Bücher für Führungskräfte: 7 Empfehlungen, die kaum jemand kennt

Es gibt die üblichen Klassiker, über die alle sprechen. Und dann gibt es die Bücher, die kaum jemand auf dem Schirm hat – obwohl sie für Geschäftsführer und angehende Geschäftsführer besonders wertvoll sind.

In dieser Folge stelle ich dir 7 fortgeschrittene Empfehlungen vor. Sie drehen sich um die Rolle des Geschäftsführers als Gestalter: Führung, Systeme, Zeit, Kultur, echte Unternehmer-Storys und Marketing.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Feuer löschen ist kein Führungsstil. Wer täglich nur Probleme managt, hat sein Unternehmen nicht im Griff.
  • Es gibt zwei Arten von Geschäftsführern. Die einen führen, um einen Unterschied zu machen. Die anderen führen für Status – und merken oft zu spät, dass sie die Rolle gar nicht mögen.
  • Führung heißt, sich um die harten menschlichen Themen zu kümmern. Als Geschäftsführer hast du durchgehend mit People Problems zu tun, nicht nur mit Strategie.
  • Ein Unternehmen braucht zwei Generalisten-Rollen. Den Visionär, der voraus denkt, und den Integrator, der das Tagesgeschäft umsetzt.
  • Marketing ist ein unterschätzter Skill. Gerade für technisch geprägte Führungskräfte: Wahrnehmung schlägt Realität, Marken entstehen in Köpfen, nicht in Fabriken.

Die 7 Bücher im Detail

Diese Bücher richten sich an Gestalter. Am meisten holst du heraus, wenn du nahe an der Unternehmensführung dran bist – im Mittelstand oder in kleinen Unternehmen, wo du viel Gestaltungsspielraum und wenig Bürokratie hast. Als Teamleiter liest du manches noch als Theorie, aber als starkes Fundament lohnt sich jedes davon.

  1. The Great CEO Within (Matt Mochary). Ein sehr schlankes, praxisnahes Buch mit Tools und Prozessen für Entscheidungsfindung, Meetings und Unternehmenskultur. Mochary ist ein erfahrener Coach aus dem Silicon Valley, der mit bedeutenden Unternehmergrößen arbeitet. Sein Kernsatz: Feuer löschen ist kein Führungsstil – aus meiner Sicht ein Must-Read für jeden auf C-Level, das die meisten gar nicht kennen.
  2. The Motive (Patrick Lencioni). In einer Story-Form erklärt Lencioni, dass es zwei Arten von Geschäftsführern gibt: die, die führen, um einen Unterschied zu machen, und die, die führen, um Status zu genießen. Viele merken beim Lesen, dass sie ihrer eigenen Rolle gar nicht gerecht werden. Führung bedeutet nicht nur Strategie, sondern sich um die harten, menschlichen Themen zu kümmern.
  3. Traction (Gino Wickman). Eine Einführung in das EOS, das Entrepreneurial Operating System. Es ist wie ein Qualitätsmanagementsystem – nur schlanker, praktischer und leichter zu implementieren –, um kleine und mittelständische Unternehmen zu systematisieren. Über eine Million Mal verkauft, mit klarem roten Faden für Meeting-Zyklen, Struktur und die beiden nötigen Generalisten-Rollen.
  4. Rocket Fuel (Gino Wickman). Das Buch zu Traction: Es beschreibt das Zusammenspiel der zwei Generalisten-Rollen, den Visionär und den Integrator. Der Visionär denkt Jahre voraus und lebt in der Zukunft. Der Integrator ist stark umsetzungsorientiert und managt das Tagesgeschäft. Die Kombination aus beiden nennt Wickman Rocket Fuel.
  5. Buy Back Your Time (Dan Martell). Sehr beschäftigt zu sein ist für viele Geschäftsführer ein Dauerzustand – mit dem Risiko auszubrennen. Martell liefert ein Framework, um als Gestalter Zeit zurückzugewinnen: den eigenen Kalender analysieren, Low-Value-Tätigkeiten herauspicken und sie klug zu delegieren. Wichtig ist, dass du in einer Rolle mit Budget bist, um gezielt die richtigen Leute einzustellen.
  6. It Doesn’t Have to Be Crazy at Work (Jason Fried). Fried, Gründer von Basecamp, plädiert für ein stressfreies, produktives Arbeitsumfeld ohne Überstunden-Chaos. Eine sehr moderne Philosophie für Unternehmenskultur: bessere Strukturen, weniger unnötige Meetings, Fokus und effizientes Arbeiten durch asynchrone Kommunikation. Bei Basecamp arbeitet man im Sommer sogar nur vier Tage pro Woche.
  7. Never Enough (Andrew Wilkinson). Ein seltenes Juwel: eine der wenigen richtig gut geschriebenen Unternehmer-Storys. Wilkinson hat nach dem Warren-Buffett-Ansatz ein Portfolio aus Unternehmen aufgebaut. Er erzählt ehrlich von Struggle-Phasen und warnt vor dem Streben nach mehr – die Schattenseiten des ewigen „Mehr“. Ich habe es in ein, zwei Tagen verschlungen.

Und zum Abschluss noch ein achtes: Die 22 Immutable Laws of Marketing (Al Ries). Ein sehr schlankes Buch mit zeitlosen Marketing-Prinzipien. Wahrnehmung ist wichtiger als Realität, Marken entstehen in Köpfen und nicht in Fabriken. Wer tiefer einsteigen will, dem empfehle ich Positioning (Al Ries). Marketing ist ein groß unterschätzter Skill, gerade für Führungskräfte, die aus der Ingenieurswelt kommen.

Wenn dieses Fundament aus Führungs-Skills für dich noch neu ist, hilft dir vielleicht ein Blick auf verwandte Folgen: Was es konkret bedeutet, in diese Verantwortung hineinzuwachsen, bespreche ich in Geschäftsführer werden, und die typischen Stolpersteine in Herausforderungen als Geschäftsführer. Bevor du diese Bücher liest, lohnt sich außerdem ein starkes Lese-Fundament – warum und wie ich Sachbücher lese, zeige ich in Sachbücher lesen. Und ob du überhaupt einen Mentor brauchst oder erstmal Bücher reichen, dazu findest du meine Sicht in Mentor oder Bücher.

Häufige Fragen zu Büchern für Führungskräfte

Für wen sind diese Bücher gedacht? Für Geschäftsführer und angehende Geschäftsführer, die besonders ambitioniert sind. Auch als Führungskraft ziehst du viel heraus. Als Teamleiter liest du manches noch als Theorie, weil dir die Gestaltungsmöglichkeiten fehlen – als Fundament lohnt es sich trotzdem.

Was ist das wichtigste dieser Bücher, wenn ich nur eines lese? Das hängt von deiner Situation ab. Für den Einstieg in die Rolle ist The Motive besonders augenöffnend. Für konkrete Tools und Prozesse ist The Great CEO Within extrem praxisnah.

