Gehalt steigern: 5 Wege zu deutlich mehr Einkommen

Zum Vermögensaufbau gehören drei Komponenten: Geld investieren, Geld sparen – und vor allem Geld verdienen. Letzteres vergessen viele Ingenieure. Dabei zeigt eine Statistik: Wer nicht oder nur dürftig verhandelt, dem entgehen bis zum Alter von 60 über 500.000 € Einkommen.

In dieser Folge geht es nicht um kleine jährliche Erhöhungen, sondern um echte Sprünge. Du bekommst das größte Problem (das dich als Ingenieur ausbremst), einen Blick in die Gedanken der Entscheider – und fünf praktische Wege, dein Gehalt spürbar zu steigern.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Das größte Problem ist Verträglichkeit: Sehr verträgliche Menschen meiden Konflikte und stehen zu wenig für sich ein. 62 % verhandeln ihr Gehalt gar nicht – wer verhandelt, bekommt oft 25 % mehr.
  • Weg 1 – Budget erfragen: „Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert.“ Der Gehaltsfrage ausweichen und nach dem Budgetrahmen des Unternehmens fragen.
  • Weg 2 – Die richtige Range nennen: recherchieren, eine Spanne statt einer Zahl nennen (Wunschgehalt ans untere Ende), keine runden Zahlen.
  • Weg 3 – In die Verhandlungsschleife gehen: nicht schwarz-weiß (annehmen/ablehnen). „Gibt es eine Möglichkeit, die Differenz auszugleichen?“
  • Weg 4 – Tätigkeit mit Profitabilität verbinden: outcome-orientiert denken und diesen Beitrag sichtbar machen.
  • Weg 5 – unternehmerisch denken: Wer wie ein Mitunternehmer agiert, verdient im Schnitt mehr.

Gehalt steigern: die Kernidee

Das größte Problem: das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit

Ein Faktor sagt die Gehaltsentwicklung von Ingenieuren voraus wie kaum ein anderer: Verträglichkeit (Agreeableness). Sie hat viele schöne Seiten (Hilfsbereitschaft, Empathie, Teamplayer, idealer Servant Leader), aber einen Nachteil: Man steht zu wenig für die eigenen Interessen ein. Verträgliche Menschen möchten gemocht werden – und eine Gehaltsverhandlung fühlt sich wie eine Konfliktsituation an. Die Folge: Viele gehen gar nicht erst hinein. Laut Umfragen verhandeln 62 % ihr Gehalt überhaupt nicht; wer verhandelt, bekommt im Schnitt 25 % mehr als erwartet, und nur 15 % bekommen gar nichts. Dein größter Gegner ist also deine innere Stimme – und genau dafür gibt es vorbereitete, gezielte Vorgehensweisen. Die Folge teilt sich in zwei Teile: vor dem Start (Bewerbungsprozess, Wege 1–3) und in der Rolle (Wege 4–5).

Weg 1: Das Budget erfragen (im Bewerbungsprozess)

Jedes Unternehmen hat vor der Besetzung einen Budgetrahmen. Die goldene Regel: Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert. Wirst du früh nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt, weich charmant aus: „Meine Vorstellungen sind flexibel. Mir ist zuerst wichtig, dass die Position passt – danach sprechen wir gern über das Gehalt.“ Bohrt man nach, dreh die Frage um: „Wären Sie bereit, den Budgetrahmen zu teilen, den Sie für diese Position vorgesehen haben?“ So nennst du nicht als Erster eine Zahl. Es gibt keine Downside – und gute Personaler teilen den Rahmen oft, weil der ganze Prozess teuer ist.

Weg 2: Die richtige Range nennen

Musst du doch eine Zahl nennen, kommt deine Recherche ins Spiel (z. B. glassdoor.de, levels.fyi, vor allem dein Netzwerk). Eine Studie von Daniel Ames (Columbia University) zeigt: Wer eine Gehaltsspanne nennt, erzielt höhere Gehälter als wer eine konkrete Zahl nennt. Da sich Arbeitgeber am unteren Ende orientieren, lege dein Wunschgehalt ans untere Ende der Spanne. Und: keine runden Zahlen – „91.600 €“ statt „90.000 €“ suggeriert gründliche Recherche und erzielt nachweislich mehr. Keine Sorge: Niemand bekommt eine Stelle nicht, weil er verhandelt – das Schlimmste ist ein „außerhalb unseres Budgets“.

