehnmal fokussierter und produktiver als der Großteil ihrer Kollegen, die oft nur am Kaffee hängen und in ein tiefes Loch fallen, wenn sie das weglassen, weil sie keine der Basics umsetzen.

Punkt 6: Sich selbst verkaufen. Sie können sich hervorragend verkaufen, reißen andere mit und werden als Führungspersönlichkeiten wahrgenommen. Wer sich mit ihnen umgibt, spürt die Motivation im Raum steigen. Auch in Bereichen, in denen sie keinerlei Erfahrung haben, traut man ihnen viel zu. Begeisterungsfähigkeit ist unglaublich ansteckend – kennst du eine Führungskraft oder Kollegin, die, sobald sie im Raum ist, die Energie aller bereichert? Genau das.

Punkt 7: Sie warten nicht. Nicht bis zum nächsten Jahresgespräch, nicht bis sich ein Headhunter meldet, nicht bis eine Stelle frei wird, nicht bis es perfekte Bedingungen gibt, nicht bis das Unternehmen ein Schulungsbudget freistellt. Sie ergreifen selbst die Initiative – auch dann, wenn sie sich nicht bereit fühlen.

Zur Zusammenfassung noch einmal: Erstens der Leitsatz „If you think and act like an owner …“ – eine tief verankerte Philosophie. Im Berufsalltag gibt es ständig Entscheidungen: Wählst du deine Ego-Bedürfnisse oder die Bedürfnisse des Unternehmens? Entscheidend ist, dass der Return beim Verzicht nicht direkt sichtbar ist; man braucht echtes Vertrauen, dass dieser Satz stimmt. Hier kommt auch Adam Grants Thema der Gebermentalität ins Spiel: Es gibt einen Unterschied zwischen selbstlosen Gebern, die die eigenen Bedürfnisse völlig vernachlässigen, und selbstbewussten Gebern, die wissen, wie wichtig Geben und Reziprozität sind, aber nicht alles nur ins Geben stecken.

Zweitens Resilienz: starken Gegenwind aushalten, Ideen bringen, sich gegen Bürokraten durchsetzen. Drittens Vertrauen als kostbare Währung: gezielt sichtbar sein und Reputation aufbauen, damit die Geschäftsführung blind vertrauen kann – dann bekommst du ganz andere Aufgaben, größere Projekte, mehr Verantwortung und mehr Freiheitsgrade. Viertens die Lernmaschine: exponentielles Wachstum, das die wenigsten erleben, weil die wenigsten eine No-Zero-Days-Philosophie leben. Fünftens die Basics: Schlaf, Ernährung, Sport, Sonnenlicht, Achtsamkeit – das macht zehnmal produktiver und fokussierter. Sechstens sich selbst verkaufen: hohes Energielevel und Begeisterungsfähigkeit, die mitreißt. Ein Meeting mit solchen Menschen wird deutlich energiegeladener und optimistischer. Siebtens Initiative ergreifen: nicht warten, sondern handeln, auch wenn man sich nicht bereit fühlt, statt in die Prokrastinationsfalle zu tappen.

Das waren 7 Gründe – und das gilt für kleine wie große Unternehmen, das sind quasi universelle Gesetze. Ich hoffe, es waren einige Impulse für dich dabei, auch als Reflexion, wo du auf dieser Skala stehst. Es ist nicht schwarz-weiß: Unternehmerisch denken ist eine Skala. Ein guter Indikator ist, welche Aufgaben du heute schon übertragen bekommst – wenn du im Führungskreis deutlich jünger bist als die nächste Person, bist du auf einem guten Weg. Der große Unterschied liegt zwischen dem, was man glaubt und als Identität fühlt, und dem, was die Fakten im Output und in deiner Arbeitsumgebung wirklich zeigen. Das war es für diese Folge. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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