Warum ist Marketing für Führungskräfte so wichtig? Weil Wahrnehmung wichtiger ist als Realität. Es geht nicht darum, das beste Produkt zu haben, sondern die beste Wahrnehmung – im Markt wie beim eigenen Selbstmarketing. Gerade technisch geprägte Führungskräfte unterschätzen diesen Skill.

Brauche ich ein starkes Lese-Fundament, bevor ich diese Bücher lese? Ja. Diese Empfehlungen sind fortgeschritten. Wer noch wenig Sachbücher gelesen hat, sollte zuerst das Lesen als Skill aufbauen – dann holst du deutlich mehr aus jedem einzelnen Buch heraus.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Matt Mochary – The Great CEO Within: praxisnahe Tools und Prozesse für Geschäftsführer. Kernsatz: „Feuer löschen ist kein Führungsstil.“
  • Patrick Lencioni – The Motive: zwei Arten von Geschäftsführern – wer führt, um einen Unterschied zu machen, statt um Status. Führung heißt, sich um die harten menschlichen Themen zu kümmern.
  • Gino Wickman – Traction: Einführung ins EOS (Entrepreneurial Operating System) – ein schlankes Betriebssystem, um kleine und mittelständische Unternehmen zu systematisieren.
  • Gino Wickman – Rocket Fuel: das Zusammenspiel der zwei Generalisten-Rollen Visionär und Integrator.
  • Dan Martell – Buy Back Your Time: ein Framework, um als Gestalter Zeit zurückzugewinnen und Low-Value-Tätigkeiten klug zu delegieren.
  • Jason Fried – It Doesn’t Have to Be Crazy at Work: eine moderne, stressfreie Unternehmenskultur ohne Überstunden-Chaos, mit Fokus und asynchroner Kommunikation.
  • Andrew Wilkinson – Never Enough: eine ehrliche, packende Unternehmer-Story über die Schattenseiten des ewigen „Mehr“.
  • Al Ries – Die 22 Immutable Laws of Marketing: zeitlose Marketing-Prinzipien – Wahrnehmung schlägt Realität; Marken entstehen in Köpfen, nicht in Fabriken.
  • Al Ries – Positioning: der Vertiefungsklassiker, wenn du tiefer in Positionierung einsteigen willst.

Weitere Titel findest du in meinen Buchempfehlungen zur Unternehmensführung.

Mehr zum Thema

Diese Folge gehört zum Thema Business.

Transkript

Ich habe schon ziemlich lange keine Folge mehr zu ganz konkreten Buchempfehlungen aufgenommen. Das soll sich mit dieser Folge ändern. Ich habe 7 Bücher mitgebracht, die nicht ganz so offensichtlich sind. Das heißt, das sind fortgeschrittene Empfehlungen abseits der üblichen Klassiker.

Ganz kurz vorab: Wenn dein Fundament, was das Lesen anbelangt, noch nicht ganz so stark ist, dann empfehle ich dir vier Podcast-Folgen, in die du mal reinhören kannst. Folge 3, eine der allerersten – da ging es darum, warum und wie ich Sachbücher lese. Dann Folge 18 und 57, beide zum Thema Tipps, um mehr zu lesen. Und Folge 69. Wenn du von diesen vier Folgen nur eine hören solltest, dann Folge 69. Die ist etwas für das fortgeschrittenere Lesen, also wie du erstklassige Bücher findest und effektiver liest. Dazu gibt es auch ein Handout, ein kurzes PDF zur Folge, wo du einige Basics noch mal siehst.

Wenn das ganze Thema Lesen für dich noch Neuland ist und du noch keine 50, 60, 70, 80 Bücher in den letzten Jahren gelesen hast, dann kann ich definitiv empfehlen, da mal reinzuschauen. Das eine sind die Buchempfehlungen, die ich heute mitgebracht habe. Aber viel wichtiger ist das Fundament aus Skills. Lesen klingt erstmal banal, aber das will gekonnt sein. Da geht einiges mit einher.

Jetzt kommen wir zu den 7 Empfehlungen. Ich habe schon gesagt: Das sind fortgeschrittene Empfehlungen für Geschäftsführer oder angehende Geschäftsführer. Wenn du besonders ambitioniert bist, wirst du da einiges rausziehen können. Natürlich sind die Bücher nicht ausschließlich für Geschäftsführer. Schon wenn du Führungskraft bist, wirst du eine ganze Menge rausziehen. Nur ist auch klar: Wenn du Teamleiter bist, hast du viel weniger Gestaltungsmöglichkeiten als ein Geschäftsführer. In diesen Büchern geht es viel um Gestaltung und um die Rolle des Geschäftsführers als Gestalter. Deswegen ist das eher Theorie, wenn du diese Bücher als Ingenieur oder Teamleiter liest und noch nicht als Geschäftsführer. Es ist nicht just in Time, aber dennoch wichtig und ein gutes Fundament.

Buch Nummer 1 ist The Great CEO Within von Matt Mochary. Er zeigt, wie du als CEO, als Geschäftsführer, effektiv führen kannst. Das gilt für alle Führungskräfte. Er sagt: Feuer löschen ist kein Führungsstil. Wer täglich nur Probleme managt, hat sein Unternehmen nicht im Griff. Er gibt diverse praxisnahe Tools und Prozesse für Entscheidungsfindung, für Meetings, für die Unternehmenskultur. Ein super schlankes, sehr hilfreiches Buch. Matt Mochary ist ein sehr erfahrener und bekannter Coach aus dem Silicon Valley und hat mit ganz bedeutenden Unternehmergrößen zu tun. Sein Handwerkszeug hat er in dieses Buch gepackt. Für mich war es unglaublich wertvoll. Aus meiner Sicht für jeden CEO oder auf C-Level-Ebene ein Must-Read – und die meisten haben es gar nicht auf dem Schirm.

Buch Nummer 2, auch extrem wertvoll und gerade für Geschäftsführer wichtig, ist The Motive von Patrick Lencioni. Ich habe in diesem Podcast schon einige Male von ihm gesprochen. Er hat über die Dysfunktionalität eines Teams geschrieben, vielleicht kennst du auch Death by Meeting von ihm. Er vermittelt in einer Story-Form eine wichtige Idee. In The Motive geht es darum, dass es zwei Arten von Geschäftsführern gibt: diejenigen, die führen wollen, weil sie einen Unterschied machen möchten, und diejenigen, die führen, um Status zu genießen. Im ersten Moment würde jeder ambitionierte Ingenieur sagen: Natürlich möchte ich den Unterschied machen. Aber wenn man das Buch liest, merkt man, dass viele nicht Geschäftsführer geworden sind, weil sie die Rolle so cool finden, sondern weil es ein Ziel mit hohem Prestige und hoher Anerkennung ist. Das Problem: Viele erreichen dieses Ziel und stellen dann fest, dass sie die Rolle gar nicht mögen und sich gefangen fühlen.