Weg 3: In die Verhandlungsschleife gehen

Liegt das Angebot unter deiner Erwartung, denken die meisten schwarz-weiß: annehmen oder ablehnen. Es gibt eine dritte Option – die Verhandlungsschleife. Greif (idealerweise) zum Hörer, bedanke dich, und sag: „Ich habe etwas recherchiert und gesehen, dass der Branchendurchschnitt bei rund 92.750 € liegt; euer Angebot liegt leicht darunter. Gibt es eine Möglichkeit, diese Differenz auszugleichen?“ Kommt ein (kleines) Gegenangebot, kannst du eine weitere, höfliche Schleife per Mail anschließen – nie fordernd, sondern: „Ich möchte nicht aggressiv wirken, nur alle Aspekte verstehen, und bin bereit zuzusagen, wenn dieses Detail geklärt ist.“ Die Extra-Meile: einen kurzen Vorschlag mit Lösungsansätzen für Team-Herausforderungen beilegen. Merksatz: einmal mehr fragen, als sich komfortabel anfühlt.

Perspektivwechsel (vor Weg 4 & 5)

In der Rolle gilt zuerst: Perspektive wechseln. Wie steht das Unternehmen da (Wachstum, Branche)? Gehaltsentwicklung hängt stark von Branchen- und Unternehmenswachstum ab – plus deinem Engagement. Und: Wie denkt der Entscheider? Typische Fragen: Passt das ins Budget? Welche Second-Order-Consequences (fragen dann alle anderen auch)? Wie hoch sind die Kosten, dich zu verlieren? Was zahlt der Markt? Welches Zukunftspotenzial hast du? Welche alternativen Anreize gibt es? Schreib dir die Gedanken deines Vorgesetzten einmal auf ein Blatt – das verändert deine Vorbereitung.

Weg 4: Verbinde deine Tätigkeit mit der Profitabilität

Die Kernfrage: Wie trägt meine Rolle zur Profitabilität des Unternehmens bei? Denk outcome-orientiert und zoom raus. Statt „Wie verbessere ich die Qualität?“ frag „Wie sorgen bessere Qualitätsstandards für mehr Aufträge und Umsatz – oder für höheren Durchsatz und geringere Kosten pro Einheit?“ Drei Aufgaben: diese Verbindung verstehen, sie verbessern und sie sichtbar machen. Sichtbarkeit heißt nicht, laut zu sein, sondern den Impact zu kommunizieren: nicht „Wir haben die Qualitätskontrolle verbessert“, sondern „… und das hat den Durchsatz um X % erhöht und die Kosten pro Einheit gesenkt – das zahlt direkt auf die Profitabilität ein“. Hilf deinem Vorgesetzten, diese Brücke zu schließen.

Weg 5: Unternehmerisch denken

Der wichtigste Weg – und die Fortsetzung von Weg 4: Wer im Unternehmen wie ein Mitunternehmer denkt und handelt (das Big Picture sieht, Probleme proaktiv löst, Wert schafft und sichtbar macht), wird anders wahrgenommen – und verdient im Schnitt mehr als ein rein fachlich denkender Ingenieur. Genau diese Haltung – „Unternehmer im Unternehmen“ – ist der größte langfristige Hebel für dein Einkommen.

Diese Folge ist die Übersicht über fünf Hebel; zwei davon haben eigene Deep-Dives: Die Verhandlung selbst vertieft Gehaltsverhandlung: die 4 Phasen, und warum dein Umfeld oft mehr zählt als jeder Verhandlungstrick, zeigt Gehalt verdoppeln. Wie die unternehmerische Haltung aus Weg 5 konkret aussieht, hörst du in Unternehmer werden oder angestellt bleiben.

Häufige Fragen zum Gehalt steigern

Wie kann ich mein Gehalt deutlich steigern? Über fünf Wege: im Bewerbungsprozess das Budget erfragen, eine recherchierte Gehaltsspanne nennen und in die Verhandlungsschleife gehen; in der Rolle deine Tätigkeit sichtbar mit der Profitabilität des Unternehmens verbinden und unternehmerisch denken. Entscheidend ist, den eigenen Konfliktvermeidungs-Reflex (Verträglichkeit) zu überwinden.

Sollte ich im Bewerbungsgespräch zuerst eine Gehaltszahl nennen? Nein. Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert meist. Weiche der Frage zunächst aus und bitte stattdessen um den Budgetrahmen, den das Unternehmen für die Position vorgesehen hat. Musst du doch eine Zahl nennen, gib eine recherchierte Spanne an – mit deinem Wunschgehalt am unteren Ende.

Was mache ich, wenn das Angebot zu niedrig ist? Nicht einfach annehmen oder ablehnen, sondern verhandeln. Bedanke dich, nenne deine Recherche zum Branchendurchschnitt und frage: „Gibt es eine Möglichkeit, die Differenz auszugleichen?“ Eine höfliche zweite Schleife ist völlig legitim – das Schlimmste ist ein Nein.

