Am 2. August 2006 schrieb Elon Musk den Secret Tesla Masterplan. Der Plan enthält zwei der wertvollsten Lektionen zur Entwicklung einer guten Unternehmensstrategie.
Erstens:
Teslas große Vision:
Accelerating the World’s Transition to Sustainable Energy.
Zweitens:
Die strategische Sequenz, mit der Tesla dies erreichen würde.
1. Build sports car
2. Use that money to build an affordable car
3. Use that money to build an even more affordable car
4. While doing above, also provide zero emission electric power generation options
Diese Strategie-Formel wendet Elon Musk für jedes seiner Unternehmen an:
- Eine große Vision.
- Eine strategische Sequenz.
Aber, warum ist dieses Vorgehen so brillant?
Um das zu verstehen, schauen wir uns beide Elemente seiner Strategie-Formel im Detail an.
Zuerst: eine große Vision.
Teil 1: Warum große Ziele vieles leichter machen
Stephen A. Schwarzman ist self-made Milliardär. Er ist CEO und Co-Founder von Blackstone – mit 3.165 Mitarbeitern und 22,58 Milliarden Dollar Jahresumsatz eine der erfolgreichsten Investmentgesellschaften der Welt.
In den 38 Jahren seit der Gründung hat er tausende Dinge gelernt.
Eine Lektion war für ihn dabei wichtiger als alle anderen – dieser Satz wurde zur goldenen Regel für ihn und die Strategie des Unternehmens:
„It is just as hard to accomplish a big goal as a small goal – and it takes just as long.“
Für viele ist dieser Satz ein Paradox. Die meisten ambitionierten Ingenieure, die ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte, setzen zu kleine Ziele – sie sind viel zu vorsichtig und bescheiden.
Kleine Ziele sind fatal für das Unternehmenswachstum.
Laut Elon Musk sind zu kleine Ziele der Hauptgründe, warum Unternehmen nur langsam wachsen und sich im Mittelmaß bewegen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter:
„Building the hardest company you can think of is, surprisingly, easier.“
Warum?
„Level 10 talent is only attracted to level 10 opportunities.“
Tesla und SpaceX sind Paradebeispiele dafür. Sie ziehen die ambitioniertesten Ingenieure der Welt an. Ihre Visionen sind ein Magnet für Talente – sowie Investoren und die Medien.
Jeder Mensch möchte Teil von etwas Großem, etwas Spannendem sein. Wer bei einem wichtigen Problem Fortschritte macht, wird ständig Rückenwind von Leuten haben, die einem helfen wollen.
Doch, eine große Vision auszurufen, ist das eine. Jedes Unternehmen kann ein großes Zukunftsbild ausrufen. Das allein reicht nicht.
Erfolgreiche Unternehmen meistern vor allem den zweiten Teil der Strategie-Formel, die Sequenzstrategie. Denn genau dort liegt die Magie.
Teil 2: Eine kluge Sequenz
Elon Musk ist ein brillanter Unternehmer. Ein Beweis dafür ist seine Sequenzstrategie.
Bereits im Jahr 2002 war für Elon Musk die Vision von SpaceX klar:
„Den Mars besiedeln.“
Aber wo anfangen?
Hier kommt Elon Musk’s Cash-Return Framework ins Spiel. Es besteht aus 2 Fragen:
Frage 1: Wie funktioniert das Ecosystem „Space exploration“ – wo liegen die größten Herausforderungen und welche lassen sich mit dem Stand der Technik lösen?
Diese Frage war im Fall von SpaceX schnell beantwortet:
Zwischen dem Jahr 1970 und 2000 blieben die Kosten für den Launch einer Rakete in den Weltraum unverändert. Es gab in 30 Jahren keine Innovationen und damit viel Spielraum für Fortschritt.
Die wahre Magie der Strategie-Entwicklung liegt in der zweiten Frage.
Frage 2: Welche dieser Chancen hat den besten, kurzfristigen Cash-Return (mit dem wir unseren nächsten Schritt finanzieren können)?
Laut Warren Buffett ist Capital allocation (bzw. Cash-Management) der wichtigste Job eines Geschäftsführers. Nicht Gewinn, sondern Cash ist entscheidend – also:
- Wie können wir mehr Cash generieren?
- Wie können wir unser Cash bestmöglich re-investieren?
Und genau dieses Verständnis ist das Fundament der Sequenzstrategie von Elon Musk.
Hier die Sequenzstrategie von SpaceX, 2002 bis heute:
1. Falcon 1: Die günstigste Rakete der Welt entwickeln, in den Orbit bringen und staatliche Subventionen erhalten.
2. Falcon 9: Raketen-Triebwerke erweitern und Satelliten extrem kostengünstig in den Orbit bringen.
3. Falcon Heavy: Raketen-Triebwerke noch mehr erweitern und größere Satelliten extrem kostengünstig in den Orbit bringen.
4. Parallel zu Punkt 2 und 3: Raketen wiederverwendbar machen und dadurch noch günstiger werden.
5. Starbase: Einen Weltraumbahnhof errichten, um günstiger und schneller Raketen zu bauen, zu testen und zu launchen.
6. Starship: Die größte jemals gebaute Rakete entwickeln, die bemannte Flüge zum Mars ermöglicht.
Eine gute Unternehmensstrategie besteht aus 2 Elementen:
- Einer großen Vision, die wie ein Magnet für Talente, Investoren und Medien wirkt.
- Und einer Sequenzstrategie, die Fortschritt und ganz besonders Cashflow ausgelegt ist.
Zusammengefasst:
„Be courageous. But never, ever run out of cash.“
Podcast zum Artikel:
#165: Brillante Strategie-Skills | Die 2 Elemente einer herausragenden Strategie