Deswegen ist dieses Buch so wertvoll – auch für dich persönlich. Ich habe es in der Rolle eines Geschäftsführers gelesen, für mich war es sehr augenöffnend. Es kann dir helfen, die Rolle und die Aufgaben der Geschäftsführung zu verstehen. Er sagt: Führung bedeutet nicht nur Strategie, es heißt, sich um die harten, gerade menschlichen Themen zu kümmern. Geschäftsführer zu sein bedeutet, dass du durchgehend mit People Problems zu tun hast. Wenn dir das schon als Teamleiter nicht gefällt, dann ist die Geschäftsführerrolle eine größere, skalierte Form dieser People Problems. Dein Alltag dreht sich weniger darum, etwas zu gestalten oder zu kreieren. Der Geschäftsführer ist in erster Linie ein Manager, der die Kultur prägt – und Managertätigkeit heißt oft, People Problems zu lösen. Und die gibt es überall, wo Menschen arbeiten. Deswegen ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Auch das ein eher nischiges Buch, über das nur wenige sprechen.

Buch Nummer 3 ist ein absolutes Grundlagenwerk, setzt aber voraus, dass du in einer ganzheitlichen Gestalterrolle bist – gerade im Mittelstand, wenn du nahe an der Unternehmensführung dran bist. In meinem ersten Job habe ich mich viel mit der ISO 9001 beschäftigt, also mit Qualitätsmanagementsystemen. Da geht es darum, wie man ein Unternehmen ganzheitlich strukturiert und ein System daraus baut, damit es wiederkehrend die gleiche Qualität produziert.

Buch Nummer 3 ist Traction von Gino Wickman. Es geht in eine ähnliche Richtung, aber aus einem anderen Blickwinkel. Er gibt eine Einführung in das sogenannte EOS, das Entrepreneurial Operating System. Das ist für Gründer wertvoll, die ein Team aufgebaut haben, aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Am Ende ist es etwas Ähnliches wie ein Qualitätsmanagementsystem, nur weniger bürokratisch, viel praktischer, klarer und leichter zu implementieren. Er hat eine wichtige Kernaussage für Geschäftsführer und Unternehmer: Ein Unternehmen braucht, um zu wachsen, zwei ganzheitliche Rollen, zwei Personen, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten, aber zusammenarbeiten müssen. Es sind die einzigen beiden, die eine Generalistenrolle haben.

Zum einen der Visionär, der Visionary. Er hat große Ideen, denkt voraus, kümmert sich um Strategie und ist viel mit Unsicherheit und Risiken konfrontiert. Das zweite Pendant ist der Integrator: die Person, die sehr umsetzungsorientiert denkt und das Heute in den Alltag umsetzt. Der Visionary ist in den meisten Fällen der CEO, meistens Sales-orientiert, mit einem langen Zeithorizont von mehreren Jahren. Er bewegt sich ständig in der Zukunft. Und wer sich ständig in der Zukunft bewegt, hat Schwierigkeiten, das Tagesgeschäft zu managen. Dafür kommt der Integrator ins Spiel – der General Manager, der Operating Manager, der Werkleiter oder Produktionsleiter im Produktionskontext, der COO. Alles Bezeichnungen für die Rolle, die stark im Tagesgeschäft und umsetzungsorientiert arbeitet.

Traction ist die Basis, das Fundament für dieses EOS. Das Buch wurde über eine Million Mal verkauft und ist gerade in mittelständischen Kleinunternehmen und Startup-Kulturen weit verbreitet, weil es sehr praktisch orientiert ist und einen roten Faden für die Umsetzung gibt: Welche Meeting-Zyklen und welche Meetings brauche ich, mit welchen Kreisen, wie strukturiere ich mein Unternehmen, welche Personen brauche ich. Das zweite Buch, das dazugehört, ist ebenfalls von Gino Wickman: Rocket Fuel. Die Kombination aus Visionary und Integrator nennt er Rocket Fuel. Ein extrem wichtiges Buch, das jeder Unternehmer und Geschäftsführer gelesen haben sollte – und deutlich attraktiver als der Einstieg in die Normwelt der ISO 9001. Am Ende ist alles der Versuch, das Unternehmen zu systematisieren, die Abhängigkeit von Einzelpersonen zu reduzieren und die Performance zu steigern.

Buch Nummer 4 ist Buy Back Your Time von Dan Martell, extrem wichtig. Ich habe es bei der ersten Empfehlung gesagt: Feuer löschen ist kein Führungsstil. Sehr beschäftigt zu sein, ist für viele Geschäftsführer ein Dauerzustand. Die große Gefahr ist, irgendwann auszubrennen. Der Wunsch, gerade bei Geschäftsführern und Unternehmern, Zeit zurückzugewinnen, ist sehr groß. Und diese Personen sind oft gar nicht so stark im Delegieren. Buy Back Your Time – es steckt schon im Namen: Wie kann ich mir meine Zeit zurückkaufen? Ein sehr praktisch orientiertes Buch zum Thema Delegieren. Wichtig ist auch hier, dass du in einer Gestalterrolle bist. Du brauchst Kapital und Budget, um systematisch Dinge zu delegieren – zum Beispiel gezielt die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit einzustellen.

Da gibt es ein richtig schönes Framework. All diese Dinge drehen sich in erster Linie um kleine und mittelständische Unternehmen und den Mittelstand, wo du viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie hast als im großen Konzern. Das Framework hilft, zuerst den eigenen Kalender zu analysieren, Low-Value-Tätigkeiten herauszupicken und sie sukzessive zu eliminieren oder zu delegieren. Mir hat das sehr stark geholfen, diese Materie überhaupt erst auf First-Principle-Ebene zu verstehen. Man kann da große Fehlentscheidungen treffen. Es geht nicht nur um Mitarbeiter, sondern darum, die Zeit zielorientiert und so effektiv wie möglich zu investieren – und als Geschäftsführer hast du den viel größeren Hebel.

Buch Nummer 5 geht in eine andere Richtung, es geht eher um das Thema Kultur: It Doesn’t Have to Be Crazy at Work von Jason Fried. Fried ist der Gründer von Basecamp, einem Software-Unternehmen aus dem Silicon Valley, das sich um Projektmanagement dreht. Er plädiert für ein stressfreies, produktives Arbeitsumfeld ohne Überstunden und ohne Chaos. Aus meiner Sicht eine sehr moderne Art, gerade für Geschäftsführer. Ich habe viele Ingenieure kennengelernt, die die Philosophie des Servant Leaderships ansprechend finden. Wer eine Gebermentalität und eine unterstützende Führungsrolle in sich sieht, wird großen Gefallen an diesem Buch finden.