Wie steigere ich mein Gehalt, wenn ich schon im Unternehmen bin? Indem du den Perspektivwechsel machst (Unternehmenslage und Entscheider-Sicht), deine Arbeit sichtbar mit der Profitabilität verknüpfst und unternehmerisch denkst. Wer seinen Wertbeitrag klar kommuniziert, hat in jedem Gehaltsgespräch die besseren Argumente.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Gehalts-Recherche: glassdoor.de und levels.fyi für branchenübliche Gehälter – plus dein Netzwerk.
  • Studie von Daniel Ames (Columbia University): Wer eine Gehaltsspanne statt einer konkreten Zahl nennt, erzielt höhere Gehälter.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema mehr Gehalt verdienen, Kommunikation & Gesprächsführung und Karriere als Ingenieur.

Transkript

Wir Ingenieure sind Problemlöser und Systemdenker. Aber wie gut sind wir darin, unser eigenes Einkommen zu verbessern? Zum Vermögensaufbau gehören drei Komponenten: Geld investieren, Geld sparen – und vor allem Geld verdienen. Eine Statistik von celery.com sagt: Wer nicht oder nur dürftig verhandelt, dem entgehen über 500.000 € Einkommen bis zum Alter von 60. Ich zeige dir das größte Problem, das du als Ingenieur meistern musst, einen Einblick in die Gedanken der Entscheider und fünf praktische Wege, um an dieses Einkommenspotenzial zu kommen.

Das größte Problem bei Gehaltsverhandlungen ist ein Persönlichkeitsmerkmal: Verträglichkeit. Sie hat viele positive Seiten – Hilfsbereitschaft, Geber-Mentalität, Empathie, ein guter Teamplayer, ein idealer Servant Leader. Aber sie hat einen Nachteil, der hier schwer wiegt: Man steht zu wenig für die eigenen Interessen ein. Die meisten ambitionierten Ingenieure, die ich kenne, sind sehr verträglich. Wie sich dein Gehalt entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab (Skills, Erfahrung, Branche, Unternehmen, Wahrnehmung, Netzwerk) – aber eben auch davon, wie häufig und mit welchem Vorgehen du nach mehr Gehalt fragst. Verträgliche Menschen möchten gemocht werden, und eine Verhandlung fühlt sich wie ein Konflikt an. Deshalb gehen viele gar nicht erst hinein. Laut einer Umfrage verhandeln 62 % ihr Gehalt überhaupt nicht. Wer verhandelt, bekommt im Schnitt 25 % mehr als erwartet, und nur 15 % bekommen gar nichts. Dein großer Gegner ist also deine innere Stimme. Die Folge hat zwei Teile: vor dem Start (der Bewerbungsprozess, drei Wege) und in der Rolle (zwei Wege).

Weg 1: das Budget erfragen. Stell dir vor, du bist der beste Kandidat, verdienst aktuell 50.000 €, das Budget der Position liegt bei 100.000 € – nennst du deine 50.000, bekommst du vielleicht 65.000 statt des möglichen Maximums. Jedes Unternehmen macht sich vor der Besetzung Gedanken über sein Budget und hat eine Range. Die goldene Regel: Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert. Wirst du früh nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt, antworte zum Beispiel: „Meine Vorstellungen sind flexibel. Mir ist zuerst wichtig, die passende Position zu finden; sobald das geklärt ist, sprechen wir gern über das Gehalt.“ Bohrt der Personaler nach, dreh es um: „Verstehe ich – wären Sie bereit, den Gehaltsrahmen zu teilen, den Sie für diese Position budgetiert haben? Dann stellen wir sicher, dass wir dasselbe Verständnis haben.“ Das ist unangenehm, aber gute Personaler teilen den Rahmen oft, weil der ganze Prozess teuer ist und es keine Downside gibt. Nicht immer klappt es, gerade in großen Unternehmen mit striktem Prozess – in kleineren häufiger.

Weg 2: die richtige Range nennen. Musst du doch eine Zahl nennen, kommt die Recherche ins Spiel – über Seiten wie glassdoor.de oder levels.fyi, vor allem aber über ein gutes Netzwerk. Eine Studie des Neurowissenschaftlers Daniel Ames von der Columbia University zeigt: Wer eine Gehaltsspanne angibt, erhält höhere Gehälter als wer eine konkrete Zahl nennt. Da Arbeitgeber sich am unteren Ende orientieren, lege dein Wunschgehalt ans untere Ende deiner Spanne. Und nutze keine runden Zahlen: „91.600 €“ erzielt nachweislich mehr als „90.000 €“, weil es gründliche Recherche suggeriert. Wichtig: Ich habe noch nie gehört, dass jemand eine Stelle nicht bekam, weil er verhandelte. Das Schlimmste ist ein „leider außerhalb unseres Budgets“ – auch das ist eine wertvolle Information.

Weg 3: in die Verhandlungsschleife gehen. Liegt das Angebot unter deiner Erwartung, denken die meisten schwarz-weiß: annehmen oder ablehnen. Es gibt eine dritte Option. Greif zum Hörer (besser als E-Mail) und sag sinngemäß: „Danke, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt – ich finde es toll, euch kennenzulernen. Ich habe etwas recherchiert und gesehen, dass der Branchendurchschnitt bei rund 92.750 € liegt; euer Angebot liegt leicht darunter. Gibt es eine Möglichkeit, diese Differenz auszugleichen?“ Kommt ein kleines Gegenangebot (etwa 82.000 statt 80.000) und es ist dir noch zu wenig, kannst du eine weitere, höfliche Schleife per Mail anschließen – nie fordernd: „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nicht aggressiv wirken, sondern alle Aspekte nachvollziehen, bevor ich entscheide. Ich bin sehr begeistert und bereit zuzusagen, wenn dieses eine Detail geklärt ist.“ Die Extra-Meile: einen Vorschlag mit Lösungsansätzen für die größten Herausforderungen des Teams beilegen (dann aber auch liefern). Merksatz: einmal mehr fragen, als sich komfortabel anfühlt – den meisten Ingenieuren fehlt nur das Handwerkszeug. Es gibt keine Downside: Es wurde dir bereits ein Angebot gemacht, das Unternehmen will dich.

Damit sind die drei Wege vor dem Start abgeschlossen. Jetzt der zweite Teil: in der Rolle. Zuerst ist ein Perspektivwechsel wichtig. Die meisten betrachten ihre Situation nur aus der eigenen Brille („Ich mache seit zweieinhalb Jahren einen herausragenden Job, jetzt ist es Zeit für mehr Gehalt“). Wichtiger ist: Wie steht das Unternehmen da? Gibt es Wachstum, oder ist die Branche im Sinkflug? Gehaltsentwicklung hängt stark vom Wachstumspotenzial der Branche und des Unternehmens ab, dazu kommt dein persönliches Engagement. Und wechsle die Perspektive zum Entscheider: Wer entscheidet über deine Erhöhung, und welche Gedanken hat diese Person? Typisch sind: Passt das ins Budget? Welche Second-Order-Consequences (fragen dann alle anderen auch, wie bleibe ich gerecht und konsistent)? Was kostet es, dich zu verlieren (messbar und emotional)? Was zahlt der Markt? Welches Zukunftspotenzial hast du, lohnt sich die Investition? Gibt es alternative Anreize? Setz dich hin, schreib den Namen deines Vorgesetzten auf ein Blatt und überleg, welche Bedenken ihm beim Thema Gehalt zuerst kommen.

Weg 4: Verbinde deine Tätigkeit mit der Profitabilität des Unternehmens. Für viele ist nicht greifbar, wie ihre Rolle monetär zum Erfolg beiträgt. Arbeite outcome-orientiert und zoom raus aufs große Ganze. Die Kernfrage: Wie trägt meine Rolle zur Profitabilität bei? Beispiel Qualitätsmanager: Statt „Wie verbessere ich die Qualität?“ lieber „Wie sorgen bessere Qualitätsstandards dafür, dass wir Kunden begeistern und mehr Aufträge gewinnen?“ oder „Wie erhöhen bessere Qualitätskontrollen den Durchsatz und senken die Produktionskosten pro Einheit?“. Drei Aufgaben: diese Verbindung verstehen, sie verbessern (Argumente sammeln) und sie sichtbar machen. Sichtbarkeit heißt nicht, laut zu sein, sondern den Impact zu kommunizieren – nicht „Wir haben die Qualitätskontrolle verbessert“, sondern „… und das hat den Durchsatz um X % erhöht und die Kosten pro Einheit gesenkt, das zahlt direkt auf die Profitabilität ein“. Beispiel Projektingenieur: Statt „Wie schließe ich das Projekt erfolgreich ab?“ lieber „Was kann ich schon während des Projekts tun, damit der Kunde uns wieder beauftragt?“ und „Welche weiteren Probleme des Kunden können wir lösen und anbieten?“. Jede Rolle kann dazu beitragen, mehr Geld zu verdienen oder unnötige Ausgaben zu senken – mach es dir und anderen bewusst.

Weg 5: unternehmerisch denken. Genau so denken Mitunternehmer im Unternehmen. Das ist die Fortsetzung von Weg 4 – und der mit Abstand wichtigste Hebel. In jedem Unternehmen gibt es Menschen, die über Strategie, Kultur und Ausrichtung entscheiden: Geschäftsführer und der Führungskreis. Wer wie ein Mitunternehmer denkt und handelt – das Big Picture sieht, Wert schafft und sichtbar macht –, wird anders wahrgenommen und verdient im Schnitt mehr als ein rein fachlich denkender Ingenieur. Genau diese Haltung ist der größte langfristige Hebel für dein Einkommen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

Gehalt steigern: 5 Wege zu deutlich mehr Einkommen

Zum Vermögensaufbau gehören drei Komponenten: Geld investieren, Geld sparen – und vor allem Geld verdienen. Letzteres vergessen viele Ingenieure. Dabei zeigt eine Statistik: Wer nicht oder nur dürftig verhandelt, dem entgehen bis zum Alter von 60 über 500.000 € Einkommen.