Meetings, Deadlines, Überstunden – nein danke. Er zeigt, wie man als Unternehmen produktiv bleibt, ohne ständig mit der Peitsche dazustehen und das Team zum Burnout zu führen. Es geht darum, bessere Strukturen zu schaffen, Fokus zu bewahren und durch asynchrone Kommunikation effizienter zu arbeiten. Das Buch ist eher auf der Philosophie-Ebene, aber es sind viele kleine Nuggets dabei, die man direkt umsetzen kann. Ein Beispiel: Bei Basecamp arbeitet man im Sommer nur vier Tage pro Woche, weil die Geschäftsführung sagt: Jeder möchte den Sommer genießen, und der Freitag verlängert dafür das Wochenende. Natürlich geht das mit Herausforderungen einher, weil auch sie Tagesgeschäft und Support-Tickets haben. Aber es ist diese Philosophie, einige Dinge anders zu denken und nicht immer nur dem Mainstream zu folgen, sondern eine Unternehmenskultur zu schaffen, auf die man stolz ist und wo Mitarbeiter gerne arbeiten.

Buch Nummer 6 habe ich letztes Jahr gelesen, ein ganz seltenes Juwel: Never Enough von Andrew Wilkinson. Es gibt da draußen unheimlich wenige richtig gut geschriebene Unternehmer- und Geschäftsführer-Storys. Das Buch Shoe Dog vom Nike-Gründer, ein absoluter Klassiker, habe ich schon häufig erwähnt. Never Enough ist ein deutlich unbekannteres Unternehmerbuch, unheimlich spannend und gut geschrieben. Gerade für Ingenieure toll zu lesen, weil Andrew Wilkinson viele Denkweisen mitbringt, die ein ambitionierter Ingenieur auch hat. Wilkinson ist Unternehmer aus Kanada und hat ein Portfolio aus Unternehmen aufgebaut – eher nach dem Warren-Buffett-Ansatz. Er begann, ein Unternehmen aufzubauen, und nutzte den Cashflow, um weitere Unternehmen zu kaufen und größer zu machen.

Er berichtet von dieser Reise und den unglaublichen Struggle-Phasen und Herausforderungen entlang des Weges. Er spricht von persönlichem und beruflichem Erfolg, warnt aber vor allem vor dem Streben nach mehr – deswegen Never Enough. Er zeigt die Schattenseiten von unendlichem Wachstum. Seine erste Motivation, Vermögen aufzubauen, ist ihm irgendwann abhandengekommen, und es gibt bei diesem Thema keinen Deckel. Eines der wenigen Bücher mit einer tollen Story, ich habe es in ein, zwei Tagen verschlungen. Sehr wertvoll, gerade für Gestalter, Unternehmer und Geschäftsführer. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch als Hörbuch funktioniert, solche Storys funktionieren fast immer gut.

Das letzte Buch ist sehr schlank und schon einige Jahrzehnte alt, ich glaube aus den Sechzigern, Siebzigern oder Achtzigern. Es ist von Al Ries, einer absoluten Marketing-Ikone: The 22 Immutable Laws of Marketing. Aus meiner Sicht ist Marketing einer der wichtigsten, aber gerade bei Ingenieuren unterschätzten Skills im Unternehmertum. Er nennt 22 zeitlose Prinzipien des Marketings. Das Buch ist ganz schlank, vielleicht 80 Seiten maximal, aber es stecken essentielle First Principles und Wahrheiten drin. Zum Beispiel: Wahrnehmung ist wichtiger als Realität. Es geht nicht darum, das beste Produkt zu haben, sondern die beste Wahrnehmung.

Das gilt für das Selbstmarketing, also deine Sichtbarkeit im Unternehmen, aber auch für das Unternehmen nach außen im Markt. Da geht es nicht um Logik, sondern um Psychologik. Er sagt: Marken entstehen in Köpfen und nicht in Fabriken. Wer tiefer einsteigen will, dem kann ich auch das Buch Positioning empfehlen, ebenfalls von Al Ries. Das habe ich damals als Hörbuch gehört, es geht auch gut als Hörbuch. The 22 Immutable Laws of Marketing würde ich definitiv lesen und nicht hören, da kann man immer wieder reinschauen. Marketing ist ein groß unterschätzter Skill von CEOs, Geschäftsführern und Unternehmern, die aus der Ingenieurswelt kommen und eher technisch orientiert sind. Auch wenn du CTO werden willst, solltest du einige entgegengesetzte Fähigkeiten mit aufnehmen – ich habe in Folgen von den Anti-Skills gesprochen –, und Marketing gehört definitiv dazu.

Ich fasse noch mal kurz zusammen. Ich habe 7 „unbekannte“ Bücher mitgebracht, über die weniger gesprochen wird und die fortgeschritten sind für Geschäftsführer oder angehende Geschäftsführer, die besonders ambitioniert sind. Das erste Buch, The Great CEO Within von Matt Mochary, einem sehr erfolgreichen Coach aus dem Silicon Valley, sehr praxisnah. The Motive von Patrick Lencioni, eine Story über die zwei Arten des Geschäftsführers. Sehr wertvoll, um die Rolle besser zu verstehen und blinde Flecken zu entdecken. Es geht darum, dass du nicht die Probleme lösen solltest, die dir gefallen, sondern die Probleme, die gelöst werden müssen. Dein Unternehmen braucht dich als Geschäftsführer.

Buch Nummer 3, Traction von Gino Wickman, die Einführung in das EOS. Dazu gehört Rocket Fuel, die Kombination der zwei generalistischen Rollen Visionary und Integrator. Buch Nummer 4, Buy Back Your Time von Dan Martell, wie du deine Zeit zurückgewinnen kannst. Feuer löschen ist kein Führungsstil – hier geht es darum, wie du deine Freiheit als Geschäftsführer zurückkaufen kannst. Sehr praktisch, mit vielen Frameworks. Buch Nummer 5, It Doesn’t Have to Be Crazy at Work, moderne Unternehmenskultur, stressfrei, produktiv, wenig unnötige Meetings, keine unnötigen Deadlines oder Überstunden. Buch Nummer 6, Never Enough, eine extrem spannende, unterhaltsame Unternehmer-Story von Andrew Wilkinson, kann ich jedem empfehlen. Und das letzte Buch zum Thema Marketing-Kompetenz, The 22 Immutable Laws of Marketing von Al Ries, dazu gehört Positioning, ebenfalls von Al Ries. Beide sehr schlank und spannend, danach hast du eine andere Perspektive auf das Thema Marketing.

Ich hoffe, es waren einige Bücher für dich dabei. Du musst natürlich nicht alles sofort lesen, aber pack sie auf deine Leseliste. Ansonsten soll es das für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Bücher für Führungskräfte: 7 Empfehlungen, die kaum jemand kennt

Es gibt die üblichen Klassiker, über die alle sprechen. Und dann gibt es die Bücher, die kaum jemand auf dem Schirm hat – obwohl sie für Geschäftsführer und angehende Geschäftsführer besonders wertvoll sind.

In dieser Folge stelle ich dir 7 fortgeschrittene Empfehlungen vor. Sie drehen sich um die Rolle des Geschäftsführers als Gestalter: Führung, Systeme, Zeit, Kultur, echte Unternehmer-Storys und Marketing.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Feuer löschen ist kein Führungsstil. Wer täglich nur Probleme managt, hat sein Unternehmen nicht im Griff.
  • Es gibt zwei Arten von Geschäftsführern. Die einen führen, um einen Unterschied zu machen. Die anderen führen für Status – und merken oft zu spät, dass sie die Rolle gar nicht mögen.
  • Führung heißt, sich um die harten menschlichen Themen zu kümmern. Als Geschäftsführer hast du durchgehend mit People Problems zu tun, nicht nur mit Strategie.
  • Ein Unternehmen braucht zwei Generalisten-Rollen. Den Visionär, der voraus denkt, und den Integrator, der das Tagesgeschäft umsetzt.
  • Marketing ist ein unterschätzter Skill. Gerade für technisch geprägte Führungskräfte: Wahrnehmung schlägt Realität, Marken entstehen in Köpfen, nicht in Fabriken.

Die 7 Bücher im Detail

Diese Bücher richten sich an Gestalter. Am meisten holst du heraus, wenn du nahe an der Unternehmensführung dran bist – im Mittelstand oder in kleinen Unternehmen, wo du viel Gestaltungsspielraum und wenig Bürokratie hast. Als Teamleiter liest du manches noch als Theorie, aber als starkes Fundament lohnt sich jedes davon.

  1. The Great CEO Within (Matt Mochary). Ein sehr schlankes, praxisnahes Buch mit Tools und Prozessen für Entscheidungsfindung, Meetings und Unternehmenskultur. Mochary ist ein erfahrener Coach aus dem Silicon Valley, der mit bedeutenden Unternehmergrößen arbeitet. Sein Kernsatz: Feuer löschen ist kein Führungsstil – aus meiner Sicht ein Must-Read für jeden auf C-Level, das die meisten gar nicht kennen.
  2. The Motive (Patrick Lencioni). In einer Story-Form erklärt Lencioni, dass es zwei Arten von Geschäftsführern gibt: die, die führen, um einen Unterschied zu machen, und die, die führen, um Status zu genießen. Viele merken beim Lesen, dass sie ihrer eigenen Rolle gar nicht gerecht werden. Führung bedeutet nicht nur Strategie, sondern sich um die harten, menschlichen Themen zu kümmern.
  3. Traction (Gino Wickman). Eine Einführung in das EOS, das Entrepreneurial Operating System. Es ist wie ein Qualitätsmanagementsystem – nur schlanker, praktischer und leichter zu implementieren –, um kleine und mittelständische Unternehmen zu systematisieren. Über eine Million Mal verkauft, mit klarem roten Faden für Meeting-Zyklen, Struktur und die beiden nötigen Generalisten-Rollen.
  4. Rocket Fuel (Gino Wickman). Das Buch zu Traction: Es beschreibt das Zusammenspiel der zwei Generalisten-Rollen, den Visionär und den Integrator. Der Visionär denkt Jahre voraus und lebt in der Zukunft. Der Integrator ist stark umsetzungsorientiert und managt das Tagesgeschäft. Die Kombination aus beiden nennt Wickman Rocket Fuel.
  5. Buy Back Your Time (Dan Martell). Sehr beschäftigt zu sein ist für viele Geschäftsführer ein Dauerzustand – mit dem Risiko auszubrennen. Martell liefert ein Framework, um als Gestalter Zeit zurückzugewinnen: den eigenen Kalender analysieren, Low-Value-Tätigkeiten herauspicken und sie klug zu delegieren. Wichtig ist, dass du in einer Rolle mit Budget bist, um gezielt die richtigen Leute einzustellen.
  6. It Doesn’t Have to Be Crazy at Work (Jason Fried). Fried, Gründer von Basecamp, plädiert für ein stressfreies, produktives Arbeitsumfeld ohne Überstunden-Chaos. Eine sehr moderne Philosophie für Unternehmenskultur: bessere Strukturen, weniger unnötige Meetings, Fokus und effizientes Arbeiten durch asynchrone Kommunikation. Bei Basecamp arbeitet man im Sommer sogar nur vier Tage pro Woche.
  7. Never Enough (Andrew Wilkinson). Ein seltenes Juwel: eine der wenigen richtig gut geschriebenen Unternehmer-Storys. Wilkinson hat nach dem Warren-Buffett-Ansatz ein Portfolio aus Unternehmen aufgebaut. Er erzählt ehrlich von Struggle-Phasen und warnt vor dem Streben nach mehr – die Schattenseiten des ewigen „Mehr“. Ich habe es in ein, zwei Tagen verschlungen.

Und zum Abschluss noch ein achtes: Die 22 Immutable Laws of Marketing (Al Ries). Ein sehr schlankes Buch mit zeitlosen Marketing-Prinzipien. Wahrnehmung ist wichtiger als Realität, Marken entstehen in Köpfen und nicht in Fabriken. Wer tiefer einsteigen will, dem empfehle ich Positioning (Al Ries). Marketing ist ein groß unterschätzter Skill, gerade für Führungskräfte, die aus der Ingenieurswelt kommen.

Wenn dieses Fundament aus Führungs-Skills für dich noch neu ist, hilft dir vielleicht ein Blick auf verwandte Folgen: Was es konkret bedeutet, in diese Verantwortung hineinzuwachsen, bespreche ich in Geschäftsführer werden, und die typischen Stolpersteine in Herausforderungen als Geschäftsführer. Bevor du diese Bücher liest, lohnt sich außerdem ein starkes Lese-Fundament – warum und wie ich Sachbücher lese, zeige ich in Sachbücher lesen. Und ob du überhaupt einen Mentor brauchst oder erstmal Bücher reichen, dazu findest du meine Sicht in Mentor oder Bücher.

Häufige Fragen zu Büchern für Führungskräfte

Für wen sind diese Bücher gedacht? Für Geschäftsführer und angehende Geschäftsführer, die besonders ambitioniert sind. Auch als Führungskraft ziehst du viel heraus. Als Teamleiter liest du manches noch als Theorie, weil dir die Gestaltungsmöglichkeiten fehlen – als Fundament lohnt es sich trotzdem.

Was ist das wichtigste dieser Bücher, wenn ich nur eines lese? Das hängt von deiner Situation ab. Für den Einstieg in die Rolle ist The Motive besonders augenöffnend. Für konkrete Tools und Prozesse ist The Great CEO Within extrem praxisnah.