In dieser Folge geht es nicht um kleine jährliche Erhöhungen, sondern um echte Sprünge. Du bekommst das größte Problem (das dich als Ingenieur ausbremst), einen Blick in die Gedanken der Entscheider – und fünf praktische Wege, dein Gehalt spürbar zu steigern.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Das größte Problem ist Verträglichkeit: Sehr verträgliche Menschen meiden Konflikte und stehen zu wenig für sich ein. 62 % verhandeln ihr Gehalt gar nicht – wer verhandelt, bekommt oft 25 % mehr.
  • Weg 1 – Budget erfragen: „Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert.“ Der Gehaltsfrage ausweichen und nach dem Budgetrahmen des Unternehmens fragen.
  • Weg 2 – Die richtige Range nennen: recherchieren, eine Spanne statt einer Zahl nennen (Wunschgehalt ans untere Ende), keine runden Zahlen.
  • Weg 3 – In die Verhandlungsschleife gehen: nicht schwarz-weiß (annehmen/ablehnen). „Gibt es eine Möglichkeit, die Differenz auszugleichen?“
  • Weg 4 – Tätigkeit mit Profitabilität verbinden: outcome-orientiert denken und diesen Beitrag sichtbar machen.
  • Weg 5 – unternehmerisch denken: Wer wie ein Mitunternehmer agiert, verdient im Schnitt mehr.

Gehalt steigern: die Kernidee

Das größte Problem: das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit

Ein Faktor sagt die Gehaltsentwicklung von Ingenieuren voraus wie kaum ein anderer: Verträglichkeit (Agreeableness). Sie hat viele schöne Seiten (Hilfsbereitschaft, Empathie, Teamplayer, idealer Servant Leader), aber einen Nachteil: Man steht zu wenig für die eigenen Interessen ein. Verträgliche Menschen möchten gemocht werden – und eine Gehaltsverhandlung fühlt sich wie eine Konfliktsituation an. Die Folge: Viele gehen gar nicht erst hinein. Laut Umfragen verhandeln 62 % ihr Gehalt überhaupt nicht; wer verhandelt, bekommt im Schnitt 25 % mehr als erwartet, und nur 15 % bekommen gar nichts. Dein größter Gegner ist also deine innere Stimme – und genau dafür gibt es vorbereitete, gezielte Vorgehensweisen. Die Folge teilt sich in zwei Teile: vor dem Start (Bewerbungsprozess, Wege 1–3) und in der Rolle (Wege 4–5).

Weg 1: Das Budget erfragen (im Bewerbungsprozess)

Jedes Unternehmen hat vor der Besetzung einen Budgetrahmen. Die goldene Regel: Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert. Wirst du früh nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt, weich charmant aus: „Meine Vorstellungen sind flexibel. Mir ist zuerst wichtig, dass die Position passt – danach sprechen wir gern über das Gehalt.“ Bohrt man nach, dreh die Frage um: „Wären Sie bereit, den Budgetrahmen zu teilen, den Sie für diese Position vorgesehen haben?“ So nennst du nicht als Erster eine Zahl. Es gibt keine Downside – und gute Personaler teilen den Rahmen oft, weil der ganze Prozess teuer ist.

Weg 2: Die richtige Range nennen

Musst du doch eine Zahl nennen, kommt deine Recherche ins Spiel (z. B. glassdoor.de, levels.fyi, vor allem dein Netzwerk). Eine Studie von Daniel Ames (Columbia University) zeigt: Wer eine Gehaltsspanne nennt, erzielt höhere Gehälter als wer eine konkrete Zahl nennt. Da sich Arbeitgeber am unteren Ende orientieren, lege dein Wunschgehalt ans untere Ende der Spanne. Und: keine runden Zahlen – „91.600 €“ statt „90.000 €“ suggeriert gründliche Recherche und erzielt nachweislich mehr. Keine Sorge: Niemand bekommt eine Stelle nicht, weil er verhandelt – das Schlimmste ist ein „außerhalb unseres Budgets“.

Weg 3: In die Verhandlungsschleife gehen

Liegt das Angebot unter deiner Erwartung, denken die meisten schwarz-weiß: annehmen oder ablehnen. Es gibt eine dritte Option – die Verhandlungsschleife. Greif (idealerweise) zum Hörer, bedanke dich, und sag: „Ich habe etwas recherchiert und gesehen, dass der Branchendurchschnitt bei rund 92.750 € liegt; euer Angebot liegt leicht darunter. Gibt es eine Möglichkeit, diese Differenz auszugleichen?“ Kommt ein (kleines) Gegenangebot, kannst du eine weitere, höfliche Schleife per Mail anschließen – nie fordernd, sondern: „Ich möchte nicht aggressiv wirken, nur alle Aspekte verstehen, und bin bereit zuzusagen, wenn dieses Detail geklärt ist.“ Die Extra-Meile: einen kurzen Vorschlag mit Lösungsansätzen für Team-Herausforderungen beilegen. Merksatz: einmal mehr fragen, als sich komfortabel anfühlt.