Warum ist Marketing für Führungskräfte so wichtig? Weil Wahrnehmung wichtiger ist als Realität. Es geht nicht darum, das beste Produkt zu haben, sondern die beste Wahrnehmung – im Markt wie beim eigenen Selbstmarketing. Gerade technisch geprägte Führungskräfte unterschätzen diesen Skill.

Brauche ich ein starkes Lese-Fundament, bevor ich diese Bücher lese? Ja. Diese Empfehlungen sind fortgeschritten. Wer noch wenig Sachbücher gelesen hat, sollte zuerst das Lesen als Skill aufbauen – dann holst du deutlich mehr aus jedem einzelnen Buch heraus.

Bücher & Ressourcen aus der Folge

  • Matt Mochary – The Great CEO Within: praxisnahe Tools und Prozesse für Geschäftsführer. Kernsatz: „Feuer löschen ist kein Führungsstil.“
  • Patrick Lencioni – The Motive: zwei Arten von Geschäftsführern – wer führt, um einen Unterschied zu machen, statt um Status. Führung heißt, sich um die harten menschlichen Themen zu kümmern.
  • Gino Wickman – Traction: Einführung ins EOS (Entrepreneurial Operating System) – ein schlankes Betriebssystem, um kleine und mittelständische Unternehmen zu systematisieren.
  • Gino Wickman – Rocket Fuel: das Zusammenspiel der zwei Generalisten-Rollen Visionär und Integrator.
  • Dan Martell – Buy Back Your Time: ein Framework, um als Gestalter Zeit zurückzugewinnen und Low-Value-Tätigkeiten klug zu delegieren.
  • Jason Fried – It Doesn’t Have to Be Crazy at Work: eine moderne, stressfreie Unternehmenskultur ohne Überstunden-Chaos, mit Fokus und asynchroner Kommunikation.
  • Andrew Wilkinson – Never Enough: eine ehrliche, packende Unternehmer-Story über die Schattenseiten des ewigen „Mehr“.
  • Al Ries – Die 22 Immutable Laws of Marketing: zeitlose Marketing-Prinzipien – Wahrnehmung schlägt Realität; Marken entstehen in Köpfen, nicht in Fabriken.
  • Al Ries – Positioning: der Vertiefungsklassiker, wenn du tiefer in Positionierung einsteigen willst.

Weitere Titel findest du in meinen Buchempfehlungen zur Unternehmensführung.

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Diese Folge gehört zum Thema Business.

Transkript

Ich habe schon ziemlich lange keine Folge mehr zu ganz konkreten Buchempfehlungen aufgenommen. Das soll sich mit dieser Folge ändern. Ich habe 7 Bücher mitgebracht, die nicht ganz so offensichtlich sind. Das heißt, das sind fortgeschrittene Empfehlungen abseits der üblichen Klassiker.

Ganz kurz vorab: Wenn dein Fundament, was das Lesen anbelangt, noch nicht ganz so stark ist, dann empfehle ich dir vier Podcast-Folgen, in die du mal reinhören kannst. Folge 3, eine der allerersten – da ging es darum, warum und wie ich Sachbücher lese. Dann Folge 18 und 57, beide zum Thema Tipps, um mehr zu lesen. Und Folge 69. Wenn du von diesen vier Folgen nur eine hören solltest, dann Folge 69. Die ist etwas für das fortgeschrittenere Lesen, also wie du erstklassige Bücher findest und effektiver liest. Dazu gibt es auch ein Handout, ein kurzes PDF zur Folge, wo du einige Basics noch mal siehst.

Wenn das ganze Thema Lesen für dich noch Neuland ist und du noch keine 50, 60, 70, 80 Bücher in den letzten Jahren gelesen hast, dann kann ich definitiv empfehlen, da mal reinzuschauen. Das eine sind die Buchempfehlungen, die ich heute mitgebracht habe. Aber viel wichtiger ist das Fundament aus Skills. Lesen klingt erstmal banal, aber das will gekonnt sein. Da geht einiges mit einher.

Jetzt kommen wir zu den 7 Empfehlungen. Ich habe schon gesagt: Das sind fortgeschrittene Empfehlungen für Geschäftsführer oder angehende Geschäftsführer. Wenn du besonders ambitioniert bist, wirst du da einiges rausziehen können. Natürlich sind die Bücher nicht ausschließlich für Geschäftsführer. Schon wenn du Führungskraft bist, wirst du eine ganze Menge rausziehen. Nur ist auch klar: Wenn du Teamleiter bist, hast du viel weniger Gestaltungsmöglichkeiten als ein Geschäftsführer. In diesen Büchern geht es viel um Gestaltung und um die Rolle des Geschäftsführers als Gestalter. Deswegen ist das eher Theorie, wenn du diese Bücher als Ingenieur oder Teamleiter liest und noch nicht als Geschäftsführer. Es ist nicht just in Time, aber dennoch wichtig und ein gutes Fundament.

Buch Nummer 1 ist The Great CEO Within von Matt Mochary. Er zeigt, wie du als CEO, als Geschäftsführer, effektiv führen kannst. Das gilt für alle Führungskräfte. Er sagt: Feuer löschen ist kein Führungsstil. Wer täglich nur Probleme managt, hat sein Unternehmen nicht im Griff. Er gibt diverse praxisnahe Tools und Prozesse für Entscheidungsfindung, für Meetings, für die Unternehmenskultur. Ein super schlankes, sehr hilfreiches Buch. Matt Mochary ist ein sehr erfahrener und bekannter Coach aus dem Silicon Valley und hat mit ganz bedeutenden Unternehmergrößen zu tun. Sein Handwerkszeug hat er in dieses Buch gepackt. Für mich war es unglaublich wertvoll. Aus meiner Sicht für jeden CEO oder auf C-Level-Ebene ein Must-Read – und die meisten haben es gar nicht auf dem Schirm.

Buch Nummer 2, auch extrem wertvoll und gerade für Geschäftsführer wichtig, ist The Motive von Patrick Lencioni. Ich habe in diesem Podcast schon einige Male von ihm gesprochen. Er hat über die Dysfunktionalität eines Teams geschrieben, vielleicht kennst du auch Death by Meeting von ihm. Er vermittelt in einer Story-Form eine wichtige Idee. In The Motive geht es darum, dass es zwei Arten von Geschäftsführern gibt: diejenigen, die führen wollen, weil sie einen Unterschied machen möchten, und diejenigen, die führen, um Status zu genießen. Im ersten Moment würde jeder ambitionierte Ingenieur sagen: Natürlich möchte ich den Unterschied machen. Aber wenn man das Buch liest, merkt man, dass viele nicht Geschäftsführer geworden sind, weil sie die Rolle so cool finden, sondern weil es ein Ziel mit hohem Prestige und hoher Anerkennung ist. Das Problem: Viele erreichen dieses Ziel und stellen dann fest, dass sie die Rolle gar nicht mögen und sich gefangen fühlen.