Perspektivwechsel (vor Weg 4 & 5)

In der Rolle gilt zuerst: Perspektive wechseln. Wie steht das Unternehmen da (Wachstum, Branche)? Gehaltsentwicklung hängt stark von Branchen- und Unternehmenswachstum ab – plus deinem Engagement. Und: Wie denkt der Entscheider? Typische Fragen: Passt das ins Budget? Welche Second-Order-Consequences (fragen dann alle anderen auch)? Wie hoch sind die Kosten, dich zu verlieren? Was zahlt der Markt? Welches Zukunftspotenzial hast du? Welche alternativen Anreize gibt es? Schreib dir die Gedanken deines Vorgesetzten einmal auf ein Blatt – das verändert deine Vorbereitung.

Weg 4: Verbinde deine Tätigkeit mit der Profitabilität

Die Kernfrage: Wie trägt meine Rolle zur Profitabilität des Unternehmens bei? Denk outcome-orientiert und zoom raus. Statt „Wie verbessere ich die Qualität?“ frag „Wie sorgen bessere Qualitätsstandards für mehr Aufträge und Umsatz – oder für höheren Durchsatz und geringere Kosten pro Einheit?“ Drei Aufgaben: diese Verbindung verstehen, sie verbessern und sie sichtbar machen. Sichtbarkeit heißt nicht, laut zu sein, sondern den Impact zu kommunizieren: nicht „Wir haben die Qualitätskontrolle verbessert“, sondern „… und das hat den Durchsatz um X % erhöht und die Kosten pro Einheit gesenkt – das zahlt direkt auf die Profitabilität ein“. Hilf deinem Vorgesetzten, diese Brücke zu schließen.

Weg 5: Unternehmerisch denken

Der wichtigste Weg – und die Fortsetzung von Weg 4: Wer im Unternehmen wie ein Mitunternehmer denkt und handelt (das Big Picture sieht, Probleme proaktiv löst, Wert schafft und sichtbar macht), wird anders wahrgenommen – und verdient im Schnitt mehr als ein rein fachlich denkender Ingenieur. Genau diese Haltung – „Unternehmer im Unternehmen“ – ist der größte langfristige Hebel für dein Einkommen.

Diese Folge ist die Übersicht über fünf Hebel; zwei davon haben eigene Deep-Dives: Die Verhandlung selbst vertieft Gehaltsverhandlung: die 4 Phasen, und warum dein Umfeld oft mehr zählt als jeder Verhandlungstrick, zeigt Gehalt verdoppeln. Wie die unternehmerische Haltung aus Weg 5 konkret aussieht, hörst du in Unternehmer werden oder angestellt bleiben.

Häufige Fragen zum Gehalt steigern

Wie kann ich mein Gehalt deutlich steigern? Über fünf Wege: im Bewerbungsprozess das Budget erfragen, eine recherchierte Gehaltsspanne nennen und in die Verhandlungsschleife gehen; in der Rolle deine Tätigkeit sichtbar mit der Profitabilität des Unternehmens verbinden und unternehmerisch denken. Entscheidend ist, den eigenen Konfliktvermeidungs-Reflex (Verträglichkeit) zu überwinden.

Sollte ich im Bewerbungsgespräch zuerst eine Gehaltszahl nennen? Nein. Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert meist. Weiche der Frage zunächst aus und bitte stattdessen um den Budgetrahmen, den das Unternehmen für die Position vorgesehen hat. Musst du doch eine Zahl nennen, gib eine recherchierte Spanne an – mit deinem Wunschgehalt am unteren Ende.

Was mache ich, wenn das Angebot zu niedrig ist? Nicht einfach annehmen oder ablehnen, sondern verhandeln. Bedanke dich, nenne deine Recherche zum Branchendurchschnitt und frage: „Gibt es eine Möglichkeit, die Differenz auszugleichen?“ Eine höfliche zweite Schleife ist völlig legitim – das Schlimmste ist ein Nein.

Wie steigere ich mein Gehalt, wenn ich schon im Unternehmen bin? Indem du den Perspektivwechsel machst (Unternehmenslage und Entscheider-Sicht), deine Arbeit sichtbar mit der Profitabilität verknüpfst und unternehmerisch denkst. Wer seinen Wertbeitrag klar kommuniziert, hat in jedem Gehaltsgespräch die besseren Argumente.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Gehalts-Recherche: glassdoor.de und levels.fyi für branchenübliche Gehälter – plus dein Netzwerk.
  • Studie von Daniel Ames (Columbia University): Wer eine Gehaltsspanne statt einer konkreten Zahl nennt, erzielt höhere Gehälter.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema mehr Gehalt verdienen, Kommunikation & Gesprächsführung und Karriere als Ingenieur.