Deswegen ist dieses Buch so wertvoll – auch für dich persönlich. Ich habe es in der Rolle eines Geschäftsführers gelesen, für mich war es sehr augenöffnend. Es kann dir helfen, die Rolle und die Aufgaben der Geschäftsführung zu verstehen. Er sagt: Führung bedeutet nicht nur Strategie, es heißt, sich um die harten, gerade menschlichen Themen zu kümmern. Geschäftsführer zu sein bedeutet, dass du durchgehend mit People Problems zu tun hast. Wenn dir das schon als Teamleiter nicht gefällt, dann ist die Geschäftsführerrolle eine größere, skalierte Form dieser People Problems. Dein Alltag dreht sich weniger darum, etwas zu gestalten oder zu kreieren. Der Geschäftsführer ist in erster Linie ein Manager, der die Kultur prägt – und Managertätigkeit heißt oft, People Problems zu lösen. Und die gibt es überall, wo Menschen arbeiten. Deswegen ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Auch das ein eher nischiges Buch, über das nur wenige sprechen.

Buch Nummer 3 ist ein absolutes Grundlagenwerk, setzt aber voraus, dass du in einer ganzheitlichen Gestalterrolle bist – gerade im Mittelstand, wenn du nahe an der Unternehmensführung dran bist. In meinem ersten Job habe ich mich viel mit der ISO 9001 beschäftigt, also mit Qualitätsmanagementsystemen. Da geht es darum, wie man ein Unternehmen ganzheitlich strukturiert und ein System daraus baut, damit es wiederkehrend die gleiche Qualität produziert.

Buch Nummer 3 ist Traction von Gino Wickman. Es geht in eine ähnliche Richtung, aber aus einem anderen Blickwinkel. Er gibt eine Einführung in das sogenannte EOS, das Entrepreneurial Operating System. Das ist für Gründer wertvoll, die ein Team aufgebaut haben, aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Am Ende ist es etwas Ähnliches wie ein Qualitätsmanagementsystem, nur weniger bürokratisch, viel praktischer, klarer und leichter zu implementieren. Er hat eine wichtige Kernaussage für Geschäftsführer und Unternehmer: Ein Unternehmen braucht, um zu wachsen, zwei ganzheitliche Rollen, zwei Personen, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten, aber zusammenarbeiten müssen. Es sind die einzigen beiden, die eine Generalistenrolle haben.

Zum einen der Visionär, der Visionary. Er hat große Ideen, denkt voraus, kümmert sich um Strategie und ist viel mit Unsicherheit und Risiken konfrontiert. Das zweite Pendant ist der Integrator: die Person, die sehr umsetzungsorientiert denkt und das Heute in den Alltag umsetzt. Der Visionary ist in den meisten Fällen der CEO, meistens Sales-orientiert, mit einem langen Zeithorizont von mehreren Jahren. Er bewegt sich ständig in der Zukunft. Und wer sich ständig in der Zukunft bewegt, hat Schwierigkeiten, das Tagesgeschäft zu managen. Dafür kommt der Integrator ins Spiel – der General Manager, der Operating Manager, der Werkleiter oder Produktionsleiter im Produktionskontext, der COO. Alles Bezeichnungen für die Rolle, die stark im Tagesgeschäft und umsetzungsorientiert arbeitet.

Traction ist die Basis, das Fundament für dieses EOS. Das Buch wurde über eine Million Mal verkauft und ist gerade in mittelständischen Kleinunternehmen und Startup-Kulturen weit verbreitet, weil es sehr praktisch orientiert ist und einen roten Faden für die Umsetzung gibt: Welche Meeting-Zyklen und welche Meetings brauche ich, mit welchen Kreisen, wie strukturiere ich mein Unternehmen, welche Personen brauche ich. Das zweite Buch, das dazugehört, ist ebenfalls von Gino Wickman: Rocket Fuel. Die Kombination aus Visionary und Integrator nennt er Rocket Fuel. Ein extrem wichtiges Buch, das jeder Unternehmer und Geschäftsführer gelesen haben sollte – und deutlich attraktiver als der Einstieg in die Normwelt der ISO 9001. Am Ende ist alles der Versuch, das Unternehmen zu systematisieren, die Abhängigkeit von Einzelpersonen zu reduzieren und die Performance zu steigern.

Buch Nummer 4 ist Buy Back Your Time von Dan Martell, extrem wichtig. Ich habe es bei der ersten Empfehlung gesagt: Feuer löschen ist kein Führungsstil. Sehr beschäftigt zu sein, ist für viele Geschäftsführer ein Dauerzustand. Die große Gefahr ist, irgendwann auszubrennen. Der Wunsch, gerade bei Geschäftsführern und Unternehmern, Zeit zurückzugewinnen, ist sehr groß. Und diese Personen sind oft gar nicht so stark im Delegieren. Buy Back Your Time – es steckt schon im Namen: Wie kann ich mir meine Zeit zurückkaufen? Ein sehr praktisch orientiertes Buch zum Thema Delegieren. Wichtig ist auch hier, dass du in einer Gestalterrolle bist. Du brauchst Kapital und Budget, um systematisch Dinge zu delegieren – zum Beispiel gezielt die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit einzustellen.

Da gibt es ein richtig schönes Framework. All diese Dinge drehen sich in erster Linie um kleine und mittelständische Unternehmen und den Mittelstand, wo du viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie hast als im großen Konzern. Das Framework hilft, zuerst den eigenen Kalender zu analysieren, Low-Value-Tätigkeiten herauszupicken und sie sukzessive zu eliminieren oder zu delegieren. Mir hat das sehr stark geholfen, diese Materie überhaupt erst auf First-Principle-Ebene zu verstehen. Man kann da große Fehlentscheidungen treffen. Es geht nicht nur um Mitarbeiter, sondern darum, die Zeit zielorientiert und so effektiv wie möglich zu investieren – und als Geschäftsführer hast du den viel größeren Hebel.

Buch Nummer 5 geht in eine andere Richtung, es geht eher um das Thema Kultur: It Doesn’t Have to Be Crazy at Work von Jason Fried. Fried ist der Gründer von Basecamp, einem Software-Unternehmen aus dem Silicon Valley, das sich um Projektmanagement dreht. Er plädiert für ein stressfreies, produktives Arbeitsumfeld ohne Überstunden und ohne Chaos. Aus meiner Sicht eine sehr moderne Art, gerade für Geschäftsführer. Ich habe viele Ingenieure kennengelernt, die die Philosophie des Servant Leaderships ansprechend finden. Wer eine Gebermentalität und eine unterstützende Führungsrolle in sich sieht, wird großen Gefallen an diesem Buch finden.

Meetings, Deadlines, Überstunden – nein danke. Er zeigt, wie man als Unternehmen produktiv bleibt, ohne ständig mit der Peitsche dazustehen und das Team zum Burnout zu führen. Es geht darum, bessere Strukturen zu schaffen, Fokus zu bewahren und durch asynchrone Kommunikation effizienter zu arbeiten. Das Buch ist eher auf der Philosophie-Ebene, aber es sind viele kleine Nuggets dabei, die man direkt umsetzen kann. Ein Beispiel: Bei Basecamp arbeitet man im Sommer nur vier Tage pro Woche, weil die Geschäftsführung sagt: Jeder möchte den Sommer genießen, und der Freitag verlängert dafür das Wochenende. Natürlich geht das mit Herausforderungen einher, weil auch sie Tagesgeschäft und Support-Tickets haben. Aber es ist diese Philosophie, einige Dinge anders zu denken und nicht immer nur dem Mainstream zu folgen, sondern eine Unternehmenskultur zu schaffen, auf die man stolz ist und wo Mitarbeiter gerne arbeiten.

Buch Nummer 6 habe ich letztes Jahr gelesen, ein ganz seltenes Juwel: Never Enough von Andrew Wilkinson. Es gibt da draußen unheimlich wenige richtig gut geschriebene Unternehmer- und Geschäftsführer-Storys. Das Buch Shoe Dog vom Nike-Gründer, ein absoluter Klassiker, habe ich schon häufig erwähnt. Never Enough ist ein deutlich unbekannteres Unternehmerbuch, unheimlich spannend und gut geschrieben. Gerade für Ingenieure toll zu lesen, weil Andrew Wilkinson viele Denkweisen mitbringt, die ein ambitionierter Ingenieur auch hat. Wilkinson ist Unternehmer aus Kanada und hat ein Portfolio aus Unternehmen aufgebaut – eher nach dem Warren-Buffett-Ansatz. Er begann, ein Unternehmen aufzubauen, und nutzte den Cashflow, um weitere Unternehmen zu kaufen und größer zu machen.

Er berichtet von dieser Reise und den unglaublichen Struggle-Phasen und Herausforderungen entlang des Weges. Er spricht von persönlichem und beruflichem Erfolg, warnt aber vor allem vor dem Streben nach mehr – deswegen Never Enough. Er zeigt die Schattenseiten von unendlichem Wachstum. Seine erste Motivation, Vermögen aufzubauen, ist ihm irgendwann abhandengekommen, und es gibt bei diesem Thema keinen Deckel. Eines der wenigen Bücher mit einer tollen Story, ich habe es in ein, zwei Tagen verschlungen. Sehr wertvoll, gerade für Gestalter, Unternehmer und Geschäftsführer. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch als Hörbuch funktioniert, solche Storys funktionieren fast immer gut.

Das letzte Buch ist sehr schlank und schon einige Jahrzehnte alt, ich glaube aus den Sechzigern, Siebzigern oder Achtzigern. Es ist von Al Ries, einer absoluten Marketing-Ikone: The 22 Immutable Laws of Marketing. Aus meiner Sicht ist Marketing einer der wichtigsten, aber gerade bei Ingenieuren unterschätzten Skills im Unternehmertum. Er nennt 22 zeitlose Prinzipien des Marketings. Das Buch ist ganz schlank, vielleicht 80 Seiten maximal, aber es stecken essentielle First Principles und Wahrheiten drin. Zum Beispiel: Wahrnehmung ist wichtiger als Realität. Es geht nicht darum, das beste Produkt zu haben, sondern die beste Wahrnehmung.

Das gilt für das Selbstmarketing, also deine Sichtbarkeit im Unternehmen, aber auch für das Unternehmen nach außen im Markt. Da geht es nicht um Logik, sondern um Psychologik. Er sagt: Marken entstehen in Köpfen und nicht in Fabriken. Wer tiefer einsteigen will, dem kann ich auch das Buch Positioning empfehlen, ebenfalls von Al Ries. Das habe ich damals als Hörbuch gehört, es geht auch gut als Hörbuch. The 22 Immutable Laws of Marketing würde ich definitiv lesen und nicht hören, da kann man immer wieder reinschauen. Marketing ist ein groß unterschätzter Skill von CEOs, Geschäftsführern und Unternehmern, die aus der Ingenieurswelt kommen und eher technisch orientiert sind. Auch wenn du CTO werden willst, solltest du einige entgegengesetzte Fähigkeiten mit aufnehmen – ich habe in Folgen von den Anti-Skills gesprochen –, und Marketing gehört definitiv dazu.

Ich fasse noch mal kurz zusammen. Ich habe 7 „unbekannte“ Bücher mitgebracht, über die weniger gesprochen wird und die fortgeschritten sind für Geschäftsführer oder angehende Geschäftsführer, die besonders ambitioniert sind. Das erste Buch, The Great CEO Within von Matt Mochary, einem sehr erfolgreichen Coach aus dem Silicon Valley, sehr praxisnah. The Motive von Patrick Lencioni, eine Story über die zwei Arten des Geschäftsführers. Sehr wertvoll, um die Rolle besser zu verstehen und blinde Flecken zu entdecken. Es geht darum, dass du nicht die Probleme lösen solltest, die dir gefallen, sondern die Probleme, die gelöst werden müssen. Dein Unternehmen braucht dich als Geschäftsführer.

Buch Nummer 3, Traction von Gino Wickman, die Einführung in das EOS. Dazu gehört Rocket Fuel, die Kombination der zwei generalistischen Rollen Visionary und Integrator. Buch Nummer 4, Buy Back Your Time von Dan Martell, wie du deine Zeit zurückgewinnen kannst. Feuer löschen ist kein Führungsstil – hier geht es darum, wie du deine Freiheit als Geschäftsführer zurückkaufen kannst. Sehr praktisch, mit vielen Frameworks. Buch Nummer 5, It Doesn’t Have to Be Crazy at Work, moderne Unternehmenskultur, stressfrei, produktiv, wenig unnötige Meetings, keine unnötigen Deadlines oder Überstunden. Buch Nummer 6, Never Enough, eine extrem spannende, unterhaltsame Unternehmer-Story von Andrew Wilkinson, kann ich jedem empfehlen. Und das letzte Buch zum Thema Marketing-Kompetenz, The 22 Immutable Laws of Marketing von Al Ries, dazu gehört Positioning, ebenfalls von Al Ries. Beide sehr schlank und spannend, danach hast du eine andere Perspektive auf das Thema Marketing.

Ich hoffe, es waren einige Bücher für dich dabei. Du musst natürlich nicht alles sofort lesen, aber pack sie auf deine Leseliste. Ansonsten soll es das für diese Folge gewesen sein. Liebe Grüße aus Hamburg, dein Tim.

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Über den Host

Tim Schmaddebeck entwickelt ambitionierte Ingenieure zu strategischen Leadern. Er ist Autor von No Zero Days und schreibt über Karriere, Führung und Strategie.

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