Transkript

Wir Ingenieure sind Problemlöser und Systemdenker. Aber wie gut sind wir darin, unser eigenes Einkommen zu verbessern? Zum Vermögensaufbau gehören drei Komponenten: Geld investieren, Geld sparen – und vor allem Geld verdienen. Eine Statistik von celery.com sagt: Wer nicht oder nur dürftig verhandelt, dem entgehen über 500.000 € Einkommen bis zum Alter von 60. Ich zeige dir das größte Problem, das du als Ingenieur meistern musst, einen Einblick in die Gedanken der Entscheider und fünf praktische Wege, um an dieses Einkommenspotenzial zu kommen.

Das größte Problem bei Gehaltsverhandlungen ist ein Persönlichkeitsmerkmal: Verträglichkeit. Sie hat viele positive Seiten – Hilfsbereitschaft, Geber-Mentalität, Empathie, ein guter Teamplayer, ein idealer Servant Leader. Aber sie hat einen Nachteil, der hier schwer wiegt: Man steht zu wenig für die eigenen Interessen ein. Die meisten ambitionierten Ingenieure, die ich kenne, sind sehr verträglich. Wie sich dein Gehalt entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab (Skills, Erfahrung, Branche, Unternehmen, Wahrnehmung, Netzwerk) – aber eben auch davon, wie häufig und mit welchem Vorgehen du nach mehr Gehalt fragst. Verträgliche Menschen möchten gemocht werden, und eine Verhandlung fühlt sich wie ein Konflikt an. Deshalb gehen viele gar nicht erst hinein. Laut einer Umfrage verhandeln 62 % ihr Gehalt überhaupt nicht. Wer verhandelt, bekommt im Schnitt 25 % mehr als erwartet, und nur 15 % bekommen gar nichts. Dein großer Gegner ist also deine innere Stimme. Die Folge hat zwei Teile: vor dem Start (der Bewerbungsprozess, drei Wege) und in der Rolle (zwei Wege).

Weg 1: das Budget erfragen. Stell dir vor, du bist der beste Kandidat, verdienst aktuell 50.000 €, das Budget der Position liegt bei 100.000 € – nennst du deine 50.000, bekommst du vielleicht 65.000 statt des möglichen Maximums. Jedes Unternehmen macht sich vor der Besetzung Gedanken über sein Budget und hat eine Range. Die goldene Regel: Wer zuerst eine Zahl nennt, verliert. Wirst du früh nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt, antworte zum Beispiel: „Meine Vorstellungen sind flexibel. Mir ist zuerst wichtig, die passende Position zu finden; sobald das geklärt ist, sprechen wir gern über das Gehalt.“ Bohrt der Personaler nach, dreh es um: „Verstehe ich – wären Sie bereit, den Gehaltsrahmen zu teilen, den Sie für diese Position budgetiert haben? Dann stellen wir sicher, dass wir dasselbe Verständnis haben.“ Das ist unangenehm, aber gute Personaler teilen den Rahmen oft, weil der ganze Prozess teuer ist und es keine Downside gibt. Nicht immer klappt es, gerade in großen Unternehmen mit striktem Prozess – in kleineren häufiger.

Weg 2: die richtige Range nennen. Musst du doch eine Zahl nennen, kommt die Recherche ins Spiel – über Seiten wie glassdoor.de oder levels.fyi, vor allem aber über ein gutes Netzwerk. Eine Studie des Neurowissenschaftlers Daniel Ames von der Columbia University zeigt: Wer eine Gehaltsspanne angibt, erhält höhere Gehälter als wer eine konkrete Zahl nennt. Da Arbeitgeber sich am unteren Ende orientieren, lege dein Wunschgehalt ans untere Ende deiner Spanne. Und nutze keine runden Zahlen: „91.600 €“ erzielt nachweislich mehr als „90.000 €“, weil es gründliche Recherche suggeriert. Wichtig: Ich habe noch nie gehört, dass jemand eine Stelle nicht bekam, weil er verhandelte. Das Schlimmste ist ein „leider außerhalb unseres Budgets“ – auch das ist eine wertvolle Information.

Weg 3: in die Verhandlungsschleife gehen. Liegt das Angebot unter deiner Erwartung, denken die meisten schwarz-weiß: annehmen oder ablehnen. Es gibt eine dritte Option. Greif zum Hörer (besser als E-Mail) und sag sinngemäß: „Danke, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt – ich finde es toll, euch kennenzulernen. Ich habe etwas recherchiert und gesehen, dass der Branchendurchschnitt bei rund 92.750 € liegt; euer Angebot liegt leicht darunter. Gibt es eine Möglichkeit, diese Differenz auszugleichen?“ Kommt ein kleines Gegenangebot (etwa 82.000 statt 80.000) und es ist dir noch zu wenig, kannst du eine weitere, höfliche Schleife per Mail anschließen – nie fordernd: „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte nicht aggressiv wirken, sondern alle Aspekte nachvollziehen, bevor ich entscheide. Ich bin sehr begeistert und bereit zuzusagen, wenn dieses eine Detail geklärt ist.“ Die Extra-Meile: einen Vorschlag mit Lösungsansätzen für die größten Herausforderungen des Teams beilegen (dann aber auch liefern). Merksatz: einmal mehr fragen, als sich komfortabel anfühlt – den meisten Ingenieuren fehlt nur das Handwerkszeug. Es gibt keine Downside: Es wurde dir bereits ein Angebot gemacht, das Unternehmen will dich.

Damit sind die drei Wege vor dem Start abgeschlossen. Jetzt der zweite Teil: in der Rolle. Zuerst ist ein Perspektivwechsel wichtig. Die meisten betrachten ihre Situation nur aus der eigenen Brille („Ich mache seit zweieinhalb Jahren einen herausragenden Job, jetzt ist es Zeit für mehr Gehalt“). Wichtiger ist: Wie steht das Unternehmen da? Gibt es Wachstum, oder ist die Branche im Sinkflug? Gehaltsentwicklung hängt stark vom Wachstumspotenzial der Branche und des Unternehmens ab, dazu kommt dein persönliches Engagement. Und wechsle die Perspektive zum Entscheider: Wer entscheidet über deine Erhöhung, und welche Gedanken hat diese Person? Typisch sind: Passt das ins Budget? Welche Second-Order-Consequences (fragen dann alle anderen auch, wie bleibe ich gerecht und konsistent)? Was kostet es, dich zu verlieren (messbar und emotional)? Was zahlt der Markt? Welches Zukunftspotenzial hast du, lohnt sich die Investition? Gibt es alternative Anreize? Setz dich hin, schreib den Namen deines Vorgesetzten auf ein Blatt und überleg, welche Bedenken ihm beim Thema Gehalt zuerst kommen.

Weg 4: Verbinde deine Tätigkeit mit der Profitabilität des Unternehmens. Für viele ist nicht greifbar, wie ihre Rolle monetär zum Erfolg beiträgt. Arbeite outcome-orientiert und zoom raus aufs große Ganze. Die Kernfrage: Wie trägt meine Rolle zur Profitabilität bei? Beispiel Qualitätsmanager: Statt „Wie verbessere ich die Qualität?“ lieber „Wie sorgen bessere Qualitätsstandards dafür, dass wir Kunden begeistern und mehr Aufträge gewinnen?“ oder „Wie erhöhen bessere Qualitätskontrollen den Durchsatz und senken die Produktionskosten pro Einheit?“. Drei Aufgaben: diese Verbindung verstehen, sie verbessern (Argumente sammeln) und sie sichtbar machen. Sichtbarkeit heißt nicht, laut zu sein, sondern den Impact zu kommunizieren – nicht „Wir haben die Qualitätskontrolle verbessert“, sondern „… und das hat den Durchsatz um X % erhöht und die Kosten pro Einheit gesenkt, das zahlt direkt auf die Profitabilität ein“. Beispiel Projektingenieur: Statt „Wie schließe ich das Projekt erfolgreich ab?“ lieber „Was kann ich schon während des Projekts tun, damit der Kunde uns wieder beauftragt?“ und „Welche weiteren Probleme des Kunden können wir lösen und anbieten?“. Jede Rolle kann dazu beitragen, mehr Geld zu verdienen oder unnötige Ausgaben zu senken – mach es dir und anderen bewusst.

Weg 5: unternehmerisch denken. Genau so denken Mitunternehmer im Unternehmen. Das ist die Fortsetzung von Weg 4 – und der mit Abstand wichtigste Hebel. In jedem Unternehmen gibt es Menschen, die über Strategie, Kultur und Ausrichtung entscheiden: Geschäftsführer und der Führungskreis. Wer wie ein Mitunternehmer denkt und handelt – das Big Picture sieht, Wert schafft und sichtbar macht –, wird anders wahrgenommen und verdient im Schnitt mehr als ein rein fachlich denkender Ingenieur. Genau diese Haltung ist der größte langfristige Hebel für dein Einkommen. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

Danke fürs Lesen. Mehr praktische Ideen erhältst du in meinem beliebten Newsletter. Jede Woche versende ich 3 Ideen an über 3.500 ambitionierte Ingenieure. Trage dich jetzt ein und schließ dich uns an.

Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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